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Heute wollen alle nur noch Manager sein...

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  1. Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: Telesto 21.03.13 - 14:19

    Ich denke, in der IT-Branche ist es genau wie im Rest der Wirtschaft. Viele Hochschulabsolventen kommen in die Unternehmen mit dem Anspruch, irgendwas "managen" zu wollen, die eigentliche Kernarbeit landet dann zwangsläufig bei Praktikanten oder indischen Tagelöhnern.

    Richtig absurd ist es im BWL-Bereich, wo es inzwischen Bachelor (!) Studiengänge mit Namen wie "International Management" gibt für die Klientel, die glaubt, Führungskräfte könnte man mit 0 Jahren Berufserfahrung direkt von der Hochschule rekrutieren.

    Dass eine gute Führungskraft erst mal locker 10-15 Jahre auf den Positionen arbeiten sollte, die sie später managen will, daran glaubt doch niemand mehr. Größenwahn wird schon während des Studiums gelehrt, jedes Trainee-Programm in einer Hinterhofklitsche nennt sich heute "Führungskräftenachwuchsprogramm".



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.13 14:25 durch Telesto.

  2. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: thecrew 21.03.13 - 14:29

    Tjo , weil ja auch alle Dick Kohle haben wollen, dickes Auto fahren usw...

    Nööönööö...

    Da bleib ich lieber in meiner "kleinen" Position geh mit meinen 2300 Eus nach Hause. Hab dafür aber jedentag pünktlich frei und keinen Stress. Mehr Zeit für die Kids und sich selbst. Lebt sich so irgendwie besser.
    Dafür brauche ich keinen dicken Benz in der Einfahrt.

  3. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: iRofl 21.03.13 - 14:30

    Aha, dann zeig mir mal Unternehmen die BWL Hochschulabsolventen mit 0 Jahren Berufserfahrung als Führungskraft einsetzen? Vielleicht als Führungskraft der Praktikanten...

  4. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: Telesto 21.03.13 - 14:34

    iRofl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aha, dann zeig mir mal Unternehmen die BWL Hochschulabsolventen mit 0
    > Jahren Berufserfahrung als Führungskraft einsetzen? Vielleicht als
    > Führungskraft der Praktikanten...

    Tun sie ja nicht, aber gerade an privaten Wirtschaftsunis und auf Karrieremessen wird gerne der Eindruck vermittelt, man könnte "Chef" studieren oder würde automatisch auf der Überholspur landen, wenn man nur einen Studiengang mit einem überheblichen Namen wie "International Management" wählt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.13 14:36 durch Telesto.

  5. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: hoffelmann 21.03.13 - 14:35

    leider wahr : (
    aber genau so wird es leider von medien, universitäten und vielen anderen präsentiert.

  6. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: iRofl 21.03.13 - 14:36

    Wenn dich nur die Namen stören wie International-Management etc. dann musst du dich endlich umgewöhnen. Heute (weiß nicht wie es vorher in der Steinzeit war, aus dem du kommst) heißt alles ganz "speziell". Die einfache Verkäuferin an der Kasse heißt heute schon "Sales-Manager"



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.13 14:47 durch iRofl.

  7. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: Neonen 21.03.13 - 14:36

    iRofl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aha, dann zeig mir mal Unternehmen die BWL Hochschulabsolventen mit 0
    > Jahren Berufserfahrung als Führungskraft einsetzen? Vielleicht als
    > Führungskraft der Praktikanten...


    Der TE meinte ja auch: Es gibt Studiengänge, da kommst raus und bist qualifiziert als Manager zu arbeiten. Das dich keiner lassen wird, is ne andere Geschichte. ^^

  8. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: Telesto 21.03.13 - 14:39

    Die Unternehmen müssen den Begriff "Manager" eben inflationär verwenden, wenn das inzwischen jeder als Karriereziel angibt. Da wundert es dann nicht, dass keiner mehr "Softwareentwicklung" studieren will. Sollte man vielleicht umbenennen in "Software Engineering Management" mit gleichem Studieninhalt. ;)

  9. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: demon driver 21.03.13 - 15:26

    Könnte es nicht auch sein, dass man in einem gewissen Alter einfach zum Alteisen gehört und - auch was die Bereitschaft des Unternehmens Gehalt zu zahlen angeht - nicht mehr wirklich ernstgenommen wird, wenn man dann noch "Entwickler" ist? Und dass man dann entsprechende Posten anstrebt, nur um überhaupt noch sowas wie eine Zukunft zu haben? Obwohl man eigentlich gar keine andere Tätigkeit will? Dass es also schon ein bisschen an den Strukturen liegt, nicht bloß an den blöden Leuten?

