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warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

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  1. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: sidekick1 30.11.19 - 11:35

    richtchri schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich empfinde die Forderung nach mehr Lohn auch frech. Vor 10 Jahren habe
    > ich 4,50¤/h in Kaufland oder REWE Lager verdient, um mir mein Studium zu
    > finanzieren. Das war gut und lehrreich.
    >
    > Aber: Solange Amazon gefühlt keine Steuern in Deutschland zahlt, sollen die
    > MA von mir aus das doppelte Gehalt bekommen....

    Und ich dachte immer, ich hätte mit meinen 6.14¤/h bei K+N vor rund 13 Jahren wenig verdient...
    Ich fühle mir dir... :-D

  2. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Oktavian 30.11.19 - 13:21

    > Es wäre doch für alle wünschenswert, wenn wir mehr Geld kriegen würden.

    Das klingt sehr nach dem Wahlslogan der Linken: "Reichtum für alle". Sorry, funktioniert nicht. Wenn wir alle das doppelte bekommen, verdoppeln sich die Preise und die Nummer ist durch.

    > Anstatt es solchen Praktiken durch Tarifverträge also schwer zu machen,
    > wird den Leuten das Recht auf angebrachte Bezahlung aberkannt.

    Wer definiert denn, was "angebracht" ist. Im Vergleich zu anderen, die die identische Tätigkeit ausführen, verdienen Amazon-Mitarbeiter weit überdurchschnittlich.

    > Wenn ich mir anschaue, was manche Leute, die den halben Tag Kaffee saufen
    > und die restliche Hälfte in Foren rumtrollen, so an Kohle kriegt, fass ich
    > mir über so wenig Solidarität nur noch an den Kopf...

    Das ist eben der Vorteil, wenn man in der Schule aufgepasst hat. Man verdient meist ganz ordentlich.

  3. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Trockenobst 30.11.19 - 13:29

    ChMu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ums Prinzip. Sie wollen einen Tarifvertrag. Also das, was sie nicht mal im
    > eigenen Haus dulden.

    Exakt. Verdi und die ganzen angeblichen Sozialfirmen arbeiten selbst tief in der ekeligen Arbeitnehmerüberlassung, Putzkolonnen mit Leuten die vom Arbeitsamt genauso gezwungen werden, wie die Leute für die sie angeblich eine besseres Leben wollen.

    Gewerkschaften haben auch ein Geschäftsmodell. Dies ist Verträge abzuschließen und sich wichtig machen. Dafür bekommen sie Geld von ihren Mitgliedern, denen wahrscheinlich wichtiger ist "so zu tun" als wenn sie mit am Tisch sitzen als mehr Geld zu haben.

    Früher war die Vertretung wichtig. Ohne Helm in die Mine, dafür lohnte es sich zu kämpfen.
    Kenne Leute mit schwieriger gelebter Historie, die wissen selbst was sie kriegen und was nicht. Einer ist seit Jahren Gabelstaplerfahrer, Autoumparker, all das kann er und reißt seine Stunden runter. Er verdient in der Regel gut, "und im Sitzen" wie er sagt. In einer Gewerkschaft ist er nicht und er wüste auch nicht für was.

    Er findet die Arbeitnehmerüberlassung ein viel schlimmeres Konzept als das was vorher war. Um den politischen Eindruck zu erwecken, das wären korrekte, feste Jobs macht sein Chef 1,10¤ pro Stunde an ihm. Das Büro sind drei Zimmer im Industriegebiet. Bus hält nur 1x die Stunde.
    Die hat ~300 Leute in der Firma, die Buchhaltung macht eine Frau und eine Auszubildende. Das wars. 300 * 1,10 * 160 = 52.800 im Monat Milchmädchen-Umsatz für etwas rum telefonieren.

    In Berlin gibt es Firmen mit 2000 ""Angestellten"", vor allem beim Putzen. Die putzen dann auch "korrekt" bei Verdi.

  4. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Livura 30.11.19 - 16:31

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Das ist eben der Vorteil, wenn man in der Schule aufgepasst hat. Man
    > verdient meist ganz ordentlich.


    Wenn das mal so wäre, dass unser System Leistung belohnen würde und wenn es das tut, dann höchstens so lange bis alles aus einem rausgepresst ist. Ich arbeite da gerade mit einem Ingeneur(!!) zusammen und der wurde vorher bei einer Zeitarbeitsfirma bei VW verheizt. Den wollten sie nicht mal bei der Post haben weil er ein bisschen Probleme mit dem Fuß hat. Seine Frau ist Bibliothekarin und baut Sandwiches bei Subway. Dann hab ich noch einen Kollegen, der hat früher im Außendienst gearbeitet hat, mit guten Qualifikationen und Zeugnissen, aber jetzt will ihn keiner mehr einstellen weil er zu alt ist. Ja solche Leute arbeiten bei Amazon auch.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.19 16:38 durch Livura.

