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"Das Gewissen der Superreichen"

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  1. "Das Gewissen der Superreichen"

    Autor: Mingfu 20.02.13 - 09:06

    So lautet der Name einer schönen Dokumentation zu diesem Thema.

    Es ist den Spendern zwar hoch anzurechnen, wenn sie ihr Vermögen zum Teil der Allgemeinheit zurückgeben. Allerdings ist mir der in der Dokumentation genannte Standpunkt des Hamburger Reeders Peter Krämer dann doch deutlich sympathischer: Es darf nicht von der Willkür Einzelner abhängen, wie derartige Mittel verteilt werden. Es wäre vielmehr Aufgabe des Staates (über Steuern) für eine demokratisch legitimierte Verteilung zu sorgen und damit die Ausgaben dort vorzusehen, wo sie gesellschaftlich am sinnvollsten sind.

    Statt sich also von der Willkür irgendwelcher Spenden (die ohnehin nur von einzelnen Spendern in nennenswertem Umfang erbracht werden) abhängig zu machen, sollte die Gesellschaft lieber überlegen, wie sie Vermögen und hohe Einkommen adäquat zur Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben heranziehen kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.02.13 09:10 durch Mingfu.

  2. Re: "Das Gewissen der Superreichen"

    Autor: Anonymer Nutzer 20.02.13 - 09:16

    Ganz einfach: Mindest- und Maximalvermögen mit einem festen Multiplikator aneinander koppeln. D.h. die reichsten dürfen z.B. nur ein festgelgtes x-faches des Mindestlohns haben.

    Klappt in Japan übrigens sehr gut. Da gibts in Unternehmen ne Selbstverpflichtung wonach die höchsten Gehälter nur etwa dem 20-fachen des niedrigsten Gehalts entsprechen. Wenn der Top-Manager mehr haben will, muss er auch das Gehalt der anderen erhöhen. Ich finde eine solche Kopplung extrem gut!

    Geschäftsführung hat schließlich in erster Linie etwas mit Verantwortung gegenüber den Angestellten zu tun. Erst an zweiter Stelle sollten die Bedürfnisse der Aktionäre stehen. Hier wäre es auch gut gesetzlich ein Veto gegenüber Entscheidungen von Aktionären zu ermöglichen. Also wenn Aktionäre etwas fordern, was die Angestellten betrifft, sollte hier der Betriebsrat ein Vetorecht haben.

  3. Re: "Das Gewissen der Superreichen"

    Autor: Ganta 20.02.13 - 09:26

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So lautet der Name einer schönen Dokumentation zu diesem Thema.
    >
    > Es ist den Spendern zwar hoch anzurechnen, wenn sie ihr Vermögen zum Teil
    > der Allgemeinheit zurückgeben. Allerdings ist mir der in der Dokumentation
    > genannte Standpunkt des Hamburger Reeders Peter Krämer dann doch deutlich
    > sympathischer: Es darf nicht von der Willkür Einzelner abhängen, wie
    > derartige Mittel verteilt werden. Es wäre vielmehr Aufgabe des Staates
    > (über Steuern) für eine demokratisch legitimierte Verteilung zu sorgen und
    > damit die Ausgaben dort vorzusehen, wo sie gesellschaftlich am sinnvollsten
    > sind.
    >
    > Statt sich also von der Willkür irgendwelcher Spenden (die ohnehin nur von
    > einzelnen Spendern in nennenswertem Umfang erbracht werden) abhängig zu
    > machen, sollte die Gesellschaft lieber überlegen, wie sie Vermögen und hohe
    > Einkommen adäquat zur Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben
    > heranziehen kann.

    Da gebe ich dir Recht. Aber auch Gates und seine Truppe haben das schon gesagt. Der Staat macht das aber nicht. Weil nämlich einige Reiche über ihre Lobbyisten das verhindern. So sehe ich das nämlich.

  4. Schön wäre noch ...

    Autor: Anonymer Nutzer 20.02.13 - 09:34

    ... wenn man es Zweckbinden könnte.

    Wäre ich superreich und Väterchen Staat würde in einem Tobsuchtsanfall wieder einmal Waffen einkaufen wollen, wäre ich strikt dagegen, dass das mit meinem Geld passiert.

