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hä? gericht wieder einmal weltfremd?

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  1. hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Moe479 02.12.16 - 23:13

    natürlich wird profiling und der gleichen auch in ladengeschäften des einzelhandels betrieben, das ist orginäre aufgabe eines verkäufers, den kunden möglichst das nicht nur für sie richtige produkt zu verkaufen, er ist ja schliesslich eben kein berater den der kunde direkt zahlt, unabhängig des aufgesetzten anscheines ... und ja natürlich ist z.b. die deutschlandcard bei edeka auch ein solches produkt ... nur die ladenkunden sind nicht die eigentlichen kunden dessen.

    und die kartenlesegeräte sind auch in etwa ähnlich 'sicher' wie andere zahlungsportale ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.12.16 23:17 durch Moe479.

  2. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: ClausWARE 03.12.16 - 04:41

    Nur die Deutschlandkarte muss niemand benutzen und auch mit Karte muss niemand bezahlen. Noch gibt es Bargeld.
    Von der Seite hat das Gericht Recht - wie praktikabel das alles ist, ist eine andere Frage.
    Aber die Paranoia beim Thema Sofortüberweisung finde ich z.T. auch ein wenig übertrieben, rührt sie doch recht oft von wilden Phantasien und Spekulationen her.
    Klar können die Profile anlegen, wie auch alle Banken & Kreditinstitute, PayPal, Google, Facebook und fast alle anderen Konzerne in unserer "modernen" Welt auch.

  3. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: nobs 03.12.16 - 07:45

    Ich denke nicht dass im Vergleich von Sofort mit z.B. Paypal das Profiling der entscheidende Punkt ist.
    Hier geht es um Datenschutz im engeren Sinne. Erstattet mir der TÜV alle Auslagen wenn bei der Übermittlung der PIN an einen Dritten etwas schief geht und Missbrauch getrieben wird?
    Ich fürchte es wird eher so laufen, dass die bestehende Zertifizierung als Freifahrtschein genutzt wird.

    https://twitter.com/PiratNobs

  4. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Moe479 03.12.16 - 07:46

    ich meinte auch nicht das lesegerät für die deutschlandcard, sondern sie als ein beispiel für ein profiligprodukt in läden des einzelhandels.

    die momentan verbreiteten lesegeräte für bankkarten und natürlich die karten selber ... das ist alles kein hochmodernes zeug mehr und bekannt gewordene schwachstellen sind entsprechend leicht ausnutzbar ... die karten können damit z.b. kopiert werden und die pin mitgeschnitten.
    gut dann gibt es noch immer das liebe bargeld, nur es wird heute auch meist nur noch von automaten ausgegeben. hier gilt aber das gleiche, und die wenigsten automaten werden so bewacht, dass sie nicht manipuliert werden können.

    da steckt überall ne menge vertrauen der anwender drinn, und du hast richtig erkannt, dass auch z.b. sofortüberweisung in der beziehung nichts besser macht.

    es ging mir mehr um die einschätzung des gerichtes, welche ladengeschäfte als sichereren ort für geschäfte empfiehlt, diese einschätzung ist imho völlig banane.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 03.12.16 07:54 durch Moe479.

  5. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Faksimile 03.12.16 - 10:59

    Wieso wird vom Gericht eigentlich das Interesse des Wirtschaftsunternehmens höher eingeschätzt als dass des Verbrauchers? Der Unternehmer kann grundsätzlich auch online über die diversen Auskunftsportale (Schufa, Creditreform, Schimmelpeng oder wie sie sonst noch heißen mögen) Informationen über den potentiellen Kunden einziehen. Sicher kostet ihn das Geld. Aber auch der Vertrag mit Sofortüberweisung wird nach der Eigenschaft eines Vertrages nicht umsonst sein. Zum anderen nennt man das Betriebsausgaben und ist in die Preiskalkulation mit einzubeziehen. Und wenn ich dann am Markt nicht bestehen kann, ist das das eben das Problem des Händlers. Denn niemand zwingt ihn, online Business zu tätigen!
    Dass die Banken hier keinen äquivalenten Service direkt anbieten, mit dem eine dort ausgelöste Uberweisung mit einer Bestätigung an den Händler gemeldet wird ist leider bedauerlich.

