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Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

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  1. Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: SWEover9000 29.11.19 - 09:27

    Ich bin seit vielen Jahren einer dieser "IT-Spezialisten", nämlich Software Engineer.
    In meiner Heimatstadt würde ich bei einer Festanstellung zwischen 3500 und 4500 ¤ Brutto verdienen. Wenn ich das mit den Alternativen Möglichkeiten vergleiche, ist das ein viel zu niedriges Gehalt. Denn wenn ich stattdessen freiberuflich als Söldner von Projekt zu Projekt ziehe, bekomme ich mehr als das Doppelte. In den vergangenen 5 Jahren habe ich so monatlich im Durchschnitt 12.000 ¤ Brutto verdient.

    Es gilt die Vor- und Nachteile abzuwägen. Als Söldner muss man sich natürlich alle paar Monate ein neues Projekt suchen, welche auch immer in anderen Städten sein können. Das heißt viel zusätzlicher Stress. Aber meiner Meinung nach lohnt es sich. Nicht nur wegen dem Geld, auch deswegen, weil man ständig neue Technologien lernt und seine Soft Skills ständig weiterentwickelt.

    Jetzt wird hier natürlich von IT-Fachkräften im Allgemeinen gesprochen. Dazu kann ich nicht viel sagen, nur eben speziell zum Software Engineering. Das umfasst Architektur, Entwicklung, Testen, etc. Ob ich jetzt als Entwickler, Architekt, Tester oder Fullstack-Entwickler angeheuert werde, ist mir ziemlich egal. Ein guter Software Engineer kann sich in kurzer Zeit in jede Technologie einarbeiten, denn die Technologien sind nur Werkzeuge, wie beim Handwerker der Hammer.

    Es kam bei einem meiner Kunden sogar schon vor, dass er innerhalb von 3 Monaten 3 x den kompletten Tech-Stack ausgetauscht hat. Von einem zum anderen Monat neue Technologien zu lernen ist anstrengend. Es erfordert Intelligenz, Disziplin, Fleiß, Flexibilität und da alles heutzutage in agilen Teams abläuft braucht man auch gute Soft Skills. Ich finde, dass das alles ein sehr hohes Gehalt rechtfertigt. Und ein hohes Gehalt in einer Festanstellung ist mir bisher nur bei Banken begegnet.

    P. S.:

    Ich denke viele Firmen könnten schon wesentlich einfacher ihre IT-Spezialisten finden, wenn sie Remote-Arbeit erlauben würde. Es gibt fast nichts in der IT, was man nicht auch von zu Hause aus per VPN erledigen könnte.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.19 09:36 durch SWEover9000.

  2. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: aLpenbog 29.11.19 - 13:41

    SWEover9000 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke viele Firmen könnten schon wesentlich einfacher ihre
    > IT-Spezialisten finden, wenn sie Remote-Arbeit erlauben würde. Es gibt fast
    > nichts in der IT, was man nicht auch von zu Hause aus per VPN erledigen
    > könnte.

    Aber dann arbeitet doch keiner! Gleiche Problem wie bei den BGE Diskussionen. Dann liegen alle Zuhause und legen die Füße hoch, außer ich, ich bin da ganz anders. So ist quasi die Meinung von so gut wie jedem.

    Weiß aber auch nicht, ob ich mehr Remote haben will. Ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. So kann ich mich natürlich bei Unternehmen in München breit machen, auf der anderen Seite hab ich hier lokal dann Konkurrenz aus Ländern mit niedrigeren Lebensunterhaltskosten und konkurriere mit Gehältern, für die ich keine 50 qm zahlen kann, geschweige denn was zu essen bekomme.

  3. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: SWEover9000 29.11.19 - 13:45

    Arbeitsleistung ist doch durchaus messbar. Wer seine Füße hochlegt beim remote Arbeiten wird dann wohl nach gegebener Zeit entlassen.

    Was die Remote Konkurrenz aus dem Ausland angeht: Das Ausland ist in der Regel sehr viel schlechter ausgebildet. So habe Ich z. B. zwei Jahre für ein sehr großes deutsches Unternehmen als "externer Berater" (so nannte sich die Stelle, im Prinzip war ich Fullstack Entwickler) gearbeitet. Dieses Unternehmen hatte auch auf sehr viele Remote Kräfte aus Indien gesetzt. Das Ergebnis war, dass wir so gut wie alles, was von den Indischen Kollegen entwickelt wurde, entweder wegschmeißen und neu machen mussten oder es so überarbeiten mussten, dass es den geforderten Qualitätsstandards entsprach.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.19 13:49 durch SWEover9000.

  4. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: aLpenbog 29.11.19 - 13:58

    SWEover9000 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Arbeitsleistung ist doch durchaus messbar. Wer seine Füße hochlegt beim
    > remote Arbeiten wird dann wohl nach gegebener Zeit entlassen.

    Sicher bedingt. Aber wenn ich hier die schnellsten mit den langsamsten vergleiche, da können die schnellen durchaus in 2-3 Stunden schaffen, was andere ggf. mit Glück in 8 Stunden schaffen, sprich sofern man Ergebnisse messen würde, dann könnten sich einige durchaus ein wenig ausruhen oder Zeit anderweitig nutzen.

