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  5. › Arbeitswelt: Keine Angst vor…

Bedingungsloses Grundeinkommen

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  1. Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: CraWler 06.11.15 - 13:09

    Wird dann wohl irgendwann ein Thema werden. Denn der Kapitalismus funktioniert nur wenn es Konsumenten gibt die die ganzen Waren und Dienstleistungen kaufen. Bisher wurde diese Umverteilung in den Konsum systemisch über die Lohnarbeit, Löhne abgewickelt wenn die aber dank automatisierung wegfallen könnte das langfristig für das System zum Problem werden.

    Durch Automatisierung sinkt die Kaufkraft aber auch die Produkte werden billiger (Tendenzieller Fall der Profitrate bei Karl Marx), das sind deflationäre Tendenzen. Gift für den Kapitalismus. D.h wird das Kapital irgendwannmal ein Interesse daran entwickeln das die Kaufkraft der Massen stabilisiert wird und wenn das eben nicht mehr über Lohneinkommen geht dann eben über BGE oder ähnliche Konzepte wie Negative Einkommenssteuer oder so. Denn nur kaufkräftiger Konsum kann die Profite der Besitzer der Produktionsmittel sichern.

    Somit wird es am Ende nicht irgendeine Linke Revolution sein welche die Lohnarbeit abschafft sondern der kapitalistische Staat der dann quasi darauf angewiesen ist das Geld an die Leute zu verschenken damit das Konsumismus noch weiter funktioniert und nicht die Produktion mangels Nachfrage ins Stocken gerät.

    ----------------------
    Ich bin Piratenpartei Wähler

  2. Und danach: Post-Scarcity

    Autor: ApoY2k 06.11.15 - 13:13

    Selbst das BGE ist nur eine Zwischenlösung... Lange genug in die Zukunft gedacht wirds vermutlich eher so sein, dass man Geld als Idee einfach komplett abschafft, bzw. noch weiter abstrahiert, dass der Spruch "Zeit ist Geld" wortwörtlich genommen werden kann, denn das einzige was dann noch als "Währung" gelten kann ist die Dauer, bis etwas verfügbar ist.

    This is what happens when an unstoppable force meets an immovable object.

  3. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 06.11.15 - 13:18

    CraWler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bisher wurde diese Umverteilung in den Konsum
    > systemisch über die Lohnarbeit, Löhne abgewickelt wenn die aber dank
    > automatisierung wegfallen könnte das langfristig für das System zum Problem
    > werden.

    Automatisierung gibt es seit 10000 Jahren.

    > Durch Automatisierung sinkt die Kaufkraft aber auch die Produkte werden
    > billiger (Tendenzieller Fall der Profitrate bei Karl Marx), das sind
    > deflationäre Tendenzen.

    Das wurde bereits kurze Zeit später widerlegt. Marx hat den technischen Fortschritt vergessen, durch den neue Produkte möglich werden, die die Nachfrage erhöhen.
    Durch die Nachfrage entstehen übrigens auch wieder neue Jobs.

  4. Re: Und danach: Post-Scarcity

    Autor: CraWler 06.11.15 - 14:03

    Naja, wenn man die Marxistische Arbeitswerttheorie nimmt dann ist der Preis einer Ware immer der in ihr enthaltene Wert der zu entlohnenden Arbeit. Bei einer 100% Automatisierung wäre dieser natürlich 0, dann könnte man auch das Geld abschaffen da alle Produkte keinen Preis mehr hätten.

    Wäre dann so wie in den Star-Trek Filmen wo eben alles was man so braucht aus dem Replikator kommt und Geld daher keinerlei Bedeutung mehr hat. Techno-Kommunismus eben ;). Solange aber noch irgendwo Menschen einer bezahlten Arbeit nachgehen wird es allerdings noch Preise geben und somit auch Geld, Profit und Kapitalismus. Von einer vollständigen Automatisierung sind wir wohl noch sehr weit entfernt.

    BGE wird daher weil man das Geld eben nicht so einfach abschaffen kann wohl lange Zeit eine wichtige Bedeutung haben.

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    Ich bin Piratenpartei Wähler

  5. Re: Und danach: Post-Scarcity

    Autor: ApoY2k 06.11.15 - 14:10

    CraWler schrieb:
    > BGE wird daher weil man das Geld eben nicht so einfach abschaffen kann wohl
    > lange Zeit eine wichtige Bedeutung haben.

