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Klimabilanz?

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  1. Klimabilanz?

    Autor: AllDayPiano 13.12.19 - 12:17

    Interessant wäre die Klimabilanz des Prozesses. Immerhin sind in so einem GFK-Verbundwerkstoff sehr große Anteile an Kohlenstoff enthalten (auch diejenigen, die zusätzlich zur Prozessierung beigemengt werden).

    Die Amierung selbst macht sicherlich einen signifikaten Gewichtsanteil aus, aber ein großer Teil selbst ist halt heben eine Kohlenwasserstoffverbindung, die für sich genommen schon jede Menge CO2 bei der Verbrennung freisetzt. Auch unangenehm ist natürlich die notwendige eingesetzte Energie für's Schreddern, aber vor allem für die Erzeugung des Heißluftstromes für die Verbrennung.

    Auch in den Filteranlagen werden sich Filterstäube ansammeln, die ein Mix aus Asche, Glasfaser und teilverbrannten Kohlenwasserstoffen darfstellt; oder auf Deutsch: Sondermüll. Was wird damit gemacht? Das muss deponiert werden.

    Ich frage mich ganz ehrlich, ob es nicht sinnvoller ist, dass Zeug in ausgediente Bergwerke einzulagern. Dann bleibt zumindest die Verwertung weitgehend CO2 Neutral.

  2. Re: Klimabilanz?

    Autor: Screeny 13.12.19 - 12:28

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich frage mich ganz ehrlich, ob es nicht sinnvoller ist, dass Zeug in
    > ausgediente Bergwerke einzulagern. Dann bleibt zumindest die Verwertung
    > weitgehend CO2 Neutral.

    Dann könnte man halt auch wieder Atomenergie nutzen und würde sich viele Probleme sparen ...

  3. Re: Klimabilanz?

    Autor: Fuchur 13.12.19 - 12:30

    Screeny schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Dann könnte man halt auch wieder Atomenergie nutzen und würde sich viele
    > Probleme sparen ...


    Wobei Rotorblätter wohl kaum das Grundwasser verstrahlen, weil die Fässer der Uranreste wohl doch nicht tausende von Jahren dicht halten.

  4. Re: Klimabilanz?

    Autor: AllDayPiano 13.12.19 - 12:38

    Naja, das enthaltene Bisphenol-A in Epoxydharz ist eine bereits in geringen konzentrationen hormonell wirksame Substanz, die auch Gewässerbewohner schaden kann (Fortpflanzungsfähigkeit).

    Im Trinkwasser will man das Zeug also auch nicht haben. Das ist aber genau das Problem am Verklappen - egal ob Giftmüll, oder ob radioaktiver Giftmüll.

  5. Re: Klimabilanz?

    Autor: EWCH 13.12.19 - 12:40

    > Wobei Rotorblätter wohl kaum das Grundwasser verstrahlen, weil die Fässer
    > der Uranreste wohl doch nicht tausende von Jahren dicht halten.

    Das Uran gab's aber vorher auch schon.

  6. Re: Klimabilanz?

    Autor: most 13.12.19 - 12:43

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich frage mich ganz ehrlich, ob es nicht sinnvoller ist, dass Zeug in
    > ausgediente Bergwerke einzulagern. Dann bleibt zumindest die Verwertung
    > weitgehend CO2 Neutral.

    Um das in Bergwerke einzulagern, müsste man die Blätter auch sehr klein sägen.
    Wenn man die Blätter ohne Gefahr für Boden und Wasser vergraben könnte, dann wäre eine Deponierung vielleicht wirklich besser.
    Wir haben hier so schicke Tagebaugruben, wie lange dauert es wohl, solche Kohlegruben damit zu füllen? Aus dem Bauch heraus geschätzt könnte man alle Blätter der nächsten 100 Jahre in Garzweiler deopnieren und hätte die Grube nur teilweise aufgefüllt.

    Im Zweifelsfall könnten zukünftige Generationen das auch wieder ausgraben, aus welchen Gründen auch immer.

  7. Re: Klimabilanz?

    Autor: captain_spaulding 13.12.19 - 12:48

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, das enthaltene Bisphenol-A in Epoxydharz ist eine bereits in geringen
    > konzentrationen hormonell wirksame Substanz, die auch Gewässerbewohner
    > schaden kann (Fortpflanzungsfähigkeit).
    >
    > Im Trinkwasser will man das Zeug also auch nicht haben. Das ist aber genau
    > das Problem am Verklappen - egal ob Giftmüll, oder ob radioaktiver
    > Giftmüll.

    Da die Rotorblätter sinnvollerweise schon ausgehärtet sind wenn sie entsorgt werden, ist daran nichts giftig.

  8. Re: Klimabilanz?

    Autor: TheGrey 13.12.19 - 12:56

    Die Klimabilanz dieses Verwertungsweges ist Top! Der abbau von Sand bzw. Das brechen von Steinen zur Erzeugung ist ebenfalls sehr Energieintensiv und hat nicht vorher 20 Jahre lang Strom erzeugt. Was nicht ganz aus dem Artikel hervorgeht ist ob die geschredderten Flügel im zementwerk zum brennen des Zements beitragen oder ob hier extra ein Ofen dafür gebaut wurde. Eigentlich müssten die Zementöfen eine ausreichende Temperatur aufweisen. Netter Nebeneffekt: die Abgasvorschriften für das verheizen von Müll statt Kohle sind deutlich schärfer, d.h. es kommen weniger Schadstoffe aus dem Kamin wie bei betrieb mit Kohle!

