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Wie ermittelt sich das?
Autor: Sharra 26.10.21 - 11:34
Gekaufte Neugeräte - recycelte Geräte = zu wenig?
Mal auf die Idee gekommen, dass die Altgeräte vielleicht gar nicht defekt waren und weiter verschenkt/verkauft wurden? Oder sie stehen als Reserve in der Keller/Garage/Speicher/Abstellkammer?
Man muss nicht alles gleich weg werfen, nur weil was neues ins Haus kommt. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Vögelchen 26.10.21 - 11:47
Sharra schrieb:
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> Gekaufte Neugeräte - recycelte Geräte = zu wenig?
> Mal auf die Idee gekommen, dass die Altgeräte vielleicht gar nicht defekt
> waren und weiter verschenkt/verkauft wurden? Oder sie stehen als Reserve in
> der Keller/Garage/Speicher/Abstellkammer?
>
> Man muss nicht alles gleich weg werfen, nur weil was neues ins Haus kommt.
Vermutlich Schätzungen: Was wird hergestellt+importiert - was melden die zertifizierten Recyclingstellen.
Wenn jetzt eine Waschmaschine 50 Jahre genutzt wird, oder die Schweizer kommen und in D einkaufen, ist die Quote schlecht! => Wir brauchen neue Gesetze zur Zwangsverschrottung. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Kadjus 26.10.21 - 11:48
Das war auch mein erster Gedanke.
Ich habe auch letzter zeit mehr Elektronik gekauft als entsorgt und nutze diese sogar. Soll ja auch vorkommen ;) -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Oktavian 26.10.21 - 12:02
> Mal auf die Idee gekommen, dass die Altgeräte vielleicht gar nicht defekt
> waren und weiter verschenkt/verkauft wurden? Oder sie stehen als Reserve in
> der Keller/Garage/Speicher/Abstellkammer?
Deshalb wird ja auch keine Quote von 100% angestrebt sondern von 65%. Das trägt genau der Tatsache Rechnung, dass sich die Gesamtzahl der Elektrogeräte sukzessive erhöht.
> Man muss nicht alles gleich weg werfen, nur weil was neues ins Haus kommt.
In anderen europäischen Ländern werden die Leute ebenfalls nicht alles sofort wegwerfen. Wenn die Menschen dort aber nach gleicher Messmethode auf deutlich höhere Recycling-Quoten kommen, ist das etwas, was man erst einmal erklären muss. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: M.P. 26.10.21 - 12:09
Das Gewicht der Elektronik wird aber geringer. Für die weggeworfene Wohnzimmer-Röhre kann man vier Flachbild-TVs kaufen, wenn man Größenmäßig nicht übertreibt ...
Tower-PC+Röhrenmonitor -> Notebook + kein Monitor mehr ... -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Solarix 26.10.21 - 12:16
Also gerade im Grenzbereich sind die ausländischen Schrottsammler hochaktiv.
Bei uns an der olnischen Grenze wurden im ganzen Strassenzug (kommunale Wohnungen) Gasherde gegen Elektro getauscht. Eine Firma hat die alten abgebaut und rausgestellt und bevor die Entsorgungsfirma kam waren schon polnische Schrottsammler da und haben die per LKW abtransportiert.
Mein altes durchgerostetes Auto hatte ich auch nach Polen verkauft, weil ich in DE noch hätte draufzahlen müssen fürs Verschrotten.
Sowas fällt dann halt auch in der Masse mit ins Gewicht, wenn solch eine Quote berechnet wird.
Dazu hab ich auch noch massig E-Schrott rumliegen, vor allem alte computerteile, die zwar noch funktionieren, ich aber eigentlich weiß,dass ich die nie wieder verwenden werde. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Sascha88 26.10.21 - 12:18
Blödes Beispiel.
Ein neues Auto wird in DE gekauft.
Nachdem es 10Jahre alt ist: Es wir nach Polen, Afrika oder sonst wo hin verkauft.
Nach noch einmal 10 Jahren ist es wirklich Schrottreif.
Folgen: Das Auto wird nicht in DE verschrottet, wurde aber hier gekauft. Es fehlt also in der "Recycling-Statistik" von DE.
In Polen wurde es nicht gekauft, wird dort aber verschrottet, das Auto wertet also deren "Statistik" auf.
Ich weiß, das sind aus der Luft gegriffene Werte und es handelt sich auch nicht direkt um Elektronik. Wobei Autos ja auch genug Elektronik enthalten. Zählt ein Elektro-Auto eigentlich dann komplett zum Elektro-Schrott? ;-) -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Oktavian 26.10.21 - 12:26
> Blödes Beispiel.
Richtig, bei Autos gibt es einen recht umfangreichen Gebrauchtmarkt, der auch über weite Strecken geht. Das ist aber etwas besonderes im Bereich von Autos. Zudem fallen Autos nicht in die Kategorie "Elektrogeräte".
