1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Telekom-Strategie 2.0 - Obermanns…

Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: Ansgar 24.02.10 - 10:27

    Die Telekom hat, wie übrigens viele deutsche Konzerne anscheinend Angst, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Und wenn sie es machen, dann mehr schlecht als recht (z.B. Musicload).

    Die Technikbranche, allen voran die Telekommunikationsbranche entwickelt sich halt nunmal relativ schnell. Bestimmte Unternehmen reagieren da sehr agil, beispielsweise der ehemals reine Computerhersteller Apple, der mittlerweile im Handymarkt ein deutliches Wörtchen mitzureden hat. Oder auch Google: Ursprünglich mit einer Suchmaschine gestartet, bietet man mittlerweile z.B. sehr erfolgreich ein Handy-Betriebssystem an. Der Einstieg in die Energiebranche oder der Aufbau eigener Telekommunikations-Infrastruktur steht auch kurz bevor.
    Selbst das so träge Microsoft hat sich relativ erfolgreich neue Geschäftsfelder erschlossen (Spielekonsolen, Hardware, Unternehmenssoftware). Oder auch Oracle: Durch den Aufkauf von Sun kann man mittlerweile fast alles aus einer Hand anbieten (z.B. Programmiersprache, Hardware, DB, Office-Paket), während SAP immer noch in dem Elfenbeinturm vor sich hin dämmert. Hoffentlich gibt es kein böses Erwachen für die Jungs aus Walldorf.

    Die Telekom macht es leider auch nicht besser. Während der ehemalige Gummistiefel-Hersteller Nokia mittlerweile dick im Handy-, Navigations- und Netbook-Geschäft ist, macht die Telekom das, was sie schon immer gemacht hat. Nicht mehr und nicht weniger. Lieber alle paar Jahre die Mobilfunk und Festnetz-Sparte trennen und dann ein paar Jahre drauf wieder zusammenlegen. Hier ein paar Boni kassieren, dort ein bisschen den Service auslagern. Aber durch diesen sich stetig wandelnden Markt, wird die Telekom früher oder später entweder radikal ändern müssen oder sie fahren den Laden gegen die Wand.
    Da haben die Manager mit ihrer Einschätzung, der 5-Punkte-Plan sei viel zu konservativ, nicht unrecht. Aber wer nichts wagt, der kann halt auch nichts verlieren, wird sich der Obermann mit Blick auf die leistungsabhängige Zulage denken, anders kann ichs mir nicht erklären.

  2. das Problem ist die Dynamik

    Autor: Anonymer Nutzer 24.02.10 - 10:43

    Infrastruktur zu gewährleisten verlangt eine andere Dynamik als "neue Geschäftsfelder". Die "neuen Geschäftfelder" bzw. Anwendungen können nur dann laufen, wenn die Infrastruktur reibungslos und zuverlässig funktioniert.

    Das grundsätzlich Denken ist in beiden Bereichen ein anderes, deshalb ist es wenig hilfreich wenn ein Manager aus der Infrastruktur-Ecke kommt sich etwas neues ausdenken und/oder managen soll.
    Umgekehrt wäre es wohl desaströs wenn ein jemand der eine andere Dynamik und Geschäftsentwicklung gewohnt ist plötzlich für Infrastrukur verantwortlich zeichnen würde. Das möchte ich nicht erleben.

    Den Spagat muss die Telekom (und andere Netzbetreiber) irgendwie lösen.

    Das Telekommunikations-Netz, insbesondere das Telefonnetz, ist die größte und gleichzeitig zuverlässigste Maschine die die Menschheit je gebaut hat. Da müssen wir schon sorgsam mit umgehen.

  3. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: fehlt der biss 24.02.10 - 10:58

    Man muss nicht mal viel riskieren.
    Nachahmer-Strategie heisst das wohl. Aber man muss es halt richtig machen. Und Leute aus dem Elfenbeinturm taugen dafür wohl nicht.

