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Strafe für Software?
Autor: Tecardo 25.06.15 - 17:41
Ich bin nicht so überzeugt von dem Ausmaß der hier betrieben wird. Nicht Der Entwickler hat das Programm verwendet. So sehe ich das Strafmaß für zu hoch.
Und auch die Razzien gegen die Käufer sind für mich unverständlich. Es ist nicht illegal diese zu kaufen -
Re: Strafe für Software?
Autor: sofries 25.06.15 - 18:31
Ich denke, dass du damit nicht einverstanden bist, weil du die Legalität nicht so gut beurteilen kannst, wie die Gerichte, die sich damit regelmäßig befassen.
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Re: Strafe für Software?
Autor: SelfEsteem 25.06.15 - 18:56
Tecardo schrieb:
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> Ich bin nicht so überzeugt von dem Ausmaß der hier betrieben wird. Nicht
> Der Entwickler hat das Programm verwendet. So sehe ich das Strafmaß für zu
> hoch.
> Und auch die Razzien gegen die Käufer sind für mich unverständlich. Es ist
> nicht illegal diese zu kaufen
Nun ... laesst sich mit der Software denn auch etwas legales tun?
Hey, ignorieren wir mal Gesetze. Kann man damit etwas tun, das niemandem Schaden zufuegt?
Die Software wurde erstellt um sich am Schaden anderer Menschen zu bereichern bzw. um daran zu verdienen, dass die Kunden des Kerls sich am Schaden anderer bereichern.
Ich halte die Strafe fuer absolut gerecht und wuerde mir wuenschen, dass mit Unternehmen wie Gamma und allen ihren Angestellten genau so umgegangen wird.
Das bisschen Moralverstaendnis um zu begreifen, dass man hier etwas falsches tut, sollte doch jeder aufbringen koennen, oder nicht? -
Re: Strafe für Software?
Autor: Anonymer Nutzer 25.06.15 - 20:10
SelfEsteem schrieb:
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> Tecardo schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
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> > Ich bin nicht so überzeugt von dem Ausmaß der hier betrieben wird. Nicht
> > Der Entwickler hat das Programm verwendet. So sehe ich das Strafmaß für
> zu
> > hoch.
> > Und auch die Razzien gegen die Käufer sind für mich unverständlich. Es
> ist
> > nicht illegal diese zu kaufen
>
> Nun ... laesst sich mit der Software denn auch etwas legales tun?
Ja. Das eigene Netz den eigenen Rechner auf Sicherheit prüfen.
(Kann man mit Waffen was anderes machen als töten? Stimmt. Brunnen bauen)
> Hey, ignorieren wir mal Gesetze. Kann man damit etwas tun, das niemandem
> Schaden zufuegt?
> Die Software wurde erstellt um sich am Schaden anderer Menschen zu
> bereichern bzw. um daran zu verdienen, dass die Kunden des Kerls sich am
> Schaden anderer bereichern.
>
> Ich halte die Strafe fuer absolut gerecht und wuerde mir wuenschen, dass
> mit Unternehmen wie Gamma und allen ihren Angestellten genau so umgegangen
> wird.
Jaja wenn zwei das gleiche tun...
> Das bisschen Moralverstaendnis um zu begreifen, dass man hier etwas
> falsches tut, sollte doch jeder aufbringen koennen, oder nicht?
Sehe kein moralisches Problem mit der Software das eigene System zu prüfen. -
Re: Strafe für Software?
Autor: Moe479 25.06.15 - 20:20
mit z.b. ms word kann man auch briefköpfe bekannter firmen wenn nicht genau, zumindest nahezu 1:1 fälschen, um damit den straftatbestand des betruges zu begehen ... wird die verbreitung von z.b. ms word deswegen mit haftstrafen bedroht, und wenn nicht, warum nicht? wo ist denn die klare grenze bestimmt?
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Re: Strafe für Software?
Autor: Moe479 25.06.15 - 20:56
das tracen von uneigenen netzabschnitten ist auch untersagt, winmtr darf trotzdem verteilt werden, weil man ebend damit auch z.b. paketlos im eigenem netz festellen kann.
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Re: Strafe für Software?
Autor: SelfEsteem 25.06.15 - 21:21
Moe479 schrieb:
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> das tracen von uneigenen netzabschnitten ist auch untersagt, winmtr darf
> trotzdem verteilt werden, weil man ebend damit auch z.b. paketlos im
> eigenem netz festellen kann.
Ich verstehe das und nichts liegt mir ferner, als nach einem Verbot von "Hackertools" zu schreien, aber nun seien wir uns doch mal ehrlich: Hier ging es nicht um die Pruefung der eigenen Netzwerksicherheit.
Dieses Teil wurde zum Spannen gebaut, verkauft und zum Spannen genutzt.
Klar kann man versuchen zu argumentieren, man habe sein Gewehr nur auf seinen Nachbarn gerichtet, weil man dachte, ein Hirsch koennte dazwischen laufen, aber das ist doch voelliger Unfug.