    Oft sind Leute ja auch so nicht wirklich ausgelastet und tun gerne mal ein paar Stunden beschäftigt.

    Klar die Produktivität nimmt nicht zwangsweise ab, wenn das weg fällt, sondern nimmt ggf. sogar zu aber am Ende ist anderes in der Arbeitszeit machen da eben etwas, was wohl häufig anzutreffen sein wird.

  5. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: SWEover9000 29.11.19 - 14:15

    Das ist sicherlich richtig. Überhaupt wird in den seltensten Fällen 8 Stunden gearbeitet. Das wäre auch sehr unproduktiv. Es kann mir keiner erzählen, dass er mehrere Stunden am Stück konzentriert arbeiten kann, vor allem nicht, in der Software Entwicklung, wo doch relativ viel Hirnleistung gefragt ist. In den Firmen mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe waren es eher so "30 Minuten Sprints" und dann 5 Minuten plaudern, Kaffee Holen, auf Toilette gehen. Etc. Ab und zu gab es Meetings, die nicht selten völlig überflüssig waren. Es gibt doch sicherlich Statistiken zur effektiven Arbeitszeit von "IT-Kräften" in Unternehmen. Ich würde mal vermuten, dass dabei etwas um die 5 Stunden heraus kommen würde.

    Es müsste sich dann am Durchschnitt orientiert werden. Mitarbeiter schaffen im Durchschnitt mit X Stunden effektiver Arbeit Leistung Y. Wer drunter liegt muss nachbessern, wer drüber liegt kann entweder so weiter machen oder ab und zu die Füße hoch legen :)

  6. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: Bitfuchs 29.11.19 - 14:21

    Es gibt durchaus Firmen, in denen wir nicht geplaudert oder im Internet gesurft. Dafür ist die Pause da und Kaffee holt sich vor der Arbeit einen, dann nochmal einen bis zur Mittagspause und das dauert dann 3 Minuten. Zwischendrin wird gearbeitet, das geht schon.

    Aus eigener Erfahrung, ich kann auch mehrere Tage deutlich mehr als 10h+ konzentriert arbeiten, solange mich niemand stört, allerdings brauche ich dann am besten direkt danach Urlaub.

  7. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: SWEover9000 29.11.19 - 14:26

    Bitfuchs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt durchaus Firmen, in denen wir nicht geplaudert oder im Internet
    > gesurft. Dafür ist die Pause da und Kaffee holt sich vor der Arbeit einen,
    > dann nochmal einen bis zur Mittagspause und das dauert dann 3 Minuten.
    > Zwischendrin wird gearbeitet, das geht schon.
    >
    > Aus eigener Erfahrung, ich kann auch mehrere Tage deutlich mehr als 10h+
    > konzentriert arbeiten, solange mich niemand stört, allerdings brauche ich
    > dann am besten direkt danach Urlaub.

    Auch da kann ich zustimmen. Die Verhältnismäßigkeit ist wichtig. Man kann sicher 10h+ für einige Tage durchziehen. Aber wie du schon sagtest, danach ist Erholung nötig. Das geht nicht über einen längeren Zeitraum. Da ist der Burnout vorprogrammiert. Ich jedenfalls habe das in noch keiner Firma erlebt, dass über mehrere Stunden hinweg konzentriert gearbeitet wurde.
    Das war aber nichts schlechtes. Die Ziele wurden dennoch erreicht. Ich denke, dass ein gesunder und ausgewogener, glücklicher und zufriedener Mensch, deutlich bessere Ergebnisse erzielt, als einer, der mit Angst und Peitsche regiert wird (Soweit ich weiß ist sich die Wissenschaft auch einig, dass das so ist).

    Es gibt auch einige Unternehmen, die Beispielhaft regelrechte Wohlfühl-Büros einrichten und gleichzeitig steigt die Produktivität der Mitarbeiter. Kürzlich erst hat Microsoft in Japan die 4 Tage Woche getestet und auch da ging die Produktivität der Mitarbeiter deutlich nach oben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.19 14:28 durch SWEover9000.

  8. Re: Die Alternativen sind einfach wesentlich attraktiver....

    Autor: aLpenbog 29.11.19 - 14:36

    Bitfuchs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aus eigener Erfahrung, ich kann auch mehrere Tage deutlich mehr als 10h+
    > konzentriert arbeiten, solange mich niemand stört, allerdings brauche ich
    > dann am besten direkt danach Urlaub.

    Gibt da denke ich auch einen großen Unterschied zwischen Aufgaben die einen interessieren, wo man quasi den berüchtigten Flow State erreicht. Da vergeht die Zeit fix und es brennt einen gefühlt nicht so aus.

    Langweilige Routine für 10+ Stunden fühlt sich eher an wie Tage, danach ist man dann eben meist fertig mit der Welt, sofern man das überhaupt kann. Gibt sicher auch genug bei denen schleichen sich nach wenigen Stunden nur noch Fehler ein oder sie kommen bei einfachen Aufgaben nicht auf die Lösungen.

    Mag für einen schön sein, dass man so funktioniert. Auf Dauer ist das aber vermutlich auch nix und nix was man von jeden als selbstverständlich fordern kann.

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