1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Wasserstoff: Der Kampf um die…

Netzkosten

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Netzkosten

    Autor: senf.dazu 17.06.21 - 14:51

    Die Netzumlage für (Erd)Gas (sprich die Netzkosten) ist mit 25% von 6 ct/kWh jedenfalls astronomisch billiger als die für Strom 25% von 31ct/kWh.

    Da ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen warum man gerade das Gasnetz zurückbauen sollte.

    Davon abgesehen - ich kenn zwar persönlich keine Wärmepumpenheizung - aber ich vermute mal das eine jede auch eine Therme für die richtig kalten Tage enthält. Und die ließe sich eindeutig unaufwendiger mit Gas als mit Strom betreiben. Den Strom für die Stromthermen müßte man nämlich vermutlich mit H2 Reservekraftwerken mit insgesamt besonders tollem Wirkungsgrad erzeugen die sonst für nichts anderes je benutzt werden .. Ach und bevor ich's vergesse und zusätzliche Spitzenkapazität für's E-Netz (mit zusätzlicher Netzumlage) braucht's für die E-Wärme auch ..

    Mal ganz davon abgesehen das es hier einfach um die Investition entweder in vor allem teure Haustechnik (Wärmepumpe+extradickerHausPullover+..) vs. etwas mehr immer billiger werdende H2&(regenerative)Kraftwerkstechnik geht. Sollte man schlicht dem Wettbewerb überlassen.

    Das das Wärmebudget Deutschlands in Zukunft wirklich nicht - mehr (als Gas) - importiert wird sondern wirklich im Land regenerativ erzeugt wird - das muß sich auch erst noch erweisen .. diese dürfte als stark saisonale Nachfrage nämlich für die lokale Auslastung von regenerativen Energiequellen am uninteressantesten sein.

    Quintessenz:

    Ich glaub ja hier eher das die Stromlobby ganz gewaltige Angst um ihre Stromnetze hat. Denn man könnte ja auch durchaus im Sommer mit PV den Haushalt und's BEV versorgen - und im Winter mit der H2 Brennstoffzelle Strom und Wärme erzeugen - mit also einer supereffizienten KWK. Und den Anschluß ans Stromnetz ganz lassen ..



    10 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.21 15:06 durch senf.dazu.

  2. Re: Netzkosten

    Autor: MarcusK 17.06.21 - 15:25

    senf.dazu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Netzumlage für (Erd)Gas (sprich die Netzkosten) ist mit 25% von 6
    > ct/kWh jedenfalls astronomisch billiger als die für Strom 25% von 31ct/kWh.
    >
    > Da ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen warum man gerade das Gasnetz
    > zurückbauen sollte.
    Diesel ist auch billig, warum sollten wir in Zukunft darauf verzichten?

    > Davon abgesehen - ich kenn zwar persönlich keine Wärmepumpenheizung - aber
    > ich vermute mal das eine jede auch eine Therme für die richtig kalten Tage
    > enthält.
    falsch - das haben vermutlich die wenigsten. Bei Luft-Wärme hat man eventuell einen elektrischen Zuheizer für extrem kalte Tage aber das reicht dann auch.
    Bei WP für wo die wärme aus dem Boden kommt, braucht man es überhaupt nicht.

    > Und die ließe sich eindeutig unaufwendiger mit Gas als mit Strom
    > betreiben.
    Nur hat nicht jeder der eine WP im Haus hat Gas. Strom hat jeder. Dazu kommt Wartung der Therme incl. Schornsteinfeger - alles unnötig bei Strom.
    Brennwerthermen haben eine begrenzte Lebensdauer - auch das gibt es bei Strom nicht. Ein Heizstab geht meist auch in 100 Jahren noch.

    > Ich glaub ja hier eher das die Stromlobby ganz gewaltige Angst um ihre
    > Stromnetze hat. Denn man könnte ja auch durchaus im Sommer mit PV den
    > Haushalt und's BEV versorgen - und im Winter mit der H2 Brennstoffzelle
    > Strom und Wärme erzeugen - mit also einer supereffizienten KWK. Und den
    > Anschluß ans Stromnetz ganz lassen ..
    kann man auch wenn wenn einen großen Akku hat mit eine WP.

  3. Re: Netzkosten

    Autor: malmi 17.06.21 - 17:41

    senf.dazu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Netzumlage für (Erd)Gas (sprich die Netzkosten) ist mit 25% von 6
    > ct/kWh jedenfalls astronomisch billiger als die für Strom 25% von 31ct/kWh.
    >
    Das ist halt eine Milchmädchenrechnung, wenn dann der Wasserstoff selbst massiv teurer ist.