  10. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: matok 21.03.13 - 15:28

    Telesto schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke, in der IT-Branche ist es genau wie im Rest der Wirtschaft. Viele
    > Hochschulabsolventen kommen in die Unternehmen mit dem Anspruch, irgendwas
    > "managen" zu wollen, die eigentliche Kernarbeit landet dann zwangsläufig
    > bei Praktikanten oder indischen Tagelöhnern.

    Kein Wunder, wird doch ausführende Arbeit gar nicht gewertschätzt. Als Softwareentwickler gehst du einem sehr anspruchsvollen Job nach und deine Erfahrung zählt ab einem gewissen Punkt (Alter) nur noch wenig, ganz im Gegenteil zum Management. Das man so nicht ewig oder vielleicht gar nicht arbeiten will, ist nur verständlich.

  11. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: hei_zen 21.03.13 - 15:43

    +1

  12. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: KarimS 21.03.13 - 22:53

    Es stimmt nicht, dass Manager per se nichts leisten. Genauso wie es gute und schlechte Softwarentwickler gibt, gibt es gute und schlechte Manager. Gute Manager mit viel Erfahrung können wichtige Strategieentscheidungen treffen, die ihr Unternehmen und die dort arbeitenden Softwareentwickler für Jahre absichern können, sie können Ideen der Entwickler in eine Produktvision umwandeln (siehe Google, Apple, etc...).

    Ein Softwareentwickler haftet für Bugs, ein Manager für menschliche Schicksale. Man sollte die Verantwortung nicht unterschätzen.

    Außerdem kommt es bei Frauen besser an. Softwareentwickler ist in etwa so erotisch wie Herpes. (Scherz ;))

  13. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: Gruselgurke 21.03.13 - 23:11

    Nach der anhaltenden Bankenkrise ist der Bruf des Managers glaube ich bei weitem nicht mehr so "sexy"...

  14. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: doctorseus 21.03.13 - 23:22

    Gruselgurke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nach der anhaltenden Bankenkrise ist der Bruf des Managers glaube ich bei
    > weitem nicht mehr so "sexy"...

    Geld is sexy, woher es kommt is egal!

  15. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: torfnase 22.03.13 - 00:05

    Unser Hausmeister heisst mitlerweile und offiziell "Facility Manager".

  16. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: theonlyone 22.03.13 - 08:56

    Wir sind ALLES Manager.

    Wir managen unsere Arbeit, wir managen uns selbst, wir managen alles um uns herum.


    Der begriff wird übergenutzt für einfach "alles", jeder ist manager.


    Das hat heute rein garnichts mehr mit Verantwortung für "andere" zu tun, oder als Leitung von einer Gruppe Arbeiter, bzw. die Arbeitsverteilung wird ja gerade bei qualifizierten berufen immer mehr eigenständig von den arbeitern übernommen, da wird gar kein "Manager" gebraucht der die Arbeit verteilt (oder nur in ganz groben Ausführungen).


    Für das "High-Level" braucht es nur sehr sehr wenige Leute, ein Unternehmen hat am Ende nicht 1000 CEO's.

    ABER, das ganze international management fährt ja auch darauf ab das diese Leute auch einfach ein "Startup" gründen können und dann ihr Chef sind, von eben nur einer handvoll leute.

    Dafür ist es auch sinnvoll, wenn man sich darauf einschießen würde. Den Startups schießen wie Pilze überall hervor, wenn da aber jemand ohne große Plannung rangeht ist es ein Blindflug, der nicht selten auch mit immensen Schulden endet.