    Bin ich ganz deiner Meinung und ebenfalls halte ich das BGE für eigentlich alternativlos(tm, C, R)... ;-)

    Wollte nur den noch etwas weiter geworfenen Blick mit in die Runde geben.

    This is what happens when an unstoppable force meets an immovable object.

  6. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: CraWler 06.11.15 - 14:14

    > Das wurde bereits kurze Zeit später widerlegt. Marx hat den technischen
    > Fortschritt vergessen, durch den neue Produkte möglich werden, die die
    > Nachfrage erhöhen.
    > Durch die Nachfrage entstehen übrigens auch wieder neue Jobs.

    Neue Produkte verschaffen dem System aber auch nur Zeit, der technische Fortschritt verläuft ja quasi exponentiell in einer begrenzten Welt ist aber ewiges Wachstum der Produkte nicht möglich. Schon allein wenn wir den Punkt erreichen wenn unsere tägliche Lebenszeit eben nicht mehr reicht um immer mehr zu konsumieren. Ich kann ja nur ein Game gleichzeitig zocken oder einen Film zur gleichen Zeit schauen. Da rede ich gar nicht mal von der materiellen Resourcen Begrenzung wie die Ökos, sondern unserer täglichen Zeit die eben auch begrenzt ist.

    Die Frage ist also nur wie lange es dauert bis ein Überangebot an Dienstleistungen/Produkten da ist das der Markt nicht mehr schlucken kann, ab dann wird auch die Arbeitslosigkeit steigen egal wie innovativ der Markt in der Entwicklung neuer Produkte ist die Tendenz zur Automatisierung schreitet voran aber unsere Fähigkeit immer mehr zu konsumieren erreicht irgendwann das Limit dessen was unter sinvollen verhältnissen machbar ist. Das wird Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben.

    ----------------------
    Ich bin Piratenpartei Wähler

  7. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Trollversteher 06.11.15 - 14:17

    >Automatisierung gibt es seit 10000 Jahren.

    So? Inwiefern? Da bin ich jetzt aber mal gespannt...
    Ich glaube Du verwechselst Automatisierung mit der Optimierung von Arbeitsschritten durch Werkzeuge. Wenn der Steinzeitmensch vor 10.000 Jahren angefangen hat seine Beute mit Steinmessern zu zerteilen statt sie mit Zähnen und Händn zu zerreissen hat das nichts mit Automatisierung zu tun.

    >Das wurde bereits kurze Zeit später widerlegt. Marx hat den technischen Fortschritt vergessen, durch den neue Produkte möglich werden, die die Nachfrage erhöhen.
    Durch die Nachfrage entstehen übrigens auch wieder neue Jobs.

    ...die dann durch automatisierten Prozessen erledigt werden, statt durch Arbeit von Menschenhand. Du hast Recht, die Aufgaben (=Jobs) werden nicht weniger, aber die Aufgaben, für die direkte menschliche Interaktion notwendig ist werden es.

  8. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Micha123456 06.11.15 - 15:23

    ich glaube (und hoffe), dass sich das BGE nicht durchsetzen wird.

    Geld ist letztlich nur eine Maßeinheit zur Bewertung einer gesamtwirtschaftlichen Leistung. Sprich: wenn man Geld nichts mehr entgegenstellt, hat es keinen Wert mehr.
    Wenn jetzt ein Großteil der Menschen die Erbringung von Leistung einstellt, weil ihnen ja ein BGE zur Verfügung steht, steigen zwangsläufig die Preise der verbleibenden Leistungen. Dadurch vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich, was letztlich zu einer sozialen Unzufriedenheit führen wird.

    Eigentlich müssen wir die Bezahlung für Jobs, die einen besonderen Wert für die Gesellschaft haben, daher steigern.
    Also: das Geld, welches man aus den Finanzierungskonzepten für das BGE erhält, statt dessen auf die Kranken- und Altenpflege oder die Erziehung verteilen.

  9. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: CraWler 06.11.15 - 15:44

    > Geld ist letztlich nur eine Maßeinheit zur Bewertung einer
    > gesamtwirtschaftlichen Leistung. Sprich: wenn man Geld nichts mehr
    > entgegenstellt, hat es keinen Wert mehr.
    > Wenn jetzt ein Großteil der Menschen die Erbringung von Leistung einstellt,
    > weil ihnen ja ein BGE zur Verfügung steht, steigen zwangsläufig die Preise
    > der verbleibenden Leistungen. Dadurch vergrößert sich die Schere zwischen
    > Arm und Reich, was letztlich zu einer sozialen Unzufriedenheit führen
    > wird.

