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Bisschen Hintergrund, warum:

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  1. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 31.07.19 - 13:21

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > und? Mitten am Südpol bei noch höheren Windgeschwindigkeiten steht eine
    > > 1 MW Windkraftanlage.
    >
    > Bei Windkraftanlagen sind hohe Windgeschwindigkeiten prinzipiell natürlich
    > toll, wenn sie denn relativ konstant sind. In Pewek hat man aber nicht
    > konstante Winde, sondern eine schöne Mischung aus Windstille, Orkan und
    > Orkanböen aus wechselnden Richtungen.

    An Japans Küsten auch. So what?

  2. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Quantium40 31.07.19 - 13:33

    osolemiox schrieb:
    > An Japans Küsten auch. So what?

    Deutschland hat übrigens fast 20 mal soviel installierte Leistung in Windkraftanlagen wie Japan.
    Und auch in Japan stellt man Anlagen nur dort auf, wo die Windverhältnisse geeignet sind.

  3. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 31.07.19 - 14:07

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > An Japans Küsten auch. So what?
    >
    > Deutschland hat übrigens fast 20 mal soviel installierte Leistung in
    > Windkraftanlagen wie Japan.
    > Und auch in Japan stellt man Anlagen nur dort auf, wo die Windverhältnisse
    > geeignet sind.

    Also zum Beispiel auch an Küsten.

    Keine Ahnung, was du eigentlich sagen wolltest, aber Japan hat durch die bergige Topologie im Vergleich zu Deutschland ohnehin viel weniger nutzbare Flächen. Die Ebenen sind meist bereits mit Städten verbaut. Gleichzeitig hat Japan ich glaube einen über doppelt so hohen Waldanteil, als Deutschland.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.07.19 14:08 durch osolemiox.

  4. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Aki-San 31.07.19 - 14:43

    Kurzer Schwenk zurück zum Thema Arktis vs. Russland (Pewek)..

    "Flache Eisscholle" vs. Küstenstreifen in einer Bucht umgeben von Wald und Bergen..

    Und wie andere schon sagten, du kannst nicht "mal eben" einen Solarpark bauen, der bis in den zweistelligen Prozentbereich der Stadt selbst rankriecht (Fläche in km²). (Je nach dem wie man rechnet..)

    Dann das "Power2Gas".. Und wie kommt das Gas im Winter durch eventuelle Eisschollen? Jedes mal eine Furche brechen damit 1x die Woche der Gastanker vorbei kommen kann?

    Es ist leider problematisch mit erneuerbaren Energien eine konstante Versorgung in solche Extremgebieten sicherzustellen und eine Dauerspeicherung ist auch nicht unproblematisch, je nach Region, Klima und Bedarf.

    Wir sind ja nicht gegen erneuerbare Energien, wir sagen nur, dass man nicht "mal eben" jedes Dorf im Nirgendwo damit versorgen kann, vorallem nicht wenn da semi-industrieller Bedarf mit dranhängt..

  5. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 09:34

    Aki-San schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kurzer Schwenk zurück zum Thema Arktis vs. Russland (Pewek)..
    >
    > "Flache Eisscholle" vs. Küstenstreifen in einer Bucht umgeben von Wald und
    > Bergen..

    Keine Angst, ich hatte mir Pewek längst auf Google Earth angeschaut.

    > Und wie andere schon sagten, du kannst nicht "mal eben" einen Solarpark
    > bauen, der bis in den zweistelligen Prozentbereich der Stadt selbst
    > rankriecht (Fläche in km²). (Je nach dem wie man rechnet..)

    Das ist Unsinn. Selbst ein 100 MWp Solarpark hat da locker Platz und stört da absolut niemanden. Wir hatten ähnliche Anlagen in ähnlichen Größenordnungen im kanadischen Permafrost gebaut. Auch das der Geländeform "Folgen" der Anlage ist nicht das geringste Problem. Heute fliegt da einmal eine Drohne drüber, man generiert ein 3D Modell des Geländes und (zusammen mit nach einem bestimmten Raster vorgenommenen, wenigen Proberammungen - oder im Falle von Permafrost und Felsboden auch -bohrungen vor Ort) dann werden automatisch Reihenabstände und Fundamenttiefen berechnet - und später genau so durch GPS-gestützte autonome Rammen/Bagger (in denen analog zu autonomen Fahrzeugen, zumindest in Deutschland, nur noch aus Sicherheitsgründen ein Operator sitzen muss) zum Beispiel vom Hersteller Gayk automatisch Zentimenter-genau montiert. Auch wenn man natürlich an einem Ort mit dermaßen viel freiem, ungenutztem Platz eher eine möglichst homogene (weniger was die Geländerformation, sondern was den Untergrund betrifft) Fläche für den Solarpark aussuchen wird.

