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Ich würde mal behaupten

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  1. Ich würde mal behaupten

    Autor: AllDayPiano 28.01.21 - 09:35

    Ich würde mal behaupten, im Büro ist das nicht anders. Ich arbeite ca. 6 Stunden am Tag produktiv, der Rest geht dann drauf für Gespräche mit Kollegen, Kaffee holen, Toilette und Pause(n). Dann sind die knapp 9 Stunden eigentlich auch schon voll.

    Natürlich: In lachsen Zeiten arbeitet man langsamer, bei Termindruck schneller, aber im Schnitt wird niemand nennenswert die 6 Produktivstunden übertreffen. Man muss ja auch berücksichtigen, dass man viel der Zeit wieder streichen muss, wenn man tags drauf merkt, dass man zwei Stunden vor Feierabend besser nicht mehr Aufgabe xyz gemacht hätte, und dann feststellt, dass es ein totaler Krampf war.

    Ich bin der Überzeugung, dass die Abkehr von der 35h Woche - außerhalb der Produktion - sinnvoll war.

    Bzgl. des Amazonmitarbeiters: Wieso müssen die Menschen erst auf die Nase fliegen, bevor sie merken, dass sie nur eine Nummer sind? Was haben viele Menschen für Komplexe, um nach der Anerkennung des Arbeitgebers zu lechzen? Um dann zu merken, dass es höchstens mal ein Danke gibt? Wer denkt, dass er mit unermüdlichen Einsatz nach oben kommt, der muss previlegiert geboren worden sein. Und er muss irgendwas studiert haben, damit er steil Richtung Vorstand fliegen kann.

    Wer einfach nur Entwickler oder Ingenieur ist, wird niemals mehr als ein Abteilungsleiter. Und auch nur dann, wenn jemand abdankt, der den Posten besetzt. Zumindest in 99,99% aller Fälle.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  2. Re: Ich würde mal behaupten

    Autor: aLpenbog 28.01.21 - 10:26

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bzgl. des Amazonmitarbeiters: Wieso müssen die Menschen erst auf die Nase
    > fliegen, bevor sie merken, dass sie nur eine Nummer sind? Was haben viele
    > Menschen für Komplexe, um nach der Anerkennung des Arbeitgebers zu lechzen?

    Nun einige wählen ihren Beruf in einen Bereich der sie interessiert. Für die ist das gut sein in diesem und Leistung eben ähnlich wie dem gut sein und die Platzierung in einem Sport. Gerade wo das Arbeitsleben so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass häufig neben diesen gar nicht mehr so viel Zeit und Energie für andere Dinge dieser Art vorhanden ist.

    Da geht es weniger um den Arbeitgeber und die Anerkennung von ihm, als von einem selbst und das man seinem Selbstbild gerecht wird. Und ja das kann bedeuten, dass man weitaus mehr gibt als gefordert oder für seinen selbst gut wäre, so wie auch viele Leistungssportler nach ihrem Hoch massive gesundheitliche Schäden davontragen, sofern sie nicht rechtzeitig aussteigen. Einzige Kerzen brennen zwar heller, dafür eben aber auch kürzer.

  3. Re: Ich würde mal behaupten

    Autor: lestard 28.01.21 - 12:48

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bzgl. des Amazonmitarbeiters: Wieso müssen die Menschen erst auf die Nase
    > fliegen, bevor sie merken, dass sie nur eine Nummer sind? Was haben viele
    > Menschen für Komplexe, um nach der Anerkennung des Arbeitgebers zu lechzen?
    > Um dann zu merken, dass es höchstens mal ein Danke gibt? Wer denkt, dass er
    > mit unermüdlichen Einsatz nach oben kommt, der muss previlegiert geboren
    > worden sein. Und er muss irgendwas studiert haben, damit er steil Richtung
    > Vorstand fliegen kann.
    >
    > Wer einfach nur Entwickler oder Ingenieur ist, wird niemals mehr als ein
    > Abteilungsleiter. Und auch nur dann, wenn jemand abdankt, der den Posten
    > besetzt. Zumindest in 99,99% aller Fälle.

    Ich glaube die wenigsten Entwickler wollen irgendwas anderes werden als Entwickler sein. Die wenigsten wollen "Manager" werden. Das ist aber tatsächlich in vielen Firmen ein Problem, dass "Anerkennung" in der Regel nur über Aufstieg läuft und was macht man dann mit Leuten, die Anerkennung verdient haben, aber nicht aufsteigen wollen und (im Interesse des Unternehmens) auch nicht aufsteigen sollten (siehe Peter-Prinzip)?
    Man muss sich da halt was überlegen hinsichtlich Gehaltsstrukturen. Und natürlich können Chefs auch auf anderen Wegen ihren Mitarbeitern Anerkennung geben. Zum Beispiel in dem man ihrer Meinung bei Entscheidungen Gewicht einräumt, in dem man ihren Vertrauen bei der Auswahl der Arbeitspakete schenkt und Freiheiten bei der Umsetzung gibt. Und natürlich in dem man bei der nächsten Gehaltsverhandlung die Leistung auch anerkennt.

  4. Re: Ich würde mal behaupten

    Autor: freebyte 28.01.21 - 21:30

    lestard schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich glaube die wenigsten Entwickler wollen irgendwas anderes werden als
    > Entwickler sein. Die wenigsten wollen "Manager" werden. Das ist aber
    > tatsächlich in vielen Firmen ein Problem, dass "Anerkennung" in der Regel
    > nur über Aufstieg läuft und was macht man dann mit Leuten, die Anerkennung
    > verdient haben, aber nicht aufsteigen wollen und (im Interesse des
    > Unternehmens) auch nicht aufsteigen sollten (siehe Peter-Prinzip)?

    Ja. Aber es ist bei den meissten Firmen nicht vorgesehen, dass ein Arbeitnehmer einfach nur besser bezahlt wird weil er seinen Job auch besser macht - das geht immer nur über Verantwortung und daher am leichtesten über Personalverantwortung.

    Sowas mach natürlich jeden kaputt, der seine Leistung eben nur dann erbringt, wenn er bei dem ganzen Verwaltungsscheiss nicht involviert ist.

    fb

  5. Re: Ich würde mal behaupten

    Autor: lestard 29.01.21 - 12:20

    freebyte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber es ist bei den meissten Firmen nicht vorgesehen

    Genau das ist das Problem, was ich kritisiere und das schaded letztlich auch den Firmen selbst. Entweder, weil sie gute Arbeitskräfte an die Konkurrenz verlieren weil die fixen Gehaltsstrukuren eine angemessene Bezahlung nicht zulassen. Oder weil die Leute in besser bezahlte Positionen mit Personalverantwortung aufrücken, für die diese aber überhaupt nicht geeignet oder motiviert sind. Da müssten dann hervorragende Entwickler*Innen irgendwelchen Papierkram und Verwaltung machen, obwohl sie eigentlich auch grade das nächste große Ding programmieren könnten.

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