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Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: Anonymer Nutzer 10.05.16 - 13:00
...sondern schnelle Pings. Die Downstream-Rekordjagd in der Werbung erinnert mich zunehmend an die atemlose Megahertz-Schlacht in den späten 1990ern und frühen 2000ern, da konnte man den Leuten auch versuchen zu erklären, dass es vielleicht wichtiger sein kann, was für einen und auch wieviel RAM der PC hat und einige Dinge mehr. Nein, je mehr Mhz desto doller. Und so auch hier. Bin ich der einzige, bei dem da gewisse Erinnerungen geweckt werden?
Also ich kriege rechnerisch meinen VDSL 50 Anschluss, den ich auch immer im Vollsync hab, nichtmal mit drei parallelen 4k Netflix Streams ausgelastet. Und wir leben zu zweit.
Darum hab ich auch gar nicht erst VDSL 100 bestellt, was ich auch problemlos bekommen könnte. Kostet ja immerhin etwas mehr jeden Monat, ohne, dass ich auch nur die VDSL 50 Leitung ausreizen könnte.
Aber wenn man natürlich mit, vorsichtig gesagt, Tendenz zur Überbuchung von shared medium Systemen Niedrigpreise anbietet, dann funktioniert das solange, wie die Kunden diese "bis zu"-Kapazitäten nicht auch tatsächlich in Anspruch nehmen. Wie gerade illustriert wurde von mir ist das ja aktuell noch lange nicht der Fall, man zeige mir den Haushalt, wo zeitgleich 6x ein 4k Videostream läuft, um auch nur eine 100 mbit/s Leitung rechnerisch an ihre Grenze zu bringen.
Die Kabelanbieter müssen also nicht im Sinne von "butter bei de fische" bei der Masse der Kunden auch wirklich das liefern, was sie anbieten. Darum kann man munter alle möglichen docsis 3.1 Profile schalten und mit DSL Anschlüssen preislich vergleichen.
Aber das ist dann in etwa so wie damals, der PC vom Lebensmitteldiscounter, der toll-viel Mhz hatte, aber dafür die langsamste Festplatte des Planeten. -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: most 10.05.16 - 13:26
Jeder hat so seine Ansprüche, ist doch nicht das erste Mal hier in der Diskussion.
Ein, zwei Rechner/Konsolen mit Steam und ein Stream lasten 100 Mbit schon ziemlich gut aus, wenn auch nur in der Spitze.
Ist halt wie bei vielen Sachen in unserer (seit Jahrzehnten) gesättigten Konsumlandschaft. Ginge auch deutlich weniger, aber warum verzichten, wenn es bezahlbar ist? -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: Anonymer Nutzer 10.05.16 - 13:30
most schrieb:
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> Jeder hat so seine Ansprüche, ist doch nicht das erste Mal hier in der
> Diskussion.
>
> Ein, zwei Rechner/Konsolen mit Steam und ein Stream lasten 100 Mbit schon
> ziemlich gut aus, wenn auch nur in der Spitze.
> Ist halt wie bei vielen Sachen in unserer (seit Jahrzehnten) gesättigten
> Konsumlandschaft. Ginge auch deutlich weniger, aber warum verzichten, wenn
> es bezahlbar ist?
Den bezahlbaren, privaten Internetzugang mit einstelligem Ping und dreistelligem Downstream, mit Upstream mindestens im Verhältnis 1:6, auch und gerade dann, wenn man eben Freizeit hat und diesen nutzt (an Wochentagen am Abend, usw.), habe ich bisher noch nicht gefunden. Irgendwo muss man immer Abstriche machen. Das ist alles was ich damit sagen will, die Leute sollten sich nicht von Werbeversprechen vergackeiern lassen. -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: Spiritogre 10.05.16 - 13:32
Mir reichen auch 50 / 10 aber weniger möchte ich inzwischen dann auch nicht mehr haben.
Gerade zu Stoßzeiten bricht die Downloadrate ja auch gerne mal ein wenig ein, wenn alle Nachbarn ebenfalls im Netz sind. Und wenn man große Dateien runterlädt macht sich 50 Mb im Vergleich doch schon positiv bemerkbar. Wer also sehr viel sehr große Daten runterlädt, für den macht 100 durchaus Sinn, selbst wenn er das nicht ständig tut. -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: plutoniumsulfat 10.05.16 - 13:41
Ich hoffe, die 3 Streams hattest du nur mal zum testen an :D
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Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: NeoCronos 10.05.16 - 13:41
Bei mir ist auch der Ping bei UM wesentlich besser.
Auf guten CS Servern fällt dieser Zeitweise unter 7ms und steigt nicht höher als 12-13ms, während ich bei der Telekom Schwierigkeiten habe unter 35ms zu bleiben. -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: most 10.05.16 - 13:54
Ja, da gibt es noch durchaus Spielraum nach oben.
Aber es gibt eben auch bereits heute ausreichend Bedarf z.B. nach 100 Mbit, den man relativ normalen Szenarien zeitweise mehr als ausgelastet bekommt und nicht nur mit (momentan noch ) künstlich konstruierten Annahmen wie mehrere 4k Streams parallel. -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: Sarkastius 10.05.16 - 16:06
Lügenbold schrieb:
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> ...sondern schnelle Pings. Die Downstream-Rekordjagd in der Werbung
> erinnert mich zunehmend an die atemlose Megahertz-Schlacht in den späten
> 1990ern und frühen 2000ern, da konnte man den Leuten auch versuchen zu
> erklären, dass es vielleicht wichtiger sein kann, was für einen und auch
> wieviel RAM der PC hat und einige Dinge mehr. Nein, je mehr Mhz desto
> doller. Und so auch hier. Bin ich der einzige, bei dem da gewisse
> Erinnerungen geweckt werden?
