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Freie Marktwirtschaft

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  1. Freie Marktwirtschaft

    Autor: lostname 23.05.11 - 18:18

    Bei uns dürften die Geräte unter solchen Bedingungen (und das Wissen darüber ist nicht neu) nicht produziert werden. Sie dürfen aber verkauft werden - was natürlich in den letzten Jahrzehnten auch ein Grund für den Untergang der deutschen/europäischen Elektronik-Industrie war.

    Bin gespannt, ob jemand dafür eine rationelle Erklärung findet ... ;-)

  2. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: Hotohori 23.05.11 - 18:25

    Tja, die Entwicklung war ja abzusehen. Wenn in China so billig produziert werden kann, dann hat das schon seinen Grund, nämlich in dem einfach gespart wird... an Löhnen, an der Sicherheit und wer weiß an was noch allem...

    Aber wen wunderts? Ist ja wirklich kein Wunder wenn ständig neue Geräte auf den Markt geschmissen werden. Ich will gar nicht wissen wie viel Elektroschrott deswegen produziert wird, weil alle paar Monate unbedingt neue Geräte wie Smartphones auf den Markt geworfen werden müssen. Der Markt ist doch völlig überflutet damit. Und warum? Weil die Teile gerade mega in sind und man richtig ordentlich Geld damit scheffeln kann, weil viele Kunden immer das neuste vom neusten haben wollen.

  3. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: giovanni.forza 23.05.11 - 19:46

    Na rate mal: die öffentliche und linientreue Erklärung dafür ist: weil die Steuern in Europa zu hoch sind ...

    Und überhaupt: der moralisch anständige Manager lässt in China ohne Sicherheitsvorkehrungen produzieren. Menschenleben sind verzichtbar, die Dividende aber muss steigen! Wachstum um jeden Preis!

    Die pure wahnsinnige Soziapathengier ist hoffähig geworden.

  4. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: AndyGER 23.05.11 - 19:49

    Das ist ja nun nicht nur bei den begehrten Technik- Items der Fall, sondern bei ganz alltäglichen Dingen. Vor einiger Zeit gabs mal einen Beitrag bei DW-TV über einen Deutschen, der ganz dick im Weihnachtsgeschäft mit Christbaumschmuck und anderem Firlefanz ist. Eine handbemalte Christbaumkugel kauft er in China für 2,50 Euro ein inkl. Verpackung und Versand (natürlich in großen Mengen). Für die gleiche Glaskugel müsste er in Deutschland über 20 Euro bezahlen, sagte er. Da ist es doch nur naheliegend, dort produzieren zu lassen. Hierzulande verkauft er die Kugeln das Stück für 25 Euro. Auch nach Amerika, wo die Nachfrage gigantisch ist.

    Und wenn wir nur einmal einen Moment lang ehrlich uns selbst gegenüber sind: Uns ist es doch scheiß egal, wo und unter welchen Bedingungen die Produkte, die wir kaufen und verwenden, produziert werden. Hauptsache, der Preis stimmt. Dafür können wir uns dann alle mal kurz aufregen und für die besonders harten Fälle gibt es Spendenkonten von Hilfsorganisationen - die auch nichts ändern. Und Weihnachten gehen wir mit der Familie in die Kirche. Das muss reichen für das Gefühl, "etwas" "dagegen" getan zu haben. Außerdem ist das ja eigentlich auch "deren" Problem.

    Und im Zweifelsfall ist eben Apple schuld *grins*. Immer gut, wenn man einer Person, einer Firma irgendwo bei die "Schuld" geben kann oder der Schuld überhaupt einen Namen geben kann. Das macht es für uns leichter, erträglicher.

    Sobald es kompliziert wird, schalten wir um, weil es uns langweilt.

    Das Gleiche gilt für Erfolgsgeschichten. Dauern die zu lange, werden wir unzufrieden. Außerdem wollen wir ein Happy End - wie im Kino. Die chilenischen Bergarbeiter und ihre wunderbare Rettung zum Beispiel. Happy End. Wer bitte interessiert sich noch für die Bergbaufirma? Wer hat da konkrete Namen der Verantwortlichen? BP? Was war damit? Ab und an kommt dann mal was in den Nachrichten. Aber wer schaut noch hin oder hört noch zu? Langweilig. Thema ist durch.