    Wenn man sieht, das Leute Itunes leer kaufen, bietet man sowas halt auch an. Seltsamerweise kostet sowas bei T-Com dann viel mehr als bei itunes. Das wäre dann für die t-com ein neues toll-collect oder herkules(?) oder Windows-Vista. So wie Walmart die zwei mal für Video-on-Demand versagt und sicher viel Geld an vermutlich fragwürdige Verkäufer/Lieferanten verloren haben. Siehe gestrige golem-Meldung.

    Und der Umbau auf IP-Mesh-basierte Vermittlungs-Stellen (vereinfacht gesagt) hätte ja vielleicht auch schon früher passieren können. Usw.

    Und wenn die Telekom wollen würde, könnten sie WLAN_netze an jeder Ampel aufbauen und hätten faktisch wieder ein Monopol. Aber das wollen sie natürlich nicht. Und weil sie WLAN (billige Technik!) nicht ausbauen wollen, müssen sie teuer hsupadupa und LTE und was nicht alles ausbauen. Und das Volk muss zuschauen, wie die Bonzos fett telefonieren aber man selber 16 Euro Monatsgebühr für Analog-Telefon bezahlen soll. Klar kündigt man dann Festnetz und geht zu Fonic, Simyo, Mediontalk usw.

    Nebenbemerkung zum anderen Posting: Strom, Gas, Wasser sind auch noch so Netze.

  4. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: Climero 24.02.10 - 11:05

    Wo gibt es den in Deutschland überhaupt noch echte Innovationen die dem Konsumenten einen höheren Nutzen geben.

    Vorsprung durch Technik sehe ich nicht, eher das Alte soll weg da man damit kein Geld mehr verdienen kann hat ja jeder.

    Siehe HD-TV oder alle 10 Jahre wird man gezwungen eine neue Heizung zu kaufen, durch ach so tolle Abgasbestimmungen und nachrüsten geht ja nicht, weil nicht vorgesehen.

  5. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: fallout-kurzfilm 24.02.10 - 11:33

    Climero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Siehe HD-TV oder alle 10 Jahre wird man gezwungen eine neue Heizung zu
    > kaufen, durch ach so tolle Abgasbestimmungen und nachrüsten geht ja nicht,
    > weil nicht vorgesehen.

    Das schlimme ist ja, das es keinen Markt gibt.
    Man müsste sehen können, wie die Verteilung der Heizungsgröße und Preise zur Installation und faktischer Verbrauch (Gas, Erdöl, Strom,...) sind. Damit man die richtige Wahl trifft.

    Gleiches für die Preise von Installateuren.
    Alle Handwerkerjobs müssten in der totalen Preisliste stehen. Anonymisiert. Datum, Preis, Zeitaufwand, Job.
    Damit jeder weiss, was ein tropfender Wasserhahn oder eine neue Heizung kostet und wann es wohl Abzocke werden soll.

    Oder sich mal Standards für Gasbrenner ausdenken, damit die in 1-2 Stunden angeschlossen sind, das packen Vaillant, Buderus, ... dann "natürlich" nicht. Gasbrenner für Wohnungen waren gemeint. Nicht die für Einfamilienhäuser im Keller.
    Oder mal ein 10cm-Rastermaß vereinbaren für Elektrogeräte die man im Badezimmer an die Wand schraubt. Durchlauferhitzer, Notheizung oder sowas halt.

    Dann kann man seine Gasheizung ggf. "mitnehmen" oder weiterverkaufen oder gegen eine größere oder kleinere oder modernere mit Warmwasseranschluss übers Dach-Solar-Thermie tauschen.
    Aktuell sind aber 50% der Kosten die Installation.
    Das wissen die Kiddies hier aber nicht.

    Und die Willkür der Kreisverwaltung sieht man auch nicht. Dann muss man auf Verdacht Anwälte bezahlen und braucht nicht nachrüsten. Aber andere Leute fallen herein und werden von der Nachrüst-Mafia ausgeplündert.
    Google müsste für sowas Layers anbieten. Aber heise schafft es nicht einmal, die Verfügbarkeit von DSL, VDSL usw als google-maps-Layer zu dokumentieren.

