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Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

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  1. Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: flauschi123 29.07.17 - 09:39

    Ja, man verdient gut, es macht oft Spass und ist herausfordernd, aber die "Soft"-Faktoren sind grottig. Man denke an die Berufsaussichten im Alter, Work-Life-Balance und die grosse Gefahr sich in Nischen zu begeben aus denen man nur sehr schwer rauskommt.

    Man mag darueber am Anfang seiner Karriere noch lachen, aber irgendwann kommt man in's Gruebeln. Ich denke, ich habe es bislang sehr gut getroffen (Informatiker, Cloud Software-Entwicklung bei einem grossen Unternehmen), aber wenn ich mir den Werdegang einiger Kollegen und die Entwicklung der Industrie im Allgemeinen so anschaue, dann muss ich sagen, dass es ein Fehler war in diesen Beruf einzusteigen.

    PS: Mit Blick auf die Zukunft ist gerade der Beruf des Systemadministrators schwer gefaehrdet. Viele Leute sind sich noch nicht bewusst oder sie ignorieren einfach, was "die Cloud" fuer diesen Berufszweig mittelfristig bedeuten wird.

  2. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: staples 29.07.17 - 10:00

    Ach leider ist es so, dass das heute auf jeden Beruf zutrifft, der spezialisiert ist. Das sind zwar die Berufe, die am längsten die Automatisierung noch überleben werden aber am Ende fällt letzterer auch dieser Beruf zum Opfer.

    Zukunftsaussichten sind in allen Berufen mies, weil die Welt sich zu schnell "dreht" im Vergleich zu den 1970er, 1980er etc. Es gibt sehr viele neue Technologien und man muss quasi permanent Weiterbildung betreiben. Wer stehen bleibt, wird überholt. Es gibt halt den Innovationsdruck, ja regelrechten Innovationswahn gepaart mit Jugendwahn.

    Was man hier im Forum oft sieht, sind junge Leute, die noch nicht gegen die Wand gefahren sind, einfach weil sie zu kurz dabei sind, ihnen noch die "Lebenserfahrung" fehlt und die jene Märchen glauben, mit denen wir alle früher geködert wurden. Das böse erwachen kommt aber dennoch. Daher lese ich das hier im Forum immer und muss ein wenig schmunzeln.

    Absolut recht hast du mit dem Sysadmin und der Cloud. Es wird sie noch geben, die Sysadmins. Aber eben ein paar wenige beim Cloud-Anbieter. Die Software und die kritischen Systeme sind ausgelagert (da günstiger, praktischer) und den lokalen Admin braucht man nicht mehr. Teilweise werden die Arbeiten über sog. DevOps von Entwicklern übernommen und alles läuft.

    IT ist ein Beruf der keine rosigen Aussichten hat. Ebenso Ärzte und andere derzeit noch hoch angesehene Berufe. Ich glaube, was am Ende tatsächlich übrig bleiben wird sind Politiker (weil sie Ihre Jobs nicht abschaffen werden), Verwaltung (selbiger Grund) und ... die schlecht bezahlte Alten- und Krankenpflege.

    Aber ich blicke dennoch optimistisch in die Zukunft, weil wir gerade dabei sind, einen Systemwechsel zu erleben. Das gab es alle paar Dekaden und nun auch wieder.

  3. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: AnAmigian 29.07.17 - 10:34

    "IT" ist ein Beruf der rosige Aussichten hat. Nur nicht wenn man in 10 Jahre noch dasselbe in der IT machen will. Dann hat man Pech.
    Und theoretisch könnten am Schluss nur ein paar wenige Mächtige übrig bleinen, die von halbwegs intelligente Robert bedient werden. Z.B. ähnlich wie das Asimov mit den Spacern beschrieben hat.

  4. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: blackout23 29.07.17 - 10:37

    Der IT Bereich bietet ja auch andere Berufsbilder außer Code Monkey oder Admin. Man kann ja auch im strategischeren Bereich arbeiten als Enterprise Architect etc.

