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Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: sp1derclaw 25.05.16 - 13:39
Moment mal, ist das Jammern über Konkurrenten die jammern, nicht ein und dasselbe?
Er verkennt, dass er ja wohl auch größtenteils im gemachten Nest sitzt, indem die Telekom als rechtlich eigenständiges Unternehmen das Netz der Deutschen Bundespost übernommen hat, das so auch nur entstehen konnte, weil eben keine privatwirtschaftlichen Interessen dahinter stecken. Das gleiche Bild zeichnet sich bei den Kabelnetzen ab.
Fakt ist, dass kein privatwirtschaftliches Unternehmen große Anreize besitzt, in die Infrastruktur zu investieren, weil teuer und nur langfristig rentabel. Warum in Glas investieren, wenn ich auch mit Kupfer Geld verdienen kann? Betrachtet man dann noch die fehlende Konkurrenz (z.B. auf dem Land) zu Telekom und Co. kommt man zum Schluss, dass die Investitionsanreize verschwindend gering sind. Das, lieber Hr. Höttges, wäre die korrekte Argumentation.
Grundsätzlich müssen die Netze als wichtige Infrastruktur wieder in öffentliche Hand. Es wird doch sonst nicht wesentlich besser. Die Beteiligten quatschen sich den Mund fusselig, es werden etliche Gutachten angefertigt, Unternehmensberater engagiert und Forderungen gestellt, aber das Tun überlässt man anderen. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: Eheran 25.05.16 - 14:20
Viel schlimmer noch ist es doch, wenn die Telekom erst einem Ausbau absagt, dann ein Konkurrent ausbaut und plötzlich die Telekom doch noch, zusätzlich, ausbaut.
Das ist so richtig unter aller Sau! -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: gaym0r 25.05.16 - 14:41
Eheran schrieb:
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> Viel schlimmer noch ist es doch, wenn die Telekom erst einem Ausbau absagt,
> dann ein Konkurrent ausbaut und plötzlich die Telekom doch noch,
> zusätzlich, ausbaut.
> Das ist so richtig unter aller Sau!
Na und? So ist das halt auf einem freiem Markt. Und man sagt doch immer Konkurrenz belebt das Geschäft. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: DrWatson 25.05.16 - 14:50
sp1derclaw schrieb:
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> Fakt ist, dass kein privatwirtschaftliches Unternehmen große Anreize
> besitzt, in die Infrastruktur zu investieren, weil teuer und nur
> langfristig rentabel.
Das ist doch Quatsch: Im 19. Jahrhundert war es üblich, dass Straßen, Wasser- und Gasversorgung und auch Eisenbahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen privat waren.
Die nationalisierung der Infrastruktur ist größtenteils Folge des ersten und zweiten Weltkriegs und der neomerkantilistischen Politik unter Wilhelm II.
> Grundsätzlich müssen die Netze als wichtige Infrastruktur wieder in
> öffentliche Hand. Es wird doch sonst nicht wesentlich besser.
Die beste Netz soll es in Südkorea geben und gehört dort zu LG (dem TV-Hersteller) und anderen.
> Die
> Beteiligten quatschen sich den Mund fusselig, es werden etliche Gutachten
> angefertigt, Unternehmensberater engagiert und Forderungen gestellt, aber
> das Tun überlässt man anderen.
Das war schon zu Postzeiten nicht anders. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: Eheran 25.05.16 - 15:14
Wo wird denn da irgendwas belebt?
Statt die unterversorgten Gebiete zu erschließen stürzt man sich dann auf die Orte, wo endlich ausgebaut wird. Das ist einfach nur lächerlich. Wenn man dann mit seiner Marktmacht den lokalen kleinen Anbieter preislich unterbietet geht der Anbieter schlicht pleite aufgrund dieser Auswüsche.
Da diese Marktmacht aus der Privatisierung hervorgegangen ist kann man kaum mit einem freiem Markt argumentieren. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: PhilippFrank 25.05.16 - 17:05
Wie war das? Jammer weiter!
