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  5. › Werne: Adventsstreik bei Amazon…

Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

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  1. Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: Tyler Durden 11.12.16 - 15:12

    # Beim Streik vor zwei Wochen sei in Werne der Verkehr auf der Straße zum Firmengelände zusammengebrochen, weil über Stunden keine Anlieferung mehr möglich war. Die LKW hätten sich über mehrere hundert Meter gestaut. "Durch so ein Chaos wird auch dem Letzten deutlich, dass Amazon die Streiks eben nicht kompensieren kann", sagte Silke Zimmer, Fachbereichsleiterin für den Handel bei Verdi Nordrhein-Westfalen. #

    So wird allerhöchstens dem eh schon grundsätzlich überzeugtem Verdi-Funktionär klar, was er eh aus ideologischen Gründen sowieso schon ganz fest glaubt: Der Streik ist ne tolle Sache, die sich massiv auswirkt.
    Das Dumme ist nur:
    Kurzzeitige LKW-Staus vor Amazon interessieren letztendlich nicht.
    Die von Golem immer wieder unbeantwortet gelassene Frage(weil Verdi dazu wohl keine befriedigenden Informationen liefern kann, ohne die Unwahrheit zu verbreiten) die letztendlich relevant wäre:
    Wie sehen die KONKRETEN Auswirkungen des Streiks auf die Kunden aus?

    Warum berichtet Golem nie darüber über die unzähligen Kunden, die wegen des Streiks verzweifelt auf ihre Lieferungen warten müssen?
    Ich glaube, wir alle haben so eine Ahnung warum Golem darüber nicht berichtet, sondern es bei vagen Vermutungen über die Streikauswirkungen belassen muss.

    Wenn es Erfolge zu berichten gäbe würde man das tun!
    Es gibt sie nur nicht!

    TD

  2. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: robinx999 11.12.16 - 15:30

    Naja ist halt schwer zu beurteilen ob ein Paket das einen Tag länger unterwegs ist auch ohne Streik so lange gebraucht hätte, oder ob es Streik Auswirkungen sind.
    Davon abgesehen habe ich schon Zwei Pakete bekommen die Normal aussehen aber laut Absender (nur in der Paketverwaltung von DHL sichtbar) Amazon Praque als Absender haben. Könnten durchaus Auswirkungen sein nur bekommt davon kaum einer was mit

  3. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: Rheanx 11.12.16 - 18:18

    Also wenn man auf Lieferungen wartet, dann ist ganz bestimmt nicht amazon dran Schuld, sondern meistens DHL, Hermes und co! Am hiesigen amazon Standort sind wir für das dreifache derzeitige Volumen aufgestellt und viele Kollegen haben Leerlauf. Man sitzt im Pausenraum, bekommt frei, zählt Artikel oder wartet einfach nur auf Artikel zum picken/packen! Selbst wenn jetzt ein paar hundert Kollegen streiken sollten, würde man noch Kapazitäten ohne Ende haben!!!

  4. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: nicoledos 11.12.16 - 19:27

    Vermutlich werden die Bestellungen und Lieferungen intern bereits auf andere Logistikzentren verteilt.

    Das relevante Portfolio wird von mehreren bedient werden können. Wirkliche Problem wäre erst, wenn Artikel bei nicht bestreikten Centern ausgehen und die Streiks mehrere Tage andauern. Eine Bestellung war nicht komplett lieferbar, für ein Teil gab es eine "Verspätung". Als Folge kam der eine Teil am Vormittag mit DHL und ein weiterer DHL-Fahrer am Nachmittag. Ohne Prime wäre es wohl am nächsten Tag gewesen. Nichts, wo ich mir Gedanken machen würde.

    Ist nun mal nicht die Lufthansa, wo nach einem Tag Streik der Flugplan für die ganze Woche im Eimer ist.

  5. Kollateralschaden

    Autor: Berner Rösti 12.12.16 - 08:40

    Tyler Durden schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So wird allerhöchstens dem eh schon grundsätzlich überzeugtem
    > Verdi-Funktionär klar, was er eh aus ideologischen Gründen sowieso schon
    > ganz fest glaubt: Der Streik ist ne tolle Sache, die sich massiv auswirkt.
    > Das Dumme ist nur:
    > Kurzzeitige LKW-Staus vor Amazon interessieren letztendlich nicht.
    ...
    > Wie sehen die KONKRETEN Auswirkungen des Streiks auf die Kunden aus?

    Es zeigt vielmehr, dass die Streikaktionen wieder einmal nur Unbeteiligte treffen: Die Menschen in der Region, die von dem Verkehrs-Chaos unmittelbar betroffen sind, die Spediteure, die ja auch noch andere Aufträge haben, die sie durch solche Verzögerungen nicht mehr zeitgerecht abfertigen können, und zuletzt selbstverständlich die Fahrer, die am allerwenigsten dazu können.

    Weder Amazon, noch den Kunden stört das, denn dann wird die Ware von einem anderen Lager aus geliefert. Und sollte sich tatsächlich ein Lieferengpass ergeben haben, dann geht die Welt für den Kunden auch nicht davon unter, wenn das Paket einen Tag später kommt.

    Verdi hat einfach nicht begriffen, dass sie keinerlei Angriffspunkt haben.

  6. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: chefin 12.12.16 - 09:11

    Ja, irgendwann aber begreifen sie es. Wenn sich noch mehr Unmut breit macht.

    Und dann wird wohl auch der Gesetzgeber hoffentlich mal eingreifen. Es kann ja nicht sein, das eine solche Grundsatzfrage über Streik entscheiden werden muss. Kistenschieber = Logistik, auch wenn er die Kisten schiebt die gerade verkauft werden. Den was macht den der Kistenschieber bei Aldi? Dem seine Kiste die er morgens in den LKW packt ist auch abends verkauft.