    > Dann das "Power2Gas".. Und wie kommt das Gas im Winter durch eventuelle
    > Eisschollen? Jedes mal eine Furche brechen damit 1x die Woche der Gastanker
    > vorbei kommen kann?

    Welcher Gastanker denn bitte!? Für was bitte gibt es (isolierte) Gasleitungen? Außerdem muss das Gas ja gerade einmal vom Elektrolysator (der entweder mitten in der Stadt oder neben dem Solarpark steht) bis zum Verbraucher - aber auch nur dann, wenn das Gas direkt verheitzt werden soll. Sonst reicht eine Stromleitung.

    > Es ist leider problematisch mit erneuerbaren Energien eine konstante
    > Versorgung in solche Extremgebieten sicherzustellen und eine

    Wie ähnliche Projekte zeigen, nicht wirklich.

    > Dauerspeicherung ist auch nicht unproblematisch, je nach Region, Klima und
    > Bedarf.

    Same here.

    > Wir sind ja nicht gegen erneuerbare Energien, wir sagen nur, dass man nicht
    > "mal eben" jedes Dorf im Nirgendwo damit versorgen kann, vorallem nicht
    > wenn da semi-industrieller Bedarf mit dranhängt..

    Gerade im "Nirgendwo" funktioniert das gut. Auch mit industriellem "Bedarf" und dort mittlerweile ebenfalls günstiger, als das mit Kernkraft möglich ist. Zahlen habe ich ja bereits durchgekaut.

  6. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Quantium40 01.08.19 - 10:03

    Und wie war das noch mit dem Wirkungsgrad bei Power2Gas?
    Irgendwie hab ich das Gefühl, die Anlage muss schon wieder deutlich vergrößert werden...

  7. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 10:20

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wie war das noch mit dem Wirkungsgrad bei Power2Gas?
    > Irgendwie hab ich das Gefühl, die Anlage muss schon wieder deutlich
    > vergrößert werden...

    Erst ist der Bedarf an Prozesswärme angeblich in Pewek so groß, dann ist dir der elektrische Wirkungsgrad von Power2Gas nicht groß genug - entscheide dich!

    *Dir ist hoffentlich klar, dass Wirkungsgrad und Abwärme linear korrelieren! Sei es jetzt bei Kernkraft, oder bei Power2Gas.

  8. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Quantium40 01.08.19 - 10:34

    osolemiox schrieb:
    > Erst ist der Bedarf an Prozesswärme angeblich in Pewek so groß, dann ist
    > dir der elektrische Wirkungsgrad von Power2Gas nicht groß genug -

    Der Wirkungsgrad der Elektrolyse von Wasser liegt bei 70%.
    Selbst wenn das anschliessende Verbrennen des Wasserstoffs ohne weitere Verluste vor sich geht, sind das immer noch 30%, die nicht nur verloren gehen, sondern auch erzeugt werden müssen.

  9. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 11:13

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > Erst ist der Bedarf an Prozesswärme angeblich in Pewek so groß, dann ist
    > > dir der elektrische Wirkungsgrad von Power2Gas nicht groß genug -
    >
    > Der Wirkungsgrad der Elektrolyse von Wasser liegt bei 70%.
    > Selbst wenn das anschliessende Verbrennen des Wasserstoffs ohne weitere
    > Verluste vor sich geht, sind das immer noch 30%, die nicht nur verloren
    > gehen, sondern auch erzeugt werden müssen.

    Du scheinst es nicht verstanden zu haben! Wieso sind die 30% verloren, wenn sie doch in Form von Wärme genutzt werden können!?

  10. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Quantium40 01.08.19 - 11:32

    osolemiox schrieb:
    > Du scheinst es nicht verstanden zu haben! Wieso sind die 30% verloren, wenn
    > sie doch in Form von Wärme genutzt werden können!?