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Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: Ovaron 25.05.16 - 18:04
sp1derclaw schrieb:
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> Grundsätzlich müssen die Netze als wichtige Infrastruktur wieder in
> öffentliche Hand.
Ich stehe überhaupt nicht darauf, auf eigene Beiträge zu verlinken. Aber weil es passt:
in
https://forum.golem.de/kommentare/internet/m-net-glasfaser-fuer-70-prozent-der-muenchner-haushalte/das-netz-verstaatlichen-und-zwar-pronto/100884,4489139,4489512,read.html#msg-4489512
habe ich mal ...natürlich als Advocatus diabolis...aufgezeigt was die Folge wäre/sein könnte.
> Es wird doch sonst nicht wesentlich besser. Die
> Beteiligten quatschen sich den Mund fusselig, es werden etliche Gutachten
> angefertigt, Unternehmensberater engagiert und Forderungen gestellt, aber
> das Tun überlässt man anderen.
Ach herje, ein Jungspund? Du kennst die gute (hüstel) alte (!) Bundespost nicht mehr?
Wie kann man einem der die Gnade der späten Geburt genießt denn die Schrecken der Bundespost darlegen? Geht nicht, das muss man erlebt haben um zu verstehen warum die Opfer dieses Staatsapparates sagen: NIEMALS wieder.
Glaubs mir einfach, dagegen ist alles was Du heute erlebst ein Musterbeispiel an Schnelligkeit und Flexibilität. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: matok 26.05.16 - 08:39
sp1derclaw schrieb:
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> Fakt ist, dass kein privatwirtschaftliches Unternehmen große Anreize
> besitzt, in die Infrastruktur zu investieren, weil teuer und nur
> langfristig rentabel.
Natürlich hat ein privatwirtschaftliches Unternehmen Anreize, zu investieren. Die Investitionen sind immerhin Geschäftsgrundlage gerade im Technologiebereich. Das Problem ist in diesem Falle, dass es keine wirkliche Konkurrenz gibt und auch noch lange keinen breiten Bedarf nach Glasfaser. Es gibt zwar einen Bedarf nach höheren Bandbreiten, aber der liegt auch in 10 Jahren noch nicht ansatzweise auf breiter Front im GBit Bereich und kann deshalb mit VDSL/Vectoring realisiert werden, was im übrigen auch der einzige Weg für einen halbwegs schnellen Ausbau ist. Mit kompletter Faser wäre man in 10 Jahren noch nicht fertig. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: My1 26.05.16 - 10:15
das einzige was belebt wird sind bauunternehmen da die straße zigfach aufgebuddelt wird um am ende nix mehr im Verkehr geht. warum teilen die anbieter sich nicht einfach die ausbaukosten indem ein festgelegter Teil allein einnahmen in einen Ausbautopf landet der dann zum bauen einer leitung für alle genutzt wird. damit entfallen die mieten und der andere schrott.
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Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: Ovaron 26.05.16 - 11:09
My1 schrieb:
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> das einzige was belebt wird sind bauunternehmen da die straße zigfach
> aufgebuddelt wird um am ende nix mehr im Verkehr geht. warum teilen die
> anbieter sich nicht einfach die ausbaukosten indem ein festgelegter Teil
> allein einnahmen in einen Ausbautopf landet der dann zum bauen einer
> leitung für alle genutzt wird.
Ist gar nicht notwendig, nach Gesetzeslage muß Telekom vorhandene Leerrohre auf Anfrage vermieten. Und ja, Leerrohre werden beim Erschließen des KVz verlegt. -
Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: My1 26.05.16 - 11:21
gabs das konzept auch schon vor glasfaser? und nebenbei, man müsste ja zumindest am anfang und an den enden buddeln. aber wie läuft das mit den Rohren? hat da jede bude ihr eigenes Rohr, weil verzweigen geht beim durchpusten von so ner leutung ja etwas schlecht...
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Re: Der liebe Hr. Höttges lässt etwas Professionalität vermissen
Autor: sneaker 26.05.16 - 12:25
Ja, bei FTTH hat jedes Haus sein eigenes kleines Leerrohr zum nächsten Verteilerkasten. (größere Häuser auch mehr als eines)



