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Wo ist der große Vorteil?

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  1. Wo ist der große Vorteil?

    Autor: dabbes 22.08.18 - 13:08

    Die Konstruktion ist aufwendig und die Trassen kostspielig. Und wie weniger Energie verbraucht wird ist mir auch ein Rätsel.

    Ist lediglich die Lautstärke der große Vorteil? Oder spart man massiv bei der Wartung?

    Ansonsten würde ja nur Geschwindigkeit und Zeitgewinn übrig bleiben, dazu müssten die Wagons aber entsprechend schnell sein.

  2. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: -eichi- 22.08.18 - 13:11

    Eigentlich steht das im Artikel , die Trassen sind relativ günstig ( nicht nur preislich sondern auch vom Platzbedarf ) da der Unterbau nicht so massiv sein muss

  3. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: Muhaha 22.08.18 - 13:19

    -eichi- schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eigentlich steht das im Artikel , die Trassen sind relativ günstig ( nicht
    > nur preislich sondern auch vom Platzbedarf ) da der Unterbau nicht so
    > massiv sein muss

    Vor allem steckt der Antrieb nicht in der Trasse, wie beim Transrapid, sondern im Fahrzeug.

    Liest hier denn niemand den Artikel? ;-)

  4. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: quark2017 22.08.18 - 13:28

    Naja, die Vorteile sind aber auch nur Vorteile, wenn man eine komplett neue Verkehrsinfrastruktur auf dem Reißbrett plant.

    Denn dort wo schon Straßenbahnen fahren, müsste eine Doppelinfrastruktur nur für diese Schwebebahnen geschaffen werden - das investiert heute Niemand mehr.
    Oder es müsste alle Tram-Trassen gegen diese Technik ausgetauscht werden - funktioniert in der Praxis nicht.

    Weitere Nachteile sind:
    - entweder höherer ebenerdiger Flächenverbrauch oder Stelzen, dann entstehen aber massive Zusatzkosten für Aufzüge und deren Wartung.
    - die Bahnen sind breiter als Trams - brauchen also mehr Fläche in der Stadt
    - In den engen Innenstädten will mit Sicherheit Niemand Doppelstockverkehr haben, so dass auch die Anwohner der oberen Etagen betroffen sind.
    - ein Mischbetrieb auf Kfz-Spuren ist nicht möglich: wieder ein Nachteil für bestimmte Engstellen.
    - kein Energieverbrauchsvorteil
    - Reparatur vom Gleiskörper ist deutlich aufwändiger (z.B. nach einem Unfall). Bei bisherigen Gleiskörpern dauert eine Reparatur wenige Tage. Bei diesen Beton-Schalen dauert es prinzipbedingt länger.
    - das hohe Beschleunigungsvermögen ist kein Vorteil; denn technisch gesehen könnten auch Schienen-Trams schneller beschleunigen - macht man aber nicht, damit die Fahrgäste nicht ständig umkippen

    Aus meiner Sicht ist das System für Europa eine absolute Totgeburt.

  5. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: mxcd 22.08.18 - 13:28

    Lautstärke ist im urbanen Raum ein ganz entscheidendes Kriterium.
    Dann gibt es noch Vibrationsarmut, was die Belastung der umliegenden Infrarstruktur reduziert.
    Wartungsarmut ist ein Kostenargument im Betrieb - und dieser geht ja in aller Regel mindestens 50 Jahre (für ein System, nicht die einzelnen FZ).

  6. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: quark2017 22.08.18 - 13:33

    -eichi- schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eigentlich steht das im Artikel , die Trassen sind relativ günstig ( nicht
    > nur preislich sondern auch vom Platzbedarf ) da der Unterbau nicht so
    > massiv sein muss

    Ähm. Man spart (vermeintlich) Platz in der Tiefe, wobei dieser Bahnkörper hier auch über 1m hoch ist.

    Um man nun 50cm mehr oder weniger tief buddeln muss, macht jetzt keinen sooo großen Unterschied.

  7. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: dabbes 22.08.18 - 13:49

    Im Vergleich zu anderen Hochbahnen, schon möglich.

    Aber im Vergleich zu einer simplen Straße oder einer Schiene? Das kann ich nicht glauben.