    Klar "arbeitet" das Geld ab einem gewissen Grad ohne mein zu tun (also vermehrt es sich durch den Schweiß und das Blut anderer!), aber wenn ich nicht in eine reiche Familie geboren wurde, dann habe ich mir einen Teil des Geldes doch selbstständig erarbeitet.

    Insgesamt stimme ich dir zu, bei unserem jetzigen, korrupten Staatensystem sehe ich das allerdings kritisch.

  5. Re: Schön wäre noch ...

    Autor: Beazy 20.02.13 - 09:42

    Der Selberdenker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... wenn man es Zweckbinden könnte.

    Du schlägst das ernsthaft vor? Dir ist klar dass das bedeuten würde, dass die Superreichen mit dem Staat tun und lassen können was ihnen beliebt?

    Tut mir leid, aber mir geht deren Einfluß schon jetzt zu weit.

  6. Re: Schön wäre noch ...

    Autor: contentmafia 20.02.13 - 09:52

    Beazy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Selberdenker schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > ... wenn man es Zweckbinden könnte.
    >
    > Du schlägst das ernsthaft vor? Dir ist klar dass das bedeuten würde, dass
    > die Superreichen mit dem Staat tun und lassen können was ihnen beliebt?
    >
    > Tut mir leid, aber mir geht deren Einfluß schon jetzt zu weit.

    Mir ist nicht bekannt, wo Superreiche auf unseren Staat Einfluss nähmen, um ihn nach ihren Wünschen anzupassen.

    Du magst da auf den um sich greifenden Lobbyismus auf EU- und Bundes-Ebene anspielen, aber den sehe ich eher als unternehensgetrieben.

    Dahinter mögen zwar Superreiche stecken, aber die Interessen sind doch völlig andere. Ich finde nicht, dass man das in einen Topf werfen kann.

  7. Re: "Das Gewissen der Superreichen"

    Autor: ruamzuzler 20.02.13 - 10:06

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Allerdings ist mir der in der Dokumentation
    > genannte Standpunkt des Hamburger Reeders Peter Krämer dann doch deutlich
    > sympathischer: Es darf nicht von der Willkür Einzelner abhängen, wie
    > derartige Mittel verteilt werden. Es wäre vielmehr Aufgabe des Staates
    > (über Steuern) für eine demokratisch legitimierte Verteilung zu sorgen und
    > damit die Ausgaben dort vorzusehen, wo sie gesellschaftlich am sinnvollsten
    > sind.

    Mit Verlaub, Krämers Vorschlag ist absoluter Schwachsinn.
    Erstens sieht man ja wie effizient und umsichtig der Staat das Geld verteilt, auch in der Entwicklungszusammenarbeit werden Unsummen verbrannt - und in der 3. Welt Waffen gekauft und die Leute verhungern weiter.
    Einem Bill Gates oder Waren Buffet wäre ein BER, Stuttgart 21 oder eine Elbphilharmonie sicher nicht passiert.
    Ich vertraue da auch mehr auf das Urteil eines Reichen, der sich sagt, ich habe mehr Geld als ich brauche, ich mache damit etwas Sinnvolles in der Welt, als dem Urteil von dahergelaufenen Sesselklebern, die nur an der Verteidigung ihrer Pfründe interessiert sind.
    Gates lässt sich sicher von keiner Lobby beeinflussen, weil ihn keine auf seinen Posten gehievt hat und er auch keinen Auffanglager-Job nach seiner Polit-Karriere braucht.

    Davon abgesehen ist es das Recht jedes Einzelnen zu bestimmen, was er mit seinem Geld macht. Alles andere ist Kommunismus der übelsten Form und wir haben ja im 20. Jahrhundert gesehen, wohin der führt. Jedenfalls nicht zum Wohlstand der Bevölkerung.
    Und ihr zahlt schon seit über 20 Jahren an den Folgen von 40 Jahren kommunistischer Misswirtschaft.

  8. Re: "Das Gewissen der Superreichen"

    Autor: Mingfu 20.02.13 - 11:12

    ruamzuzler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Mit Verlaub, Krämers Vorschlag ist absoluter Schwachsinn.
    > Erstens sieht man ja wie effizient und umsichtig der Staat das Geld
    > verteilt, auch in der Entwicklungszusammenarbeit werden Unsummen verbrannt
    > - und in der 3. Welt Waffen gekauft und die Leute verhungern weiter.

