Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wissenschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Boeing und SpaceX: ISS bald ohne…

Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

    Autor: tritratrulala 19.01.18 - 19:12

    Die theoretischen Berechnungen für die Loss-of-Crew-Wahrscheinlichkeit, die die NASA zugrundelegt, sind eben einfach Unsinn.

    Das hat nicht unbedingt technische Gründe. Die 1:270 sind ein aus der Luft gegriffener Wert, der völlig willkürlich festgelegt wurde. Zudem werden bestimmte Sicherheitsfeatures (z.B. Launch Escape System) und die bisherigen Erfahrungen und Werte nicht bei den Berechnungen beachtet.

    Auf Grundlage der Loss-of-Crew-Berechnungen kam es auch zu unsinnig erscheinenden Änderungen. Beispielsweise musste SpaceX das Design der Fallschirme ändern, obwohl es von der Dragon 1 übernommen wurde und dort nie Probleme verursacht hat. Um irgendeine theoretische Metrik zu erfüllen, wurde dann ein praktisch in ca. 15 Missionen bewährtes Design weggeworfen und durch ein neues, unerprobtes Design ersetzt.

    Wenn Boeing und SpaceX ihre Kapseln nicht zertifiziert bekommen, dann ist alleine die NASA schuld. Was die beiden Unternehmen zur Zeit liefern, ist bereits signifikant sicherer als alles davorgewesene.

  2. Re: Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

    Autor: Lasse Bierstrom 19.01.18 - 21:05

    tritratrulala schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die theoretischen Berechnungen für die Loss-of-Crew-Wahrscheinlichkeit, die
    > die NASA zugrundelegt, sind eben einfach Unsinn.
    >
    > Das hat nicht unbedingt technische Gründe. Die 1:270 sind ein aus der Luft
    > gegriffener Wert, der völlig willkürlich festgelegt wurde. Zudem werden
    > bestimmte Sicherheitsfeatures (z.B. Launch Escape System) und die
    > bisherigen Erfahrungen und Werte nicht bei den Berechnungen beachtet.
    >
    > Auf Grundlage der Loss-of-Crew-Berechnungen kam es auch zu unsinnig
    > erscheinenden Änderungen. Beispielsweise musste SpaceX das Design der
    > Fallschirme ändern, obwohl es von der Dragon 1 übernommen wurde und dort
    > nie Probleme verursacht hat. Um irgendeine theoretische Metrik zu erfüllen,
    > wurde dann ein praktisch in ca. 15 Missionen bewährtes Design weggeworfen
    > und durch ein neues, unerprobtes Design ersetzt.
    >
    > Wenn Boeing und SpaceX ihre Kapseln nicht zertifiziert bekommen, dann ist
    > alleine die NASA schuld. Was die beiden Unternehmen zur Zeit liefern, ist
    > bereits signifikant sicherer als alles davorgewesene.

    Man kann auch lange Dinge falsch machen. Und bei safety sind Metriken einfach auf Dauer besser als das Bauchgefühl!

  3. Re: Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

    Autor: tritratrulala 20.01.18 - 03:02

    Lasse Bierstrom schrieb:
    >
    > Man kann auch lange Dinge falsch machen. Und bei safety sind Metriken
    > einfach auf Dauer besser als das Bauchgefühl!

    Nun, die Metriken bzw. theoretischen Berechnungen sind durchaus etwas kritikwürdig. Es werden dabei in vielen Fällen Annahmen getroffen, die nicht durch die Daten belegt werden können. Je nach Auslegung der Modelle ergeben sich dann auch noch ganz unterschiedliche LOC-Wahrscheinlichkeiten. Bei Sojus im Worst Case 1/30 wenn ich mich richtig erinnere... und eine solch schlechte LOC-Wahrscheinlichkeit lässt sich beim Volumen an Sojus-Missionen auch ganz schnell mit großer Sicherheit widerlegen.

    Und wie schon gesagt erlaubt die NASA es (wahrscheinlich aus politischen Gründen) nicht, das Launch Escape System in die Berechnungen einzubeziehen. Das ist absurd, weil es ein zentrales Sicherheitsfeature der Kapseln ist. Möglicher Grund könnte hier sein, dass das Space Shuttle kein Launch Escape System hatte, aber bei Festlegung der LOC-Kriterien nicht abgewertet werden sollte. Das ist dann natürlich reine Politik und kein technischer Grund.

    Wie sicher ein System tatsächlich ist, kann man letztendlich nur feststellen, indem man es unter realen Bedingungen testet. Irgendwann muss man damit anfangen. Keine theoretische, modellbasierte Berechnung kann jemals einen Testflug ersetzen. Der gnadenlose Fokus der NASA auf theoretische Modelle verhindert es zur Zeit aber, dass überhaupt Testflüge stattfinden.

