1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wissenschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Car.Software.Org: Volkswagen…

Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: arrrghhh.... 13.07.20 - 11:39

    Man wird den Vorsprung von Tesla nicht mehr einholen. Das hat Musk wirklich verstanden: Die Software muss zwingend komplett und in einem Kern im eigenen Haus entwickelt werden.

    Das ist genau das Gegenteil der Vorgehensweise der alten Konzerne, die da heißt: Zulieferer! Das will man ändern. Die von den Änderungen betroffenen Abteilungen rebellieren da jetzt wahrscheinlich.

    Die werfen da jetzt Fanstastiliarden auf das Problem, ohne dass das obere Management überhaupt verstanden hat was das Problem ist. Das sind meistens Leute ab 50 aufwärts die das Internet und andere Technologien als "Neuland" denken.

    VW wird es nicht schaffen auf absehbare Zeit in diesem Bereich unabhängig zu werden. Bei den Autoherstellern wurde wieder der gleiche Fehler gemacht wie in anderen Branchen in der Vergangenheit. Und jedes Mal konnte sich das keiner vorstellen: "Was?! doch nicht Nokia!!!"

  2. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: Mnemonix 13.07.20 - 11:53

    arrrghhh.... schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man wird den Vorsprung von Tesla nicht mehr einholen. Das hat Musk wirklich
    > verstanden: Die Software muss zwingend komplett und in einem Kern im
    > eigenen Haus entwickelt werden.

    So ist es wohl. Bei VW wurde lange keine Software entwickelt, alles wurde extern in Auftrag gegeben und von VW oder einer Tochterfirma aus gemanagt. Anscheinend hat man bei VW bis heute nicht im Geringsten verstanden, was Software ist, welchen Stellenwert sie in einem modernen Produkt hat, wie man sie "herstellt" und dass die Arbeitsweisen in der Softwareentwicklung sich vollkommen von denen in der Produktion am Fließband unterscheiden.

    Es fehlt dort einfach an Sachverstand und der Wille, sich auf notwendige Änderungen einzulassen. Wenn dann jemand von BMW daherkommt, also einer Firma, die Software verstehen gelernt hat, dann kann derjenige bei VW nicht glücklich werden. Es ist so, als wenn ein Autobauer in eine Firma wechselt, die eigentlich Kutschen herstellen will.

    Quelle: Habe selbst in Auftrag Software für (unter anderen) VW entwickelt. Das mache ich heute nicht mehr.

  3. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: arrrghhh.... 13.07.20 - 12:01

    Allein sich in kurzer Zeit die Kompetenz in den Konzern zu holen, die das könnte, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

    Und das dann, mit einem Management, was gar nicht verstanden hat worum es geht, im Konzern gegen die alten Strukturen druchzusetzen....

    viel Glück VW, da wird es noch einge Schlagzeilen geben...

  4. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: Ein Spieler 13.07.20 - 16:56

    Und Ihr versteht ogfenbar nicht wie große Konzerne funjtionieren. Veränderungsmanagement ist dort immer langsam, egal bei welchem Thema. Wenn VW Schwierigkeiten hat eine Softwareplattform aufzubauen, dann nicht weil es inhaltlich schwierig wäre, sondern weil die Organisation dahinter Probleme macht.

  5. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: tomatentee 13.07.20 - 17:36

    Ein Spieler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und Ihr versteht ogfenbar nicht wie große Konzerne funjtionieren.
    > Veränderungsmanagement ist dort immer langsam, egal bei welchem Thema. Wenn
    > VW Schwierigkeiten hat eine Softwareplattform aufzubauen, dann nicht weil
    > es inhaltlich schwierig wäre, sondern weil die Organisation dahinter
    > Probleme macht.
    >
    Es hilft aber nicht, wenn das auch noch inhaltlich schwierig ist. Und Softwareentwicklung in-Time und in-Budget zu managen in Strukturen aufbauen, die das erlauben ist schwierig.

  6. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: berritorre 13.07.20 - 18:39

    Naja, meiner Erfahrung nach ist es mit Software und BMW auch nicht weit her. Vielleicht haben sie sich ja in den letzten 3 Jahren gebessert, aber vor 3 Jahren war das ein Graus.

  7. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: rcma 13.07.20 - 20:35

    arrrghhh.... schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die von den Änderungen betroffenen Abteilungen rebellieren da jetzt wahrscheinlich.
    Das glaube ich ehrlich gesagt nicht - zumindest nicht die große Mehrheit. Ich denke, viele Mitarbeiter haben erkannt, dass das der richtige Weg für den VW Konzern ist, um historisch gewachsene Systeme zu vereinheitlichen und Mehrfachentwicklungen und Komplexität innerhalb eines Konzerns zu reduzieren und die Entwicklungsgeschwindigkeit und Qualität zu erhöhen.

    Leider ist es nun mal sehr schwer in einem Großkonzern etwas zu verändern und dabei macht man sich auch nicht immer Freunde (siehe C. Senger). Trotzdem finde ich den Ansatz richtig, jetzt vermehrt auf Eigenentwicklung zu setzen und eine vereinheitlichte Software Architektur, ganz nach dem Motto "lieber spät als nie" :)

  8. Re: Zu spät - Zu unflexibel - Zu alt

    Autor: sg-1 13.07.20 - 23:14

    Ein Spieler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und Ihr versteht ogfenbar nicht wie große Konzerne funjtionieren.
    > Veränderungsmanagement ist dort immer langsam, egal bei welchem Thema. Wenn
    > VW Schwierigkeiten hat eine Softwareplattform aufzubauen, dann nicht weil
    > es inhaltlich schwierig wäre, sondern weil die Organisation dahinter
    > Probleme macht.

    Ja, genau dieses Problem verstehen wir. Genau deswegen ist für mich der Rauswurf dieses Managers interessant. Er musste in kürzester Zeit gehen, weil er sich zerstritten hat mit dem Management? Weil er Ressourcen nicht begründen konnte? Das sind die Symptome. Der Grund ist: Das Management hat immer noch nichts verstanden.

    (plus/minus) 60 Milliarden will VW investieren und kommuniziert, dass man ein eigenes Softwarezentrum mit tausenden Beschäftigten aufbauen möchte? Und dann muss ein Manager gehen, der sich für Ressourcen rechtfertigen muss? Was ist da gelaufen? Vielleicht hat er mal Klartext geredet und sich dabei zu deutlich ausgedrückt?

    Man ist also in der Architekturphase - also weit weit weg von dem, was man möchte und braucht? Selbst wenn er eine Milliarde Ressourcen gefordert hätte, sehe ich keinen Grund, warum er diese Ressourcen begründen müsste. Das müsste er doch nur, wenn dem Management nicht klar ist, was man baucht und was dazu notwendig ist.

    Die interessante Frage ist wirklich: Was ist da gelaufen? Warum muss er so schnell gehen, wenn man eigentlich so weit weg vom Ziel ist? Zerstritten? Seine Aufgabe war doch nicht, dem Management Honig ums Maul zu schmieren und Bullshit-Powerpoint-Karaoke zu spielen.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. über KISSLING Personalberatung GmbH, Großraum Balingen
  2. Bundesnachrichtendienst, Berlin
  3. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  4. IT-Servicezentrum der bayerischen Justiz, Amberg/Oberpfalz, Bamberg, Würzburg, Nürnberg, München

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-50%) 14,99€
  2. 3,43€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de