>
> Also ich kriege rechnerisch meinen VDSL 50 Anschluss, den ich auch immer im
> Vollsync hab, nichtmal mit drei parallelen 4k Netflix Streams ausgelastet.
> Und wir leben zu zweit.
erstmal sagt Vollsync nichts über die netto Bandbreite aus und zweitens ist das 3x 4k Argument Schwachsinn. Du argumentierst mit einem stark runder gerechneten Videoformat. Für verlustfreies 4k braucht man eine 100 Mbit Leitung!
raw, uncompressed ( yv12 format, typical for bluray, video cameras etc) : 12 bits per pixel x resolution x frames = 12 x 3840 x 2160 x 60 = 5,971,968,000 bps = 5,971,968 kbps = 711 MB/s
compressed with lossless compression (huffyuv, magicyuv, other codecs), depending on content complexity, usually 1:5 - 1:2 , so about 100-400 MB/s
with lossy compression... h264/avc would probably need around 60-80 mbps for great quality, 20-40mbps would work for youtube quality h265 / hevc would give great results with 50-70 mbps, probably will do youtube quality for 20-30 mbps.
> Darum hab ich auch gar nicht erst VDSL 100 bestellt, was ich auch
> problemlos bekommen könnte. Kostet ja immerhin etwas mehr jeden Monat,
> ohne, dass ich auch nur die VDSL 50 Leitung ausreizen könnte.
Du merkst das nur nicht weil die Qualität angepasst wird.
> Aber wenn man natürlich mit, vorsichtig gesagt, Tendenz zur Überbuchung von
> shared medium Systemen Niedrigpreise anbietet, dann funktioniert das
> solange, wie die Kunden diese "bis zu"-Kapazitäten nicht auch tatsächlich
> in Anspruch nehmen. Wie gerade illustriert wurde von mir ist das ja aktuell
> noch lange nicht der Fall, man zeige mir den Haushalt, wo zeitgleich 6x ein
> 4k Videostream läuft, um auch nur eine 100 mbit/s Leitung rechnerisch an
> ihre Grenze zu bringen.
>
> Die Kabelanbieter müssen also nicht im Sinne von "butter bei de fische" bei
> der Masse der Kunden auch wirklich das liefern, was sie anbieten. Darum
> kann man munter alle möglichen docsis 3.1 Profile schalten und mit DSL
> Anschlüssen preislich vergleichen.
>
> Aber das ist dann in etwa so wie damals, der PC vom Lebensmitteldiscounter,
> der toll-viel Mhz hatte, aber dafür die langsamste Festplatte des Planeten.
Wenn du mit tiefgreifenden Vergleichen anfängst, passe bitte deine Argumente an. Streaming ist auch kein Alleinstellungsmerkmal im Internet. -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: Mixermachine 11.05.16 - 01:42
Für YouTube 4k sollten es schon 25 mbps sein.
Mit 60 Frames sieht es dann nochmal anders aus ^^.
YouTube komprimiert dabei schon sehr stark.
Auf mittelfristige Sicht werden Videos in 360 Grad Ansicht übertragen.
Da werden sicher über 60 bis 80 mbps drauf gehen.
(was ebenfalls stark komprimiert ist)
Bei der Musik wollen die Leute das non-plus-ultra-unkomprimierte :D
In Deutschland sind wir gerade ziemlich weit hinten dran mit dem Ausbau und haben jetzt die Chance ein gutes Netz zu errichten (was nicht wieder in 8 Jahren ausgetauscht werden muss)...
Getter, Setter, Hashcode und Equals manuell testen in Java?
Einfach automatisieren: https://github.com/Mixermachine/base-test -
Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: Eheran 11.05.16 - 06:38
Youtube komprimiert schon immer zu sehr. Das ist leider so... es gibt keinerlei Möglichkeit für bestimmte Anwendungen doch noch mehr zu bekommen.
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Re: Onlinespiele brauchen keine breiten Downstreams...
Autor: chefin 11.05.16 - 09:29
NeoCronos schrieb:
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> Bei mir ist auch der Ping bei UM wesentlich besser.
> Auf guten CS Servern fällt dieser Zeitweise unter 7ms und steigt nicht
> höher als 12-13ms, während ich bei der Telekom Schwierigkeiten habe unter
> 35ms zu bleiben.
Das liegt aber ausschliesslich am peerring und nicht am Medium selbst. Um 7-12ms zu bekommen muss der Server am selben Backbone stehen. Also in einem RZ von UM oder mit direktem Peering zu UM.
Eventuell hast du dann auch noch Werte aus DSL-zeiten im Kopf der ersten Generation. ADSL2 ohne zusätzliche Korrektur kommt auch locker auf 20ms runter wenn die Server gutes peering zur telekom haben. Aber auch mal 70ms wenn sich da einige Konkurrenten gerade das Leben schwer machen und das auf dem Rücken der Kunden austragen. Nur machen DAS alle, also musst am Ende damit leben, das es so ist. Egal wohin du gehst.



