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  5. › Ausstieg: Hausakkus für Siemens…

Und irgendwann wundert man sich dann...

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  1. Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: winsharp93 11.07.20 - 16:55

    ...warum Tesla auf einmal diesen Markt beherrschen wird. Nicht, weil sie es besser machen, sondern weil die anderen einfach viel zu früh aufgehört haben bzw. von Anfang an nur halbherzig an die Sache rangegangen sind.

  2. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: misfit 11.07.20 - 17:38

    Für Tesla ist das das Kerngeschäft. Aber ich muss dir zustimmen. Ich habe das Gefühl das die anderen Konzerne eigentlich nicht wirklich an dem Bereich interessiert sind. Wenn es schnelles Geld bedeutet, dann ja. Aber ansonsten fehlt denen komplett die langfristige Vision und den Willen auch über 5 oder 10 Jahre keinen Gewinn zu machen, aber die Sache richtig durch zu ziehen.

  3. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Dwalinn 11.07.20 - 17:46

    Nur das die Heimspeicher ein winziger Teil von Tesla sind und so erfolgreich wie beim eAuto sind sie in dem Bereich auch nicht. Da es beim Heimspeicher nicht so sehr auf Energiedichte ankommt werden auf lange Sicht sicherlich andere Akkutypen den Markt dominieren. Ob Tesla dann zweigleisig bei den Zellen fährt oder den Markt anderen überlässt kann man nur mutmaßen

  4. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: winsharp93 11.07.20 - 17:50

    misfit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für Tesla ist das das Kerngeschäft.

    Für Siemens (eigentlich) doch auch! Das ist (bzw. war) doch ein Unternehmen in der Energiebranche.
    Oder was macht Siemens eigentlich überhaupt noch aus wenn auf einmal quasi gar nichts mehr „Kerngeschäft“ ist?

    Aber mir scheint, dass gerade Europäische Unternehmer den Begriff „Kerngeschäft“ häufig extrem eng auslegen. Unter Europäischem Management würde Tesla Autos bauen und sonst nichts (keine Solardächer, keine Hausakkus, etc.). Ich glaube aber, dass Teslas Interpretation des „Kerngeschäfts“ weitaus zielführender und auf lange Sicht auch erfolgreicher ist.

    Andere Beispiele siehe Apple (die hätten als Computerhersteller ja niemals einen Musikplayer oder ein Telefon veröffentlicht!), Facebook (Warum WhatsApp kaufen? Kerngeschäft ist das soziale Netzwerk) und andere.

  5. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: einglaskakao 11.07.20 - 18:09

    Ja, die Vorstände bei uns sind saloüpp gesagt kurzsichtige Idioten.

    Während Amazon und Tesla immer mehr Insourcen und dadurch zunehmend Macht über die Lieferketten gewinne und erhebliche Wettbewerbsvorteile daraus generieren können, rennen unsere Vorstände noch immer dem Dogma des Outsourcing und Offshoring hinterher.

    Langfristiges Denken und Investitionen/Planen in die Zukunft, was mal die Größe der deutschen Wirtschaft war, ist komplett Tabu und für die allermeisten Vorstände ein absurder Gedanke, der auch vom Aktionär nicht geduldet werden würde.

  6. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: theFiend 11.07.20 - 18:35

    winsharp93 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Für Siemens (eigentlich) doch auch! Das ist (bzw. war) doch ein Unternehmen
    > in der Energiebranche.

    Naja, Energiebranche ist da schon ziemlich weit gefasst. Siemens stellt Kraftwerkskomponenten, Windturbinen ect. her. Da muss man nicht auch noch Steckdosen herstellen, weil man ja in der "Energiebranche" ist...