    Also die Notenbanken dieser Welt Drucken ja Geld, billionen ohne "gegenwert", dennoch hat sich am Wert des Geldes nix geändert. Scheint eher so das die konservativen Geldtheorien keine besondere Gültigkeit mehr zu haben scheinen.
    Das Preise steigen ist unlogisch, wenn immer mehr automatisiert wird sinken ja die im Produkt enthaltenen Lohnkosten und somit der Endpreis. Preise können so auch bei steigender Geldmenge deutlich sinken wenn der im Produkt enthaltene Arbeitswert rückläufig ist.

    Siehe Japan wo schon seit 20 Jahren Deflation herrscht obwohl die Japanische Zentralbank wie irre Geld druckt um die verschiedensten umfangreichen Infrastruktur und Sozialprogramme des Staates zu finanzieren. Obwohl mehr Geld im Markt ist als jemals zuvor kann immer günstiger Produziert werden und trotz steigender Nachfrage immer mehr als genug so das es zu keinen Preissteigerungen mehr kommt.

    Dein Geldmodell scheint eher klassisch, konservativ zu sein was eben von einer konstanten Güterversorgung und einer konstanten Geldmenge ausgeht die sich im Gleichgewicht befinden muss, so wie dies eben in den letzten Jahrhunderten der Fall war, also in der Zeit als es noch nicht solche Produktivitätsfortschritte gab wie heute und daher das Ausgeben von Geld seitens des Staates immer zu Preissteigerungen/Inflation geführt hat. Das scheint aber in unserer heutigen High Tech Gesellschaft immer weniger zuzutreffen.

    ----------------------
    Ich bin Piratenpartei Wähler

  10. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Trollversteher 06.11.15 - 15:46

    >Geld ist letztlich nur eine Maßeinheit zur Bewertung einer gesamtwirtschaftlichen Leistung. Sprich: wenn man Geld nichts mehr entgegenstellt, hat es keinen Wert mehr.

    Darum geht es beim BGE ja gar nicht - wollte man dem Geld nichts mehr entgegenstellen, dann könnte man das Konzept "Währung" gleich abschaffen.

    >Wenn jetzt ein Großteil der Menschen die Erbringung von Leistung einstellt, weil ihnen ja ein BGE zur Verfügung steht, steigen zwangsläufig die Preise der verbleibenden Leistungen.

    Das wird aber nicht passieren. Das BGE soll die Grundsicherung gewährleisten, nicht jedermann in Luxus schwelgen lassen. Es gibt verschiedenen Modelle und verschiedene Rechnungen, aber geh mal so von 800-1500¤ pro Person aus. Meinst Du dafür würde ein Großteil der Menschen plötzlich alles stehen und liegen lassen um es sich völlig unproduktiv in der soziale Hängematte bequem machen? Das BGE soll die bezahlöte Arbeit nicht völlig abschaffen oder ersetzen - wer sich mit der Grundsicherung nicht zufrieden gibt, und auch weiterhin den neusten 60" Fernseher und ein dickes Auto fahren möchte, wird auch weiter arbeiten gehen um sich sein BGE damit aufzustocken.

    >Dadurch vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich, was letztlich zu einer sozialen Unzufriedenheit führen wird.

    Unterschiede wird es immer geben - aber alleine die Tatsache, dass niemand mehr auf erniedrigende Art und Weise für sein Überleben beim Jobcenter betteln muss und jeder in dem Bewusstsein zur Arbeit geht, dass ein plötzlicher Jobverlust nicht den völligen Absturz in Hunger und möglicherweise Obdachlosigkeit bedeutet wird schon für deutlich weniger Unzufriedenheit führen.

    >Eigentlich müssen wir die Bezahlung für Jobs, die einen besonderen Wert für die Gesellschaft haben, daher steigern. Also: das Geld, welches man aus den Finanzierungskonzepten für das BGE erhält, statt dessen auf die Kranken- und Altenpflege oder die Erziehung verteilen.

    Das müsste man dann aber nicht mehr - die Gehälter in diesen Berufen würden durch das BGE ja aufgestockt. Pfleger und Erzieher würden also mehr als heute verdienen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.11.15 15:50 durch Trollversteher.