  5. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: flauschi123 29.07.17 - 11:02

    Ich gebe Dir natuerlich recht, dass sich das Rad in fast jeder Branche schnell dreht, aber es dreht sich halt nicht so schnell wie in der IT. Erfahrung ist ein Gut, was wohl fast nirgendwo so wenig wert ist. Bei uns steht halt z.B. so was an wie Machine Learning und KI - Gebiete, die in meinem Studium (vor 20J) kaum behandelt wurden und wo es schwer faellt in relevantem Umfang tief einzusteigen (wobei das nicht grundsaetzlich noetig ist, wenn man nur die Frameworks anwendet). Neue Leute, die heute von der Uni kommen, haben bei neuen Feldern einen natuerlichen Vorsprung. Versteh mich nicht falsch - natuerlich ist das alles nicht zu aendern, aber der Aufwand "ahead of the curve" zu sein, steigt m.E.n. mit jedem Jahr. Ich sehe durchaus Kollegen, die das aus verstaendlichen Dingen (z.B Familie) einfach aufgegeben haben - und ich rede da nicht von einer kleinen Minderheit. Viele sind nach 15J fachlich verbrannt. Bei einigen weiss ich nicht mehr, wie man sie noch sinnvoll bei uns einsetzen kann. In-house Entwicklung wird auch immer seltener - viele sind als fahrende Consultants irgendwo in der Republik unterwegs. Man muss schon einen Berufeinsteiger ganz ehrlich fragen, ob er sich das antun moechte.

    Es stellt sich dann natuerlich die Frage nach wirklich besseren Alternativen. Welche Jobs sind weniger extrem? Es gibt da sicherlich einige - Chemiker, Elektrotechniker, Mathematiker, Biologen, Polizei, Koch, Barkeeper, Marketing, Sozialarbeiter, Architekt ... ist ja nicht so, dass es da nichts gibt.

    Wo Du natuerlich Recht hast ist, dass einige Umwaelzungen kommen werden, die die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen stellen werden. Man kann natuerlich einfach sagen - iss halt so - aber Stand heute sehe ich nicht, dass sich irgendjemand ernsthaft darauf vorbereitet.

  6. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: flauschi123 29.07.17 - 11:16

    AnAmigian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "IT" ist ein Beruf der rosige Aussichten hat. Nur nicht wenn man in 10
    > Jahre noch dasselbe in der IT machen will. Dann hat man Pech.
    > Und theoretisch könnten am Schluss nur ein paar wenige Mächtige übrig
    > bleinen, die von halbwegs intelligente Robert bedient werden. Z.B. ähnlich
    > wie das Asimov mit den Spacern beschrieben hat.

    Die Realitaet ist allerdings so, dass viele halt nicht die Kurve bekommen und ein Unternehmen kann sich nur bis zu einem gewissen Grad leisten, "Zombies" mitzuschleppen. So wie ich das sehe, gehoeren 1/4 der Leute in diese Kategorie.
    Ich finde diese Prozentsatz erschreckend hoch.
    In dem Artikel geht es um Sysadmins - bei uns werden diese Leute eher aus Mitleid (und wg. Kuendigungsschutz) behalten. Bedarf besteht da kaum noch. Und nicht jeder Sysadmin kann sich zum Data Scientist weiterentwickeln.

  7. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Oktavian 29.07.17 - 11:58

    > Ja, man verdient gut, es macht oft Spass und ist herausfordernd, aber die
    > "Soft"-Faktoren sind grottig. Man denke an die Berufsaussichten im Alter,
    > Work-Life-Balance und die grosse Gefahr sich in Nischen zu begeben aus
    > denen man nur sehr schwer rauskommt.

    Das Problem sehe ich auch in Unternehmen oft. Da gibt es Admins, die haben sich ihr Berufsleben über auf den Bull-Host spezialisiert. Nur gibt es keinen Bull-Host mehr. Und vielen ist die mentale Flexibitität abhanden gekommen, mit Mitte 50 noch einmal umzulernen.

    Allgemein scheint IT tötlich zu sein für mentale Flexibitität, wenn ich mir manchmal die Diskussionen über Linux/Windows, welches Office-Paket das richtige ist, oder eigentlich die meisten Diskussionen hier bei Golem ansehe.

    > PS: Mit Blick auf die Zukunft ist gerade der Beruf des Systemadministrators
    > schwer gefaehrdet. Viele Leute sind sich noch nicht bewusst oder sie
    > ignorieren einfach, was "die Cloud" fuer diesen Berufszweig mittelfristig
    > bedeuten wird.