    Dann lass es meinetwegen nur 20% Verluste sein. (wenn man mal von real hierzulande vorhandenen Power2Gas-Anlagen mit Abwärmenutzung ausgeht)

    siehe auch
    https://www.smarterworld.de/smart-generation/regenerativenergien/artikel/133797/

  11. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: southy 01.08.19 - 11:53

    Also die ganze Diskussion hier, ob nun Wind oder Solar eine bessere Alternative zu diesem Atom-Floß wäre, ist leicht akademisch:
    Das ist eine abgelegene Region mit stark wechselnden Umweltbedingungen (Sonneneinstrahlung, Wind).
    Natürlich *kann* man auch eine solche Region mit Solar oder Wind versorgen, wenn man das richtig dimensioniert. Man muss aber entsprechend Überkapazitäten bzw Speicher aufbauen.

    Ihr spekuliert hier, für 5.000 Bewohner eine power2gas-Anlage aufzubauen. Im Ernst jetzt: Hat hier irgend jemand mal nen Rechenschieber in die Hand genommen?
    Nichts von dem oben genanten wäre auch nur *irgendwie* wirtschaftlich.

    Die übliche Methode, gerade für kleinere Siedlungen wie hier, wäre ein Dieselkraftwerk.
    1) ist völlig unabhäng von stark wechselnden Faktoren wie Wind oder Sonne.
    2) wenn man es langfristig an diesem Ort haben will, baut man das in ein Gebäude
    3) wenn die Zeit für Auf-, ab-, Ausbau eine Rolle spielt,
    oder man vor Ort nicht die richtigen Baumaschinen hat (GPS-gesteuerte high-tech Betonier-Maschinen mitten in Sibirien, um Solarpaneele exakt in Reihe aufzustellen?? Hallo? Habt Ihr den Schuss nicht gehört?? Wer soll die denn da hin- und wieder wegbringen?)...
    ...dann kauft oder mietet man sich das ganze auf einem Ponton (so wie das Atom-Floß hier).
    Wird in einer Werft fertig vormontiert und muss vor Ort nur noch ans E-Netz angeschlossen werden.
    Personal vor Ort wird kaum gebraucht, Steuerung und Überwachung läuft bei sowas heute großteils remote.

    Genauso leicht lassen sich Kapazitäten zu- oder abbauen bei Änderung des Bedarfs: zweiten Ponton hinschleppen.
    Und Diesel im Sommer zu kaufen und für den Winter einzulagern ist auch billiger als für lächerliche 5.000 Bewohner irgendwas mit "power2gas" oder sogar Monster-batterien aufzustellen.

    Für einen Ort mit 5.000 Einwohnern ist sowas ganz klar die sinnvollste Variante.
    Auch mit Blick auf einen möglichen Ausbau der Region zu einem Ölförder-Zentrum o.ä. bleibt das das sinnvollste.

    Natürlich ist das Atom-Floß auch eine nette Alternative: kein Diesel mehr hinschippern.
    Aber wenn man sich anschaut wie viel Personal das Ding braucht und was die wiederum alles brauchen, dann relativiert sich das schnell.

    Dass hier dieses Atom-Floß zum Einsatz kommt, hat einen völlig anderen Hintergrund:
    Russland möchte sich als Hersteller dieser Technologie präsentieren und hat einen passenden Ort für eine Demonstration gesucht.


    Achso: Nur weil das so erwähnt wurde:
    Nein, dadurch dass an einem Ort Öl gefördert wird, hat man *nicht* automatisch den Brennstoff für ein Dieselkraftwerk vor Ort. Entgegen der offensichtlichen Annahme hier im Forum läuft ein Diesel *nicht* mit Rohöl.

  12. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 14:34

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > Hatte ich längst, aber wie gesagt, Photovoltaikanlagen gibt es auch an
    > noch
    > > extremeren Standorten am Südpol. Und ich bin mir relativ sicher, in
    > Pewek
    > > steht auch bereits die eine oder andere Private.
    >
    > Natürlich kann man überall Solaranlagen hinbauen. Aber guck mal bitte,
    > wieviel Leistung die ach so tolle Anlage am Südpol bringt.

    Etwa 900 kWh/kWp p.a. Das ist ordentlich und mit Norddeutschland vergleichbar.

    Ich wohne mal davon aus, dass du die verlinkte Pressemitteilung von LG zwischenzeitlich gelesen hast...?

    >In Pewek hat man
    > es mit einer ganz anderen Größenordnung zu tun.

    Ja, und? Mehr Strombedarf => größere Solaranlage.

    > Am Südpol hat man auch
    > nicht unbedingt viel Bewölkung.