    Es ist also durchaus angebracht das selbst ein Startup sich einen "Planner" an die hand nimmt, das auch schon früh, damit man wirklich gezielt arbeiten kann.



    Am Ende entscheidet natürlich das Geld, viele Leute arbeiten nicht weil sie ihre Arbeit mögen, die wollen einfach ihr Geld und das möglichst schnell und ohne viel dafür tun zu müssen.

    Das absurde, das funktioniert ja auch tatsächlich ....

  17. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: kopfspringer 22.03.13 - 09:42

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Telesto schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich denke, in der IT-Branche ist es genau wie im Rest der Wirtschaft.
    > Viele
    > > Hochschulabsolventen kommen in die Unternehmen mit dem Anspruch,
    > irgendwas
    > > "managen" zu wollen, die eigentliche Kernarbeit landet dann zwangsläufig
    > > bei Praktikanten oder indischen Tagelöhnern.
    >
    > Kein Wunder, wird doch ausführende Arbeit gar nicht gewertschätzt. Als
    > Softwareentwickler gehst du einem sehr anspruchsvollen Job nach und deine
    > Erfahrung zählt ab einem gewissen Punkt (Alter) nur noch wenig, ganz im
    > Gegenteil zum Management. Das man so nicht ewig oder vielleicht gar nicht
    > arbeiten will, ist nur verständlich.



    Sag mir mal nen Grund warum ab einem gewissen Alter in der Softwareentwicklung die
    Erfahrung nicht mehr zählen sollte?

    So ein Quatsch... ich bin Softwareentwickler, hab Informatik Studiert, bin 30 Jahre alt un
    arbeite mit vielen älteren, teils 50+ Kollegen zusammen...

    Entwicklungsgeschäft ist nicht immer nur NEU NEU!! NEUE TECHNIKEN ALLES TOLL...
    In einem Unternehmen in dem die Software seit Jahrzehnten wächst, und die älteren Kollegen von 15 Jahren auch schon an genau dieser Software entwickelt haben ist es enorm wichtig auf die Erfahrung der "alten Hasen" zu bauen!

    Junge Scriptkiddies kann keiner gebrauchen...

  18. Re: Heute wollen alle nur noch Manager sein...

    Autor: matok 22.03.13 - 11:00

    kopfspringer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sag mir mal nen Grund warum ab einem gewissen Alter in der
    > Softwareentwicklung die
    > Erfahrung nicht mehr zählen sollte?

    Ich sage ja nicht, dass das eine vernünftige Einstellung ist. Ich sage legidlich, dass es eben meist so ist. Im Zweifelsfalle machen die meisten Firmen die Dinge Quick'n'Dirty als wohlüberlegt. Wartungskosten kann man den meisten Kunden offenbar eher verklickern, als initiale Projektkosten.

    > Entwicklungsgeschäft ist nicht immer nur NEU NEU!! NEUE TECHNIKEN ALLES
    > TOLL...

    Nicht immer, aber meistens.

    > In einem Unternehmen in dem die Software seit Jahrzehnten wächst, und die
    > älteren Kollegen von 15 Jahren auch schon an genau dieser Software
    > entwickelt haben ist es enorm wichtig auf die Erfahrung der "alten Hasen"
    > zu bauen!

    Schön, dann arbeitest du auf einer wohlbehüteten Insel. Fraglich nur, ob das die Ausnahme oder die Regel ist. Man könnte es ja ausprobieren, indem deine "alten Hasen" mal versuchen, auf dem Markt eine Stelle zu finden. Mal sehen, wieviel Wert die 15 Jahre Erfahrung in einer bestimmten (wahrscheinlich auch noch proprietären) Spezialsoftware sind.

    Ich habe selbst in einem Unternehmen gearbeitet, bei dem man aufgrund der Branche und der Marktstellung praktisch bis zur Rente hätte arbeiten können. Nur muss man sich da entscheiden, ob man das wirklich will. Wenn man das nicht will, sollte man nämlich möglichst nicht zu lange bleiben, denn der eigene Marktwert fällt und fällt und fällt. Genau das meine ich mit nicht honorierter Erfahrung. In der IT ist der Stellenwert von im Trend liegenden Spezialwissen einfach enorm.

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