  6. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: lear 03.12.16 - 16:31

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso wird vom Gericht eigentlich das Interesse des Wirtschaftsunternehmens
    > höher eingeschätzt als dass des Verbrauchers?

    Gerichte tun nichts dergleichen, das ist Aufgabe der Legislative.

    Das Gericht hat zu überprüfen, inwiefern ein konkreter Fall mit bestehender Gesetzgebung kollidiert und solches hier abgelehnt. Da das LG FFaM das anders gesehen hat, dürfte die Entscheidung des BGH noch offen sein.

    Im Vorfeld hat das Kartellamt die Praxis der Banken, das Onlinebanking zu kontrollieren untersagt (wettbewerbsrechtlich sinnvoll, aber hier mit einer unschönen Stilblüte. Man könnte da evtl. nachbessern und die Banken Zugangskriterien festlegen lassen, die dann auch den Umgang mit den Kundendaten regeln)

    Es kommt leider auch nicht auf die Monopolstellung der Bahn an, das wäre wieder was fürs Kartellrecht, daß die Praxis in diesem speziellen Fall jenseits aller Urteile wieder untersagen könnte.

    Die Wertung beißt sich daran fest, ob das Gebaren von sofortueberweisung.de "zumutbar" ist - man könnte da mit den Füßen abstimmen lassen und sie (bzw. besser noch den Händler bei der Zahlungsauswahl) dazu verdonnern, ausdrücklich auf die Gefahren hinzuweisen und Statistiken über die Gewählte Zahlungsart zu erheben. Benutzt das bei Kenntnis des Sachverhaltes keiner mehr (sondern weicht sinnigerweise auf das bestehende, aber kostenpflichtige, Kreditinstitut aus) ist das ganze eben nicht "zumutbar", damit griffe der einschlägige Artikel wieder und der Händler müßte was anderes (unentgeldlich) anbieten.

    Sollte das BGH zu einem unerfreulichen Urteil kommen, bleibt übrigens der Legislative Weg unbeschadet: mach Stimmung gegen die bestehende Regelung damit der Gesetzgeber einschreitet.

  7. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: My1 03.12.16 - 19:29

    lear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Faksimile schrieb:
    > Im Vorfeld hat das Kartellamt die Praxis der Banken, das Onlinebanking zu
    > kontrollieren untersagt (wettbewerbsrechtlich sinnvoll, aber hier mit einer
    > unschönen Stilblüte. Man könnte da evtl. nachbessern und die Banken
    > Zugangskriterien festlegen lassen, die dann auch den Umgang mit den
    > Kundendaten regeln)

    was die untersagung der Weitergabe der Zugangsdaten an andere mit wettbewerbsrecht zutun hat interessiert mich ja schon. es ist allein aus sicherheitsstandpunkt schlicht dämlich sowas zu tun, das ist nicht oauth wo man sich bei der bank einloggt und SÜ bekommt nen token um ganz bestimmtes, festgelegtes zeug zu machen, die haben die Logindaten des Users, theoretisch könnten die jeden mist machen der keine TAN braucht.


    > Benutzt das bei Kenntnis des Sachverhaltes keiner
    > mehr (sondern weicht sinnigerweise auf das bestehende, aber
    > kostenpflichtige, Kreditinstitut aus) ist das ganze eben nicht "zumutbar",
    > damit griffe der einschlägige Artikel wieder und der Händler müßte was
    > anderes (unentgeldlich) anbieten.

    also alleine aus Logischem standpunkt ist nichts zumutbar wo man einem anderem Unternehmen als der Bank einen Blankoscheck (Tan im falle von statischen TAN verfahren) übergibt. und denen auch noch die Logindaten voll in die Hand drückt.

  8. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: lear 03.12.16 - 22:43

    My1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > was die untersagung der Weitergabe der Zugangsdaten an andere mit
    > wettbewerbsrecht zutun hat interessiert mich ja schon.