    Ich habe auch von Pewek einige Fotos bei strahlendem Sonnenschein gefunden, genau genommen sogar gleich das erste bei Wikipedia. Da solche Anlagen aber ohnehin entweder in einem sehr flachen oder in einem sehr steilen (90°) Winkel fest installiert werden, da eben an solchen Standorten ohnehin vorrangig diffuses Licht vorherrscht, spielt auch die Bewölkung nicht die ganz große Rolle -> es gibt da sogar Situationen, in denen sie sogar vorteilhaft ist, weil bei der Sonne abgewandten Modulen eben kein "harter" Schatten aufliegt, sondern reflektierten Licht auf sie gelangt. Das ist auch einer der Gründe für den "überraschend" hohen Jahresertrag bei der Anlage am Südpol und bislang konnte mir keiner glaubhaft darlegen, wieso das in Pewek anders sein sollte.

    > Zudem dient das Kraftwerk in Pewek nicht nur der Stromerzeugung, sondern
    > liefert auch Prozesswärme.

    Soweit waren wir schon mal. Jedes thermische Kraftwerk liefert zwangsläufig Abwärme. Die Frage ist nur, wieviel davon genau benötigt wird - und wieviel im Sommer. Wieviel davon wird also tatsächlich benötigt und mit wieviel davon heitzt man dann "sinnlos" Pools? ;)

    Das mit dem "Pool" kommt übrigens von genau der angesprochenen Forschungsstation am Südpol - mit der Abwärme der (bislang) genutzten Dieselgeneratoren hatten sie im (antarktischen) Sommer tatsächlich einen Pool im Freien beheizt, damit die Wärme wenigstens halbwegs sinnvoll genutzt wird.

  13. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 14:35

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > Du scheinst es nicht verstanden zu haben! Wieso sind die 30% verloren,
    > wenn
    > > sie doch in Form von Wärme genutzt werden können!?
    >
    > Dann lass es meinetwegen nur 20% Verluste sein. (wenn man mal von real
    > hierzulande vorhandenen Power2Gas-Anlagen mit Abwärmenutzung ausgeht)
    >
    > siehe auch
    > www.smarterworld.de

    Wenn du die Abwärme nutzt, dann hast du praktisch 0% Verluste. Jetzt verstanden?

  14. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 14:51

    southy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also die ganze Diskussion hier, ob nun Wind oder Solar eine bessere
    > Alternative zu diesem Atom-Floß wäre, ist leicht akademisch:
    > Das ist eine abgelegene Region mit stark wechselnden Umweltbedingungen
    > (Sonneneinstrahlung, Wind).
    > Natürlich *kann* man auch eine solche Region mit Solar oder Wind versorgen,
    > wenn man das richtig dimensioniert. Man muss aber entsprechend
    > Überkapazitäten bzw Speicher aufbauen.

    Überdimensioniert ist der Reaktor auch. Wäre er es nicht, bräuchte er aufgrund nunmal stark schwankender Verbrauchskurven auch Speicher. Es kann also NICHT davon ausgegangen werden, dass sie gesamte 24/7 konstant produzierte Energie des Kernreaktors auch genutzt wird. Wirtschaftlich ist das nicht.

    Eine Solaranlage kann daher kleiner ausfallen, wenn sie mit Power2Gas als Saisonspeicher und für die bedarfsgerechte Bereitstellung von Strom gekoppelt wird.

    > Ihr spekuliert hier, für 5.000 Bewohner eine power2gas-Anlage aufzubauen.
    > Im Ernst jetzt: Hat hier irgend jemand mal nen Rechenschieber in die Hand
    > genommen?
    > Nichts von dem oben genanten wäre auch nur *irgendwie* wirtschaftlich.

    Wieso nicht? Ein Kernkraftwerk für 5.000 Personen für 270 Millionen Euro ist dagegen wirtschaftlich...!?

    > Die übliche Methode, gerade für kleinere Siedlungen wie hier, wäre ein
    > Dieselkraftwerk.

    Welches an manchen anderen, mit mit Pewek vergleichbaren Standorten bereits durch Photovoltaik und Power2Gas ersetzt wird. Warum wohl?

    Das HPS Picea System ist dir bekannt ...?

