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Spricht mir aus der Seele

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  1. Spricht mir aus der Seele

    Autor: kamaku 27.07.20 - 12:28

    Genau da sollte sich die Arbeitsweise, egal ob im Home Office oder im Büro, hin entwickeln. Die ständige, synchrone Kommunikation (wer kennt nicht Kollegen, die plötzlich neben einem stehen und sagen „ich hab dir grad ne Mail geschickt“) ist in meinen Augen der Produktivitätskiller schlechthin. Arbeitstage, die von 8 - 16 Uhr mit Terminen voll sind, auch.

    Der Weg, das in die Köpfe aller Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzte zu bekommen, könnte aber schwierig werden.

  2. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: budweiser 27.07.20 - 12:34

  3. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: atomie 27.07.20 - 12:43

    finde ich auch. ich bin dazu übergegangen das mein Handy sehr oft im "nicht stören" Modus ist. Die wichtigsten nummern (Familie, Kindergarten, Hausarzt usw.) kommen immer durch. der Rest ist stumm. Messenger sind bei mir immer stumm. Egal ob "nicht stören" an oder aus ist. sehen tue ich die Nachrichten ja wenn ich das Handy mal in die Hand nehmen sollte. Auch hier gibt es aber die Familien-Ausnahme. Ich will ja wissen wenn im Kindergarten was passiert ist z.B.

    Nun der wichtigste Tipp: Ich antworte i.d.R. auf Nachrichten erst am nächsten Tag. dadurch wird der "Chat" vermieden. Viele Dinge haben sich bis dahin eh schon von alleine aufgelöst. Meine Gesprächspartner haben das mittlerweile verinnerlicht. ich bekomme ganz selten kurze Nachrichten sondern immer öfter nur eine zusammenhängende Nachricht was schon ein Riesenvorteil ist. Das handhabe ich geschäftlichen und privaten Bereich so. Es ist ein Segen dass ich das irgendwann erkannt habe es so zu handhaben. kann ich jedem nur ans Herz legen.

  4. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: DrLindner 27.07.20 - 12:52

    kamaku schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genau da sollte sich die Arbeitsweise, egal ob im Home Office oder im Büro,
    > hin entwickeln. Die ständige, synchrone Kommunikation (wer kennt nicht
    > Kollegen, die plötzlich neben einem stehen und sagen „ich hab dir
    > grad ne Mail geschickt“) ist in meinen Augen der Produktivitätskiller
    > schlechthin. Arbeitstage, die von 8 - 16 Uhr mit Terminen voll sind, auch.
    >
    > Der Weg, das in die Köpfe aller Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzte zu
    > bekommen, könnte aber schwierig werden.

    Ich habe das so gehandhabt, dass ich Leuten erst freundlich kommuniziert habe, dass ich, wenn ich einen kopfhörer aufhabe, nicht gestört werden will, und insbesondere nicht diesen Bullshit von wegen ich hab dir eine Mail geschickt.

    Wer das nicht respektiert, wird auch mal angepflaumt. Mittlerweile haben es die meisten verstanden.

    Open Space ist halt Schwachsinn. Die Missstimmung muss das bekloppte Management nun ertragen.

  5. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: Moridin 27.07.20 - 13:00

    Bin selbst "developer" und kann das mit der Productivity Recovery nur begrenzt nachvollziehen.
    Bei mind. 90% meiner Arbeit trifft für mich die "non-dev"-Annahme zu - und ehrlich gesagt würde ich mir einen anderen Job suchen, wenn es nicht so wäre, da mich meine Arbeit sonst viel zu sehr anstrengen würde.

    Vielleicht sollten diejenigen, die so extrem von "Störungen" gestört werden, mal darüber nachdenken, ob das der richtige Job für sie ist.
    Meine 12 Jahre Erfahrung als Entwickler haben mir gezeigt, dass Kommunikation und Kollaboration der entscheidende Teil meiner Arbeit ist, nicht "Coden". Das nimmt auch eher zu als ab, und ich denke, dass Unternehmen sehr stark Mitarbeiter bevorzugen, die nicht so störanfällig sind, sondern mit denen andere flexibel zusammenarbeiten können.

