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Warum sind Quanten-Computer schneller?

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  1. Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: adba 08.01.18 - 13:24

    Kann mir jemand erklären, warum Quanten-Computer so viel schneller sein sollen als normale Computer?

    Bei normalen Computer wird mehr oder weniger normal gerechnet (natürlich mit 1 und 0) aber weil es sehr hohe Frequenzen sind und kurze Schaltzeiten, kann sehr viel in kurzer Zeit berechnet werden.
    Bei Quanten-Computer werden aber irgendwie alle "Möglichkeiten" gleichzeitig berechnet. Aber was bringt mir das, wenn ich dann trotzdem aus allen Möglichkeiten die richtige herauslesen muss?

    Ich brauche ja eine Blackbox mit einer Aufgabe als Input und einem Ergebnis als Output. Beim Quanten-Computer habe ich zwar auch eine Aufgabe als Input (die vermutlich viel komplizierter ist zum formulieren) und alle Antworten als Output, obwohl ich nur eine richtige Antwort brauche.

    Aber vermutlich habe ich das Prinzip nicht verstanden und deshalb erschließt es mir nicht, warum Quanten-Computer so viel schneller sein sollen.

    Vielen Dank für eine Antwort (vermutlich nur ein Link auf Wiki :-))
    adba

  2. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Thrass 08.01.18 - 13:35

    Bei Berechnungen mit sehr sehr vielen Freiheitsgraden, Np-harten Problemen und ähnlichem...

    Ist es viel schneller einen Berechnung zu machen die 2 Minuten dauert und direkt die Lösung ergibt als 2 gazillionen Möglichkeiten einzeln durch zu rechnen, auch wenn die einzelne Berechnung nur den Bruchteil einer Sekunde dauert.

    Quanten Computer lohnen auch nur bei ganz speziellen Problemen.


    Für irgendwas wissenschaftlich haltbares, belastbare Zahlen o.ä. einfach mal googeln.

  3. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: menecken 08.01.18 - 13:36

    Meine idiotische Denke: Quantencomputer machen sich irgendwie wie die spukhafte Wechselwirkung zu Nutze. Heißt: Wenn ich einen Hash berechnen will, muss der Algorithmus nicht mehr Bit für Bit über meine Daten um Bit für Bit Transistoren zu schalten (die den Hash speichern), sondern wenn ein QBit meiner Daten gesetzt wird, ändert sich der Hash (der auch in QBits gespeichert ist) automatisch und instantan ohne messbare Zeitverzögerung.

    Was glaub ich auch der Grund ist, wieso ein funktionierender Quantencomputer der Tod für alle PoW blockchains sein wird.

    Wahrscheinlich total falsch :) Würde mich auch interessieren!

  4. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: dabbes 08.01.18 - 13:39

    Dann kommen halt die PoQW-Blockchains ;-)

  5. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Vögelchen 08.01.18 - 13:45

    Thrass schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist es viel schneller einen Berechnung zu machen die 2 Minuten dauert und
    > direkt die Lösung ergibt als 2 gazillionen Möglichkeiten einzeln durch zu
    > rechnen, auch wenn die einzelne Berechnung nur den Bruchteil einer Sekunde
    > dauert.

    Du meinst, Deep Thought hätte nicht 7,5 Millionen Jahre rechnen müssen, um auf die Antwort "42" zu kommen?

  6. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Anonymer Nutzer 08.01.18 - 14:06

    Sagen wir es so, Crysis läuft nicht schneller aber du kannst dir Blockchain Geld machen ohne Ende...

  7. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Anonymer Nutzer 08.01.18 - 14:38

    adba schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann mir jemand erklären, warum Quanten-Computer so viel schneller sein
    > sollen als normale Computer?
    Beispielsweise das knacken eines Hashs oder einer Verschlüsselung. Bei normalen Computern steckt man ersmal nur "0[...]000" rein und guckt, was hinten rauskommt, dann "0[...]001", dann "0[...]010" usw. Dann vergleicht man das Ergebnis mit dem zu knackenden Hash/Code.
    Der Quantencomputer berrechnet alles gleichzeitig und spuckt dir dann sehr schnell alle Bitfolgen raus, die deinen gesuchten Code/Hash ergeben.
    Im Klartext, wenn du das Ergebniss schon kennst oder es zumindest stark einschränken kannst, kann der Quantencomputer schneller sein.
    Wenn du eine Route von A nach B suchst, kannst du alle Ergebnisse verwerfen, die weniger Strecke als die Luftlinie von A nach B betragen.