    Aber davon ab, ist das allgemien ein deutsches/europäisches Problem. Gunter Dueck erklärt das in einigen seiner Youtube Vorträge hervorragend warum es so ist: bei uns muss irgendwer in einer Firma der für eine Sache brennt dann ein paar Chefs überzeugen. Das ist schon mal ne große Hürde. Ist die geschafft, wird für das Projekt eine Kostenstelle gebildet, die sich nach spätestens 2 Jahren selbst tragen muss (meist eher früher, die 2 jahre nur wenn man "an was großes" glaubt). Und wenn das nicht erreicht wird, oder absehbar ist, wird das ganze gnadenlos abgesägt.

    Der uralte Satz "wer Visionen hat soll zum Arzt" ist bei uns doch zum absoluten Dogma geworden. Und darum kommt so gut wie nichts innovatives mehr aus deutschland.

  7. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Krulle 11.07.20 - 19:40

    Ich glaube der Unterschied zwischen Tesla und den großen deutschen Firmen ist der, dass Tesla einen Visionär an seiner Spitze hat.
    Die deutschen Vorstandsvorsitzenden labern den ganzen Tag wirres Zeug und versuchen den Aktienkurs ein wenig im Lot zu halten. Darüber hinaus halten sie ihre Beziehungen warm, um nach der nächsten Wahl wieder gewählt zu werden oder in einem anderen Unternehmen unterzukommen.
    Visionen habe ich schon lange nicht mehr vernommen. Noch weniger einen CEO der für seinen Job und das Unternehmen brennt.

  8. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: schnedan 12.07.20 - 00:24

    "Aber ansonsten fehlt denen komplett die langfristige Vision und den Willen auch über 5 oder 10 Jahre keinen Gewinn zu machen"

    Der Unterschied ist: Unternehmen wie Siemens würden dafür an der Börse abgestraft! da wird erwartet das die Rendite stimmt.

  9. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: rromijn 12.07.20 - 06:19

    wichtigster unterschied, dass auch die anderen wie amazon und co dem börsenkurs rechnung tragen müssen, aber allen hier genannten ein eigentümer vorsteht oder stand.
    das ist im grundegenommen ein unternehmergefürter laden. die sind immer von persönlichen visionen und auch persönlichem risiko geprägt. da kann so ein seelenloser verein wie siemens nie hin. die haben nicht mal am handy festhalten mögen. das betreibt sony als hobby, um technologisch am ball zu bleiben

  10. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Niaxa 12.07.20 - 07:33

    Weil es ja auch so ein Problem ist, in das Geschäft wieder einzusteigen als etablierter Hersteller, der jedem Kleinkind schon lokal bekannt ist :-).

  11. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: schnedan 12.07.20 - 09:51

    Na ja das mit dem Handy mag auch technische Gründe haben... das Geschäftsmodell mit Android, das am Anfang auch nicht 100% war muss einem ja nicht gefallen. Und ein neues OS sammt Ökosystem entwickeln wäre ne große Wette geworden. Google hingegen hat schon immer Millionen für solche Wetten verpulvert.

  12. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: gaciju 12.07.20 - 17:10

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da es beim
    > Heimspeicher nicht so sehr auf Energiedichte ankommt werden auf lange Sicht
    > sicherlich andere Akkutypen den Markt dominieren.

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das ueberhaupt auf lange Sicht Zukunft hat. Die ganzen mini Akkus bringen doch ueberhaupt nichts. Die meisten Installationen sind nicht mal Insel-/Notstromfaehig.

    Fuer die Netzstabilitaet ist es nichts, weil Verbraucher sich noch schwerer vorhersehbar verhalten als ohnehin schon mit PV. Fuer die Energiewende ist es nichts, weil die Leute sich aus den Netzentgelten enziehen, obwohl die Allgemeinheit ihre Anlagen uebers EEG bezahlt. Und sowieso viel zu teuer sind, wo wir wieder beim Thema waeren.

    Ich glaube wir sollten erstmal deutlich viel mehr Erzeugungsanlagen bauen und dann groessere Speicher. So wie Tesla das in der Hornsdale Power Reserve gemacht hat.

    Und nicht auf Eigenverbrauch "optimierte" Kleinstanlagen mit (prinzipbedingt) voellig ueberteuerter Speicheroption.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.20 17:11 durch gaciju.