    Und nebenbei:
    Die Kosten für das bestehende Netz sind ja dann besonders gering, wenn möglichst hohe Mengen an Gas da durchgepumpt werden und es dann auch noch technisch so einfach ist wie beim Erdgas.

    Wir brauchen in jedem Fall deutlich weniger Gas als heute, weil wir sonst halt nochmal ein Vielfaches an EE brauchen würden. Und es ist schon schwer genug das Ziel zu erreichen, wenn man einen effizienteren Weg wählen würde. Daraus folgt, dass die Gasmenge in Relation zum Netz sinken wird. Steigende Kosten pro Einheit für das gleiche Netz.

    Dann hat Wasserstoff auch noch eine geringe volumetrische Dichte, was das Potential weiter senkt. Und der Aufwand steigt halt auch. Insofern wird es beim Wasserstoffnetz wohl auch deutlich teurer.

    Es wird sicherlich Teile geben, die man für Wasserstoff nutzen wird. Es gibt ja in West wie Ost ja auch heute schon entsprechende Netze und bestimmte bestehende Rohre werden auch schon umgewidmet. Das heißt aber bei weitem nicht, dass die Rechnung für das Gesamtnetz annähernd so einfach ist.

  4. Re: Netzkosten

    Autor: senf.dazu 17.06.21 - 20:50

    malmi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > senf.dazu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Netzumlage für (Erd)Gas (sprich die Netzkosten) ist mit 25% von 6
    > > ct/kWh jedenfalls astronomisch billiger als die für Strom 25% von
    > 31ct/kWh.
    > >
    > Das ist halt eine Milchmädchenrechnung, wenn dann der Wasserstoff selbst
    > massiv teurer ist.

    Das ist ne beeindruckende Argumentation. Wenn das Gas teurer wird wird die Netzdurchleitung teurer.

    >
    > Wir brauchen in jedem Fall deutlich weniger Gas als heute, weil wir sonst
    > halt nochmal ein Vielfaches an EE brauchen würden.

    Ich weiß nicht wo du das Vielfache siehst. H2 per Elektrolyse produziert wohl 20..30% Verluste, die Kompression zum Lagern vielleicht nochmal 10%, also braucht's einige zig Prozent mehr EE. Und in der Form hat man auch die Saisonspeicherung schon erledigt und der Wasserstoff ist unmittelbar verwendungsfähig.

    Um ein Jahr 2000 EFH ohne besondere Isolierung mit 15000kWh/a zu heizen braucht's ohne Verluste ca. 7.5 kW an WKA, das wären etwa 7500¤ Investkosten. Wenn man das mal verdoppelt um das Mehr an WKA zur Kompensation der Verluste und die Anlagen für Elektrolyse und Kompression einzurechnen dann wären wir bei 15000¤ alle 20..25J auf der Versorgerseite, dazu kommt ne schlichte H2 Therme und beliebige Heizkörper im Haus.

    Dieser Summe steht dann die Investition in eine tolle Hausisolierung, ne aktive Belüftung mit Wärmerückgewinnung und ne Wärmepumpe im Haus gegenüber. Dazu ein Ausbau des (teuren) Stromnetzes, die Aufallsicherung für Dunkelflauten (z.B. mit H2 und Gaskraftwerken..), und das Problem das Heizenergie nur im Winter gebraucht wird - man also keine Verwendung für die WKA Energie im Sommer hätte.

    Was ist also günstiger. Ich hab so meine Zweifel. Hab aber auch noch keine realistische Rechnung gesehen. Aber Wärmepumpe ist ne schöne wenn auch kostspielige Technik - kann durchaus sein das ein Kompromiß sein könnte das man ne regelmäßig zu kleine Wärmepumpe (die ja im Sommer vielleicht auch kühlen kann) vorsieht, die aber dann mit ner Therme (gern H2) für die kalten Tage oder die Dunkelflaute zu nutzen. Aber das sollte man vielleicht einfach dem Markt überlassen.

    Langfristig funktioniert der regenerative Umbau am besten wenn man die wirklich günstigsten Lösungen nutzt .. statt seine persönliche Lieblingslösung zu verordnen.



    6 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.21 20:57 durch senf.dazu.