  8. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: Muhaha 22.08.18 - 13:49

    quark2017 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > - Reparatur vom Gleiskörper ist deutlich aufwändiger (z.B. nach einem
    > Unfall). Bei bisherigen Gleiskörpern dauert eine Reparatur wenige Tage. Bei
    > diesen Beton-Schalen dauert es prinzipbedingt länger.

    Was dauert da länger im Vergleich zu einer Schiene? Das sind AFAIK ganz simple Betonschalen mit einer angetackerten Stromführung und nicht mehr der enorm aufwendige Trassenkörper eines Transrapid.

    > Aus meiner Sicht ist das System für Europa eine absolute Totgeburt.

    Jain. Interessanterweise hat nicht jede europäische Großstadt Strassenbahnen. So auf die Schnelle fallen mir für Frankreich Toulon und Rennes ein. Dort kann so ein System sinnvoll gebaut werden. Auch haben nicht wenige Städte nur ein rudimentäres Strassenbahnsystem, welches aus diversen Gründen nicht weiter ausgebaut wird, obwohl die Städte wachsen. Im europäischen Kontext gibt es da schon genug sinnvolle Einsatzgebiete, aber für Deutschland ... beim besten Willen fällt mir da nix ein. Unsere Städte sind schon ganz gut versorgt :)

  9. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: FreierLukas 22.08.18 - 14:56

    Das die Leute immer noch glauben die Schiene ist "simpel" weil es simpel aussieht. Schaut euch einfach mal die Kosten an die die Bahn hat. Nen Umsatz in der Größenordnung von 40 Milliarden steht ein Gewinn von weniger als einer Milliarde gegenüber. Auf Gehälter kann man ca. 3-5 Milliarden zurückführen aber der Rest also 35 Milliarden sind Betriebs- und INstandhaltungskosten aber auch ein bisschen Entwicklung. Wobei letzteres eher gering ist da sich an der Infrastruktur kaum etwas ändert. 35 Milliarden sind ne verdammt große Menge Geld um ein System grade so am laufen zu halten. Wenn die in Zukunft noch Konkurrenz durch autonome Busse, Taxen und Drohnen bekommen sieht es ganz schön düster für die Bahn aus. Da muss einfach was neues her und der Hauptkostenpunkt ist die Instandhaltung. Wenn diese Magnetschwebebahn die Instandhaltungskosten erheblich senkt spielt alles andere eigentlich keine Rolle mehr. Dann lohnt sich das auf lange Sicht immer. Die Alternative ist meiner Ansicht nach eine Bahn die bankrott geht und kompett wegfällt. Mir soll das egal sein aber ich glaube es gibt viele die gerne Bahn fahren und auch gerne für die Bahn arbeiten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.18 14:58 durch FreierLukas.

  10. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: |=H 22.08.18 - 15:04

    Aber wo ist der Vorteil zur Straßenbahn? Du musst für dieses System eben extra noch Platz schaffen. Als U-Bahn oder außerhalb der Stadt, z.B. um einen Flughafen anzubinden, könnte ich mir das vorstellen.

    Man könnte mit dem System dann die S-Bahn und den RE ablösen und damit hätten diese zusammen mit U-Bahn und der Straßenbahn die gleiche technische Infrastruktur. Es müssen nicht mehr viele unterschiedliche Systeme gewartet werden und der Wartungsaufwand soll ja sowieso geringer sein.

  11. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: schueppi 22.08.18 - 15:18

    Lärm und Vibration sind für die Bürger / Wartungsarmut für die Betreiber ein Argument. Weshalb ich auch Chancen sehe. Aber was mich dann noch interessieren würde:

    Gibt es in diesem System Weichen oder muss für jede Destination eine Schienenverbindung her?

    Dann kann eine Strassenbahn ja nicht ersetzt werden. Obwohl vielleicht heisst es deshalb ja Stadtgeländewagen, weil man dann damit über die Furchen donnern kann. Also kommt es nur als Bahn neben der Strasse in Frage und für die Querung einer Kreuzung braucht es eine Überführung. Hört sich für mich wieder Kostspielig an...