  5. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Oktavian 30.11.19 - 17:14

    > Ich
    > arbeite da gerade mit einem Ingeneur(!!) zusammen

    der hoffentlich weiß, wie sein Beruf geschrieben wird.

    > und der wurde vorher bei
    > einer Zeitarbeitsfirma bei VW verheizt.

    Wer sich halt ausbeuten lässt... Zu dem Spiel gehören immer zwei. Mit einem guten Abschluss in einer üblichen Ingenieur-Wissenschafft ist es auch heute kein Problem, einen gutbezahlten Arbeitsplatz zu finden.

    > Den wollten sie nicht mal bei der
    > Post haben weil er ein bisschen Probleme mit dem Fuß hat.

    Die Frage ist was "ein bisschen Probleme" sind. Schwerbehindert? Dann darf er sich beim Gesetzgeber bedanken, dass das quasi ein k.o. für eine Anstellung ist. Wobei auch hier, was gutes gelernt mit gutem Abschluss, dann passt das, haben auch einige Kollegen mit Schwerbehinderung.

    > Seine Frau ist
    > Bibliothekarin

    Naja, muss muss schon was lernen, was der Berufsmarkt auch braucht. Gender Studies, Soziologie, Philosophie und eben auch Studium des Bibliothekswesens waren schon immer sichere Methoden, ein gut gebildeter Taxifahrer zu werden. Man kann auch sehenden Auges ins Unglück rennen.

    > Dann hab ich noch einen
    > Kollegen, der hat früher im Außendienst gearbeitet hat, mit guten
    > Qualifikationen und Zeugnissen, aber jetzt will ihn keiner mehr einstellen
    > weil er zu alt ist.

    Die Frage ist immer, als was. Briefzusteller arbeiten auch im Außendienst, Maurer und Gerüstbauer auch. Wenn es hingegen ein erfahrener Vertriebler ist, sowas nimmt man heute mit Kusshand. Gerne etwas älter, der bringt ggf. ein eigenes Netzwerk mit und hat die Seniorität, dass man ihn auch zu großen Kunden schicken kann.

  6. Re: Warum nicht streiken bis Amazon zahlt?

    Autor: fanreisender 30.11.19 - 21:20

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man Gewerkschaften was vorwerfen kann, dann dass sie zu sehr auf ein
    > Miteinander mit den Unternehmen setzen und zu selten streiken lassen.

    Warum ist das den Gewerkschaften vorzuwerfen? Die extrem streiklustiven Gewerkschaften haben in den 80er Jahren wesentlich zur Deindustrialisierung des vereinigten Königreiches beigetragen.
    Und ob ich die nicht sehr viel weniger streiklustiven italienischen und französischen Gewerkschaften als sehr erfolgreich sehen soll, wage ich zu bezweifeln.
    Gewerkschaftliche Arbeit muss natürlich vom vorhandenen Kuchen möglichst viel für die eigene Clientel abschneiden. Aber sie muss ebenso im Auge behalten, dass der Kuchen auch gebacken werden muss.
    Während eines Streiks wird nix gebacken und in der Regel kann man nach einem Streik nicht alles wieder aufholen. Dann ist weniger zu verteilen, für alle, das kann man drehen wie man will.
    Streik ist notwendig, aber immer das allerletzte Mittel und die eindeutige Ansage "ich bin auch zu eigenen Verlusten bereit".

    Dieses Spiel funktioniert momentan in D eigentlich ganz gut.

  7. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: elknipso 30.11.19 - 23:22

    burzum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > deadjoe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich mein , gibt bestimmt viele andere die besser zahlen im
    > LOGISTIKbereich
    > > ...oder etwas nicht?
    >
    > Logistik ist das nur in den Träumen von Verdi. In deren Träumen sind 11,50
    > Stundenlohn oder was Amazon gerade zahlt auch zu wenig, für einen Job, für
    > den du keinerlei Qualifikation außer Lesen und Laufen zu können brauchst...
    > Verdi nutzt Amazon jährlich doch nur um selbst in die Presse zu kommen. Es
    > gibt Lehrberufe in denen hinterher genauso wenig rum kommt. für die man
    > aber eben eine Ausbildung braucht. Das Gejammer ist nicht nachvollziehbar.

    Eben. Verdi macht sich von Anfang an lächerlich, und zwar durch und durch.
    Natürlich ist die Tätigkeit eine die überspitzt ausgedrückt (ohne jemand zu nahe treten zu wollen) ein dressierter Affe ausführen kann.

    Und dafür zahlt amazon mehr als gut, und erheblich (!) besser als andere Firmen in der Logistik Branche. Aber statt generell was am Lohn in der Logistik Branche zu ändern, und das sind wirklich arme Schweine besonders bei Hermes und Co, hat sich Verdi dafür entschieden genau die falsche Firma als Zielscheibe auszusuchen.