Aber Herr Richter ... ich habe den Knopf "Jetzt Apokalypse ausbrechen lassen" doch nur als Deko eingebaut - nicht damit jemand draufdrueckt. -
Re: Strafe für Software?
Autor: Anonymer Nutzer 25.06.15 - 21:29
Wofür die Software am ende vom einzelnen genutzt wurde bleibt zu beweisen und kann nicht pauschalisiert werden.
Sein Problem war einfach das er an die falschen Leute verkauft hat. Wäre sein einziger Kunde US Behörde X gewesen wäre dem Kerl gar nix passiert. -
Re: Strafe für Software?
Autor: SelfEsteem 25.06.15 - 21:48
Prinzeumel schrieb:
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> Wofür die Software am ende vom einzelnen genutzt wurde bleibt zu beweisen
> und kann nicht pauschalisiert werden.
Ja, ich bin ueberzeugt davon, dass die meisten Kunden sich die Screenshots ausgedruckt und als Tapete genutzt haben, weil die UI so geil war.
Derartige Software wird nicht fuer Sicherheitspruefungen genutzt.
Hoechstens um zu pruefen, ob der Rechner fuer genau dieses Ding noch anfaellig ist. ;)
> Sein Problem war einfach das er an die falschen Leute verkauft hat. Wäre
> sein einziger Kunde US Behörde X gewesen wäre dem Kerl gar nix passiert.
Das stimmt, aber ... was genau aendert es an meiner Aussage?
Ich faende es auch schoen, wenn die Jungs von Gamma / Finfisher vor Gericht landen, weil sie gezielt Spionagesoftware entwickelt und an boesartige Regierungen verkauft haben, die diese gegen Oppositionelle einsetzten.
Sehe da jetzt keinen grossen Unterschied zu Leuten, die Geld an Terrororganisationen spenden.
Weder ist sowas als VNC- oder Teamviewerersatz entwickelt worden, noch dient das Security-Analysen. Das ist ein Angriffswerkzeug, das einzig und allein fuer boesartige Zwecke entwickelt wurde.
//edit:
Und ja, ich habe ein Problem damit, dass Deutschland Waffen an Saudi Arabien liefert, bevor noch einer nach dem Unterschied fragt.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.06.15 21:58 durch SelfEsteem. -
Re: Strafe für Software?
Autor: Moe479 25.06.15 - 23:26
was das ändert, nun ja ... vor dem gesetz sollen alle gleich sein!?! oder sollte jemand wegen seiner hautfarbe anders behandelt werden, eher nicht oder?!?
ich habe natürlich ein problem mit der produktion, denn es zieht sicher einsatz nach sich nur freiheit bedeutet ebend auch mist bauen zu _können_, wer frei sein will muss das dürfen, ein zwang zur intelligenz ist und bleibt ein zwang, damit die unfreihet weniger ode anders intelligent als gefordert zu handeln!
da menschen nuneinmal, nachgewisener maßen, nicht über ethnien oder genom, sondern anscheinend grundsätzlich völlig zufällig, und eher nur über die ihnen zurteil werdendende bildung ebend nicht gleich intelligent sind, wie kann man dann davon ausgehen, dies vorraussetzen? jemanden der nicht ansatzwise einsieht, dass er etwas falsches getan hat, den kann man nicht leutern/aufklären, man kann ihn nur konsenslos zwingen, reicht das wirklich für frieden? eher nein!
3 mal bearbeitet, zuletzt am 25.06.15 23:33 durch Moe479. -
Re: Strafe für Software?
Autor: SelfEsteem 26.06.15 - 00:03
Moe479 schrieb:
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> was das ändert, nun ja ... vor dem gesetz sollen alle gleich sein!?! oder
> sollte jemand wegen seiner hautfarbe anders behandelt werden, eher nicht
> oder?!?
Erklaere deinen genauen Gedankengang, der zu diesem Satz gefuehrt hat.
Selbstverstaendlich wollen wir keine Diskriminierung, doch wo siehst du die Ansaetze davon? Darin, dass die Geschaeftsfuehrung und die Angestellten von Gamma bislang ungeschoren davongekommen sind? Nun ... das muss ja nicht so bleiben.
Da haben wir aber mehr ein politisches als ein rein kulturelles Problem.
> ich habe natürlich ein problem mit der produktion, denn es zieht sicher
> einsatz nach sich nur freiheit bedeutet ebend auch mist bauen zu _können_,
Sagen wir eher _duerfen_. Ja, man _darf_ Mist bauen. Man sollte aber nicht erwarten, dass dies immer ohne Konsequenzen bleibt.
Es ist ja nicht so, dass er nun bis an sein Lebensende hinter Gitter muss oder gar auf dem elektrischen Stuhl landet. Sein Leben wird damit einen Einschnitt haben, so wie das seiner Opfer einen Einschnitt hatte, aber sein Leben ist damit nicht vorbei. Er muss nun lediglich die Konsequenzen tragen, die sicher nicht unmenschlich sind.