    Also würde es bei diesem System um A-B Verbinder gehen und nicht um eine neue Art der Strassenbahn. Also haben die drei Argumente wieder keinen Wert...

  12. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: Muhaha 22.08.18 - 17:12

    |=H schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber wo ist der Vorteil zur Straßenbahn?

    Wenn Du schon eine halbwegs passabel ausgebaute Strassenbahn in der Stadt hast ... rausgeschmissenes Geld. Wenn Du keine Strassenbahn hast oder das vorhandene Netz nur minimal gut ausgebaut ist ... dann ist das eine überlegenswerte Alternative zur Schiene. Vor allem die fast nicht vorhandene Geräuschentwicklung ist wirklich ein deutliches Plus für den Einsatz in der Stadt. Selbst moderne Schienenzüge scheppern immer noch quietschend auf den Schienen herum und laufen deutlichst hörbar auch auf Neubaustrecken, obwohl sie schon deutlich leiser geworden sind als ältere Baureihen.

  13. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: M.P. 22.08.18 - 17:29

    schueppi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gibt es in diesem System Weichen oder muss für jede Destination eine
    > Schienenverbindung her?

    Auf der Teststrecke gibt es jedenfalls laut Openstreetmap keine (Westufer des Sees)

    https://www.openstreetmap.org/search?query=sengenthal#map=17/49.21573/11.45701

  14. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: |=H 23.08.18 - 12:55

    Gerade in Städten wird es allerdings schwierig nachträglich den Platz für ein System bereit zu stellen, welches sich die Spur nicht mit dem normalen Verkehr teilen kann. Außer man geht in die Höhe. Da die Bahn so leise ist, sollte das auch nicht so stören.

  15. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: arthurdont 23.08.18 - 13:07

    |=H schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Außer man geht in die Höhe. Da die Bahn so leise ist,
    > sollte das auch nicht so stören.

    Das ist IMO der Hauptvorteil dieses Systems: die Kombination aus einfachem Aufständern und der Geräuscharmut. Normale Hochbahnen (oder aufgeständerte Trassenführungen) sind enorm störend, da sie nicht sinnvoll schallgedämpft werden können.

  16. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: divStar 23.08.18 - 15:32

    Seien wir doch mal ehrlich: der größte Geräuschpegel kommt eher von den Autos und Mopeds / Motorrädern. Die Straßenbahn (hier in Nürnberg) hört man zwar auch (ich wohne 2 Straßen von einer Haltestelle entfernt - und ab und an nimmt man es wahr). Der meiste Lärm kommt aber ganz sicher weder von der Tram noch der U-Bahn, sondern von den Autos.

  17. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: mxcd 23.08.18 - 18:27

    Das würde mich auch sehr interessieren, ob es Weichen gibt und Konzepte, die Strecken querbar zu machen für Fahrräder, Autos, andere Bögl-Bahnen ...?

  18. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: plutoniumsulfat 23.08.18 - 20:32

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Seien wir doch mal ehrlich: der größte Geräuschpegel kommt eher von den
    > Autos und Mopeds / Motorrädern. Die Straßenbahn (hier in Nürnberg) hört man
    > zwar auch (ich wohne 2 Straßen von einer Haltestelle entfernt - und ab und
    > an nimmt man es wahr). Der meiste Lärm kommt aber ganz sicher weder von der
    > Tram noch der U-Bahn, sondern von den Autos.

    2 Straßen entfernt ist ja auch weit genug weg. Stell dir vor du wohnst direkt an der Strecke. Selbstverständlich ist die Straßenbahn ein enormer Geräuschfaktor.

