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Ein bisschen Mathematik
Autor: hjp 01.11.15 - 09:51
Didymoon hat einen Durchmesser von ca. 170 m. Wenn er er eine Kugel wäre, hätte er also ein Volumen von ca. 2.5 Millionen m³. Bei einer Dichte von 1 also 2.5 Millionen Tonnen. In Wirklichkeit ist er keine Kugel (also leichter), und die Dichte ist wahrscheinlich höher (also schwerer), aber als groben Schätzwert können wir die 2.5E6 t mal stehen lassen.
Wir schwer ist der Impactor? Vielleicht eine Tonne oder so? Wie schwer könnte er im Ernsfall sein? Das Apollo-Programm brachte jeweils ca. 45 t in einen Mond-Orbit. Wir haben derzeit keine mit der Saturn V vergleichbare Rakete, aber nehmen wir das mal als Obergrenze an.
Wenn also ein Körper mit 45 t mit 6 km/s auf einen Körper mit 2.5E6 t trifft und seinen Impuls vollständig überträgt, dann ändert letzterer seine Geschwindigkeit um ca. 10 cm/s. Um eine Ablenkung um einen Erddurchmesser zu erreichen (ein Erdradius wäre doch ein wenig knapp), muss das also 12700000 / 0.1 s oder ca. 3.7 Jahre vor dem Einschlag passieren. (Ohne Einfluss der Gravitation von Erde, Sonne, etc. gerechnet und damit nur ein *sehr* grober Schätzwert)
Der Asteroid, der gestern an der Erde vorbeigezogen ist, hatte ungefähr den doppelten Durchmesser, also ungefähr die achtfache Masse. Den hätten wir schon vor 30 Jahren ablenken müssen (oder in kürzerer Zeit mit mehr Impaktoren beschießen). Entdeckt haben wir ihn aber erst vor 3 Wochen. -
Re: Ein bisschen Mathematik
Autor: Trollversteher 01.11.15 - 21:12
Ich habe deine Berechnungen nicht überprüft, und glaube jetzt einfach mal dass sie stimmen - aber ich habe zwei Fragen: Zum einen ist in dem Artikel davon die Rede, dass die durch den Einschlag abgesprengten Partikel den Effekt verstärken - hast du das in deiner Berechnung bedacht? Zum anderen: Woher hast du die Information, dass der Asteroid vom "Spaceguard" programm erst drei Wochen vor dem vorbeiflug entdeckt worden wäre?
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Re: Ein bisschen Mathematik
Autor: Oder.... 02.11.15 - 07:56
Er meint den Asteroiden von GESTERN, nicht den des Spaceguardporgramms. Der Asteroid von gestern heißt 2015 TB145 oder auch Großer Kürbis, da er ja an Halloween vorbeigezogen ist.
Edit: Ich meine natürlich Vorgestern.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.11.15 07:57 durch Oder..... -
Re: Ein bisschen Mathematik
Autor: Its_Me 02.11.15 - 11:22
Das mit dem Verstärken des Effekts durch das Absprengen von Teilen, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Der Impuls des Impaktors ergibt sich aus dessen Masse und Geschwindigkeit (und Richtung). Im Idealfall wird der Impuls komplett auf den Asteroiden mit dem richtigen Richtungsvektor übertragen. Das ist das, wovon in der Berechnung ausgegangen wird. Wo da jetzt Energie für eine Verstärkung des Effektes herkommen soll, verstehe ich nicht.
Material, das von dem Asteroiden weggesprengt wird, hat natürlich schon den gewünschten Effekt (Actio und Reactio). Allerdings stammt die Energie dafür ja auch aus dem Impaktor. Ideal wäre es, wenn der Impaktor beim Aufschlag auf Null abgebremst würde und der Asteroid unbeschädigt den Impuls übernehmen würde. Alles andere, also eine realer Einschlag, dürfte die Wirkung nur verschlechtern.
Oder übersehe ich da was? -
Re: Ein bisschen Mathematik
Autor: honk 02.11.15 - 13:50
>Entdeckt haben wir ihn aber erst vor 3 Wochen.
Das steht doch schon im Artikel, das 3 Wochen viel zu kurz sind. Um solchen Bedrohungen wirksam begegnen zu können, müssen gefährliche Objekte Jahre im voraus erkannt werden.
>Den hätten wir schon vor 30 Jahren ablenken müssen (oder in kürzerer Zeit mit mehr
> Impaktoren beschießen).
So eine Fall würde ich schon als etwas wichtiger einschätzen als den den Xten Navigationssatelliten oder prestige Projekte wie Mond- oder Marslandung. Wenn nötig könnte man wohl auch ein bis zwei dutzend Impaktoren losschicken.
Und je größer der Metorit, desto besser die Chance, ihn früh zu entdecken. Aber klar, die wirklich dicken Brocken wird man vermutlich nie ablenken können. Hoffen wir mal, das wir da noch ein paar Millionen Jahre ruhe haben.