> wer frei sein will muss das dürfen, ein zwang zur intelligenz ist und
> bleibt ein zwang, damit die unfreihet weniger ode anders intelligent als
> gefordert zu handeln!
Strickt man diesen Absatz weiter, so muesste der Respekt vor der Freiheit anderer als Einschnitt in die eigene Freiheit gewertet werden.
Das koennte man zwar sicherlich philosophisch ausbauen, aber eine Grundlage fuer eine funktionierende Gesellschaft waere dies nicht.
Wenn du mit dem Freiheitsbegriff herumhantierst, wirst du feststellen, dass Freiheit nur dann gleichmaessig verteilbar ist, wenn sie dort endet, wo sie die Freiheit eines anderen schaedigen wuerde.
Und was ist die Entwicklung und Nutzung von Spionagesoftware anderes als genau diese Schaedigung der Freiheit des Opfers?
> da menschen nuneinmal, nachgewisener maßen, nicht über ethnien oder genom,
> sondern anscheinend grundsätzlich völlig zufällig, und eher nur über die
> ihnen zurteil werdendende bildung ebend nicht gleich intelligent sind, wie
> kann man dann davon ausgehen, dies vorraussetzen?
Wo genau spielt hier Intelligenz eine Rolle? Moralverstaendnis ist nicht wirklich Teil von Intelligenz - zumindest nicht innerhalb der menschlichen Intelligenzstandards.
Ich denke es spielt keine Rolle, ob man einen IQ von 90 oder 190 hat - in beiden Faellen sollte das Verstaendnis dafuer vorhanden sein, dass man anderen Menschen kein Leid zufuegen sollte.
Dass er Junge zu einer solchen Tat fachlich im Stande war, zeigt zudem, dass seine Intelligenz sicherlich nicht am unteren Ende angesiedelt ist.
Beim EQ - dem emotionalen Verstaendnis, was hier wahrscheinlich schwerer wiegen duerfte - mag es sich etwas anders verhalten, doch kaum jemand ist seelisch wirklich so tot, dass ihm nicht bewusst ist, wie falsch die Tat ist.
Nein, hier geht es um Habgier, die hier staerker war als das bewusste Verstaendis von Richtig und Falsch.
Nimmst du auch jene in Schutz, deren Habgier selbst groesser ist, als das Unrechtsbewusstsein gegenueber einem Mord?
> jemanden der nicht
> ansatzwise einsieht, dass er etwas falsches getan hat, den kann man nicht
> leutern/aufklären, man kann ihn nur konsenslos zwingen, reicht das wirklich
> für frieden? eher nein!
Natuerlich nicht, doch was tun? Weitermachen lassen? Wie schuetzt man Menschen davor, zukuenftig zu Opfern zu werden, wenn der Taeter doch klar definiert, in Person bekannt und nicht ein konfuses, nebuloeses Konstrukt ala "Terrorist" ist?
Wenn der moralische Kompass schon nicht ausreicht und die Habgier ueberwiegt, so sind uns leider die Haende gebunden und wir muessen Konsequenzen aufzeigen. Hier ist ja nicht "vielleicht" etwas passiert, sondern definitiv. Er "haette" nicht "koennen", sondern er hat definitiv getan. Ihm ist nicht schupdiwups in Hupsala passiert, sondern er hat er gross aufgezogen. -
Re: Strafe für Software?
Autor: Moe479 26.06.15 - 05:50
nunja oppenheimer war auch nicht truman, oder doch?
wenn doch, müsste man, mit dieser einstellung, konsequent umgesetzt, jegliche technik verbieten, die man auch nur entfernt dafür nutzen könnte andere zu schädigen ... auch spitze steine!
alles und jeder der irgendwas was dafür tut, macht sich ja dann an den ergebnissen dessen schuldig, oder ist nicht doch nur der, der schuss auslöst der eigegentliche täter?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.15 05:58 durch Moe479. -
Re: Strafe für Software?
Autor: SelfEsteem 26.06.15 - 20:03
Moe479 schrieb:
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> alles und jeder der irgendwas was dafür tut, macht sich ja dann an den
> ergebnissen dessen schuldig, oder ist nicht doch nur der, der schuss
> auslöst der eigegentliche täter?
Es wird eine Waffe beschafft und in einem dunklen Hinterzimmer gegen Bargeld an einen Ganoven verkauft, der damit jemanden erschiesst.
Ist der Waffenverkaeufer unschuldig?
Natuerlich ist es unsinnig, den Brotmesser-Hersteller in den Knast zu werfen, wenn jemand sein Messer fuer einen Mord nutzt, aber wie verhaelt es sich, wenn der Kunde zum Haendler kommt, nach einem geeigneten Messer fuer einen Mord fragt und der Haendler ihm dann genau dieses Messer empfiehlt? Letzteres ist hier doch geschehen.
Die Software wurde gezielt fuer Straftaten entwickelt.