Dass es einen ähnlich gelagerten Zyklus für Elektrozahnbürsten, Wecker, alte Handys oder alte Notebooks gibt, wäre mir zumindest neu. Allenfalls landen defekte Geräte in solchen Schwellenländern, dann aber eben zur Müllentsorgung und zum Nicht-umweltgerechten Recycling, und das soll ja gerade verhindert werden durch zertifizierte Entsorger. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: lestard 26.10.21 - 13:24
Leider schweigt sich der Artikel darüber aus, wie denn die Recycling-Quoten in anderen EU-Ländern aussieht. Wo steht Deutschland da so im Vergleich?
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Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Oktavian 26.10.21 - 13:32
> Leider schweigt sich der Artikel darüber aus, wie denn die Recycling-Quoten
> in anderen EU-Ländern aussieht. Wo steht Deutschland da so im Vergleich?
Zumindest 2017 standen wir knapp in der unteren Hälfte:
https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20201208STO93325/elektroschrott-in-der-eu-zahlen-und-fakten-infografik
Da die Zahlen bei uns weitgehend konstant sind, gehe ich mal davon aus, in deren Ländern sind sie auch nicht so furchtbar volatil und wie stehen immer noch irgendwo in der 2. Hälfte. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: mpw1413 26.10.21 - 15:33
Das habe ich auch direkt gedacht. Deutschland hat eine ziemlich starke Kultur rund um Reparaturcafés etc. Vielleicht fällt hier nur weniger Schrott an. Aber hey, Hauptsache die EU findet wieder einen Grund uns Strafgelder aufzubrummen.
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Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: fabiwanne 26.10.21 - 16:11
Wenns Kühlschränke erst sein 3 Monaten gäbe oder die Quote einmalig so schlecht wäre, wäre das ein Grund. Aber ob die jetzt 3 oder 5 Jahre halten ändert doch nichts daran, dass auf die Dauer gleich viele Geräte weggeschmissen wie gekauft werden.
Sorry, 90% der Deutschen schmeißen ihren Elektroschrott entweder illegal in den Restmüll oder stellen für illegale Müllsammler an die Straße. Jeder weiß das. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Michael H. 26.10.21 - 17:02
fabiwanne schrieb:
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> Wenns Kühlschränke erst sein 3 Monaten gäbe oder die Quote einmalig so
> schlecht wäre, wäre das ein Grund. Aber ob die jetzt 3 oder 5 Jahre halten
> ändert doch nichts daran, dass auf die Dauer gleich viele Geräte
> weggeschmissen wie gekauft werden.
> Sorry, 90% der Deutschen schmeißen ihren Elektroschrott entweder illegal in
> den Restmüll oder stellen für illegale Müllsammler an die Straße. Jeder
> weiß das.
Dann gehör ich zu den 10 übrigen Prozent.
Das einzige Land, dass mir einfällt, das noch exzessiver auf Mülltrennung beharrt als Deutschland, ist Japan.
In Deutschland gibt es zwar auch einige die ihren Elektroschrott illegal entsorgen, aber ich würde behaupten, die Mehrheit bringt ihre Elektrokleingeräte auf den Wertstoffhof und lässt Großgeräte vom Sperrmüll abholen oder bringt diese sogar selbst zum Wertstoffhof.
Vor allem, da Kleingeräte generell kostenlos zu entsorgen sind und Großgeräte einmal im Jahr bzw. inzwischen glaub ich gegen ne kleine Pauschale abgeholt werden können. Was aber immer noch günstiger ist, als sich z.B. nen Sprinter zu mieten und das Zeug zum Wertstoffhof zu fahren.
Daher verstehe ich bis heute nicht, warum sich Leute die Mühe machen ihren Stuff irgendwo in der Natur abzuladen. Mal davon abgesehen, dass diese Idioten (sorry aber das sind halt nunmal Idioten) oftmals auch erwischt werden, weil bei solchen Verstößen der Müll genau durchsucht und nach Spuren untersucht wird.
Erst letztens wurden hier im Ort ein paar Männer erwischt, weil die Barcodes/Seriennummern auf einigen Geräten/Gegenständen nachverfolgt werden konnten und diese entsprechend der Lieferkette bis hin zum Endkäufer nachverfolgt werden konnten, womit diese mit insgesamt mehreren tausend ¤ Strafe belangt wurden.
Mal davon abgesehen, dass viele Unternehmen eine kostenlose Altgeräteentsorgung bei Neuanschaffung anbieten. Vor einer Weile ist unsere knapp 35 Jahre alte AEG Waschmaschine kaputt gegangen. Hab bei Alternate eine neue bestellt und die Alte wurde gegen 15¤ Aufpreis oder so direkt mitgenommen.
