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Soziale (Un)Gerechtigkeit

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  1. Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Oldschooler 28.08.11 - 13:12

    So erschreckend ich es auch finde, dass irgend eine Arbeit 383 Mio Dollar wert sein soll, so erstaunlich ist es, wie viele hier im Forum direkt gegen Besserverdiener wettern. Hier mal ein paar Fakten, über die man genau so nachdenken sollte wie Überbezahlung von Managern:

    - Die gesetzliche Krankenversicherung wird prozentual vom Bruttolohn bezahlt, obwohl der Einzahler keine prozentuale Mehrleistung gegenüber Leuten mit weniger Einzahlung erhält. Wenn man jedoch zur privaten Kasse wechselt, so wird man von verschiedenen Seiten als "unsozialer Bösewicht" dargestellt.

    - Der Steuersatz wird dagegen NICHT prozentual bezahlt, hierbei gibt es "Stufen". Somit bezahlen Menschen nicht nur prozentual sondern sprunghaft mehr Steuern als andere, nur weil sie mehr verdienen.

    - Wenn jemand Hartz4 erhält, so schaut das Amt auf das Vermögen des Antragstellers. Somit haben Einzahler, die jahrelang gespart, angelegt oder für Güter ausgegeben haben (und nicht in Partys oder Klamotten investiert) Nachteile gegenüber anderen.

    - Vermögenswirksame Leistungen haben ein Maximum von 40 Euro im Monat, warum ist dies nicht prozentual an das Gehalt gekoppelt?

    Ist das gerecht?

  2. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Trollversteher 28.08.11 - 13:21

    Naja, hier ging es wohl weniger um die Besserverdienenden der gehobenen Mittelschicht (auf die das alles zutrifft, was Du da aufzählst), sondern um Einkommensmillionäre, die zum einen den grössten Teil ihrer Einnahmen nicht durch Sozialversicherungspflichtige Löhne und Gehälter generieren und zum anderen Zugang zu Steuersparmodellen haben, die Ottonormalverdiener versperrt sind. Zudem ist die Steuerprogression ja auch gedeckelt, oberhalb des Spitzensteuersatzes zahlen alle den gleichen Steuersatz.

  3. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Oldschooler 28.08.11 - 13:49

    Da hast du zum Teil Recht, jedoch muss auch ein Einkommensmillionär Steuern bezahlen, die nicht rein prozentual an seinem Einkommen berechnet werden. Auch wenn oberhalb des Spitzensteuersatzes alle gleich zahlen müssen, warum wird dann nur diese Schicht (sehr gut verdienend bis reich) gleich berechnet und nicht alle Arbeitnehmer (inkl. Geringverdiener)?

  4. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: nero negro 28.08.11 - 14:41

    >- Die gesetzliche Krankenversicherung wird prozentual vom Bruttolohn bezahlt, obwohl der Einzahler keine prozentuale Mehrleistung gegenüber Leuten mit weniger Einzahlung erhält. Wenn man jedoch zur privaten Kasse wechselt, so wird man von verschiedenen Seiten als "unsozialer Bösewicht" dargestellt.
    Dann erkläre mir mal, wieso es gerechter sein sollte, denjenigen, die ohnehin schon mehr haben, nocht mehr geben soll. Hat ein Arbeitsloser deiner Meinung nach verdient, dass man ihn verrecken lasst, nur weil er weniger Geld hat?

    > Der Steuersatz wird dagegen NICHT prozentual bezahlt, hierbei gibt es "Stufen". Somit bezahlen Menschen nicht nur prozentual sondern sprunghaft mehr Steuern als andere, nur weil sie mehr verdienen.
    Allerdings haben Mehrverdiener netto immer noch mehr als wenigerverdiener. Wo ist also die Ungerechtigkeit (bis auf die Tatsache, dass es stufen sind und nicht kontinuierlich)? Ja, da is in der Tat eine Ungerechtigkeit: Dass die Mehrverdiener mehr haben als die wenigerverdiener.

