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Microsoft braucht neue Firmenethik- und Politik

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  1. Microsoft braucht neue Firmenethik- und Politik

    Autor: cpt.dirk 31.03.18 - 18:59

    Wenn MS noch irgendetwas retten will, muss es sich von seiner rücksichtslosen monopolistischen Grundhaltung verabschieden, eine konsequente Open-Source-Strategie verfolgen und ein ganz neues Bewusstsein für Sicherheit und Datenschutz - sprich: eine ganz neue Firmenethik - implementieren.

    Ansonsten kann der Konzern gerne verwelken, je schneller, desto besser für alle Beteiligten in der IT-Welt.

  2. Re: Microsoft braucht neue Firmenethik- und Politik

    Autor: pk_erchner 02.04.18 - 10:11

    cpt.dirk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn MS noch irgendetwas retten will, muss es sich von seiner
    > rücksichtslosen monopolistischen Grundhaltung verabschieden, eine
    > konsequente Open-Source-Strategie verfolgen und ein ganz neues Bewusstsein
    > für Sicherheit und Datenschutz - sprich: eine ganz neue Firmenethik -
    > implementieren.
    >
    > Ansonsten kann der Konzern gerne verwelken, je schneller, desto besser für
    > alle Beteiligten in der IT-Welt.

    bist Du aktuell?

    mitbekommen, dass Windows 10 Pro ein Linux Subsystem hat?

    und das Windows Phone eingestellt wurde?

    und dass auf jedem Samsung Android Phone Word und Excel vorinstalliert ist?

    ja, jeder Monster Konzern braucht neue Wachstumsthemen

    Windows ist eher zu kompliziert und wartungsintensiv

    und wirft nicht mehr unbedingt die nötige Marge ab

    mit offene Software Verschenken wird Microsoft sicher nicht die über 100 000 Mitarbeiter weiter finanzieren können

  3. Re: Microsoft braucht neue Firmenethik- und Politik

    Autor: cpt.dirk 03.04.18 - 05:49

    Windows hat ein verkümmertes Ubuntu an Bord, nichts Neues, und weiter?
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Hands-on-Das-neue-Linux-Subsystem-in-Windows-10-3163994.html

    Ist Windws selbst Open-Source, der Kernel? Nein.

    Vor einiger Zeit hatten Nadelda und Russinovich mal was von Gedanken an "Open-Sourcing" der Windows-Codebasis gefaselt. Weiß gerade nicht, ob es 1. April war, aber ernst genommen hat das wohl niemand:
    https://www.wired.com/2015/04/microsoft-open-source-windows-definitely-possible/

    Man müsste sich ja auch einstellen auf den Zusammenbruch ganzer IT-Sparten, wenn der ganze Schadcode entfernt werden muss, und wenn die ganzen Sicherheitslücken und Legacycodes über Nacht offenliegen. Und wer würde dann noch Antivirenprogramme kaufen, um implementierte Sicherheit durch gefühlte Sicherheit zu ersetzen?

    Selbst wenn: Windows würde sicherlich niemals "frei" im Sinne einer GPL und "freien Rede" sein.
    MS wird kaum jemals über alkoholfreies "Freibier" hinauskommen - und sich die Kosten durch einen verdeckten Griff in des Kunden Geldbeutel wiederholen.

    Wo habe ich irgendwas von Windows Phone gesagt? Das ist so irrelevant - ist mir kein Posting wert.

    Oder was hat ein proprietäres Plugin oder eine Android-App, die auf einen proprietären Service verlinkt ist, mit Open-Source zu tun?
    Ich kann auch den Adope-Reader unter Linux installieren. Will ich das? Nein.

    Außerdem bezog ich mich nicht allein auf Windows sondern generell auf die MS-Firmen-ETHIK und -POLITIK: Gates und Ballmer, das war gestern?

    Wie wir im Fall LiMux gesehen haben, ist den Konzern immer noch JEDES MITTEL RECHT, um potentiell ernstzunehmende KONKURRENZ IM KEIM ZU ERSTICKEN und auszustechen. Auch und gerade, wenn es sich um Open-Source handelt.

    Man muss nur ein paar korrumpierte Gestalten, respektive HanswurstInnen finden, die eingeschworen, trinkfest und shitstormresistent genug sind, um das Ganze politisch durchzudrücken.

    Da kann man sogar noch so in sich absurde Entscheidungen wie die gleichzeitige Entwicklung "clientunabhängiger Fachanwendungen" und eines "Windows-Basisclients" aus dem Hut zaubern - zum Schnäppchenpreis von ca. 100 Mio.¤. Zahlen tut's der Bürger.

    Man ist natürlich nach Kräften bemüht, so schnell und so viel wie möglich in die "Blaue Wolke" zu hieven, wo das Große Melken auf längere Sicht besser zu managen und zu verkaufen ist. Auch an die Daten kommt man da in jeder Hinsicht besser ran.
    Und Cloud, das klingt moderner, nach Zukunft.

    Wo sich Microsoft erst einmal wie ein Pitbull in die öffentliche Hand verbissen hat...
    Mission "Staatliche Geldpfründe anzapfen und sichern": accomplished!

    Natürlich arbeitet MS unter der Hand an Linux mit (weil man es selbst gern einsetzt) - ich bin mir nicht sicher, inwieweit ich das gut finden soll, wenn Kernelcode von MS beigetsteuert wird. Eigentlich müsste man annehmen, MS hätte mit dem eigenen NT-Kernel mehr als genug zu tun.

    Wäre wohl kaum das erste mal, dass sich ein Konzern durch wohlfeile Geschenke und milde Gaben einen Einfluss gewinnt, der ab einem gewissen Grad richtungsgebend wird.

    Da sollte man ein Auge drauf haben, sonst kann das schnell ins selbige gehen.

    Schönes Beispiel, wie MS "Open" versteht:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Open_Specification_Promise
    https://thenewdialtone.com/microsoft-webrtc/

    Oder .NET:
    https://www.wired.com/2014/11/microsoft-open-sources-net-says-will-run-linux-mac/

    Auch toll: OpenDOC / docx / xlsx - 6000 Seiten Spezifikationswahnsinn von MS' Gnaden

    Und "Visua Studio Code" ist nicht die IDE "the real McCoy" VS sondern nur ein Open-Source-Codeeditor. Stattdessen setzt MS nun auch auf Eclipse:
    https://www.extremetech.com/computing/224510-microsoft-reaches-out-and-embraces-open-source-eclipse

    Oder: wie steht es um Hardware-Lock-Ins durch von Microsoft induzierte "Windows-8-Readiness" Hardwarespecs bei SecureBoot und Linux?

    Ich könnte da mühelos noch ein paar Sachen draufpacken, wie Microsoft der Open-Source-Community das Leben "versüßt".

    Woher kommt übrigens die Info, Windows werfe "keine ausreichende Marge" mehr ab?
    https://www.onmsft.com/news/microsoft-makes-money-revenues-broken-product-line

    Das Unternehmen hat viele Möglichkeiten, "Geschenke" in Münze umzuwandeln (s. Links).

    Alles in allem verstehe ich im Zuge der o. g. Hinweise Nadelda's Aussage, er wolle "keine alten Kämpfe mehr kämpfen sondern neue", so, dass Microsofts Strategie nun diese zu sein scheint:

    Open-Source dort zu "umarmen", wo es praktisch und lukrativ ist, und andernfalls seinen Einfluss so weit auszubauen - man könnte auch sagen, in den Schwitzkasten zu nehmen - dass die entsprechend unterwanderten Projekte reale keine Bedrohung mehr darstellen / werden können.

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