    Ein Arzt muss Blut sehen können, wie es so schön heißt. Und ich denke als Entwickler muss man gut mit "Störungen" umgehen können.

  6. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: atomie 27.07.20 - 13:06

    Moridin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und ich denke als
    > Entwickler muss man gut mit "Störungen" umgehen können.
    Finde ich nicht. Brauche absolute Konzentration. Jede Störung wirft mich wieder ein paar Minuten zurück. Gestört zu werden empfinde ich als Unverschämtheit. ich störe ja auch niemanden. aber zum Glück gibt es ja die Technischen Möglichkeit Störungen weitestgehend zu unterbinden.
    Wenn ich an die Zeit zurückdenke als mir noch Sprachnachrichten geschickt wurden bekomme ich Gänsehaut. Den Zahn habe ich aber den Leuten schnell gezogen. Resultat ist das ich gar keine Sprachnachrichten mehr bekomme. Super!

  7. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: voerden7 27.07.20 - 13:14

    Dieses Thema spricht mir aus Seele.
    Ich bin sowieso nicht der Disziplinierteste bei der Arbeit,
    dann ist es doppelt schädlich.
    Wie jetzt, wo ich erst mal auf golem.de gegangen bin.

  8. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: Avalanche 27.07.20 - 13:24

    An dieser Stelle kann man selbst einen einfachen Test zur Einordnung machen: Einfach mal die eigenen Beteiligungen der letzten Woche in Github Issues, JIRA, Confluence, Basecamp, Asana, (was auch immer im Unternehmen verwendet wird) anschauen und analysieren. Und dann einfach mal zählen, wie viele dieser Beiträge _tatsächlich_ so formuliert sind, dass sie für die anderen anderen Gesprächsteilnehmer nachvollziehbar und hilfreich waren.

    Die nächste Steigerung wäre dann, z.b. sechs Monate zurück zu gehen und zu prüfen, welche der eigenen Aussagen man noch versteht... Das gibt dann schon ein gutes Bild dazu, wie asynchron man selbst kommunizieren kann...

  9. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: decker 27.07.20 - 13:35

    Mir auch, obwohl ich manchmal auch die andere Seite verstehe.

    Ganz krass erlebe ich das aber gerade in einem privaten Projekt, wo mein Gegenüber immer telefonieren will. Das hat sowas von Müll abladen für mich, weil das Telefon vergibt Ungenauigkeiten und Blödsinn auf den man im Schriftlichen festgelegt werden würde. Und zudem ist man dann ja auch furchtbar beschäftigt. Solche Leute können sich aber wahrscheinlich einfach nicht schriftlich ausdrücken und noch weniger strukturiert denken, sondern nur wenig gehaltvoll labern.

  10. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: atomie 27.07.20 - 13:50

    decker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir auch, obwohl ich manchmal auch die andere Seite verstehe.
    >
    > Ganz krass erlebe ich das aber gerade in einem privaten Projekt, ...
    ich wiederhole die wesentlichen punkte während ich mitschreibe danach schicke ich es kommentarlos per e-mail. sonst kann man sich ja nicht mehr auf besprochenes berufen. wichtig ist das der gegenüber mitbekommt das man es mitschreibt und entsprechend auch pausen einlegt. dadurch wird er auch gezwungen das Gelaber sein zu lassen und sich auf das wesentlich zu beschränken. Aber die Problematik ist bekannt und da bist du bestimmt nicht der einzige der damit zu kämpfen hat.

  11. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: aLpenbog 27.07.20 - 14:51

    kamaku schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Weg, das in die Köpfe aller Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzte zu
    > bekommen, könnte aber schwierig werden.

    Genau das. Die wollen ihren Kram halt auch fertig haben und das Thema vom Tisch haben, ist nur menschlich. Scheinen die Leute durch Notifications und Apps irgendwie auch verinnerlicht. Ich kannte dieses asynchrone vor allem früher vom IRC.