  8. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: heikom36 01.12.19 - 14:05

    richtchri schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich empfinde die Forderung nach mehr Lohn auch frech. Vor 10 Jahren habe
    > ich 4,50¤/h in Kaufland oder REWE Lager verdient, um mir mein Studium zu
    > finanzieren. Das war gut und lehrreich.
    >

    Ich finde es und dreist wie andere, vollkommen aussenstehende sich die FRECHHEIT herausnehmen und bestimmen sollen was an Lohn für andere reicht.
    Das du für 4,5¤ vor 10 Jahren arbeiten gegangen bist... frage mich wie man bei so einer Dummheit überhaupt fähig sein kann ein Studium zu absolvieren.

    Im übrigen müssen Studenten keine Familien ernähren oder Häuser abbezahlen.
    Es ist schon sau blöd die Arbeit um Studium mit der im Arbeitsleben auf eine Stufe zu stellen.
    Kein Wunder, dass es Fachkräfte mangezd... bei solchen Studenten kann nicht viel rauskommen ^^

  9. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: crazypsycho 01.12.19 - 20:57

    Schrödinger's Katze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Verdi will einfach
    > nur die Amazon Mitarbeiter im selben Tarifvertrag haben wie es die
    > Mitarbeiter von Quelle und Otto seinerzeit auch schon waren.

    Was hat Otto mit ihrer Logistik gemacht? Die haben ein Tochterunternehmen namens Hermes gegründet. Ähnlich wie es Amazon mit Amazon Logistik gemacht hat.
    Vielleicht hätte Amazon ihr Logistikunternehmen anders nennen sollen, dann könnte Verdi nicht so werbewirksam streiken und sich vielleicht mit was sinnvollem beschäftigen.

  10. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Dwalinn 02.12.19 - 12:27

    1-2¤ in der Stunde ist schon ziemlich viel. Weltweit hat Amazon über 600.000 Mitarbeiter da reden wir also über 100mio pro Monat an Personalkosten.

  11. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: heikom36 02.12.19 - 15:57

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1-2¤ in der Stunde ist schon ziemlich viel. Weltweit hat Amazon über
    > 600.000 Mitarbeiter da reden wir also über 100mio pro Monat an
    > Personalkosten.

    Die könnten auch 8¤ mehr zahlen und würden weiter Gewinne machen.
    Nö... ich nicht zuviel. Wenn ein Bezos über 120Milliarden $ hat, dann ist der der Arschkeks im Spiel - er gibt weniger als er müsste. Raffgier in Reinform halt, zu Lasten der Arbeiter auf der Welt.
    OK... die Händler dort leiden auch unter Amazons Willkür.

  12. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Dwalinn 02.12.19 - 16:38

    Was soll er machen? Sein unternehmen Verkauf um an sein Vermögen ranzukommen? Klar Amazon macht mittlerweile genug Gewinn um selbst die 1-2 Euro zu zahlen aber die Aktionäre wollen natürlich auch weiterhin Gewinn sehen.

    Ich will aber auch garnicht darauf hinaus ob mehr gezahlt werden soll oder nicht, ich wollte bloß zeigen das 1-2¤ pro Stunde immer noch sehr viel Geld ist.

  13. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: Jakelandiar 02.12.19 - 20:14

    heikom36 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > er gibt weniger als er müsste.

    Kannst du das gesetzlich beweisen? Dann würde er ja quasi gegen das Gesetz verstoßen. Wenn nicht dann wolltest du wohl sagen "er gibt weniger als er könnte" und das ist normal. Das machst du mit Sicherheit nicht anders.

  14. Re: warum nicht woanders arbeiten als bei Amazon?

    Autor: ChMu 03.12.19 - 01:46

    heikom36 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > - er gibt weniger als er müsste.

    Wie? Er “muesste” 8,50 Euro geben. So sagt es das Gesetz. Er gibt 10,70 Euro, jedenfalls am Anfang. Nach 6 Monaten wird es ja mehr, nach zwei Jahren richtig mehr, bei (bezahlter) Weiterbildung noch mal mehr. Bonus und bezahlte (anderswo nicht unbedingt ueblich) Ueberstunden noch nicht mitgerechnet.
    Also fuer den Ungelernten, ohne deutsch Kenntnisse, ohne Fuehrerschein, im struktur armen Gebiet, so direkt nach der Schule oder nem Gammeljahr mit 1600-2000 Euro anzufangen, ist eigendlich nun wirklich nicht gerade mit Ausbeutung gleichzusetzen.
    Was sagen eigendlich die ganzen Lehrlinge dazu? Die bekommen nicht mal ein drittel und duerfen dafuer richtig arbeiten um dann, nach Jahren, uU irgendwo mal das gleiche verdienen duerfen?
    Der Job des Pickers oder Packers zahlt das nun mal, etwas, das man VORHER weiss, BEVOR man dort anheuert. Wenn das zu wenig ist und man anderswo besser verdient, sehe ich nicht warum man dann bei Amazon anfaengt?

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