    Es dürfte da eher um seriöse Finanzdienstleister (andere Kreditinstitute - denen mußt Du als Kunde ohnehin Vertrauen entgegen bringen) gehen. Ähnlich der Mailabholung bei laufendem Anbieterwechsel.
    Ich kenne den Beschluß nicht, aber es ist va. der vollständige Ausschluß untersagt. Die Bank wird sich schon noch Haftungsausschlüsse bedingen dürfen. Wie gesagt: unschönes Ergebnis ist, daß Früchte wie SÜ ("auch") nicht wg. Ablehnung durch das Kreditinstitut vom Kunden abgelehnt werden können.

    > also alleine aus Logischem standpunkt ist nichts zumutbar
    "Zumutbar" ist per Definition ein subjektiver Standard (und hier auch noch eine Individualentscheidung, SÜ eher nicht, Volksbank eher schon?) und ich hatte "mit den Füßen abstimmen" auch nur als eine *mögliche* Lösung der Frage genannt (wenn der BGH sich nicht zu einer Bewertung durchringen kann)

    Ich kann mir sogar vorstellen, daß das OLG nicht begeistert vom Ergebnis ist (Verweis das die abstrakte Gefahr nicht reicht impliziert die abstrakte Gefahr zu sehen ;-), aber derartige Wertungen stehen ihm nicht zu.
    Das ist ganz klar Sache der Legislative, bzw. die wird das auf den BGH (zur höchstrichterlichen Bewertung der Zumutbarkeit) abwälzen. Schon wieder mal :-(

  9. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: My1 03.12.16 - 23:13

    lear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > My1 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > was die untersagung der Weitergabe der Zugangsdaten an andere mit
    > > wettbewerbsrecht zutun hat interessiert mich ja schon.
    >
    > Es dürfte da eher um seriöse Finanzdienstleister (andere Kreditinstitute -
    > denen mußt Du als Kunde ohnehin Vertrauen entgegen bringen) gehen. Ähnlich
    > der Mailabholung bei laufendem Anbieterwechsel.

    so n pop3 vom anbieter kann man schwer mit BANKZUGRIFFSDATEN vergleichen.
    Emails sind im Prinzip leider eh nur wie Postkarten und man kann ja sonst einfach die mails normal ziehen und sonstwie archivieren.

    Ich würde nicht mal nem anderem Kreditdienstleister die daten geben wenn die wahl besteht.

    > Ich kenne den Beschluß nicht, aber es ist va. der vollständige Ausschluß
    > untersagt. Die Bank wird sich schon noch Haftungsausschlüsse bedingen
    > dürfen. Wie gesagt: unschönes Ergebnis ist, daß Früchte wie SÜ ("auch")
    > nicht wg. Ablehnung durch das Kreditinstitut vom Kunden abgelehnt werden
    > können.
    naja aber spätestens wenn gesagt wird sobald "man seine daten weitergibt haften wir nicht" (was vollkommen normal und verständlich ist) ist sofortüberweisung wieder n ernsthaftes risiko.
    > > also alleine aus Logischem standpunkt ist nichts zumutbar
    > "Zumutbar" ist per Definition ein subjektiver Standard (und hier auch noch
    > eine Individualentscheidung, SÜ eher nicht, Volksbank eher schon?) und ich
    > hatte "mit den Füßen abstimmen" auch nur als eine *mögliche* Lösung der
    > Frage genannt (wenn der BGH sich nicht zu einer Bewertung durchringen
    > kann)

    es ist gottverdammt egal, die Zugangsdaten an jemand anderes als die betreffende Bank geben ist nicht zumutbar aus sicherheitstechnischen Standpunkt, insbesondere wenn man Papier-TANs nutzt, was im prinzip nem blankoscheck gleichkommt, den man nicht einfachso wiederrufen kann (nur wenn der andere bei ner anderen Bank ist und man schnell ist).
    Wenn Zumutbarkeit per definition Subjektiv ist, warum wird dann ein Begriff der nicht schwammiger sein KANN, im Gesetz verwendet?

    ich weiß nicht ob es ein anderes wort für objektive Zumutbarkeit gibt, aber es kann einfach nicht sein dass es erlaubt ist eine Komplett Problematische Methode als einzige Kostenfreie anzubieten...
    Lastschrift ist zumutbar, Paypal ist zumutbar weil Lastschrift, giropay und Paydirekt sind zumutbar da diese direkt mit der Bank entstehen.