  8. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 08.01.18 - 14:41

    adba schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Quanten-Computer werden aber irgendwie alle "Möglichkeiten"
    > gleichzeitig berechnet. Aber was bringt mir das, wenn ich dann trotzdem aus
    > allen Möglichkeiten die richtige herauslesen muss?

    Genau das ist der Punkt. Die Algorithmen können so gestaltet werden, dass man am Ende nur die richtigen Möglichkeiten übrig hat und nur die herausliest - was viel weniger Aufwand bedeutet.

    Beispiele gibt es hier:

    https://courses.cs.washington.edu/courses/cse599d/06wi/ (Teil 6 und 7)

    Du hast ein Bauteil, das als Input einen String aus n Bits haben will und als Ergebnis ein Bit auswirft. Das Bauteil hat selbst einen String aus n Bits integriert. Nun wird jedes Bit aus der Eingabe mit jedem Bit in dem Bauteil multipliziert und die Ergebnisse addiert. Bei ungeradem Ergebnis wird Eins ausgegeben, sonst Null.

    Aufgabe: Finde heraus, welcher String in dem Bauteil integriert war. Das ganze Problem ist halbwegs relevant, weil dieses "Bauteil" auch ein ganzes Programm sein, das auf dem Quantencomputer läuft.

    Mit einem herkömmlichen Computer braucht man genau n Lesevorgänge um zu Bestimmen, was der String in dem Bauteil ist. Wenn es aber aus Qubits besteht, dann können alle möglichen Zustände eines Strings aus n Bits gleichzeitig als Eingabe benutzt werden und anschließend aus dem Zustand der Eingabebits zusammen mit dem Ausgabebit auszulesen, welcher String der richtige ist.

    Der Trick liegt im wesentlichen darin, dass die Information der Eingabebits bei der Verarbeitung nicht zerstört wird und anschließend wieder benutzt werden kann, nachdem sie mit dem Ergebnis der Rechnung in dem "Bauteil" verschränkt wurde.

    Bei einem normalen Computer müsste die Eingabeinformation zuvor kopiert und irgendwo gespeichert werden, ist dann aber unabhängig von allem, was in dem Bauteil vor sich geht. Bei einem Quantencomputer ist schon das kopieren der Information unmöglich, weil Klonen von Qubits unmöglich ist. Dafür geht aber auch deren Information nicht verloren, solange sie nicht von der Außenwelt gestört werden.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/

  9. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Epaminaidos 08.01.18 - 14:54

    DAUVersteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Quantencomputer berrechnet alles gleichzeitig und spuckt dir dann sehr
    > schnell alle Bitfolgen raus, die deinen gesuchten Code/Hash ergeben.

    Das stimmt so anscheinend nicht (ich dachte es aber auch mal). Ich habe mir über die Zeite einiges Halbwissen angelesen. Sinngemäß müsste das folgende stimmen, in den Details ist es ziemlich sicher falsch.

    Mein Einstieg war vor einiger irgendein heise- oder golem-Artikel in dem ein Experte sinngemäß folgendes gelesen:
    Manche Leute glauben, Quantencomputer berechnen einfach alles gleichzeitig und die richtige Lösung macht sich anschließend dann irgendwie über alle anderen falschen Lösungen bemerkbar. Das ist Quatsch.
    Tatsächlich handelt es bei Quantencomputern um eine sehr fein abgestimmte Technik, die für sehr spezielle Probleme eingesetzt werden kann.
    --Sinngemäß-Zitat Ende--

    Ein häufiger Anwendungsfall ist beispielsweise die Faktorisierung von großen Zahlen. Da stopft man nicht einfach alle möglichen Zahlen rein und wartet, bis sich die richtige meldet.
    Vielmehr gibt es einen bestimmten Algorithmus zur Faktorisierung, bei dem aufwändigste Schritt die Suche nach einer Periode in einer Folge ist. Und genau im Finden von solchen sind Quantencomputer wohl richtig gut. Und nur deshalb können sie bei der Faktorisierung helfen.

    Es gibt also noch jede Menge Probleme, die auch mit Quantencomputern unlösbar bleiben.
    Es wird beispielsweise auch mit Quantencomputern nicht möglich sein, Schach komplett zu lösen. Denn man kann eben nicht die Anfangsstellung reinstecken und hoffen, dass der Quantencomputer einfach alle möglichen Folgezüge gleichzeitig durchrechnet.