  13. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Legendenkiller 13.07.20 - 07:29

    Jup, das ist so als wenn Bezo nach 2 Jahren Buchverkaufen aus der Garage gesagt hätte das mit Amazoan wird nicht, bringt einfach kein Gewinn.

    Das ist halt der Unterschied wenn man ein eigen Vision hat wo man man sein möchte und nicht so ein wir machen das auch mal.

  14. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Legendenkiller 13.07.20 - 07:47

    gaciju schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dwalinn schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Da es beim
    > > Heimspeicher nicht so sehr auf Energiedichte ankommt werden auf lange
    > Sicht
    > > sicherlich andere Akkutypen den Markt dominieren.
    >
    > Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das ueberhaupt auf lange Sicht
    > Zukunft hat. Die ganzen mini Akkus bringen doch ueberhaupt nichts. Die
    > meisten Installationen sind nicht mal Insel-/Notstromfaehig.

    Weil die einfach noch sehr teuer sind.
    Wenn wir das mit der Energiewende ernst nehmen wird das in 20 Jahren aber der Standard sein.

    Eine "normale" Solaganlage bringt in der Mittagszeit ihrem maximalen Ertrag. Ohne Akku kann man davon ~25% selber nutzen der Rest geht ins Netz oder wird immer öfters bei 70% abgeregelt, heist geht verlohren.
    Selbst eine kleiner 3-5kWh Akku kann die Eigenverbrauch locker über 50% erhöhen.
    Weil man den Mittagsüberschuss abend/nachts aufbrauchen kann.

    > Fuer die Netzstabilitaet ist es nichts, weil Verbraucher sich noch schwerer
    > vorhersehbar verhalten als ohnehin schon mit PV.

    Nö, das kann man sehr gut Vorhersagen. Die akkus werden ja nicht aus dem Netz geladen, sondern nur mit der PV/Windanalge.
    Diese Anlagen sind alle Meldepflichtig und größere Anlagen können "live" gemanagt werden.

    > Ich glaube wir sollten erstmal deutlich viel mehr Erzeugungsanlagen bauen
    > und dann groessere Speicher. So wie Tesla das in der Hornsdale Power
    > Reserve gemacht hat.

    PV und Wind brauchen immer zwingen Speicher, wenn man damit in die nähe der 100% kommen will.
    Aktuell übernehmen die Regeleung der Stromschwankungen klassischen Kohle/Wasserkraftwerke.

    > Und nicht auf Eigenverbrauch "optimierte" Kleinstanlagen mit
    > (prinzipbedingt) voellig ueberteuerter Speicheroption.

    Jede neue Technik ist am Anfang teuer.

    Das erst "Handy" war 2kg schwer, hatte 15min Akkuzeit und einen unbeuchtete Monochrombildschirm und hat 5000$ gekostet. Da haben dann auch alle gesagt ... das braucht doch keiner.

    PS: für stationäre Akkus sind Li/Io Akkus ach nicht gut geeigent, weil das Gewicht egal ist.
    Hier kommen gerade mehrere Alternativen in die Marktreife, alle mit deutlich weniger giftigen und seltenes Zeugs.

    Es wird heute immernoch alles mit Lithiumakkus gemacht, nicht weil es nix besseres gibt, sondern weil es die am längens erprobte und in der nötigen Menge herzustellenen Akku Tech ist .



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.20 07:53 durch Legendenkiller.

  15. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Trollversteher 13.07.20 - 07:49

    >Fuer die Netzstabilitaet ist es nichts, weil Verbraucher sich noch schwerer vorhersehbar verhalten als ohnehin schon mit PV. Fuer die Energiewende ist es nichts, weil die Leute sich aus den Netzentgelten enziehen, obwohl die Allgemeinheit ihre Anlagen uebers EEG bezahlt. Und sowieso viel zu teuer sind, wo wir wieder beim Thema waeren.