  7. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: Palerider 12.12.16 - 09:43

    > Davon abgesehen habe ich schon Zwei Pakete bekommen die Normal aussehen
    > aber laut Absender (nur in der Paketverwaltung von DHL sichtbar) Amazon
    > Praque als Absender haben. Könnten durchaus Auswirkungen sein nur bekommt
    > davon kaum einer was mit

    Das könnte durchaus eine Auswirkung des Streiks sein aber sich nicht die von Verdi gewünschte :-)

  8. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: RienSte 12.12.16 - 11:06

    Gut... aber was machen wir dann in allen anderen Unternehmen? Wird dann jede Abteilung / Standort nach einem eigenen Tarifvertrag behandelt? Nehmen wir die Fahrzeugindustrie. Da gibt's IT, Lager, Produktion, Fahrer, Elektroniker, Konstrukteure, Marketing, Sales, usw.

    Haben die bei euch in DE alle einen unterschiedlichen Tarifvertrag? Wir sind (auch Fahrzeugbranche) alle im Metallervertrag, egal ob IT oder CNC-Fräser.

  9. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: ImBackAlive 12.12.16 - 11:13

    Es gibt hier keine Grundsatzfrage, die von einem Gesetzgeber geklärt werden müsste: Amazon bezahlt nicht nach Tarif (nach gar keinem - es gibt schlicht keinen Tarifvertrag), ver.di will aber, dass nach Tarif bezahlt wird (wohl damit sie mehr Einfluss nehmen können auf etwaige Verhandlungen). Ver.di nutzt jetzt ihr verfassungsmäßiges Streikrecht aus, um Amazon auf einen Tarif zu drängen. Amazon sagt nö. Das geht eh maximal solange weiter, bis die ver.di nicht länger bereit ist, die MA von Amazon zu bezahlen.

    Wir sollten vorsichtig sein, wann wir nach dem Gesetzgeber brüllen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.12.16 11:18 durch ImBackAlive.

  10. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: ImBackAlive 12.12.16 - 11:16

    Nein, natürlich nicht - die Branche des Unternehmens ist relevant. Nicht aber die des Mutterkonzerns, sondern die der einzelnen Firma (es gibt beispielsweise auch eine BMW-Tochter, die Teile durch die Gegend karrt - die sind aber natürlich in der Logistik angesiedelt, nicht in der Automobilindustrie).

    > Wir sind (auch Fahrzeugbranche) alle im Metallervertrag, egal ob IT oder CNC-Fräser.

    Das würde ich doch mal stark bezweifeln - der CNC-Fräser bekommt also genauso viel wie der Fließbandmitarbeiter? Es gibt natürlich unterschiedliche Tarife für unterschiedliche Aufgabengebiete - die werden aber alle (i.d.R.) von der gleichen Gewerkschaft ausgehandelt.

  11. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: Blackhazard 12.12.16 - 11:24

    Verdi kann ewig weiter die Streikkasse füllen...leider! Die einzigen die mir wirklich Leid tun sind die armen Mitarbeiter von Amazon die sich durch Verdi in Streiks reinziehen lassen obwohl sie eigentlich wissen sollten, dass für ungelernte Kräfte die einfach nur Kisten packen und verschieben (Körperlich sicher hart aber geistig eindeutig vernachlässigbar) müssen ziemlich gut bezahlt werden. Aber hey heutzutage werden fertig studierte Absolventen auch mit 2000 Brutto gerechnet und nicht mehr wie früher mit 4000+ Anfangsgehalt!

    Naja Leben ist teuer und jeder möchte seinen Kuchen haben...nur ohne Wissen und Ausbildung bekommt man nur Hilfsarbeiterjobs und muss damit leben was man bekommt sofern man sich nicht weiterbildet

  12. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: Palerider 12.12.16 - 11:43

    Blackhazard schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Verdi kann ewig weiter die Streikkasse füllen...leider! Die einzigen die
    > mir wirklich Leid tun sind die armen Mitarbeiter von Amazon die sich durch

    Das sind freie Menschen und sie müssen wissen, was sie tun - aber was ist mit den anderen Verdi-Mitgliedern deren Beiträge für den Unsinn verfeuert werden? An deren Stelle hätte ich schon längst meine Mitgliedschaft gekündigt.

  13. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: RienSte 12.12.16 - 11:58

    Ja, wir (alle beim Mutterunternehmen angestellt) unterliegen alle dem selben Vertrag, egal ob IT oder Fließband. Nur sind die einzelnen Positionen in der Mindestgehaltstabelle unterschiedlich eingestuft. Der Bandarbeiter wird irgendwo zwischen B und D liegen, Jungakademiker gleich bei F, ab G sind's Teamleiter oder höher.
    Aber Urlaub, Prämien, 13.+14. Gehalt, Arbeitszeitmodelle usw gilt für alle gleich. Wenn die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung verhandelt, gilt das auch für alle.

    Die Tochterfirmen haben teilweise schon andere Verträge/Branchen, ja. Aber das betrifft sehr wenige Personen und das sind wirkliche Spezialisten-Buden...da passt das auch thematisch.

  14. Re: Verdis Sichtweise vs. Sichtweise der Kunden

    Autor: ImBackAlive 12.12.16 - 15:39

    Ah, okay - verstehe. Dann ist das hier glaube ich nur der Semantik geschuldet - so ist das hier nämlich (im Regelfall) auch: Der gesamte Tarifvertrag ist für alle der Gleiche - in diesem werden dann unterschiedliche Stufen definiert, um die unterschiedlichen Stellen abzufangen.

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