  5. Re: Netzkosten

    Autor: Anhaltender 17.06.21 - 21:50

    Hab heute Abend Volker Quaschning gehört und er ist einerseits für Wärmepumpen, andererseits sagt er, dass in Marokko in fünf bis zehn Jahren die kWh Wasserstoff 3 Cent kosten wird. OK, dann ist die noch nicht in Deutschland, aber wie viel kann das sein - nochmal 30%, also 1 Cent pro kWh?
    Also 4 Cent für die kWh grünen Wasserstoff bis zur Landesgrenze Deutschland in 2030 vs. 2 Cent heute für Erdgas (Endpreis 6 Cent beim Verbraucher) vs. 15 Cent unvermeidbare Stromkosten in Deutschland (7 Cent Erzeugung + 8 Cent Netzbetrieb (noch ohne Speicher!) pro kWh).
    Ist alles klimaneutral, also nehme ich das günstigere.

  6. Kampf der Netze

    Autor: senf.dazu 20.06.21 - 12:11

    Ist schon irgendwie faszinierend.

    Also in dem golem Artikel "Kampf der Gasnetze" postuliert das die Gasnetzbetreiber Angst um ihre "überflüssigen" Netze haben müssen weil es ja sinnvoll wäre die abzuschaffen. Denn die Wärmepumpe wäre die einzig selig machende Technik. Die Meinung das Hausisolierung, aktive Belüftung und Wärmepumpem Bürgerpflicht seien bin ich aber schon öfter begegnet - nur das alleinige Schielen auf die "Arbeitszahl" scheint mir etwas zu dünn um nicht zu sagen blauäugig. Zumal knapp 3 (?, typ. Studienergebenis ?), für die Technik die man wirklich überall einsetzen könnte solange die Nachbarn sich an den Geräuschen nicht stören, auch nicht so toll ist ..

    Andererseits hab ich von den Stromnetzbetreibern schon Gejammere gehört das wenn alle Haushalte oder gar mehr anfangen eigene PV oder WK in den Garten zu stellen ihre Netze nur noch Gemeinkosten produzieren aber fast keinen Strom mehr transportieren, also quasi die ganzen PV Besitzer alle Trittbrettfahrer sind, eigentlich die Stromnetze zu den Haushalten also halb überflüssig werden.

    Ist ne interessante Frage wer bei solchen Aussichten von den Strom oder Gasfirmen überhaupt noch zu Investitionen bereit ist. Denn eigentlich wär's ja offenbar logisch beide Netze abzuschaffen .. zumindest die letzte Meile zu den Haushalten ..

    Da bleibt wohl nur die Rückgabe der lokalen Netze an die Gemeinden ..
    Na vielleicht stellen die ja dann fest das man eigentlich für die Hausanschlüsse nur einmal buddeln muß ..

    ;)



    9 mal bearbeitet, zuletzt am 20.06.21 12:23 durch senf.dazu.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. BI Analyst (m/w/d)
    Hess Natur-Textilien GmbH & Co. KG, Butzbach (bei Gießen)
  2. Fachbereichskoordinator*in für Digitalisierung (m/w/d)
    Landeshauptstadt Stuttgart, Stuttgart
  3. IT Security Manager (m/w/d)
    über Dr. Maier & Partner GmbH Executive Search, Rhein-Main-Gebiet
  4. IT-Techniker - Technischer Support & Service (m/w/d)
    JDM Innovation GmbH, Murr bei Ludwigsburg

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,99€
  2. (u. a. Team Sonic Racing für 3,50€, Sonic & All-Stars Racing Transformed Collection für 4...
  3. 9,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


  1. Microsoft: Windows 11 erreicht Beta-Status
    Microsoft
    Windows 11 erreicht Beta-Status

    Das neue Windows 11 ist Hersteller Microsoft nun offenbar stabil genug für regelmäßige Tests durch Nutzer. Noch gibt es aber nicht alle Funktionen.

  2. Black Widow: Scarlett Johansson verklagt Disney
    Black Widow
    Scarlett Johansson verklagt Disney

    Scarlett Johansson hat wegen des Veröffentlichungsmodells von Black Widow Klage eingereicht. Disney nennt das Verhalten "herzlos".

  3. Sysadmin Day 2021: Immer mit dem Ohr an der Festplatte
    Sysadmin Day 2021
    Immer mit dem Ohr an der Festplatte

    Zum Sysadmin Day ein Blick auf einen Beruf, den ich fast zehn Jahre ausübte und immer wieder merkte: Ohne ausgeprägte Flexibilität ist er kaum zu bewältigen.


  1. 10:17

  2. 09:19

  3. 09:01

  4. 08:00

  5. 07:37

  6. 07:20

  7. 05:30

  8. 17:45