  10. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Anonymer Nutzer 08.01.18 - 15:12

    Epaminaidos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DAUVersteher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der Quantencomputer berrechnet alles gleichzeitig und spuckt dir dann
    > sehr
    > > schnell alle Bitfolgen raus, die deinen gesuchten Code/Hash ergeben.
    >
    > Das stimmt so anscheinend nicht (ich dachte es aber auch mal). Ich habe mir
    > über die Zeite einiges Halbwissen angelesen. Sinngemäß müsste das folgende
    > stimmen, in den Details ist es ziemlich sicher falsch.
    >
    > Mein Einstieg war vor einiger irgendein heise- oder golem-Artikel in dem
    > ein Experte sinngemäß folgendes gelesen:
    > Manche Leute glauben, Quantencomputer berechnen einfach alles gleichzeitig
    > und die richtige Lösung macht sich anschließend dann irgendwie über alle
    > anderen falschen Lösungen bemerkbar. Das ist Quatsch.
    > Tatsächlich handelt es bei Quantencomputern um eine sehr fein abgestimmte
    > Technik, die für sehr spezielle Probleme eingesetzt werden kann.
    > --Sinngemäß-Zitat Ende--
    Das widerspricht meiner Aussage nicht. Wenn ich die Lösung kenne, zeigt mir der Quantencomputer, welche Wege es zu dieser Lösung gibt.

  11. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: adba 08.01.18 - 15:16

    Ich habe bei Youtube nach guten Erklärungs-Videos gesucht und folgrndes gefunden das mal einen guten Eindruck gibt:

    https://www.youtube.com/watch?v=JRIPV0dPAd4

    Und das coole.. man kann es auch gleich selber ausprobieren:
    https://quantumexperience.ng.bluemix.net/qx/editor

    Gruss adba

  12. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: DreiChinesenMitDemKontrabass 08.01.18 - 15:16

    Es gibt verschieden aufwendig zu berechende Probleme.
    Z.B Finde die größte Zahl aus 5, 10 oder n Zahlen. Das ist sehr einfach zu berechnen. Heutiger Rechner werden damit schnell fertig sein, egal ob n = 100, 1000, 1Mio, 1Mrd. oder 1Billion Zahlen sind. Mit einer Billion dauert das heute weniger als eine Stunde, in paar jahren vielleicht nur noch ein paar Sekunden.
    Andere Probleme sind komplizierter zu berechnen. Ein bekanntes ist Problem des Handlungsreisenden, das lautet: finde den kürzesten Weg zwischen 5,10,..,n Städten.
    Mit 10 Städten ist das auch noch recht schnell zu berechnen. Dennoch muss man von jeder Stadt starten und dann zu jeder weiteren gehen und dann wieder zu jeder weiteren usw. Mit 10 Städten dauert vielleicht so lange wie größte Zahl aus 1Mio zu finden. Wenn die Anzhal der Städt aber größer wird, wird die Anzahl der Rechenschritte auch enorm wachsen. Bei 11 Städten dauerts dann z.B. schon 10mal so lange. Mit deinem Heimrechner sollten es mit 20 Städten mit dem naiven Rechenweg schon mehrere Wochen dauern.
    Mit paar Optimierungen kommt man auf irgendwo zwischen 10k und 100k als Machbarkeitsgrenze.
    1 Mio oder 1Mrd wird mit den heuten Rechnern nie möglich sein, bevor die damit fertig sind hat sich das Universum schon in seine Bestandteile aufgelöst.
    Mit Quantenrechner könnte man alle Wege parallel gehen und somit würde sich die Rechenzeit drastisch veringeren.

  13. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: adba 08.01.18 - 15:30

    Vielen Dank an dich und alle für die Erklärungen!

    Gruss
    adba

  14. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Mr Miyagi 08.01.18 - 18:45

    menecken schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine idiotische Denke: Quantencomputer machen sich irgendwie wie die
    > spukhafte Wechselwirkung zu Nutze. Heißt: Wenn ich einen Hash berechnen
    > will, muss der Algorithmus nicht mehr Bit für Bit über meine Daten um Bit
    > für Bit Transistoren zu schalten (die den Hash speichern), sondern wenn ein
    > QBit meiner Daten gesetzt wird, ändert sich der Hash (der auch in QBits
    > gespeichert ist) automatisch und instantan ohne messbare Zeitverzögerung.
    >
    > Was glaub ich auch der Grund ist, wieso ein funktionierender
    > Quantencomputer der Tod für alle PoW blockchains sein wird.
    >
    > Wahrscheinlich total falsch :) Würde mich auch interessieren!