    > Ich kann mir sogar vorstellen, daß das OLG nicht begeistert vom Ergebnis
    > ist (Verweis das die abstrakte Gefahr nicht reicht impliziert die abstrakte
    > Gefahr zu sehen ;-), aber derartige Wertungen stehen ihm nicht zu.
    > Das ist ganz klar Sache der Legislative, bzw. die wird das auf den BGH (zur
    > höchstrichterlichen Bewertung der Zumutbarkeit) abwälzen. Schon wieder mal
    > :-(

    es ist mir herzlich egal wer dafür verantwortlich ist, aber der Fakt dass einer der wichtigsten Grundsätze (Zugangsdaten nur auf der richtigen Seite eingeben) von IT Security gebrochen wird als zumutbar gilt MUSS gelöst werden. (zum Thema MUSS siehe RFC 2119)

  10. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: plutoniumsulfat 03.12.16 - 23:48

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass die Banken hier keinen äquivalenten Service direkt anbieten, mit dem
    > eine dort ausgelöste Uberweisung mit einer Bestätigung an den Händler
    > gemeldet wird ist leider bedauerlich.

    Gibt es, nennt sich Giropay.

  11. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: lear 04.12.16 - 00:30

    My1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wenn Zumutbarkeit per definition Subjektiv ist, warum wird dann ein Begriff
    > der nicht schwammiger sein KANN, im Gesetz verwendet?

    Weil Politiker keine Eier haben. (Ok, Merkel ist hier ausnahmsweise mal entschuldigt)
    Das ist bei weitem nicht der einzige Wischiwaschi-Paragraph.
    Neuerdings wird sogar versucht, dergleichen im Strafrecht unterzubringen (zB. Vergewaltigungsfrage)

    > ich weiß nicht ob es ein anderes Wort für objektive Zumutbarkeit gibt

    Normalerweise™ wird sowas in- oder exklusiv definiert (Liste von allem was drin sein muß, bzw, nicht darf)
    Es hat aber im BGB Tradition, den Richtern über Generalklauseln Einzelfallentscheidungen zu ermöglichen (s. va. §138 BGB).

    > einer der wichtigsten Grundsätze (Zugangsdaten nur auf der richtigen Seite eingeben)

    Was ist "die richtige Seite"? (rhetorisch)

    Im Kern wirst Du in Vertragsschluß mit SÜ "gedrängt" (um mal einen strafrechtliche Begriff zu vermeiden ;-)
    SÜ tritt dabei als Finanzdienstleister auf, dem Du zum. einen Teil Deines Vermögens anvertraust. Daß das über die Weitergabe von Logindaten erfolgt, ist juristisch belanglos (das Ergebnis ist das selbe)

    Die einzig relevante Frage ist, ob dieser Kontrahierungszwang "zumutbar" ist, was auf die (finanzielle) Vertrauensfrage hinausläuft, dh. mußt Du dem Institut vertrauen, nur weil es keinen konkreten Mißtrauensgrund gibt?
    Im Detail dürfte die Strukturfrage sehr interessant sein; es gibt diverse Anforderungen und (neuerdings auch) staatliche Garantien bezüglich "klassischer" Kreditinstitute. Wenn SÜ vergleichbar aufgestellt ist, wird es schwer, das Angebot abzulehnen, aber natürlich kann nicht erwartet werden, daß Du Dein Geld einem gewissen Charles Ponzi anvertraust, nur weil der bislang noch nie aufgeflogen ist.

    Das OLG sollte diesen Aspekt in seinem Urteil besser abgeklopft haben...