    > 1) ist völlig unabhäng von stark wechselnden Faktoren wie Wind oder Sonne.
    > 2) wenn man es langfristig an diesem Ort haben will, baut man das in ein
    > Gebäude
    > 3) wenn die Zeit für Auf-, ab-, Ausbau eine Rolle spielt,
    > oder man vor Ort nicht die richtigen Baumaschinen hat (GPS-gesteuerte
    > high-tech Betonier-Maschinen mitten in Sibirien, um Solarpaneele exakt in
    > Reihe aufzustellen??

    Da wird nichts betoniert. Und GPS-gestützte Rammen von Gayk oder Bagger mit Schraubfundamenten anderer Hersteller sind längst Branchenstandard bei der Fundamentierung von Freilandanlagen, Anbieter wie Schletter haben auf jedem Kontinent welche stehen, meines Wissens auch in China - von dort wäre es nicht mehr weit nach Pewek.

    100 Megawatt-Peak Freiland-PV sind damit in 9-10 Monaten aufgestellt. Zumindest habe ich das als Angabe der Bauzeit von anderen 100 Megawatt-Anlagen gefunden.

    Solltest du von temporären Anlagen sprechen: der schwimmende Reaktor in Pewek ist auch KEINE temporäre Lösung, zumindest wenn man einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren nicht als temporär bezeichnet.

    > Hallo? Habt Ihr den Schuss nicht gehört?? Wer soll die
    > denn da hin- und wieder wegbringen?)...
    > ...dann kauft oder mietet man sich das ganze auf einem Ponton (so wie das
    > Atom-Floß hier).
    > Wird in einer Werft fertig vormontiert und muss vor Ort nur noch ans E-Netz
    > angeschlossen werden.
    > Personal vor Ort wird kaum gebraucht, Steuerung und Überwachung läuft bei
    > sowas heute großteils remote.
    >
    > Genauso leicht lassen sich Kapazitäten zu- oder abbauen bei Änderung des
    > Bedarfs: zweiten Ponton hinschleppen.
    > Und Diesel im Sommer zu kaufen und für den Winter einzulagern ist auch
    > billiger als für lächerliche 5.000 Bewohner irgendwas mit "power2gas" oder
    > sogar Monster-batterien aufzustellen.

    Jetzt wird es aber schon ein bisschen abstrus. Und niemand, der bei Sinnen ist, käme auch die Idee, Strom saisonal in Batterien zu speichern.

    > Für einen Ort mit 5.000 Einwohnern ist sowas ganz klar die sinnvollste
    > Variante.
    > Auch mit Blick auf einen möglichen Ausbau der Region zu einem
    > Ölförder-Zentrum o.ä. bleibt das das sinnvollste.
    >
    > Natürlich ist das Atom-Floß auch eine nette Alternative: kein Diesel mehr
    > hinschippern.
    > Aber wenn man sich anschaut wie viel Personal das Ding braucht und was die
    > wiederum alles brauchen, dann relativiert sich das schnell.
    >
    > Dass hier dieses Atom-Floß zum Einsatz kommt, hat einen völlig anderen
    > Hintergrund:
    > Russland möchte sich als Hersteller dieser Technologie präsentieren und hat
    > einen passenden Ort für eine Demonstration gesucht.

    Das glaube ich allerdings auch.

  15. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Quantium40 01.08.19 - 16:14

    osolemiox schrieb:
    > Wenn du die Abwärme nutzt, dann hast du praktisch 0% Verluste. Jetzt
    > verstanden?

    Im verlinkten Artikel steht allerdings folgendes
    > Der Wirkungsgrad der Elektrolyse mit Wasserdampf (SOEC) liegt durch die Abwärmenutzung bei
    > 80 Prozent.
    Das wären dann 20% Verlust trotz Abwärmenutzung bei einer real existierenden Anlage.

  16. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: Quantium40 01.08.19 - 16:50

    osolemiox schrieb:
    > Wieso nicht? Ein Kernkraftwerk für 5.000 Personen für 270 Millionen Euro
    > ist dagegen wirtschaftlich...!?

    Es geht bei dem Teil beileibe nicht nur um die Versorgung der Einwohner. Dafür würde selbst zu Spitzenlastzeiten wohl auch ein Kraftwerk mit nur 10MW elektrischer Nettoleistung schon ausreichen.