    Heutzutage sind die Anlagen relativ guenstig, und da auch die Einspeiser EEG zahlen muessen (und das nicht zu knapp) finanzieren die heute mit ihren guenstigen Anlagen quasi die teuren und ineffizienteren Anlagen ihrer "Vorgaenger".

  16. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Trollversteher 13.07.20 - 07:52

    >Für Siemens (eigentlich) doch auch! Das ist (bzw. war) doch ein Unternehmen in der Energiebranche.
    >Oder was macht Siemens eigentlich überhaupt noch aus wenn auf einmal quasi gar nichts mehr „Kerngeschäft“ ist?

    Unter Kaeser (eigentlich hat schon Loescher damals damit begonnen) hat Siemens nach und nach alle Geschaeftsbereiche abgestossen, die frueher mal zum Kerngeschaeft gehoerten - zuletzt Medizingeraete, Mobility (die Zugsparte), Windkraft und jetzt offenbar auch Solar und Akkus - ich frage mich wirklich, was da noch uebrig ist, oder ob Kaeser solange weitermachen will, bis Siemens einfach nur noch eine grosse Bank ist...

  17. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: Dwalinn 13.07.20 - 10:04

    gaciju schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dwalinn schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Da es beim
    > > Heimspeicher nicht so sehr auf Energiedichte ankommt werden auf lange
    > Sicht
    > > sicherlich andere Akkutypen den Markt dominieren.
    >
    > Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das ueberhaupt auf lange Sicht
    > Zukunft hat. Die ganzen mini Akkus bringen doch ueberhaupt nichts. Die
    > meisten Installationen sind nicht mal Insel-/Notstromfaehig.
    Machbar ist das durchaus und der Sinn neben Notstrom ist natürlich seinen eigenverbrauch zu erhöhen.
    Statt 10 Cent zu bekommen und später 30 Cent (inklusive EEG) zu bezahlen kann man so sparen (also wenn die Akkus günstiger wären).

    > Fuer die Netzstabilitaet ist es nichts, weil Verbraucher sich noch schwerer
    > vorhersehbar verhalten als ohnehin schon mit PV. Fuer die Energiewende ist
    > es nichts, weil die Leute sich aus den Netzentgelten enziehen, obwohl die
    > Allgemeinheit ihre Anlagen uebers EEG bezahlt. Und sowieso viel zu teuer
    > sind, wo wir wieder beim Thema waeren.
    EEG zahlt ja jeder, in anbetracht der Kosten von Kohlestrom wundert es mich aber immer mehr ob hier wirklich Erneuerbare subventioniert werden müssen oder eher konventionellen Kraftwerke.

    > Ich glaube wir sollten erstmal deutlich viel mehr Erzeugungsanlagen bauen
    > und dann groessere Speicher. So wie Tesla das in der Hornsdale Power
    > Reserve gemacht hat.
    Klar das ist auf alle Fälle ebenfalls wichtig besonders um Saisonale Schwankungen auszugleichen aber wenn sich Akkus selbst finanzieren können würde ich das gerne nutzen.

    > Und nicht auf Eigenverbrauch "optimierte" Kleinstanlagen mit
    > (prinzipbedingt) voellig ueberteuerter Speicheroption.
    Die werden durchaus ihren Beitrag leisten können.

  18. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: gaciju 13.07.20 - 15:53

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Heutzutage sind die Anlagen relativ guenstig, und da auch die Einspeiser
    > EEG zahlen muessen (und das nicht zu knapp) finanzieren die heute mit ihren
    > guenstigen Anlagen quasi die teuren und ineffizienteren Anlagen ihrer
    > "Vorgaenger".


    Als Einspeiser zahlt man 40% der Umlage auf Eigenverbrauch, und das auch nur wenn man innerhalb von 12 Monaten mehr als 10 kWp gebaut hat. Wie viel man dann effektiv ins EEG Konto einzahlt und wie viel man herausnimmt kannst du dir selbst ausrechnen.


    Ausserdem kommt die anteilige Umlage auf Eigenverbrauch naechstes Jahr eh wieder weg, EU sei Dank.