  12. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: My1 04.12.16 - 13:44

    lear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > My1 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Wenn Zumutbarkeit per definition Subjektiv ist, warum wird dann ein
    > Begriff
    > > der nicht schwammiger sein KANN, im Gesetz verwendet?
    >
    > Weil Politiker keine Eier haben. (Ok, Merkel ist hier ausnahmsweise mal
    > entschuldigt)
    > Das ist bei weitem nicht der einzige Wischiwaschi-Paragraph.
    > Neuerdings wird sogar versucht, dergleichen im Strafrecht unterzubringen
    > (zB. Vergewaltigungsfrage)
    >
    > > ich weiß nicht ob es ein anderes Wort für objektive Zumutbarkeit gibt
    >
    > Normalerweise™ wird sowas in- oder exklusiv definiert (Liste von
    > allem was drin sein muß, bzw, nicht darf)
    > Es hat aber im BGB Tradition, den Richtern über Generalklauseln
    > Einzelfallentscheidungen zu ermöglichen (s. va. §138 BGB).
    >
    > > einer der wichtigsten Grundsätze (Zugangsdaten nur auf der richtigen
    > Seite eingeben)
    >
    > Was ist "die richtige Seite"? (rhetorisch)

    wenns jemanden interessuert, die seite auf der man die daten erstellt bzw von der man die Daten bekommen hat. (ich seh schon dass es rhetorisch ist, klarstellen tu ichs trotzdem)

    > Im Kern wirst Du in Vertragsschluß mit SÜ "gedrängt" (um mal einen
    > strafrechtliche Begriff zu vermeiden ;-)
    > SÜ tritt dabei als Finanzdienstleister auf, dem Du zum. einen Teil Deines
    > Vermögens anvertraust. Daß das über die Weitergabe von Logindaten erfolgt,
    > ist juristisch belanglos (das Ergebnis ist das selbe)

    das Ergebnis ist BEI WEITEM nicht das gleiche. mit den Logindaten könnte jeder der auf deren Systeme Zugriff hat alles mit den Daten machen dass keine TAN erfordert und was schlimmer kommt, wenn man Papierttan nutzt hat man SÜ quasi n Blanko gegeben, da diese Theoretisch Jeden Mist anzeigen können, verdammt nochmal die verdecken ja sogar die iban zum Teil (was bei leuten mit moderner TAN eh nix bringt, btw.)

    > Die einzig relevante Frage ist, ob dieser Kontrahierungszwang "zumutbar"
    > ist, was auf die (finanzielle) Vertrauensfrage hinausläuft, dh. mußt Du dem
    > Institut vertrauen, nur weil es keinen konkreten Mißtrauensgrund gibt?

    einem zwischendienst das Geld anvertrauen ist eine Seite (vor allem wenn der Dienst dem Zwischendienst selbst anbietet, anders als bspw Paypal bekommt SÜ einsicht in de facto alles, die könnten bspw sehen wenn man bspw mehrere Konten hat was da alles abläuft etc. das hat niemanden was anzugehen, das Bankengeheimnis gibts nicht ohne Grund, und wenn so n zwischendienstleister den Kunden dazu bringen will einfach mal die Gewalt über so ca alle transaktionen und whatnot die abrufbar sind zu überlassen ist das schlichtweg scheiße.

    > Im Detail dürfte die Strukturfrage sehr interessant sein; es gibt diverse
    > Anforderungen und (neuerdings auch) staatliche Garantien bezüglich
    > "klassischer" Kreditinstitute. Wenn SÜ vergleichbar aufgestellt ist, wird
    > es schwer, das Angebot abzulehnen.

    siehe oben.

  13. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Anonymer Nutzer 04.12.16 - 14:11

    Das der TÜV so einem Dienst eine Zertifizierung gibt soll wohl eher ein Signal an alle sein dass man einem TÜV-Siegel auch nicht blind vertrauen darf.

  14. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: lear 04.12.16 - 16:31

    Ich wiederhole mich gerne: die zentrale Frage dürfte sein, ob SÜ einem Kreditinstitut entspricht.
    Evtl. schaust Du in einem lateinischen Wörterbuch nach, was "credere" bedeutet.

    Wenn SÜ nämlich eben nicht gleichwertig vertrauenswürdig/versichert/reguliert ist, ist es eher nicht mehr "zumutbar" - die Argumentation des OLG einer *bislang* rein abstrakten Gefährdung greift da etwas zu kurz.