  19. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: matbhm 24.08.18 - 03:28

    Das große Missverständnis auch beim Transrapid war, dass man meinte, dieser trete gegen die Bahn an! Stumpfsinn! Die Aufgabe des Transrapid sollte insbesondere auch die Ablösung des Flugverkehrs erreichen, innerdeutsch, innereuropäisch. Daher ein Streckennetz z. B. von Berlin nach Hannover, von Hannover ins Ruhrgebiet, von Berlin nach Hamburg, über Hamburg ins Ruhrgebiet, vom Ruhrgebiet nach Frankfurt, von Frankfurt nach München usw. usf. ICE wären mit mehr Zwischenhalts Zubringer gewesen. Und umwelttechnisch dürfte der Transrapid den innerdeutschen und innereuropäischen Flügen hoffnungslos überlegen sein. Nur: Er dürfte genau daran gescheitert sein. Als es um die Referenzstrecke von Berlin nach Hamburg ging, hatte sich Lufthansa gemeldet und darauf bestanden, an dem Betreiberkonsortium beteiligt zu sein - die Lufthansa hatte verstanden. Airbus auch - und die Politik auch. Die Luftfahrtindustrie mit ihren Arbeitsplätzen und ihrer europäischen Ausrichtung hat den Transrapid platt gemacht! Fortschritt findet in Asien statt, derzeit vor allem in China - aber China wird der Initialzünder für den ganzen fernen Osten sein, noch vor Japan. Und Deutschland: Das "Geht-nicht-Land". Überall Bedenkenträger - alles soll möglichst so bleiben wie es ist! Deutschland schafft sich ab!

  20. Re: Wo ist der große Vorteil?

    Autor: Sharra 24.08.18 - 06:58

    Der größte Vorteil wäre, dass das Ding leiser ist, als herkömmliche Systeme. Das bedeutet weniger Lärm, weniger Stress und weniger Wertverlust für anliegende Grundstücke.

    Und auch ansonsten, um mal ein paar Punkte aufzunehmen, die hier zusammengekomen sind:

    Die Technik steckt komplett im Fahrzeug. Nur die Energieversorgung kommt über die Schiene. Die Strecke an sich ist dumm wie Brot. Das macht sie entsprechend günstig, und leicht zu warten.
    Für kleinere Strecken könnte man sogar die Energieversorgung, aus der Schiene, in das Fahrzeug verlegen, was die Strecke an sich noch günstiger, und wartungsärmer machen würde. (Was insofern sinnvoll ist, als dass man nicht unter ungünstigen Bedingungen arbeitet, sondern komfortabler im Hangar am Fahrzeug.

    Und natürlich kann man mit dem System Platz sparen, und es sogar parallel zu KFZ-Strecken betreiben. Ob die Träger jetzt mittig montiert sind, oder seitlich mit entsprechender Stützverstrebung, interessiert die Trasse nicht. Damit kann man diese Trasse auch über einer bestehenden Straße montieren, sofern man irgendwo noch 1-2 Quadratmeter für die Stützen abzweigen kann.

    Und nein, dafür braucht man nicht zwingend Fahrstühle oder Treppen. Das Ding kann aufwärts und abwärts fahren. Man kann also Haltestellen, sofern baulich irgendwie möglich, auch auf Bodenniveau errichten, und die Bahn danach wieder auf die Hochtrasse schicken.
    Mag nicht überall funktionieren, aber wohl doch oft genug.

    Als Alternative zu im Boden verlegten Gleisen, die im Übrigen auch nicht ganz so günstig sind, wie viele immer annehmen (sind doch nur 2 Stücke Eisen, die man da hinwirft) + Oberleitung (die im Übrigend auch Stützpfeiler benötigt...) wäre das System durchaus interessant.

    Und das wirklich "lustige" daran: Theoretisch könnte man das aus vorgefertigten Segmenten errichten, was wieder Kosten spart (Massenproduktion) und Nachts Segmente einer bestehenden Strecke ausbauen, ohne dass die bestehende Strecke darunter leidet. Man kann die Fahrbahnsegmente ja mit Sicherheit auch mit unterbauten Oberleitungen für die darunter befindliche Spur ausstatten. (Pfeiler wie oben erwähnt seitlich). Man hätte also keinerlei Verkehrsbeeinträchtigung der normalen Strecke, bis sie durch die neue ersetzt werden könnte.
    Ein Austausch des Systems Bodenschiene, gegen so ein Ding, wäre also, rein technisch gesehen, eigentlich ein Kinderspiel.

    Wozu? Um entweder die Bodenschiene, nebst anfälliger Oberleitung von der gemeinsam genutzten Straße weg zu bekommen, oder um eine parallel zur Straße führende Tram zu entfernen, und den gewonnenen Platz anderweitig zu nutzen.

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