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frisst sich selbst?
Autor: Greensryche 27.09.23 - 14:57
also im Artikel klingt das nur so als ob das schwarze Loch die Scheibe "frisst" die Material ranschafft. Is ja jetzt nichts neues. Wie ist das mit "frisst sich selbst" gemeint? Die Scheibe ist ja nicht das schwarze Loch?
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Re: frisst sich selbst?
Autor: mxcd 27.09.23 - 15:26
Das sehe ich auch so.
Das schwarze Loch ist abgesehen von der Masse unverändert nach Abschluss des Zyklus.
Mich nervt es auch, dass Schwarzen Löchern, Akkretionsscheiben und der Reibung Willen und Wünsche angedichtet werden, dass das Gas nicht "weiß", wo es hin "soll". etc.
Die Massen überschreiten den Ereignishorizont mit variierender Geschwindigkeit - dabei kommt es unter Umständen zur Teilung der Akkretionsscheibe in unterschiedlich schnell rotierende Abschnitte und zu heftigen Turbulenzen im Gas, im Plasma und in den Magnetfeldern der Akkretionsscheibe.
Dies führt bei einem Abriss des inneren Teils der Scheibe zu einem heftigen Peak bei der Aufnahme von Materie in das Schwarze Loch.
Wie wär das? -
Re: frisst sich selbst?
Autor: Sil53r Surf3r 27.09.23 - 15:29
Greensryche schrieb:
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> also im Artikel klingt das nur so als ob das schwarze Loch die Scheibe
> "frisst" die Material ranschafft. Is ja jetzt nichts neues. Wie ist das mit
> "frisst sich selbst" gemeint? Die Scheibe ist ja nicht das schwarze Loch?
Ich glaube, es ist stattdessen ganz erheblich deutlich sinnvoller, die am Ende des Artikels verlinkte Studie zu lesen. Wer sich nur für deren Zusammenfassung interessiert, kann sich auf "5.3. Summary" beschränken.
tl;dr: Darin steht nichts davon, dass sich Schwarze Löcher selbst zerfräßen.
Es handelt sich dabei um eine nüchterne Beurteilung der untersuchten Effekte, die sich auf das Gravitations- und Strömungsverhalten rund um schwarze Löcher beschränkt. Die Autoren betonen deutlich, dass sie lediglich eine Einzelsimulation gefahren hätten und deshalb weitere Untersuchungen nötig seien.
Man ist also unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten Äonen davon entfernt, irgendwelche belastbaren generellen Schlüsse aus der Studie ziehen zu können. Geschweige denn, plakative Schlagzeilen wie diese ableiten zu dürfen.
Es scheint eine wilde Spekulation des Golem-Autors (oder der möglicherweise zugrundeliegenden KI-Generierung) zu sein. Jedenfalls wirkt die gezogene Schlussfolgerung extrem populärwissenschaftlich.
Astrophysiker bin ich allerdings mitnichten - vielleicht ist jemand vom Fach hier, der auf dem Gebiet fit ist und eine knappe, allgemein verständliche Zusammenfassung abgeben kann? Ich jedenfalls würde mich über eine vernünftigere Einordnung und weitere Informationen dazu sehr freuen.
Dieser Artikel ist inhaltlich so schwach, dass mein Kopfschütteln darüber auf Wacken glatt als Headbanging durchgehen würde. Meine Güte. -
Re: frisst sich selbst?
Autor: Sil53r Surf3r 27.09.23 - 15:37
mxcd schrieb:
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> Mich nervt es auch, [...] dass das Gas nicht "weiß",
> wo es hin "soll". etc.
Die Personifikation ist mir auch negativ daran aufgefallen. Manchmal hilft sie, komplexe Sachverhalte vereinfacht zu erklären. In diesem Zusammenhang wirkt die Vermenschlichung allerdings, als sei die Rede von einem Space-Alien oder einer sonstigen gottähnlichen Instanz ...
> Die Massen überschreiten den Ereignishorizont mit variierender
> Geschwindigkeit - dabei kommt es unter Umständen zur Teilung der
> Akkretionsscheibe in unterschiedlich schnell rotierende Abschnitte und zu
> heftigen Turbulenzen im Gas, im Plasma und in den Magnetfeldern der
> Akkretionsscheibe.
> Dies führt bei einem Abriss des inneren Teils der Scheibe zu einem heftigen
> Peak bei der Aufnahme von Materie in das Schwarze Loch.
> Wie wär das?
Gut. Es klingt logisch, verständlich und plausibel. Thumbs up! +1 -
Re: frisst sich selbst?
Autor: Mimus Polyglottos 27.09.23 - 15:39
Ich bin auch enttäuscht - die Singularität wird von der Studie her nicht betrachtet, sondern die Auswirkungen der Rotation auf die Akkretionsscheibe.
Von der Überschrift her hätte ich eine Art Erweiterung der Erkenntnisse über die Hawking-Strahlung oder so erwartet. Keine gute Überschrift, irgendwo zwischen Ente und Clickbait. -
Re: frisst sich selbst?
Autor: tnbh 28.09.23 - 09:59
Irdische Partikel wissen das eben genau. Die gehen jahrelang zur Schule um dann zu wissen was sie wo hin zu tun haben. Aber die im Weltraum haben ja nie eine Schule besucht. Die nächste ist so weit entfernt. Wenn die 6 Jahre die Schulbank drücken müßten, bräuchten sie ja 200 Milliarden Jahre um zurück zu kommen. Dann ist das schwarze Loch vielleicht schon weg, weil es sich selbst aufgegessen hat. ;-) Nur noch ein kleines Häufchen Schwarzes-Loch-Exkremente dort. ^^
2 mal bearbeitet, zuletzt am 28.09.23 10:02 durch tnbh.