    Aus Prinzip darf man erzwungene Handwerker-Aufträge eigentlich auch nur an Handwerker in Nachbarkreisen vergeben. Damit das nicht in den Finanzamt-Einnahmen des eigenen Kreisbezirkes auftaucht. Aber auch sowas wissen die Kiddier hier nicht.
    Es geht auch nicht immer, aber viele wohnen ja doch eher an der Kreisgrenze als in der Mitte, wo die Anfahrt zu lang wäre.

  6. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: Youssarian 24.02.10 - 15:34

    Ansgar schrieb:

    > Die Telekom hat, wie übrigens viele deutsche Konzerne anscheinend Angst,
    > sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Und wenn sie es machen, dann mehr
    > schlecht als recht (z.B. Musicload).

    Das Beispiel interessiert mich: Was ist denn so schlecht an Musicload?

    Richtig ist übrigens, dass Musicload von der ehemaligen T-Online International AG eingeführt wurde, woraufhin die Deutsche Telekom AG ihre damalige eigene Plattform (Name ist mir entfallen) einstellen musste, da sie nicht konkurrenzfähig war.

    Ach ja, einen habe ich noch:

    > beispielsweise der ehemals reine Computerhersteller Apple,

    Jobs wird irgendwann zu alt und wenn der "Evangelist" weg ist, wird aus Apple ganz schnell wieder der Griebsch, der sie in der Jobs-Pause auch wurden. ;-)

  7. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: Ansgar 24.02.10 - 18:58

    Hab ehrlich gesagt schon länger nix mehr bei Musicload gekauft, weil ich mich mal so drüber ärgern musste.

    Die zwei Gründe warum ichs seither auch nicht mehr genutzt habe, waren:

    1. Während man auf anderen Portalen wie Medionmusic oder Finetunes viele Titel schon als MP3 (ohne Kopierschutz) mit 320 kbit/s bekam, wurden teils die gleichen Titel noch als WMA mit DRM und schlechter Bitrate bei Musicload verkauft. Hier musste erstmal wieder Apple als großes Vorbild den Schritt zu DRM-freien Sachen wagen, bis sich Musicload dann auch mal traute.

    2. Man konnte nichts (und kann das meines Wissens immer noch nicht) kaufen, ohne sich zu registrieren. Ich habe aber keine Lust mich als Musicload-Nutzer zu registrieren. Ich will ihn per click&buy bezahlen und runterladen und fertig. Was soll das mit der Registrierung. Bei Medionmusic gehts doch auch ohne.

  8. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: Youssarian 24.02.10 - 20:38

    Ansgar schrieb:

    > Hab ehrlich gesagt schon länger nix mehr bei Musicload gekauft, weil ich
    > mich mal so drüber ärgern musste.

    > Die zwei Gründe warum ichs seither auch nicht mehr genutzt habe, waren:

    > 1. Während man auf anderen Portalen wie Medionmusic oder Finetunes viele
    > Titel schon als MP3 (ohne Kopierschutz) mit 320 kbit/s bekam, wurden teils
    > die gleichen Titel noch als WMA mit DRM und schlechter Bitrate bei
    > Musicload verkauft. Hier musste erstmal wieder Apple als großes Vorbild den
    > Schritt zu DRM-freien Sachen wagen, bis sich Musicload dann auch mal
    > traute.

    Ähem! Musicload fing vor Apple damit an, MP3s zu verkaufen. Allerdings nur die Werke, deren Rechteverwerter die "Independents" waren. Ich habe da ein paar Links zusammengesucht:

    29.11.2006 Musicload: 50-Cent-Downloads im MP3-Format

    17.03.2007 Musicload will DRM loswerden

    03.04.2007 Musicload verhandelt mit EMI über DRM-freie Musik

    15.07.2008 Zäher Abschied von DRM

    03.03.2009 Telekom und Vodafone heben Kopierschutz in ihren Online-Musikläden auf

    > 2. Man konnte nichts (und kann das meines Wissens immer noch nicht)
    > kaufen, ohne sich zu registrieren.

    Das weiß ich nicht genau. Ich bin T-Online-Nutzer und nutze die Abrechnung über die Telekom-Rechnung. Dafür muss man natürlich registriert sein.