  11. Schonmal testen!

    Autor: Bill Carson 06.11.15 - 17:58

    Man kann das BGE mit viel Glück ja schonmal testen:

    https://www.mein-grundeinkommen.de/tandem?mitdir=108525 (Anmeldung über den Link bringt mir und Dir Vorteile), ansonsten einfach ohne den Rest nach dem / aufrufen.

    Da heute eine Verlosung stattfindet, ist die Seite aber gerade offline :D
    Schönes Wochenende und viel Glück den Teilnehmern!

    #nurmeinemeinung

  12. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 06.11.15 - 21:34

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Automatisierung gibt es seit 10000 Jahren.
    >
    > So? Inwiefern? Da bin ich jetzt aber mal gespannt...
    > Ich glaube Du verwechselst Automatisierung mit der Optimierung von
    > Arbeitsschritten durch Werkzeuge. Wenn der Steinzeitmensch vor 10.000
    > Jahren angefangen hat seine Beute mit Steinmessern zu zerteilen statt sie
    > mit Zähnen und Händn zu zerreissen hat das nichts mit Automatisierung zu
    > tun.

    Es läuft auf das gleiche hinaus, nämlich auf die Produktivitätssteigerung.

    >> Durch die Nachfrage entstehen übrigens auch wieder neue Jobs.
    > ...die dann durch automatisierten Prozessen erledigt werden, statt durch
    > Arbeit von Menschenhand.

    Erst zu einem späteren Zeitpunkt, an dem wieder zusätzliche Nachfrage vorliegt.

    Wäre das nicht so, hätten wir längst 99% Arbeitslosigkeit, allein durch die Erfindung des Traktors.

    > Du hast Recht, die Aufgaben (=Jobs) werden nicht
    > weniger, aber die Aufgaben, für die direkte menschliche Interaktion
    > notwendig ist werden es.

    Nein. Ich schrieb nicht, dass die Aufgaben nicht weniger werden, sondern dass es immer mehr werden.

  13. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Jacques de Grand Prix 10.11.15 - 06:09

    CraWler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wird dann wohl irgendwann ein Thema werden. Denn der Kapitalismus
    > funktioniert nur wenn es Konsumenten gibt die die ganzen Waren und
    > Dienstleistungen kaufen. Bisher wurde diese Umverteilung in den Konsum
    > systemisch über die Lohnarbeit, Löhne abgewickelt wenn die aber dank
    > automatisierung wegfallen könnte das langfristig für das System zum Problem
    > werden.

    Ich habe das ganze nie aus dieser Perspektive betrachtet. Für mich ist die Wohlfahrtsgesellschaft die wir heute schon ohne bedingungsloses Grundeinkommen haben, dazu da, die Leute in schlechter Lage eine soziale Teilhabe zu ermöglichen und zumindest einen warmen Hintern zu haben. Das bedingungslose Grundeinkommen ist dann ein weitere Schritt, der im Rahmen von gewandelter Arbeitsbedingungen (Flexibilität, Festanstellung wozu?) und Arbeitsmarktsituation (Automatisierung, mehr kreative Berufe) einfach nötig ist.

    Im Kapitalismus wird es immer genug Arbeit und genug Löhne geben, damit das System sich selbst aufrechterhält.

  14. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Micha123456 10.11.15 - 11:36

    CraWler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also die Notenbanken dieser Welt Drucken ja Geld, billionen ohne
    > "gegenwert", dennoch hat sich am Wert des Geldes nix geändert. Scheint eher
    > so das die konservativen Geldtheorien keine besondere Gültigkeit mehr zu
    > haben scheinen.

    Da betrachtest du aber ausschließlich die Effekte innerhalb eines Systems und unterschlägst, dass die Wertstellung dieses Geldes noch nicht bereinigt bzw. realisiert wurde..

    Die Auswirkungen solcher Wertstelllungsbereinigungen konnte man vergangenes Jahr bei der Loslösung des SFR gegen den EUR beobachten.