  17. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 18:32

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > Wenn du die Abwärme nutzt, dann hast du praktisch 0% Verluste. Jetzt
    > > verstanden?
    >
    > Im verlinkten Artikel steht allerdings folgendes
    > > Der Wirkungsgrad der Elektrolyse mit Wasserdampf (SOEC) liegt durch die
    > Abwärmenutzung bei
    > > 80 Prozent.
    > Das wären dann 20% Verlust trotz Abwärmenutzung bei einer real
    > existierenden Anlage.

    Also hier stehen 75%, allerdings inklusive nachfolgender Methanisierung, was bekannterweise mit weiteren Wirkungsgradverlusten einhergeht:

    http://www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/power-to-gas-mit-hohem-wirkungsgrad.html

    Aber wieso nicht, Methan ist einfacher zu speichern, insbesondere wenn an Ort und Stelle ohnehin Erdgas gefördert werden soll (dann hat man nämlich auch gleich einen geeigneten Speicher).

    In dem Artikel ist zwar auch von Nutzung von Prozesswärme die Rede, welche zu dem hohen Wirkungsgrad führen soll. Allerdings wird die Prozesswärme dabei bei näherer Betrachtung lediglich für den Elektrolyse- und Methanisierungsprozess selbst eingesetzt. Der Rest der Abwärme (=Verlust) ist auch noch irgendwo, wenn du verstehst, was ich meine.

    Zwar kann durch Gebäude, Rohrleitungen etc. Wärme in die Umgebung entweichen, womit sie dann tatsächlich entgültig verloren ist, aber bei einem gewissen Anlagenmaßstab und guter Isolierung niemals in dieser Größenordnung. Sprich, die restliche Abwärme wird schlichtweg nicht genutzt und/oder nicht dem Wirkungsgrad angerechnet - anders verhält es sich, wenn damit Gebäude geheitzt oder eben anderweitige Industrieprozesse unterstützt werden.

    Dazu passt auch, dass in der Wirkungsgradübersicht auf Wikipedia (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas%23Konzepte/) bei Strom -> Wasserstoff ohne Druckverdichtung (schließlich für viele Anwendungszwecke gar nicht notwendig - und wenn doch, dann fällt eben, richtig, Abwärme an) und ohne nachgeschalteten Methanisierungsprozess, jedoch auch ohne Abwärmenutzung bereits 77% Wirkungsgrad angegeben sind. Und die Übersicht ist von 2011! So oder so: WENN ausreichend Bedarf an Wärme besteht, ist der elektrische Wirkungsgrad nahezu egal! Ist der Wirkungsgrad nämlich zu gut, muss die Wärme wieder aus Strom erzeugt werden. Wobei: das ist bei Nutzung von Wärmepumpen (und das funktioniert sogar im Permafrost*) bis zu 4x effizienter, als die direkte Umwandlung in Wärme, eben weil man der Umgebung Wärme entzieht - was bestenfalls sogar den Permafrost vor dem Auftauen bewahrt.

    *Typische Luft-Luft Wärmepumpen für Einfamilienhäuser arbeiten bereits ab -20 Grad (Celsius) Aussentemperatur. Ja, ich weiß, dass es in Pewek auch mal -60 Grad hat. Aber eben nicht in einer bestimmten Tiefe im Boden ;) Solange die Luft (oder ein anderes Medium) eine Temperatur von über 0 Grad Kelvin (und das sind etwa -273° Celsius) hat, lässt sich ihr zumindest theoretisch noch Wärme entziehen.

  18. Re: Bisschen Hintergrund, warum:

    Autor: osolemiox 01.08.19 - 18:37

    Quantium40 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > > Wieso nicht? Ein Kernkraftwerk für 5.000 Personen für 270 Millionen Euro
    > > ist dagegen wirtschaftlich...!?
    >
    > Es geht bei dem Teil beileibe nicht nur um die Versorgung der Einwohner.
    > Dafür würde selbst zu Spitzenlastzeiten wohl auch ein Kraftwerk mit nur
    > 10MW elektrischer Nettoleistung schon ausreichen.

    Da ist richtig. Aber es ist egal, um welche Verbraucher es geht - das Ergebnis ist dasselbe. Die 5.000 habe ich nur nochmal erwähnt, weil die - nicht mitzitierte - Ausgangsfrage war, ob das mit Photovoltaikanlage und Power2Gas für 5.000 Leute wirtschaftlich sein. Und Letzteres gibt es sogar bereits für - ich sage mal typischerweise - 4 Personen* und es ist wirtschaftlich.

    *Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und HPS Picea-System im Keller. Selbstverständlich wird auch dort die Abwärme genutzt.

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