    > Ich habe aber keine Lust mich als Musicload-Nutzer zu registrieren.
    > Ich will ihn per click&buy bezahlen und runterladen und fertig.

    "Click & Buy" und "Micromoney" unterstützen sie jedenfalls.

    > Was soll das mit der Registrierung.

    In der Rubrik "Meine Downloads" hat man eine Übersicht der gekauften und verschenkten Artikel der letzten - mindestens 12 - Monate.

    Unter "Meine Vorbestellungen" kannst Du Deine Liste vorbestellter Neuerscheinungen verwalten.

    Und unter "Meine Playlists" verwaltest Du was? :-) (Natürlich nur für "Musicload nonstop", deren Streaming-Angebot)

    (Steht alles etwas ausführlicher auf deren Website.)

  9. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: gigabytes mainboard 25.02.10 - 02:25

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das Beispiel interessiert mich: Was ist denn so schlecht an Musicload?

    Da fällt einem noch Gamesload ein:
    Gamesload könnte auch eine Alternative zu Steam sein oder werden. Dazu müsste man "nur" anständig sein und hätte es dann auch nicht nötig, die Kunden zu "schikanieren" so wie Steam es macht.

  10. Re: Zu viel Angst vor neuen Geschäftsfeldern?

    Autor: Youssarian 27.02.10 - 08:57

    gigabytes mainboard schrieb:

    >> Das Beispiel interessiert mich: Was ist denn so schlecht an Musicload?

    > Da fällt einem noch Gamesload ein:

    Bzw. die ganze "Load-Familie", dazu gehören dann noch Softwareload und Videoload.

    > Gamesload könnte auch eine Alternative zu Steam sein oder werden.

    Gamesload gibt es schon verdammt lange. Warum ist es denn noch keine Alternative? (Ich spiele nicht, kenne mich mit deren Angebot daher nicht aus.)

    > Dazu müsste man "nur" anständig sein und hätte es dann auch
    > nicht nötig, die Kunden zu "schikanieren" so wie Steam es macht.

    Ich habe damals kurz am Betatest vor der Einführung teilgenommen. Damals benötigte man eine spezielle Software ("Exetender" hieß die und war das eigentliche Objekt des Betatests), um die heruntergeladenen Spiele laufen lassen zu können. Ist das "Schikane" oder ist das "anständig"? :-)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.02.10 08:58 durch Youssarian.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Mediaopt GmbH, Berlin
  2. Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München
  3. Hochschule für Technik Stuttgart, Stuttgart
  4. Landratsamt Lörrach, Lörrach

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 389€ (Bestpreis)
  2. 399€ (Bestpreis)
  3. (u. a. Dark Souls 3 - Digital Deluxe Edition für 14,49€, Civilization VI - Gathering Storm...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Google vs. Oracle: Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten
Google vs. Oracle
Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten

Der Prozess Google gegen Oracle wird in diesem Jahr enden. Egal welche Seite gewinnt, die Entscheidung wird die IT-Landschaft langfristig prägen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner


    Whatsapp: Überfällige Datenschutzabstimmung mit den Füßen
    Whatsapp
    Überfällige Datenschutzabstimmung mit den Füßen

    Es gibt zwar keinen wirklichen Anlass, um plötzlich von Whatsapp zu Signal oder Threema zu wechseln. Doch der Denkzettel für Facebook ist wichtig.
    Ein IMHO von Friedhelm Greis

    1. Facebook Whatsapp verschiebt Einführung der neuen Datenschutzregeln
    2. Facebook Whatsapp stellt Nutzern ein Ultimatum
    3. Watchchat Whatsapp mit der Apple Watch bedienen

    Hitman 3 im Test: Agent 47 verabschiedet sich mörderisch
    Hitman 3 im Test
    Agent 47 verabschiedet sich mörderisch

    Das (vorerst) letzte Hitman bietet einige der besten Einsätze der Serie - daran dürften aber vor allem langjährige Fans Spaß haben.
    Von Peter Steinlechner

    1. Hitman 3 angespielt Agent 47 in ungewohnter Mission