    Nach derzeitigem Kentnisstand sind kryptographische Hashfunktionen quantenresistent. Das ist auch der Grund warum viele Post-Quantum Algorithmen auf kryptographischen Hashfunktionen basieren. D.h. selbst mit einem funktionierenden Quantencomputer ist man nicht wesentlich schneller unterwegs als mit einer Geburtstagsattacke auf herkömmlicher Hardware. Quantencomputer sind vor allem ein Problem für Publick Key Verfahren wie z.B. RSA.

  15. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Dieselmeister 08.01.18 - 21:09

    Er könnte also aus einer öffentlichen Bitcoinadresse den Privatekey sehr schnell ermitteln.

  16. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: FreierLukas 08.01.18 - 22:02

    (Disclaimer: Kein Profi)

    Quantencomputer berechnen nicht im herkömmlichen Sinn. Sie machen einfach. Das Ergebnis wird praktisch durch die Grundkräfte der Physik erzeugt.

    Es ist ungefähr zu vergleichen mit einer Wasseroberfläche in die man Steinchen wirft. Du hast ein Interferenzmuster aus Wellen und du möchtest wissen wie viele und wo genau die Steinchen reingeworfen wurden.

    Mit nem normalen Computer müsstest du jetzt anfangen ein Steinchen zu werfen und zwar gerastert an alle Stellen der Oberfläche. Nach jedem Durchlauf vergleichst du das entstandene Muster mit dem Gesuchten. Bist du mit einem Stein fertig fängst du mit zweien an die du natürlich jetzt an verschiedene Stellen werfen musst. Es gibt sehr viele Kombinationsmöglichkeiten und so steigt die Rechenzeit exponentiell mit der Zahl an Steinchan an. Das ist wie beim Bitcoin hashen. Je mehr Bitcoins es gibt desto aufwendiger wird das Ganze.

    Ein Quantencomputer ist anders. Ein Quantencomputer spuckt dir alle Kombinationsmöglichkeiten in einem Rechenschritt gleichzeitig aus. Das kann man mit dem Doppelspaltversuch vergleichen. Schießt du ein Teilchen Richtung Doppelspalt kann das eine Teilchen mit sich selbst interferieren weil es nicht als einzelnes Teilchen durch die Spalt fliegt sondern als Wahrscheinlichkeitsverteilung.

    Genauso funktioniert das ungefähr beim Quantencomputer. Die Teilchen interferieren alle miteinander von ganz alleine. Es braucht keinen Rechenschritt für die Interferenz selbst!

    Solche Computer machen natürlich nur bei sehr bestimmten Aufgaben Sinn. Wenn der Rechenweg genau bekannt ist werden herkömmliche Computer immer schneller sein. Deshalb ersetzen Quantencomputer nicht alle Computer. Was die heutige Computertechnik ersetzen wird ist meiner Meinung nach die Magnonik. Statt Elektonen durch Transistoren zu jagen benutzt man Magnonen. Das sind die Quanten des magnetischen Feldes bzw. von s.g Spinwellen. Die Taktrate moderner Computer ist durch die elektrischen Widerstände des Chips begrenzt. Mit der Frequenz steigt der Blindwiderstand! Das heißt wirklich weiter als die paar Gigahertz wird man mit Elektronen nicht kommen.

    Magnonen sind da anders! Spinwellen kann man theoretisch bis in den Terahertz-Bereich und weiter hochjagen. Das heißt Computerchips werden dadurch 100-1000 mal schneller. Rechenzeiten gehören dann zumindest bei Standardproblemen der Vergangenheit an, die Technik ist allerdings noch lange nicht reif und es gibt noch viele Probleme zu lösen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 08.01.18 22:06 durch FreierLukas.

  17. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: TarikVaineTree 09.01.18 - 14:59