  15. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Micha123456 10.11.15 - 11:57

    Trollversteher schrieb:
    > >Wenn jetzt ein Großteil der Menschen die Erbringung von Leistung
    > einstellt, weil ihnen ja ein BGE zur Verfügung steht, steigen zwangsläufig
    > die Preise der verbleibenden Leistungen.
    >
    > Das wird aber nicht passieren. Das BGE soll die Grundsicherung
    > gewährleisten, nicht jedermann in Luxus schwelgen lassen. Es gibt
    > verschiedenen Modelle und verschiedene Rechnungen, aber geh mal so von
    > 800-1500¤ pro Person aus. Meinst Du dafür würde ein Großteil der Menschen
    > plötzlich alles stehen und liegen lassen um es sich völlig unproduktiv in
    > der soziale Hängematte bequem machen? Das BGE soll die bezahlöte Arbeit
    > nicht völlig abschaffen oder ersetzen - wer sich mit der Grundsicherung
    > nicht zufrieden gibt, und auch weiterhin den neusten 60" Fernseher und ein
    > dickes Auto fahren möchte, wird auch weiter arbeiten gehen um sich sein BGE
    > damit aufzustocken.

    Ich glaube, das sich ein sehr großer Teil derer, die heute bereits die unteren und mittleren Einkommensschichten bilden, dann einfach jegliche Motivation zur Arbeit verlieren würden. Schlimmer noch: ich glaube, dass dadurch unser soziales und solidarisches Gefüge ernsthaft belastet würde. Wenn Menschen keinen Leidensdruck spüren, interessieren sich die meisten auch nicht mehr für andere bzw. es fällt ihnen sehr viel leichter, einfach weg zu schauen.

    > >Dadurch vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich, was letztlich
    > zu einer sozialen Unzufriedenheit führen wird.
    >
    > Unterschiede wird es immer geben - aber alleine die Tatsache, dass niemand
    > mehr auf erniedrigende Art und Weise für sein Überleben beim Jobcenter
    > betteln muss und jeder in dem Bewusstsein zur Arbeit geht, dass ein
    > plötzlicher Jobverlust nicht den völligen Absturz in Hunger und
    > möglicherweise Obdachlosigkeit bedeutet wird schon für deutlich weniger
    > Unzufriedenheit führen.

    In welchem Land lebst du? In Deutschland bedeutet Jobverlust für niemanden das vollkommene Aus. Wer sich einen unseriösen Finanzplan zur Finanzierung seines Hauses aufgestellt hat, wird dieses vielleicht verlieren. Unter der Brücke muss in Deutschland aber niemand schlafen und verhungern wird auch keiner. Das Leben wird allenfalls unbequem.
    Auch muss in Deutschland niemand auf erniedrigende Art beim Jobcenter betteln. Die Offenlegung der eigenen Vermögensverhältnisse mag unangenehm sein und die Forderungen zur Anpassung des Lebenswandels mag einen persönlich treffen. Um den Missbrauch solcher Leistung zu reduzieren, muss man einen gewissen Leidensdruck schaffen.

  16. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Jacques de Grand Prix 10.11.15 - 12:15

    > Ich glaube, das sich ein sehr großer Teil derer, die heute bereits die
    > unteren und mittleren Einkommensschichten bilden, dann einfach jegliche
    > Motivation zur Arbeit verlieren würden. Schlimmer noch: ich glaube, dass
    > dadurch unser soziales und solidarisches Gefüge ernsthaft belastet würde.
    > Wenn Menschen keinen Leidensdruck spüren, interessieren sich die meisten
    > auch nicht mehr für andere bzw. es fällt ihnen sehr viel leichter, einfach
    > weg zu schauen.

    Dazu kommt noch, dass man in der Arbeitswelt der Zukunft ohnehin überdurchschnittlich qualifiziert sein muss. Durchschnitt reicht nicht mehr. Es droht insofern auch ein Wandel zu einer Zwei-Schichten-Gesellschaft, wenn man von Schichten (und nicht von Milieus) sprechen kann.

    > Auch muss in Deutschland niemand auf erniedrigende Art beim Jobcenter
    > betteln. Die Offenlegung der eigenen Vermögensverhältnisse mag unangenehm
    > sein und die Forderungen zur Anpassung des Lebenswandels mag einen
    > persönlich treffen. Um den Missbrauch solcher Leistung zu reduzieren, muss
    > man einen gewissen Leidensdruck schaffen.

    Schon einmal Fallbeispiele dazu gelesen? Wir setzen hier die Offenlegung einem möglichen Missbrauch gegenüber, wobei mögliche Missbrauchsfälle sehr gering sein sollen. Ich möchte jedenfalls (jetzt mal hypothetisch) nicht beim Amt um Geld betteln müssen, damit mein Kind auf Klassenfahrt darf.

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