    Wenn ich mir heute anschaue wie Leute kommunizieren in Teams, Slack oder auch die jüngere Generation zu Games und Hobbys im Discord, da wird der Name getagged und auf eine Reaktion gewartet, anstatt das man einfach reinschreibt was man möchte und bei Gelegenheit seine Antwort kriegt.

    Da werden asynchrone Tools eben künstlich synchronisiert. Genau wie dein Beispiel mit der Mail, auch das habe ich den ganzen Tag im Büro.

    Ich muss sagen ich kann halbwegs schnell hin- und herschalten. Aber wirklich so eine "Flow" ähnliche Phase, wo man ordentlich was hinkriegt und 12 Stunden vergehen wie 1-2, die gibt es in so einem Umfeld natürlich nicht oder nur selten.

    Hobbyprojekte am Wochenende sind schon ein massiver, massiver Unterschied zur eigentlichen Arbeit im Büro oder Homeoffice, wo Kunden und Kollegen ständig auf der Matte stehen. Ist vermutlich auch ein Problem, dass wir in Deutschland viele kleine und mittelgroße Unternehmen haben, wo etliche Verantwortlichkeiten gemischt werden.

  12. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: Hotohori 27.07.20 - 15:20

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich mir heute anschaue wie Leute kommunizieren in Teams, Slack oder
    > auch die jüngere Generation zu Games und Hobbys im Discord, da wird der
    > Name getagged und auf eine Reaktion gewartet, anstatt das man einfach
    > reinschreibt was man möchte und bei Gelegenheit seine Antwort kriegt.

    Darum hab ich in Discord inzwischen auch alle Sound Benachrichtigungen aus. Optische stören wenig, aber Sound immer. Ich reagiere dann wenn ich es sehe, das kann in ein paar Sekunden aber auch erst in Stunden sein.

    Diese "Du musst ständig erreichbar sein" Krankheit gibt es ja seit dem das Handy sich in der breiten Masse durchgesetzt hat. Ja, für Manche ist das toll, aber nicht immer und mir ging es schnell auf den Keks.

    Im Job ist es aber halt leider nicht so einfach, da ist der Druck größer und nicht Jeder ist in der Position sich darüber hinweg zu setzen. Furchtbar, gerade diese Art der Kommunikation ist primär Schuld an unserer heutigen Stressgesellschaft, die immer mehr Menschen krank macht.

  13. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: atomie 27.07.20 - 15:55

    da sagst du was. aber das was man tun kann sollte man auch tun. es gibt keinen zwang innerhalb von Sekunden zu reagieren. man kann die Kollegen auch ein Stück weit "erziehen"

  14. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: ibsi 27.07.20 - 16:12

    Hängt an meinem Nicht-Home-Office Arbeitsblatt seit Jahren :D

  15. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: dEEkAy 27.07.20 - 22:29

    atomie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > finde ich auch. ich bin dazu übergegangen das mein Handy sehr oft im "nicht
    > stören" Modus ist. Die wichtigsten nummern (Familie, Kindergarten, Hausarzt
    > usw.) kommen immer durch. der Rest ist stumm. Messenger sind bei mir immer
    > stumm. Egal ob "nicht stören" an oder aus ist. sehen tue ich die
    > Nachrichten ja wenn ich das Handy mal in die Hand nehmen sollte. Auch hier
    > gibt es aber die Familien-Ausnahme. Ich will ja wissen wenn im Kindergarten
    > was passiert ist z.B.
    >
    > Nun der wichtigste Tipp: Ich antworte i.d.R. auf Nachrichten erst am
    > nächsten Tag. dadurch wird der "Chat" vermieden. Viele Dinge haben sich bis
    > dahin eh schon von alleine aufgelöst. Meine Gesprächspartner haben das
    > mittlerweile verinnerlicht. ich bekomme ganz selten kurze Nachrichten
    > sondern immer öfter nur eine zusammenhängende Nachricht was schon ein
    > Riesenvorteil ist. Das handhabe ich geschäftlichen und privaten Bereich so.
    > Es ist ein Segen dass ich das irgendwann erkannt habe es so zu handhaben.
    > kann ich jedem nur ans Herz legen.