    PS: wo Du schon dabei bist, schlägst Du am besten "rhetorisch" auch noch nach :-P

  15. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: My1 04.12.16 - 16:40

    lear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wiederhole mich gerne: die zentrale Frage dürfte sein, ob SÜ einem
    > Kreditinstitut entspricht.
    > Evtl. schaust Du in einem lateinischen Wörterbuch nach, was "credere"
    > bedeutet.
    >
    > Wenn SÜ nämlich eben nicht gleichwertig
    > vertrauenswürdig/versichert/reguliert ist, ist es eher nicht mehr
    > "zumutbar" - die Argumentation des OLG einer *bislang* rein abstrakten
    > Gefährdung greift da etwas zu kurz.
    >
    > PS: wo Du schon dabei bist, schlägst Du am besten "rhetorisch" auch noch
    > nach :-P

    ob die ein Kreditinstitut sind ist völlig belanglos, im bezug auf die Zugangsdaten.
    sofortüberweisung kann gerne das geld via paypalähnliche maßnahmen holen oder schauen ne art API der kontoleute zu bekommen, aber die Zugangsdaten haben relativ wenig zutun ob es nun ne andere bank, ne Regierung oder sonstwas ist.

    Mastercard ist zwar auch n Kreditinstitut und die werden bei den meisten sicher ne einzugsermächtigung haben, aber die haben mit aller wahrscheinlichkeit nicht zugriff auf alles was man im webinterface ohne tan sehen kann.

    und das eine rhetorische frage nicht dazu da ist beantwortet zu werden ist mir klar aber es wird sicher den ein oder anderen geben der diese frage ernst stellt, deswegen hbe ich das zur generellen aufklärung trotzdem getan.

    und komplett abstrakt ist da auch nix, die schreiben ja sogar dass die sich die Kontoverläufe reinziehen, und das das Datenschutztechnisch nicht nur aus sicht des Bezahlers nicht ganz koscher sein könnte dürfte klar sein.

  16. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Anonymer Nutzer 05.12.16 - 10:21

    lear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wiederhole mich gerne: die zentrale Frage dürfte sein, ob SÜ einem
    > Kreditinstitut entspricht.
    > Evtl. schaust Du in einem lateinischen Wörterbuch nach, was "credere"
    > bedeutet.

    Und warum sollte es zumutbar sein das ich Kreditinstitut A vollen Zugriff auf sämtlichen Zahlungsverkehr und weiteren Daten von Kreditinstitut B gebe? Und warum ist es zumutbar das ich gegen die AGB meiner Bank verstoßen muss? Steht das auch im lateinischen Wörterbuch?

  17. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Niaxa 05.12.16 - 11:08

    Das Gerichte meinte dennoch damit die einfache Barzahlung im Geschäft. Und damit hat das OLG absolut recht. Wenn ich in den Einzelhandel gehe und Datenüberwachung komplett aus dem Weg gehen möchte, dann habe ich genau dort eben eine Möglichkeit. Das es dort auch Datenabgreifende Bezahldienste gibt, hat mit der Aussage des OLG einfach mal gar nichts zu tun. Ich kann im Einzelhandel problemlos ohne Notwendigkeit irgendeines Datendienstes bezahlen.

  18. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: narea 05.12.16 - 11:28

    ClausWARE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar können die Profile anlegen, wie auch alle Banken & Kreditinstitute,
    > PayPal, Google, Facebook und fast alle anderen Konzerne in unserer
    > "modernen" Welt auch.

    Und weil die es könn(t)en ist einer mehr nicht schlimm?
    Es ist ein zusätzliches Glied mehr in der Kette - eines was da überhaupt nicht zu sein braucht.

  19. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: My1 05.12.16 - 11:44

    einziges Problem ist dass es gerade bei den Blurays die ich gerne Konsumiere, dass es diese im einzelhandel oft nicht gibt.

  20. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    Autor: Niaxa 05.12.16 - 11:51

    Tja dann bleibt nur die Möglichkeit der Datenübergabe oder das einschränken der Konsumsucht :-).

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