    Ich sehe das Problem der Spezialisierung ähnlich. Angefangen hab ich auch mal als Admin, bin aber schnell auf Entwicklung gewechselt. Mir war da aber immer klar, dass ich spätestens mit Mitte 30 da raus sein muss. Das habe ich auch konsequent gemacht, bin ich Richtung Service Management und Projektleitung gewechselt. Inzwischen leite ich eher fachliche Projekte mit starkem IT-Hintergrund, aber die IT ist dabei eher Dienstleister und eine Projektpartei.

  8. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: flauschi123 30.07.17 - 01:00

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ja, man verdient gut, es macht oft Spass und ist herausfordernd, aber
    > die
    > > "Soft"-Faktoren sind grottig. Man denke an die Berufsaussichten im
    > Alter,
    > > Work-Life-Balance und die grosse Gefahr sich in Nischen zu begeben aus
    > > denen man nur sehr schwer rauskommt.
    >
    > Das Problem sehe ich auch in Unternehmen oft. Da gibt es Admins, die haben
    > sich ihr Berufsleben über auf den Bull-Host spezialisiert. Nur gibt es
    > keinen Bull-Host mehr. Und vielen ist die mentale Flexibitität abhanden
    > gekommen, mit Mitte 50 noch einmal umzulernen.
    >
    > Allgemein scheint IT tötlich zu sein für mentale Flexibitität, wenn ich mir
    > manchmal die Diskussionen über Linux/Windows, welches Office-Paket das
    > richtige ist, oder eigentlich die meisten Diskussionen hier bei Golem
    > ansehe.
    >
    > > PS: Mit Blick auf die Zukunft ist gerade der Beruf des
    > Systemadministrators
    > > schwer gefaehrdet. Viele Leute sind sich noch nicht bewusst oder sie
    > > ignorieren einfach, was "die Cloud" fuer diesen Berufszweig
    > mittelfristig
    > > bedeuten wird.
    >
    > Ich sehe das Problem der Spezialisierung ähnlich. Angefangen hab ich auch
    > mal als Admin, bin aber schnell auf Entwicklung gewechselt. Mir war da aber
    > immer klar, dass ich spätestens mit Mitte 30 da raus sein muss. Das habe
    > ich auch konsequent gemacht, bin ich Richtung Service Management und
    > Projektleitung gewechselt. Inzwischen leite ich eher fachliche Projekte mit
    > starkem IT-Hintergrund, aber die IT ist dabei eher Dienstleister und eine
    > Projektpartei.

    Mangelnde geistige Flexibilitaet kannst Du aber keinem wirklich vorwerfen. Das ist kaum etwas, das man "lernen" kann und man kann mit Anfang/Mitte 20 auch nicht einschaetzen, ob man zur Problemgruppe gehoert oder nicht. Sehr viele ueberschaetzen sich einfach.

  9. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Oktavian 30.07.17 - 16:35

    > Mangelnde geistige Flexibilitaet kannst Du aber keinem wirklich vorwerfen.

    Doch, es ist eine Einstellungsfrage. Man muss sich selbst, sein Wissen und seine Glaubenssätze hinterfragen, sich selbst immer wieder in Frage stellen. Das ist unangenehm, aber eine reine Übungssache.

    > Das ist kaum etwas, das man "lernen" kann und man kann mit Anfang/Mitte 20
    > auch nicht einschaetzen, ob man zur Problemgruppe gehoert oder nicht. Sehr
    > viele ueberschaetzen sich einfach.

    Sehr viel überschätzen ihre eigene Qualität in vielerlei Beziehung.

  10. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Haukeeee 29.07.22 - 12:14

    > PS: Mit Blick auf die Zukunft ist gerade der Beruf des Systemadministrators
    > schwer gefaehrdet. Viele Leute sind sich noch nicht bewusst oder sie
    > ignorieren einfach, was "die Cloud" fuer diesen Berufszweig mittelfristig
    > bedeuten wird.

    Nö. Als Systemadministrator ist man es gewohnt sich an neue Technologien anzupassen. Genauso kann man sich an andere Technologien anpassen.
    Wenn in Zukunft alles in der Cloud ist geht man halt in den Bereich IoT, Industrie 4.0, BDE/MDE, Security etc. pp., es gibt immer was zu tun und überall werden lernfähige Leute gerne genommen.