    Der letzte Stand ist bei Boeing und SpaceX nach meinem Wissen eine LOC-Wahrscheinlichkeit von ca. 1/200. Das ist schlechter als das gewünschte und vielleicht unrealistische Ziel von 1/270, aber mindestens um den Faktor 2 besser als zur Zeit konkurrierende oder vorherige Systeme. Was will die NASA eigentlich noch? Raumfahrt ist eben noch längst nicht vergleichbar mit einem Flug mit einer Airline - damit muss man sich abfinden.

  4. Re: Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

    Autor: Vögelchen 20.01.18 - 16:05

    > Der gnadenlose Fokus der NASA auf theoretische Modelle verhindert es zur Zeit aber,
    > dass überhaupt Testflüge stattfinden.

    Na ja, vielleicht liegt das auch an der Konkurrenzsituation der NASA-Leute, die diese theoretischen Kriterien aufstellen. Ob jetzt bewusst oder unterbewusst: Es ist doch ganz praktisch, wenn die eigene Leitung höher bewertet wird als die der Wirtschaftsunternehmen.

  5. Re: Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

    Autor: zilti 25.01.18 - 18:00

    Wenn die Sojus-Berechnung von 1 LoC per 30 Flüge stimmt, würde es nur bestätigen, was für ein Quatsch diese ist. Seit 1971 beim Flug Sojus 11 gab es kein tödliches Unglück mehr damit. "Wir" sind mittlerweile bei Flug 159.

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen
  2. Home Shopping Europe GmbH, Ismaning Raum München
  3. Einhell Germany AG, Landau
  4. ETAS GmbH & Co. KG, Stuttgart

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. bei Alternate.de
  2. 3,74€
  3. 30,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Freier Media-Player: VLC 3.0 eint alle Plattformen
Freier Media-Player
VLC 3.0 eint alle Plattformen

Fujitsu Lifebook U727 im Test: Kleines, blinkendes Anschlusswunder
Fujitsu Lifebook U727 im Test
Kleines, blinkendes Anschlusswunder
  1. Palmsecure Windows Hello wird bald Fujitsus Venenscanner unterstützen
  2. HP und Fujitsu Mechanischer Docking-Port bleibt bis 2019
  3. Stylistic Q738 Fujitsus 789-Gramm-Tablet kommt mit vielen Anschlüssen

Kingdom Come Deliverance im Test: Mittelalter, Speicherschnaps und klirrende Klingen
Kingdom Come Deliverance im Test
Mittelalter, Speicherschnaps und klirrende Klingen
  1. Kingdom Come Deliverance Von unendlich viel Rettungsschnaps und dem Ninja-Ritter
  2. Kingdom Come Deliverance Auf der Xbox One X wird das Mittelalter am schönsten
  3. Kingdom Come Deliverance angespielt Und täglich grüßt das Mittelalter

  1. Abwehr: Qualcomm erhöht Gebot für NXP um 5 Milliarden US-Dollar
    Abwehr
    Qualcomm erhöht Gebot für NXP um 5 Milliarden US-Dollar

    Qualcomm lässt sich die Abwehr der eigenen feindlichen Übernahme fünf Milliarden US-Dollar kosten. NXP-Aktionäre bekommen jetzt mehr Geld und der Kauf dürfte kommen.

  2. Rockpro64: Bastelplatine kommt mit USB-C, PCIe und Sechskernprozessor
    Rockpro64
    Bastelplatine kommt mit USB-C, PCIe und Sechskernprozessor

    Der Rockpro64 ist eine Art leistungsstärkerer Raspberry Pi, inklusive Rockchip-Prozessor, 4 GByte RAM und aktuellen Anschlüssen. Allerdings müssen einige Funktionen hinzugekauft werden - eine WLAN-Karte und Massenspeicher fehlen hier.

  3. Jameda: Ärztin setzt Löschung aus Bewertungsportal durch
    Jameda
    Ärztin setzt Löschung aus Bewertungsportal durch

    Eine Ärztin hat beim Bundesgerichtshof erstmals die Löschung ihres Profiles bei dem Ärztebewertungsportal Jameda durchgesetzt. Die Plattform soll für Werbung zahlende Ärzte begünstig haben. Nun soll diese Möglichkeit abgeschaltet sein.


  1. 16:32

  2. 15:52

  3. 15:14

  4. 14:13

  5. 13:55

  6. 13:12

  7. 12:56

  8. 12:25