    >- Vermögenswirksame Leistungen haben ein Maximum von 40 Euro im Monat, warum ist dies nicht prozentual an das Gehalt gekoppelt?
    Warum sind Menschen mit höherem Gehalt deiner Meinung nach mehr wert?

  5. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Trollversteher 28.08.11 - 14:41

    Das ist die Idee des Einheitssteuersatzes, es gab immer wieder Initiativen einzelner Parteien (ich glaube zuletzt die FDP und auch das "Bierdeckelmodell" von Professor Kirchhoff beruhte afaik darauf) das durchzusetzen, ist aber bisher immer gescheitert, weil sich niemand getraut hat eine solch tiefgreifende Reform durchzuführen...

  6. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: nero negro 28.08.11 - 15:08

    Ohne jetzt Extrem viel Bildung in die Richtung zu haben: Die Idee an sich ist mir nicht neu (auch wenn mir das Bierdeckelmodell jetzt nichts sagt). Allerdings würde sie eher dazu führen dass die Reichen (die immer noch Steuern hinterziehen würden) noch reicher und die Armen (die damit mehr Steuern zu zahlen hätten, wenn man mal annimmt, dass der Staat insgesamt das gleiche Geld haben will) ärmer.
    Und das sehe ich als Problem.

  7. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Trollversteher 28.08.11 - 15:35

    Die durchaus gut gemeinte, aber schwer in die Praxis umzusetzende Idee dahinter war ja, im Gegenzug dafür sämtlich Steuervergünstigungen -subventionen und -hintertüren zu streichen, von denen vor allem die Reichen profitieren.

  8. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Baron Münchhausen. 28.08.11 - 22:36

    Und was ist mit dem Steuerfreibetrag, der nicht mit der Inflation angepasst wird ...

  9. Re: Soziale (Un)Gerechtigkeit

    Autor: Oldschooler 29.08.11 - 11:16

    nero negro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann erkläre mir mal, wieso es gerechter sein sollte, denjenigen, die
    > ohnehin schon mehr haben, nocht mehr geben soll.

    Wenn man prozentual von seinem Brutto die Steuern bezahlt, gibt man logischerweise automatisch auch mehr.

    > Hat ein Arbeitsloser
    > deiner Meinung nach verdient, dass man ihn verrecken lasst, nur weil er
    > weniger Geld hat?

    Ein Arbeitsloser erhält sein Geld prozentual an dem Gehalt der letzten Monate, "verrecken" tut in Deutschland dank des dichten sozialen Netzes schon lange niemand mehr.

    > Wo ist also die Ungerechtigkeit (bis auf die Tatsache, dass es stufen sind
    > und nicht kontinuierlich)? Ja, da is in der Tat eine Ungerechtigkeit: Dass
    > die Mehrverdiener mehr haben als die wenigerverdiener.

    Wieso mischt sich der Staat in Gehaltsangelegenheiten ein, das ist Sache des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers. Letzt endlich ist das aktuelle Lohnsteuersystem nur eine indirekte Subvention von großen Firmen, die viele gering bezahlte Arbeitnehmer haben.

    > >- Vermögenswirksame Leistungen haben ein Maximum von 40 Euro im Monat,
    > warum ist dies nicht prozentual an das Gehalt gekoppelt?
    > Warum sind Menschen mit höherem Gehalt deiner Meinung nach mehr wert?

    Hab ich nicht gesagt, aber vermögenswirksame Leistungen sollten sich, wie der Name schon sagt, am Vermögen orientieren.

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die durchaus gut gemeinte, aber schwer in die Praxis umzusetzende Idee
    > dahinter war ja, im Gegenzug dafür sämtlich Steuervergünstigungen
    > -subventionen und -hintertüren zu streichen, von denen vor allem die
    > Reichen profitieren.

    Genau das ist auch nötig, es ist für mich sehr fraglich wieso Gruppe A für Leistung X Steuern bezahlen muss und Gruppe B nicht.

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