    Und ganz ehrlich: Mir gehen die Arbeiter in China am Arsch vorbei! Warum? Weil ich hier eh nichts ändern kann. Weil es hierzulande ganz andere Probleme gibt und weil es hierzulande üblich ist, mit einer Diktatur lieber Geschäfte zu machen. Geschäfte, von denen wir auch wieder profitieren (wollen). So schließt sich der Kreis.

    Es ist eben nicht alles nur schwarz oder weiß ... :-))

    ===============================================================
    Its Time to think. More Different ...

  5. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: Hotohori 23.05.11 - 20:07

    Tja, da hast du leider mit allem recht. Außerdem kann man sich auch gar nicht um alles einen Kopf machen, ansonsten kann man gleich "hallo Depression" sagen. ^^

    Von daher ist wirklich meist nicht mehr drin als den Frust nieder zu schreiben, ändern kann man aber selbst kaum etwas. Und würde man doch was ändern wollen, dann merkt man schnell, dass es im eigenen Umfeld doch viel wichtigeres gibt, wofür die eigene Zeit viel besser aufgehoben ist.

  6. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: Hotohori 23.05.11 - 20:10

    Liegt aber auch an den Firmen wie Foxconn selbst, um die Konkurrenz zu unterbieten streichen sie eben gerne überall, nur damit Apple ihnen den Auftrag gibt und nicht einem Konkurrent. Und Firmen wie Apple gucken eben, wo sie so günstig wie möglich produzieren können, damit der Gewinn so hoch wie möglich ist...

  7. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: Anonymer Nutzer 24.05.11 - 08:32

    Ein Grund mehr, jene "freie Marktwirtschaft" (die es weder in China, noch hier gibt) durch Gesetze und Richtlinien (z.B. verbindlicher Arbeitsschutz) weltweit einzuschraenken, damit Menschen nicht zu Schaden kommen... Ist das so schwer, dies zu schlussfolgern, anstatt das mit dummen Floskeln wie "in der freien Marktwirtschaft ist alles erlaubt" zu rechtfertigen versuchen???

  8. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: giovanni.forza 24.05.11 - 08:56

    Das was wir derzeit haben ist keine freie Marktwirtschaft, sondern eine oligarchische Marktwirtschaft. Es gibt so gut wie keine freien Märkte, weil in jedem Markt einige wenige Großfirmen die Zugangsbedingungen zum Markt diktieren und diesen damit kontrollieren. Konkurrenz wird nur als Sicherheit gegen Auffälligkeiten im Wettbewerbsrecht geduldet. Aber auch nur so lange, bis man sich die unliebsamen Wettbewerbshüter vom Hals geschafft hat ...

  9. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: Yeeeeeeeeha 24.05.11 - 09:44

    lostname schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bin gespannt, ob jemand dafür eine rationelle Erklärung findet ... ;-)

    Die Erklärung ist ganz einfach: Dürften unter solchen Umständen hergestellte Waren bei uns nicht verkauft werden (durch Einfuhrverbote), würden ebendiese Länder ebenfalls die Einfuhr unserer Waren einstellen. Deutschland hat einen Exportüberschuss. Noch Fragen?

    Faszinierend ist eher: China ist keine freie Marktwirtschaft. Der Staat könnte dort jederzeit beliebige Auflagen für Unternehmen durchsetzen. Warum wird das nicht getan?

    Was die Sache "wenn man beim billigsten produzieren lässt, passiert sowas" angeht: Geld auf die Produktion werfen ist leider nicht der Weisheit letzter Schluss, da das eher bei den Eigentümern ankommt, als bei den Arbeitern. :-/

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin

  10. Re: Freie Marktwirtschaft

    Autor: Jossele 24.05.11 - 13:54

    giovanni.forza schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und überhaupt: der moralisch anständige Manager lässt in China ohne
    > Sicherheitsvorkehrungen produzieren. Menschenleben sind verzichtbar, die
    > Dividende aber muss steigen! Wachstum um jeden Preis!

    Da sieht man wieder, welcher Menschentypus von unserer Konsumgesellschaft nach oben gespült wird. Diese Manager sind nur die ausgeburt des Lebensstils wie er in Europa & Nordamerika gepflegt wird & dem traurigerweise die restlichen (schwellen- & entwicklungs-) länder hinterher hecheln.

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