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nun lassen SIe also endlich die Katze aus dem Sack

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  1. nun lassen SIe also endlich die Katze aus dem Sack

    Autor: michael.w.dietrich 30.11.19 - 11:19

    Nun lassen Sie - nach Jahren des Märchenerzählens vom "Fachkräftemangel" - also endlich die Katze aus dem Sack. 72% der Unternehmen sind nicht bereit, die geforderten Gehälter zu bezahlen.

    Das heißt gut 102.000 der 142.000 Stellen sind gar nicht auf Grund von "Fachkräftemangel" offen. Auf diese Stellen werden lediglich "billige" Arbeitskräfte keine "Fachkräfte" (die man ordentlich bezahlen müsste) gesucht.

    Im Wesentlichen ist das wohl so, weil der Vertrieb der Unternehmen nicht in der Lage ist, bei den Kunden die berechtigten Marktwirtschaftlich begründeten Interessen möglicher Mitarbeiter durchzusetzen. Und natürlich trifft man diese Marktteilnehmer auch allerorten, diese Vertriebler, deren Mitarbeiter angeblich "alles können", "nix kosten" (oder zumindest bedeutend weniger als die, des seriös kalkulierenden Wettbewerbers) die aber, wenn sie dann den Zuschlag auf die entsprechende Ausschreibung erhalten, nicht liefern können oder zumindest nicht das, was sie vorher versprachen.

    Da werden dann "deutschsprachige" Fachkräfte ausgeschrieben, der Zuschlag erfolgt und Dienstleistungen am Ende vom Kunden (der Not gehorchend - sonst müsste man ja neu ausschreiben und Zeitverzug und Zusatzaufwand hinnehmen) an Erfüllungstatt auf englisch angenommen. Der "Testspezialist" hat noch nie "Testfälle spzifiziert" und weiß gar nicht wie das geht und kennt auch das Tool, das mit 3-5 Jahren Erfahrung in seinem CV steht eigentlich gar nicht. Der "Java-Fullstack-Entwickler" kann nichtmal ein "Hello World" in Java Fehlerfrei schreiben oder jedenfalls nicht außerhalb einer IDE, die ihm jeden seiner Fehler vorbetet usw. usf.

    D.h. bei mindestens 72% der Unternehmen wird das Gerede vom "Fachkräftemangel" m.E. nur gepflegt, um Druck auf die Einwanderungspolitk auszuüben, in der Hoffnung auf diesem Weg an Billigarbeitskräfte aus dem Ausland zu gelangen. Andererseits was wollen die in Deutschland?

    Wenn diese ausländischen Fachkräfte "englisch" können, steht ihnen eine Welt von diskriminierungsfreien Arbeitsplätzen zur Verfügung. Während in Deutschland doch jeder, der Deutsch "nur" "fließend in Wort und Schrift" aber eben nicht als Muttersprachler beherrscht, von vornherein im Kontext des jeweiligen Arbeitsumfeldes als "minderbemittelt" angesehen wird, sobald er den ersten grammatikalisch in einem sonst fachlich einwandfreien Satz einbaut.

    bleiben also 28% Unternehmen, die bereit sind angemessene Gehälter zu bezahlen. Deren knapp 40.000 Stellen sind vermutlich tatsächlich offen. Mehr aber sich er nicht.

  2. Re: nun lassen SIe also endlich die Katze aus dem Sack

    Autor: Trockenobst 30.11.19 - 19:08

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > also endlich die Katze aus dem Sack. 72% der Unternehmen sind nicht bereit,
    > die geforderten Gehälter zu bezahlen.

    Der kleine Krauter kann ja nicht 100T im Jahr zahlen. Das weiß man, das es
    einen finanziellen Unterschied zwischen Startup, Mittelstand, Dax-Unternehmen
    und Google gibt.

    Das es in Jena, Rostock und 200km weg von Frankfurt schwierig ist, gute Leute zu finden gehört auch dazu. Es gibt ja auch einen Fachkräftemangel bei Ärzten oder Bauingenieuren und da geht es ja nicht mal um Geld, sondern willens in die Pampa zu ziehen.

    Das gewisse Firmen die zahlen könnten dies einfach nicht tun wollen, ja das ist Teil der Wahrheit.

    > D.h. bei mindestens 72% der Unternehmen wird das Gerede vom
    > "Fachkräftemangel" m.E. nur gepflegt, um Druck auf die Einwanderungspolitk

    Was ich als Großfirma auch machen würde, daran ist nichts falsch.
    Falsch ist, das die Firmen keinerlei Lerneffekt sehen und nichts daran ändern.
    Denn Deutschland ist inzwischen für viele Asiaten und Inder viel zu teuer geworden.

    > Deren knapp 40.000 Stellen sind vermutlich tatsächlich offen.
    > Mehr aber sich er nicht.

    Wer sich die Stellenbeschreibungen ansieht, wird natürlich auch Jobs finden die nicht so toll sind. In die Pampa wollen anscheinend ausgebildete Ärzte trotz gutem Gehalt, billigen Baugrund und so weiter auch nicht gehen. Geld alleine ist es nicht immer.

  3. Re: nun lassen SIe also endlich die Katze aus dem Sack

    Autor: michael.w.dietrich 02.12.19 - 08:11

    > Das es in Jena, Rostock und 200km weg von Frankfurt schwierig ist, gute Leute zu
    > finden gehört auch dazu.

    Da fragt sich der gewiefte Unternehmer dann halt, ob es Sinn macht eine Firma in Jena und Rostock zu gründen, wenn man dort die benötigte Infrastruktur (gebildetes Personal) nicht findet und offenbar uach nicht selbst schaffen kann. Zu einer verantwortungsvollen Gründung gehört es eben auch, zu prüfen, *wo* ich gründe.

    > Der kleine Krauter kann ja nicht 100T im Jahr zahlen. Das weiß man, das es
    > einen finanziellen Unterschied zwischen Startup, Mittelstand, Dax-Unternehmen
    > und Google gibt.

    Der kleine Krauter ist aber im Bitcom organisiert? Sorry, aber vielleicht doch bitte mal realistisch bleiben. Und wenn der "kleine Krauter" sich auf Themen spezialisiert, in denen Gel dzu holen ist (aktuell z.B. Pen-Testing etc.) dann kann er natürlich mehr zahlen, als wenn er die fünfte PC-Reparaturwerkstatt für Privatleuite an der polnischen Grenze gründet. WIeder die Frage *was* gründet man und *wo* gründet man. Das gehört zu einem vernünftigen Businessplan und ansonsten ist es halt die beste Voraussetzung für eine zünftige und äußerst verdiente Pleite.

    > Was ich als Großfirma auch machen würde, daran ist nichts falsch.

    Falsch ist, dann von "Fachkräftemangel" zu schwafeln oder seine Lobbyisten beim Bitcom davon schwafeln zu lassen, statt einfach mal die Katze aus dem Sack zu lassen und klarzumachen: unser Vertrieb ist zu doof/faul/ungebildet marktgerechte Preise durchzusetzen deshalb brauchen wir jetzt "Billiglöhner vom Balkan". Denn die Großunternehmen haben ja keine kronisch Preissensible Privat-Kundschaft, die genausogut bei ebay nene billigen PC ersteigern kann, sondern eben wieder Großunternehmen als Kundschaft, die dann halt wissen müssen ob sie qualitativ hochwertige Leistungen auis Deutschland wollen oder "Software aus Pakistan" (SAP).

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