  11. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Haukeeee 29.07.22 - 12:16

    > Allgemein scheint IT tötlich zu sein für mentale Flexibitität, wenn ich mir
    > manchmal die Diskussionen über Linux/Windows, welches Office-Paket das
    > richtige ist, oder eigentlich die meisten Diskussionen hier bei Golem
    > ansehe.

    Diese Diskussionen führen aber meistens gar keine ITler. Sondern Leute die sich zu Hause nen Gaming-PC und ne Raspi-NAS zusammen gebastelt haben.
    Echte ITler wissen um die Stärken und Schwächen beider Systeme, und nutzen oft auch beides.

  12. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: uschatko 29.07.22 - 12:25

    flauschi123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > PS: Mit Blick auf die Zukunft ist gerade der Beruf des Systemadministrators
    > schwer gefaehrdet. Viele Leute sind sich noch nicht bewusst oder sie
    > ignorieren einfach, was "die Cloud" fuer diesen Berufszweig mittelfristig
    > bedeuten wird.

    Was riesiger Blödsinn ist. Gerade die "Cloud" nimmt keine Arbeit ab. Die Arbeit ist nur anders. Man muss eben bereit sein sich darauf einzulassen, auch nach 27 Jahren als Admin.

  13. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Katsuragi 29.07.22 - 12:35

    uschatko schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was riesiger Blödsinn ist. Gerade die "Cloud" nimmt keine Arbeit ab. Die
    > Arbeit ist nur anders. Man muss eben bereit sein sich darauf einzulassen,
    > auch nach 27 Jahren als Admin.

    danke, Du hast meinen Kommentar vorweg genommen. Ich sehe die IT-Aufgaben auch beim Kunden eher unbegremst steigen, trotz oder sogar wegen Cloud. Wenn "Cloud" natürlich heißt "wir legen da ein paar Dateien ab und unser Fileserver ist überflüssig", dann mag das stimmen.
    Aber wenn es bedeutet: wir verlegen Workloads von (virtualisierten) Servern in Container, brauchen "Echtzeit"-Kommunikation mit Cloud-DBs, und irgendwer muss das alles auch noch konfigurieren und kosten-optimieren können... dann müssen sich Admins keine Sorgen machen.

    Dazu kommen noch die übelst grottenschlechten Cloud-Produkte eines der Marktführer. Wenn ein Unternehmen dorthin wechselt, dann sinkt der Arbeitsaufwand nicht, sondern man kann sich vor Problemlösungsarbeit nicht mehr retten. Man muss natürlich ständig dazu lernen.

  14. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Emulex 29.07.22 - 12:57

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Das habe
    > ich auch konsequent gemacht, bin ich Richtung Service Management und
    > Projektleitung gewechselt. Inzwischen leite ich eher fachliche Projekte mit
    > starkem IT-Hintergrund, aber die IT ist dabei eher Dienstleister und eine
    > Projektpartei.

    Fühlst du dich in dieser Rolle wirklich zukunftsfähiger und weniger leicht ersetzbar als ein Entwickler der up to date mit der Technik ist?

  15. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Anonymer Nutzer 29.07.22 - 13:26

    > Sehr viel überschätzen ihre eigene Qualität in vielerlei Beziehung.
    Und andere die sehr viel erwarten und die anderen als "schlecht" sehen, merken gar nicht wie sie sich selbst überschätzen. Sonst würden sie etwas demütiger sein, und nicht diese Forderungen stellen.

  16. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: nightmar17 29.07.22 - 14:20

    flauschi123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > PS: Mit Blick auf die Zukunft ist gerade der Beruf des Systemadministrators
    > schwer gefaehrdet. Viele Leute sind sich noch nicht bewusst oder sie
    > ignorieren einfach, was "die Cloud" fuer diesen Berufszweig mittelfristig
    > bedeuten wird.

    Das musst du mir erklären. Firma ist seit 2012 in der Cloud und heute mehr Admins als vor 10 Jahren.