  19. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: gaciju 13.07.20 - 16:01

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das ueberhaupt auf lange Sicht
    > > Zukunft hat. Die ganzen mini Akkus bringen doch ueberhaupt nichts. Die
    > > meisten Installationen sind nicht mal Insel-/Notstromfaehig.
    > Machbar ist das durchaus und der Sinn neben Notstrom ist natürlich seinen
    > eigenverbrauch zu erhöhen.

    Natuerlich ist es theoretisch machbar. Dann baut man aber so, dass man auch bei Stromausfall noch Notstrom hat und nicht so, dass man sich zu 99% ueber das Jahr versorgen kann. Eigenverbrauch um Eigenverbrauchs Willen bringt ueberhaupt nichts. Man wird nicht autark mit PV+Speicher, das Netz ist fuer alle da und wird von allen gebraucht. Man entzieht sich nur den anteiligen Kosten am Netz.

    > Statt 10 Cent zu bekommen und später 30 Cent (inklusive EEG) zu bezahlen
    > kann man so sparen (also wenn die Akkus günstiger wären).

    Ja, *wenn*. Aktuell kostet eine kWh aus dem Akku aber eher noch 50 Cent. Da kaufe ich lieber aus dem Netz.


    > EEG zahlt ja jeder

    Ich sagte auch nicht EEG, sondern Netzentgelte.


    > in anbetracht der Kosten von Kohlestrom wundert es mich
    > aber immer mehr ob hier wirklich Erneuerbare subventioniert werden müssen
    > oder eher konventionellen Kraftwerke.

    Kohle wird ja auch wirklich subventioniert, nicht wie die Erneuerbaren, die direkt ueber die Umlage finanziert sind, was keine Subvention ist. Zumindest bisher, das aendert sich ja jetzt, wenn der Bund Mittel ins EEG Konto schiebt.


    > Klar das ist auf alle Fälle ebenfalls wichtig besonders um Saisonale
    > Schwankungen auszugleichen aber wenn sich Akkus selbst finanzieren können
    > würde ich das gerne nutzen.

    Und ich wuerde gerne weiterhin den Strom aus dem Netz nutzen, wenn meine PV keinen Strom erzeugt. Das klingt jetzt bloed, darf aber auch Geld kosten, das tut der Speicher auch. Nur: wenn alle mitmachen, ist das billiger, als wenn jeder sich selbst extra einen kleinen Akku hin stellt.

    > > Und nicht auf Eigenverbrauch "optimierte" Kleinstanlagen mit
    > > (prinzipbedingt) voellig ueberteuerter Speicheroption.
    > Die werden durchaus ihren Beitrag leisten können.

    Einen besseren Beitrag leisten wuerden sie, wenn sie eben nicht auf Eigenverbrauch "optimiert" waeren. Wer baut, soll das Dach vollmachen und Ueberschuss einspeisen. Es gibt nichts, was billiger ist, als die Grenzkosten einer PV, die sowieso gebaut wird.

    Eigenverbrauchsoptimierung = ich lege mir nur 1 Modul aufs Dach, damit ich 100% selbst verbrauche.

    Ueberzeichnet, aber so ist das Prinzip. Und passend dazu wird der Speicher ausgewaehlt. Es ist nur voelliger Humbug.

  20. Re: Und irgendwann wundert man sich dann...

    Autor: gaciju 13.07.20 - 16:20

    Legendenkiller schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil die einfach noch sehr teuer sind.
    > Wenn wir das mit der Energiewende ernst nehmen wird das in 20 Jahren aber
    > der Standard sein.

    Wieso? Keiner braucht diese Hausakkus fuer die Energiewende.
    Wie schon gesagt: wir brauchen erstmal viel mehr Erzeugungsanlagen. Und dann brauchen wir irgendwann auch Speicher. Aber netzdienliche, guenstige und grosse.