    Unsummen werden da nicht verbrannt. Deutschland schafft momentan nicht annähernd das Ziel von 0,7 % Entwicklungshilfe in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt. Das sind also im Vergleich relativ lächerliche Beträge, über die wir in diesem Zusammenhang überhaupt reden.

    Nebenbei ist das auch ein sehr schwieriges Thema. Entwicklungshilfe soll ja möglichst Hilfe zur Selbsthilfe sein und nicht den derzeitigen Hilfebedarf zementieren. Natürlich kann man auch kleine Projekte unterstützen, wo man relativ sicher sagen kann, dass das Geld bei den Bedürftigen auch wirklich ankommt. Aber mit Brunnenbohren und ähnlichen "Kleinigkeiten" allein ist es ja nicht getan. Um wirklich dauerhaft etwas zu ändern, sind auch Großprojekte, z. B. in Infrastruktur, unvermeidlich. Da kommt man aber nicht am dortigen Staat vorbei und damit sitzt man natürlich in der Korruptions- und Zweckentfremdungsfalle.

    Zumal man auch nicht dem Irrglauben verfallen sollte, dass man mit Entwicklungshilfe staatliche Verhältnisse ändern sollte und kann. Der Westen sollte langsam gelernt haben, dass man zwar einen Despoten ggf. stürzen kann, sich dann meist aber einfach nur die nächste Gruppe durchsetzt, die über ausreichend Waffengewalt verfügt. Das lässt sich also nicht von außen ändern, sondern wenn sich wirklich etwas ändern soll, dann muss es von den Menschen vor Ort getragen werden. Derart demokratische Entwicklungen brauchen aber viel Zeit.

    > Einem Bill Gates oder Waren Buffet wäre ein BER, Stuttgart 21 oder eine
    > Elbphilharmonie sicher nicht passiert.

    Sicher nicht. Die müssen nämlich auch keinen demokratischen Prozess durchlaufen, sondern können von Anfang an seriös kalkulieren. Das Problem an derartigen Großprojekten ist nicht, dass sie so teuer sind. Wenn der Bundesrechnungshof derartige Projekte gegenrechnet, kommt er nicht auf viel niedrigere Zahlen, als am Ende dann auch wirklich dastehen (siehe Stuttgart 21 bei dem der Bundesrechnungshof bereits vorher gesagt hat, dass 4,3 Milliarden nicht ausreichen, sondern dass es eher in der jetzt diskutierten Größenordnung von über 6 Milliarden liegen wird).

    Das Problem an derartigen Großprojekten ist, dass sie zunächst billig gerechnet werden müssen, um die Zustimmung zu erhalten und erst danach durch unvermeidliche Erweiterungen und seriöse Kalkulation auf das eigentliche Volumen gebracht werden können. Nach dem Motto: Jetzt ist ja schon ein Teil gebaut und der Abbruch des Projektes käme teurer als die verteuerte Fertigstellung.

    > Ich vertraue da auch mehr auf das Urteil eines Reichen, der sich sagt, ich
    > habe mehr Geld als ich brauche, ich mache damit etwas Sinnvolles in der
    > Welt, als dem Urteil von dahergelaufenen Sesselklebern, die nur an der
    > Verteidigung ihrer Pfründe interessiert sind.
    > Gates lässt sich sicher von keiner Lobby beeinflussen, weil ihn keine auf
    > seinen Posten gehievt hat und er auch keinen Auffanglager-Job nach seiner
    > Polit-Karriere braucht.

    Da ist doch etwas viel Naivität dabei. Gates unterscheidet bezüglich seiner Stiftung nämlich auch: Nur wo das Stiftungsgeld ausgegeben wird, schaut er genau hin. Bei der Vermögensverwaltung der Stiftung dagegen ist er weit weniger wählerisch. Dort wird nicht nach ethischen Gesichtspunkten investiert, sondern dort zählt nur, was maximale Rendite bringt. Einen Teil der Probleme, die er hinterher behebt, schafft er durch derartige Investments wohlmöglich auch selbst.