  17. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Chevarez 29.07.22 - 14:33

    Um so wichtiger währen hier eine deutliche Überdeckung an qualifizierten Arbeitskräften in diesen Bereichen. Allein der nötigen fortwährenden Weiterbildung, der nötigen Zeit für Prozessoptimierungen, Krankheits- und Urlaubsvertretung, Fortbildungen wegen. Erträgliche Wochenarbeitsstunden, viel Freizeit, etc. um einem Verglühen vorzubeugen, wären auch mal ne adäquate Maßnahme. Gepaart mit einer Entlohnung, die nicht einem Schmerzensgeld gleichkommt. Die Realität läuft allerdings auf 120 % Auslastung, keine Zeit für Prozessoptimierungen oder Ähnliches und in meinem Fall z. B. vollständige Auslagerung von Aus- und Weiterbildung auf Privat hinaus. Weltweit operierendes Dax-Unternehmen hier.

  18. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Oktavian 29.07.22 - 14:46

    > Echte ITler wissen um die Stärken und Schwächen beider Systeme, und nutzen
    > oft auch beides.

    Ach wenn dem doch so wäre. Okay, ich versuche auch mal, an das Gute im Menschen zu glauben. Auch heute noch, 5 Jahre später...

  19. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Oktavian 29.07.22 - 14:55

    > Fühlst du dich in dieser Rolle wirklich zukunftsfähiger und weniger leicht
    > ersetzbar als ein Entwickler der up to date mit der Technik ist?

    Ganz ehrlich? Ja.

    Das Problem ist "up to date mit der Technik". Man hat irgendwann ziemlich viel gesehen. Noch ne neue Sprache, noch ein neuer Stack, wieder ne neue Hype-Bibliothek, und all das ist in 5 Jahren wieder vergessen. Ich hatte da zumindest damals einfach keinen Bock mehr drauf. Vielleicht war ich auch nie der absolute Kern-Fullstack-Techniknerd-Entwickler. Ich war vielleicht immer der, der eher das Problem verstehen wollte, der die Fachlichkeit hochspannend fand.

    Auch heute noch finde ich es klasse, einen Tag neben einer Mathematikerin in einer Versicherung zu sitzen, die mir die Aspekte des Portfoliomanagements der Anlagestrategie erklärt, und ein paar Tage später beim Leiter Output-Management, der mir von Druckern, Kuvertiermaschinen, Versandt-Aufklebern und Frankierungsdaten erzählt. Und jetzt Technik, Fachlichkeit, Regulatorik und Projekt übereinbringen, das finde ich super spannend.

    Und ja, da fühle ich mich inzwischen deutlich besser aufgestellt, deutlich sicherer, also noch vor 10 oder 15 Jahren in der Entwicklung. Als ich angefangen habe, mit Softwareentwicklung Geld zu verdienen (das war im Jahr 2000), da war mir klar, mit 30 oder allerspätestens mit 35 will ich das nicht mehr tun. Und den Masterplan hab ich auch umgesetzt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.22 14:59 durch Oktavian.

  20. Re: Ich kann nur jedem raten der IT fernzubleiben

    Autor: Slartie 29.07.22 - 17:32

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist "up to date mit der Technik". Man hat irgendwann ziemlich
    > viel gesehen. Noch ne neue Sprache, noch ein neuer Stack, wieder ne neue
    > Hype-Bibliothek, und all das ist in 5 Jahren wieder vergessen. Ich hatte da
    > zumindest damals einfach keinen Bock mehr drauf. Vielleicht war ich auch
    > nie der absolute Kern-Fullstack-Techniknerd-Entwickler.

    Vielleicht hast du auch einfach nicht genug geistige Flexibilität, um diese schnellen Entwicklungen zu prozessieren und von den konkreten Technologien zu abstrahieren, die echten Neuerungen von den 80% immer nochmal und nochmal in leicht abgewandelter Form wiedergekäuten bereits bekannten Ideen und Prinzipien zu trennen und dir gezielt die echten Neuerungen reinzuschaufeln, damit du sowohl mit deiner eigenen Lern-Zeit effizient umgehst und andererseits auch die wirklich in deinen konkreten Anwendungsfällen Nutzen bringenden echten Neuerungen identifizieren und evaluieren kannst, statt völlig außer Atem immer der gerade durchs Dorf getriebenen Hype-Sau hinterherzuhecheln?

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