  9. Re: Klimabilanz?

    Autor: ChriDDel 13.12.19 - 13:10

    EWCH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wobei Rotorblätter wohl kaum das Grundwasser verstrahlen, weil die
    > Fässer
    > > der Uranreste wohl doch nicht tausende von Jahren dicht halten.
    >
    > Das Uran gab's aber vorher auch schon.
    Nur nicht so konzentriert an einem Ort.

  10. Re: Klimabilanz?

    Autor: AllDayPiano 13.12.19 - 13:33

    Die Bilanz kann alles, und nichts sein. Der Artikel schweigt sich darüber komplett aus. Mutmaßungen sind also wenig zielführend.

    Im Artikel wird nicht erwähnt, dass die Verbrennung strom erzeugt; eher im Gegenteil liest sich, dass Energie zugeführt werden muss, wobei die Verbrennung dann selbstverstärkend abläuft.

    Im Zementwerk kann das Zeug nicht verbrannt werden, weil man den Ascheeintrag nicht haben darf. Es wird also tatsächlich nur der Glasfaserschmodder beigemischt. Der Zement selbst muss natürlich auch gebrannt werden.

    Aktuel wird pro Tonne Beton von bis zu 1 Tonne CO2 ausgegangen. Zement ist inhärent ein ganz ganz übler Klimakiller!

  11. Re: Klimabilanz?

    Autor: TheGrey 13.12.19 - 14:53

    Gerade nochmal den Artikel durchgegangen: die Recyclingfirma verkauft tatsächlich das geschredderte GfK als ersatzbrennstoff an zementfabriken. Zweitletzter Absatz. Der beschriebene Ofen ist der zum Brennen des Zements die Asche landet komplett im Zement. Damit ist das sowohl energetische als auch stoffliche Verwertung! Besser gehts kaum.

  12. Re: Klimabilanz?

    Autor: AllDayPiano 13.12.19 - 15:06

    Im Artikel steht eigentlich nur, dass die Rückstände dem Zement als Ersatz für Sand beigemengt werden können, und nicht, dass mit dem Zeug das Steinmehl gebrannt wird.

    Entweder also ist der Artikel hier ungenau, oder einer von uns beiden versteht es nicht, wie es gemeint ist.

  13. Re: Klimabilanz?

    Autor: TheGrey 13.12.19 - 15:37

    Der Artikel ist da ungenau. Auf der Website des unternehmens ist es klarer beschrieben. Link im artikel

  14. Re: Klimabilanz?

    Autor: burzum 13.12.19 - 16:48

    Und was ist mit der Arsche aus den verbrannten GFK Resten? Wie giftig sind die Rückstände noch? Wenn das Zeug dem gern mal staubenden Zement beigefügt wird, dann frage ich mich was das so in der Lunge macht. Und auch wenn der Zement irgendwann abgerissen wird, ist der Schutt dann Gefahrlos für die Umwelt weiter zu verwende? Auch das die Energiebilanz in dem Artikel fehlt läßt mich sehr skeptisch sein wie toll das wirklich alles ist.

    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.

  15. Re: Klimabilanz?

    Autor: BudeII 13.12.19 - 21:48

    burzum schrieb:

    > Wenn das Zeug dem gern mal staubenden Zement beigefügt
    > wird, dann frage ich mich was das so in der Lunge macht.

    Warum sollte man das machen? Im Artikel steht doch klar und deutlich das die Asche als Sandersatz dem Beton beigemischt wird - und der staubt typischerweise eher wenig.

  16. Re: Klimabilanz?

    Autor: BudeII 13.12.19 - 22:10

    EWCH schrieb:

    > Das Uran gab's aber vorher auch schon.

    Das ist zwar korrekt, Uran hat aber eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren und strahlt daher nur sehr wenig.

    Das gefährliche des Atommülls sind die durch die Kernspaltung erzeugten hochradioaktiven Substanzen mit Halbwertszeiten im Bereich von so 10 bis 100.000 Jahren. Vereinfacht gesagt waren immer 2 dieser Atome mal ein Uranatom aber die durch sie verursachte radioaktive Strahlung ist millionenfach höher als die des ursprünglichen Urans.

  17. Re: Klimabilanz?

    Autor: emdotjay 14.12.19 - 16:04

    EWCH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wobei Rotorblätter wohl kaum das Grundwasser verstrahlen, weil die
    > Fässer
    > > der Uranreste wohl doch nicht tausende von Jahren dicht halten.
    >
    > Das Uran gab's aber vorher auch schon.

    Ja aber nicht so hoch konzentriert ;)

  18. Re: Klimabilanz?

    Autor: J.B.S. 15.12.19 - 11:17

    EWCH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wobei Rotorblätter wohl kaum das Grundwasser verstrahlen, weil die
    > Fässer
    > > der Uranreste wohl doch nicht tausende von Jahren dicht halten.
    >
    > Das Uran gab's aber vorher auch schon.

    Was für ein tolles Argumen!?

  19. Re: Klimabilanz?

    Autor: AllDayPiano 15.12.19 - 13:15

    Nicht an diesem Ort, nicht in dieser Konzentration, nicht mit den hochgiftigen und extrem stark radioaktiv strahlenden Beimengungen.

    Also ja: vollkommener Quatsch!

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