    > Davon abgesehen ist es das Recht jedes Einzelnen zu bestimmen, was er mit
    > seinem Geld macht.

    Art. 14 Abs. 2 Grundgesetz: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

    > Alles andere ist Kommunismus der übelsten Form und wir
    > haben ja im 20. Jahrhundert gesehen, wohin der führt. Jedenfalls nicht zum
    > Wohlstand der Bevölkerung.
    > Und ihr zahlt schon seit über 20 Jahren an den Folgen von 40 Jahren
    > kommunistischer Misswirtschaft.

    Du solltest dich dringend geschichtlich und gesellschaftlich besser bilden! Es hat bisher keinen Kommunismus irgendwo gegeben (wird es vermutlich auch nie, da dort eine Utopie des menschlichen Wesens dahintersteckt). Staatliche Misswirtschaft hätte es im Kommunismus nicht geben können, da es einen Staat in dem Sinne nicht mehr gibt. Dort wäre hierarchielos gemeinsam geplant worden und jeder hätte sich nach seinen Fähigkeiten an der Produktion beteiligt. Die individuellen Bedürfnisse wären dann ebenfalls ohne Zwänge befriedigt worden.

    So weit wollte nicht einmal die Sowjetunion oder die DDR gehen, da klar ist, dass diese Utopie so nicht funktioniert, da es Menschen voraussetzt, die ohne Anreize trotzdem bestmögliche Leistung bringen und im Gegenzug bei der Befriedigung der Bedürfnisse trotzdem Maß halten.

    Was es gab, war Sozialismus - keinen Kommunismus.

  9. Re: "Das Gewissen der Superreichen"

    Autor: dbettac 20.02.13 - 12:21

    ruamzuzler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mingfu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Allerdings ist mir der in der Dokumentation
    > > genannte Standpunkt des Hamburger Reeders Peter Krämer dann doch
    > deutlich
    > > sympathischer: Es darf nicht von der Willkür Einzelner abhängen, wie
    > > derartige Mittel verteilt werden. Es wäre vielmehr Aufgabe des Staates
    > > (über Steuern) für eine demokratisch legitimierte Verteilung zu sorgen
    > und
    > > damit die Ausgaben dort vorzusehen, wo sie gesellschaftlich am
    > sinnvollsten
    > > sind.
    >
    > Mit Verlaub, Krämers Vorschlag ist absoluter Schwachsinn.
    > Erstens sieht man ja wie effizient und umsichtig der Staat das Geld
    > verteilt, auch in der Entwicklungszusammenarbeit werden Unsummen verbrannt
    > - und in der 3. Welt Waffen gekauft und die Leute verhungern weiter.
    > Einem Bill Gates oder Waren Buffet wäre ein BER, Stuttgart 21 oder eine
    > Elbphilharmonie sicher nicht passiert.
    > Ich vertraue da auch mehr auf das Urteil eines Reichen, der sich sagt, ich
    > habe mehr Geld als ich brauche, ich mache damit etwas Sinnvolles in der
    > Welt, als dem Urteil von dahergelaufenen Sesselklebern, die nur an der
    > Verteidigung ihrer Pfründe interessiert sind.
    > Gates lässt sich sicher von keiner Lobby beeinflussen, weil ihn keine auf
    > seinen Posten gehievt hat und er auch keinen Auffanglager-Job nach seiner
    > Polit-Karriere braucht.
    >
    > Davon abgesehen ist es das Recht jedes Einzelnen zu bestimmen, was er mit
    > seinem Geld macht. Alles andere ist Kommunismus der übelsten Form und wir
    > haben ja im 20. Jahrhundert gesehen, wohin der führt. Jedenfalls nicht zum
    > Wohlstand der Bevölkerung.
    > Und ihr zahlt schon seit über 20 Jahren an den Folgen von 40 Jahren
    > kommunistischer Misswirtschaft.

    bisher gab es keine kommunistischen systeme in der realität, daher weiß ich nicht, woher du deine überzeugungen nimmst. dass ein diktator (oder auch eine gruppe von leuten) behauptet, sein land wäre jetzt kommunistisch, bedeutet nicht, dass es das tatsächlich wäre.
    echte kommunistische systeme sind bisher science fiction (siehe beispielsweise star teck).

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