Kleinstgeräte die kaputt gehen und nicht mehr reparabel sind, kommen in einen Karton und werden dort gesammelt. Wenn ich dann mal zum Wertstoffhof muss, weil ich z.B. Altglas entsorgen muss oder Altmetall wegbringe weil irgendwas nach 20 Jahren mal durchgerostet ist und nicht für den Restmüll geeignet ist, wird der Karton einfach mitgenommen und in den Container geschmissen bzw. entleert.
Weiss ja nicht in welchen Kreisen du so verkehrst, aber hier ist das eher die Regel, weswegen ich die 90% von dir überhaupt nicht nachvollziehen kann.
Ich bin ja gerne immer sehr selbstironisch und finde es immer lustig, gerade uns Deutschen den Spiegel vorzuhalten in Punkto Vorurteile oder Klischees wie "Handtücher auf Liegen legen" oder das "meckern" eine Grundeigenschaft der Deutschen ist... aber wenn ich das auf die Mülltrennung projiziere... wäre der wohl deutscheste Satz dafür "man wäscht Jogurtbecher und gebrauchte Lebensmittelgläser von Soßen oder Konservendosen vorher aus bevor man sie trennt und wegwirft". Und das machen in der Regel auch die meisten.
Ich glaube bei der Mülltrennung ist der Deutsche gleich nach dem Japaner und vielleicht ganz wenigen anderen noch der sauberste im internationalen Vergleich. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: JE 27.10.21 - 07:39
Das mit dem Joghurtbecher auswaschen lasse ich, seitdem ich davon gehört habe, daß für den Inhalt der gelben Tonne auch "thermische Verwertung" üblich ist. Wenn das Zeug eh in die Müllverbrennungsanlage zum Anfeuern kommt, kann ich mir den Aufwand auch sparen.
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Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Brennholzverleih 27.10.21 - 09:32
Ja das mit der Müllverbrennung ist tatsächlich so. Vor Jahren wohnte ich in einer kleinen Stadt mit einer Müllverbrennungsanlage. Es ist tatsächlich so, dass hier alles verfeuert wird was brennt. ich habe auch schon 2 Führungen mitgemacht und war im Führerstand für die Kralle die den Müll packt. In der Verbrennungsanlage sind 2 Rampen für die Anlieferung wo die gelben Säcke und Papier angeliefert werden. Diese werden auch im Bunker getrennt gelagert. Je nachdem wie es mit dem derzeitigem Brennwert des Restmülls ausschaut werden dann Kunststoff oder Papier zugegeben. Das einzige was die Verbrennungsanlagen nicht mögen ist Glas. Als ich dort war, war einer der beiden Brennkammern offen zur Reparatur/Wartung. Der Grund dafür war, dass eine größere Menge Glas im Müll war und die dann in der Brennkammer weich wurde und somit den Fördermechanismus beeinträchtigt hat.
Bei uns im Ort ist der Wertstoffhof gut besucht. Unter der Woche hat er bis 18 Uhr offen und am Samstag auch bis 16 Uhr. Ich kann Leute nicht verstehen die Ihre Geräte/Müll einfach wild entsorgen.
Aber mit dem Entsorgen ist es oftmals so ne Sache. Da ich auf dem Weg vom Ortskern zum Bahnhof wohne sehe ich oftmals Leute die ausgelassen mit der Bierflasche in der Hand auf dem Weg zum Bahnhof schonmal der erste Feierabendbier trinken. Solange die Flasche Inhalt hat ist sie der heilige Gral aber wenn leer, dann wird sie einfach in den Gärten entsorgt. Und was im Kleinen nicht geht kann im Großen auch nicht funktionieren. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: TrollNo1 27.10.21 - 13:45
Also für so Sachen wie Backöfen, Mikrowellen, Kühlschränke etc. gibt es schon irgendeinen dubiosen Zweitmarkt. Zumindest haben wir immer wieder Zettel im Briefkasten, dass das Zeug gesammelt werde. So sind wir mal einen alten Backofen losgeworden. Kostet nix und nur an die Straße stellen. Einfacher gehts kaum.
Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt. -
Re: Wie ermittelt sich das?
Autor: Sharra 27.10.21 - 19:35
Ist das ein Wunder? Hierzulande wird das Ding entsorgt wenn es nicht mehr an geht. Warum es nicht mehr angeht ist egal, weil der Reparaturdienst zu teuer ist. Also kauft man was neues. Die Sammler schippern das Zeug nach Osteuropa, und reparieren es einfach. Kostet meist keine 5¤ an Material für sowas wie einen E-Ofen. Dort geht das Ding dann für 50¤ auf den Gebrauchtmarkt und irgend jemand freut sich über einen noch 20 Jahre funktionierenden Herd.