    > Eine "normale" Solaganlage bringt in der Mittagszeit ihrem maximalen
    > Ertrag. Ohne Akku kann man davon ~25% selber nutzen der Rest geht ins Netz
    > oder wird immer öfters bei 70% abgeregelt, heist geht verlohren.
    > Selbst eine kleiner 3-5kWh Akku kann die Eigenverbrauch locker über 50%
    > erhöhen.
    > Weil man den Mittagsüberschuss abend/nachts aufbrauchen kann.

    "Eigenverbrauch erhoehen" kannst du auch, indem du weniger Module verbaust. Das ist aber die voellig falsche Denkweise. Der Strom wird anderswo dringend gebraucht.

    Die 70% Regelung hast du nur, wenn du dich freiwillig dafuer entschieden (auf Rundsteuerempfaenger fuer Ferndrosselung/Abschaltung verzichtet) hast. Ich kenne keinen, der einen RSE hat, dem jemals die Anlage abgeregelt wurde.

    Die Netze muessen flexibler werden, dann kann die 70% Regelung auch weg.

    > > Fuer die Netzstabilitaet ist es nichts, weil Verbraucher sich noch
    > schwerer
    > > vorhersehbar verhalten als ohnehin schon mit PV.
    >
    > Nö, das kann man sehr gut Vorhersagen. Die akkus werden ja nicht aus dem
    > Netz geladen, sondern nur mit der PV/Windanalge.

    Schau mal was die BNA und die Betreiber dazu sagen. Natuerlich kann man das Wetter und damit den Ertrag vorhersagen. Daraus resultiert aber kein statistisch vorhersehbares Verhalten der Verbraucher.

    Natuerlich ist es moeglich mit komplexen Modellen zu arbeiten, das ist den Betreibern aber "zu kompliziert" und wird daher nicht gemacht. Solange der Aufwand groesser ist, als ein bisschen Regelenergie einzusetzen wird es auch dabei bleiben.

    > Diese Anlagen sind alle Meldepflichtig und größere Anlagen können "live"
    > gemanagt werden.

    Speicher werden zwar auch gemeldet aber eben nicht gemanagt. Auch kleinere PV Anlagen *koennten* ferngesteuert sein (s.o)., es besteht aber ueberhaupt kein Bedarf. PV wird faktisch nicht abgeregelt, weil die Netze es locker hergeben.


    > PV und Wind brauchen immer zwingen Speicher, wenn man damit in die nähe der
    > 100% kommen will.

    Wir sind aber nirgendwo in der Naehe von 100%. Mini-Speicher braucht man da kein bisschen.

    > Aktuell übernehmen die Regeleung der Stromschwankungen klassischen
    > Kohle/Wasserkraftwerke.


    Kohle weniger (zu langsam), Gas mehr.

    > > Und nicht auf Eigenverbrauch "optimierte" Kleinstanlagen mit
    > > (prinzipbedingt) voellig ueberteuerter Speicheroption.
    >
    > Jede neue Technik ist am Anfang teuer.
    > Das erst "Handy" war 2kg schwer, hatte 15min Akkuzeit und einen unbeuchtete
    > Monochrombildschirm und hat 5000$ gekostet. Da haben dann auch alle gesagt
    > ... das braucht doch keiner.

    Lithium-Ionen Akkus sind keine neue Technik.

    Du kannst heute einen Akku mit >30 kWh fuer 20.000 ¤ kaufen, das noch ein Auto mit Elektromotor umsonst drumrum hat. Aber ein Heimspeicher kostet eher Richtung 1.000 ¤/kWh. Das hat absolut gar nichts mit teurer neuer Technik zu tun.


    > Es wird heute immernoch alles mit Lithiumakkus gemacht, nicht weil es nix
    > besseres gibt, sondern weil es die am längens erprobte und in der nötigen
    > Menge herzustellenen Akku Tech ist .

    Ach jetzt ist es ploetzlich nicht mehr neu?
    Es liegt natuerlich auch daran, dass es einfach spottbillig geworden ist. <100¤/kWh im Einkauf. Die Margen sind enorm.

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