    Du achtest also weder auf Messenger noch auf Anrufe. e-Mails brauchst du auch erstmal nen Tag. Hörst dich ja nach einem super Ansprechpartner an. Wenns dann 2-3 von der Sorte in einer Kommunikationskette gibt, passiert 3 Tage nichts obwohl die Aufgabe an sich einfach zu beantworten wäre.

    In meinem aktuellen Projektumfeld sind viele Wissensträger gegangen oder gegangen worden. Zurück bleiben jene, die sich alles neu aneignen müssen. Wenn man dann doch mal ne Frage hat, dauert es ewig bis man auch ein Ergebnis vorweisen kann.

    Auf sowas kann ich getrost verzichten, auch wenn mir der asynchrone Ansatz durchaus sinnvoll erscheint.

  16. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: Filius 28.07.20 - 06:54

    dEEkAy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du achtest also weder auf Messenger noch auf Anrufe. e-Mails brauchst du
    > auch erstmal nen Tag. Hörst dich ja nach einem super Ansprechpartner an.
    > Wenns dann 2-3 von der Sorte in einer Kommunikationskette gibt, passiert 3
    > Tage nichts obwohl die Aufgabe an sich einfach zu beantworten wäre.

    Es passiert dann nichts zu deiner Aufgabe - aber zu anderen Themen dafür umso mehr. Nicht umsonst gibt es die Empfehlung, "dingend" und "wichtig" zu trennen.
    Aber heutzutage braucht jeder sofort eine Antwort auf jeden Pipifax, da ist man nur noch mit Busywork beschäftigt. Kein Wunder, dass dann trotz voller Tage oft nichts weitergeht.

  17. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: dEEkAy 28.07.20 - 10:24

    Filius schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dEEkAy schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Du achtest also weder auf Messenger noch auf Anrufe. e-Mails brauchst du
    > > auch erstmal nen Tag. Hörst dich ja nach einem super Ansprechpartner an.
    > > Wenns dann 2-3 von der Sorte in einer Kommunikationskette gibt, passiert
    > 3
    > > Tage nichts obwohl die Aufgabe an sich einfach zu beantworten wäre.
    >
    > Es passiert dann nichts zu deiner Aufgabe - aber zu anderen Themen dafür
    > umso mehr. Nicht umsonst gibt es die Empfehlung, "dingend" und "wichtig" zu
    > trennen.
    > Aber heutzutage braucht jeder sofort eine Antwort auf jeden Pipifax, da ist
    > man nur noch mit Busywork beschäftigt. Kein Wunder, dass dann trotz voller
    > Tage oft nichts weitergeht.


    Vollkommen richtig, zu meiner Aufgabe passiert nichts, auch nicht zu den Aufgaben anderer Kollegen, welche die Expertise des einen Kollegen benötigen.

    Arbeiten hat nicht umsonst mit Teamarbeit zu tun und nicht erreichbar zu sein, weder telefonisch, noch per IM ist einfach ein No-Go. Wenn man das dosiert und zu gewissen Zeiten einfach auf "Bitte nicht stören" steht, ist das ja OK. Generell solch eine Haltung einzunehmen hat einfach nichts mehr mit Kollegialität zu tun.

    Meine Erfahrung mit solchen Leuten ist: Man versucht ein oder zwei mal was von ihnen zu erfahren. Ab dem dritten Mal kümmert man sich selbst darum, auch wenn es länger dauert und anstrengender ist. Kommt dann aber eben jener Kollege und will von einem selbst etwas, erinnert man sich immer an die bisherige Kommunikation.

  18. Re: Spricht mir aus der Seele

    Autor: Potrimpo 28.07.20 - 10:46

    Völlig korrekt. Gilt für jede Arbeit. Warum der Bezug auf Home-Office (im Artikel), erschließt sich nicht wirklich. Das ist grundsätzlich so.

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