    FreierLukas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (Disclaimer: Kein Profi)
    >
    > Quantencomputer berechnen nicht im herkömmlichen Sinn. Sie machen einfach.
    > Das Ergebnis wird praktisch durch die Grundkräfte der Physik erzeugt.
    >
    > Es ist ungefähr zu vergleichen mit einer Wasseroberfläche in die man
    > Steinchen wirft. Du hast ein Interferenzmuster aus Wellen und du möchtest
    > wissen wie viele und wo genau die Steinchen reingeworfen wurden.
    >
    > Mit nem normalen Computer müsstest du jetzt anfangen ein Steinchen zu
    > werfen und zwar gerastert an alle Stellen der Oberfläche. Nach jedem
    > Durchlauf vergleichst du das entstandene Muster mit dem Gesuchten. Bist du
    > mit einem Stein fertig fängst du mit zweien an die du natürlich jetzt an
    > verschiedene Stellen werfen musst. Es gibt sehr viele
    > Kombinationsmöglichkeiten und so steigt die Rechenzeit exponentiell mit der
    > Zahl an Steinchan an. Das ist wie beim Bitcoin hashen. Je mehr Bitcoins es
    > gibt desto aufwendiger wird das Ganze.
    >
    > Ein Quantencomputer ist anders. Ein Quantencomputer spuckt dir alle
    > Kombinationsmöglichkeiten in einem Rechenschritt gleichzeitig aus. Das kann
    > man mit dem Doppelspaltversuch vergleichen. Schießt du ein Teilchen
    > Richtung Doppelspalt kann das eine Teilchen mit sich selbst interferieren
    > weil es nicht als einzelnes Teilchen durch die Spalt fliegt sondern als
    > Wahrscheinlichkeitsverteilung.
    >
    > Genauso funktioniert das ungefähr beim Quantencomputer. Die Teilchen
    > interferieren alle miteinander von ganz alleine. Es braucht keinen
    > Rechenschritt für die Interferenz selbst!
    >
    > Solche Computer machen natürlich nur bei sehr bestimmten Aufgaben Sinn.
    > Wenn der Rechenweg genau bekannt ist werden herkömmliche Computer immer
    > schneller sein. Deshalb ersetzen Quantencomputer nicht alle Computer. Was
    > die heutige Computertechnik ersetzen wird ist meiner Meinung nach die
    > Magnonik. Statt Elektonen durch Transistoren zu jagen benutzt man Magnonen.
    > Das sind die Quanten des magnetischen Feldes bzw. von s.g Spinwellen. Die
    > Taktrate moderner Computer ist durch die elektrischen Widerstände des Chips
    > begrenzt. Mit der Frequenz steigt der Blindwiderstand! Das heißt wirklich
    > weiter als die paar Gigahertz wird man mit Elektronen nicht kommen.
    >
    > Magnonen sind da anders! Spinwellen kann man theoretisch bis in den
    > Terahertz-Bereich und weiter hochjagen. Das heißt Computerchips werden
    > dadurch 100-1000 mal schneller. Rechenzeiten gehören dann zumindest bei
    > Standardproblemen der Vergangenheit an, die Technik ist allerdings noch
    > lange nicht reif und es gibt noch viele Probleme zu lösen.


    Keine Ahnung wie fundiert das ist, aber eines war es definitiv: Anschaulich. Danke dafür.
    Das Beispiel zu den Quanten-Computern gleicht dabei in etwa dem Eindruck, welchen ich aufgrund der bisher gelesenen Artikel zu der Thematik hatte und hat es nur nochmal etwas bildlicher gemacht.

    von Magnonen hingegen habe ich noch nie etwas gehört. Interessant.
    Dass Elektonen durch Transistoren es allerdings nicht mehr lange tun und alsbald etwas Neues her muss, ist denke ich nicht anzuzweifeln.

  18. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: Mr Miyagi 10.01.18 - 08:29

    Ja Diebstahl könnte dann ein echtes Problem werden.

  19. Re: Warum sind Quanten-Computer schneller?

    Autor: mrgenie 11.01.18 - 12:09

    adba schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann mir jemand erklären, warum Quanten-Computer so viel schneller sein
    > sollen als normale Computer?

    Die Erklaerung ist extrem kompliziert im mathematischen Sinne. Wir hatten das an der Uni mit tollen Formeln die ich dann bei der Pruefung richtig benutzt habe um ein Gut zu schreiben aber vom Verstaendnis her was man da macht scheitere ich immer noch LOL

    Zuerst muss man wissen viele Aufgaben lassen sich einfach nicht schneller erledigen. Alle Zustaende die exakt sein muessen werden auch weiterhin exact berechnet sein muessen. Z.b. ein Pixel muss 234, 128, 196 sein. Dann schalte ich mein RGB Panel auch genau so und gut ist. Das wird sich mit Quantencomputing nicht aendern.

    Alles was weiterhin exakt berechnet sein muss wird auch weiterhin exakt berechnet. Kann man auch mit Quanten, aber wozu? Ich muss es ja eh exakt wissen, nicht 90% dies und 10% das oder 8)% dies und 20% das, nein, muss exakt sein!
    1+1=2 ist so und nicht anders.

    Das downloaden von einer Datei wird nichts schneller werden. Also alles was klassisch-absolut berechnet wird aendert sich gar nichts.

    Allerdings ein qubit kann 2 bit speichern. 2 qubits also 4 bits. D.h. ich kann mehr Daten speichern schon mal an derselben Stelle. Im Grunde also bringe ich alle Daten naeher an die Rechenoperation und spare damit schon mehr hoch 2 Zeit ueberhaupt die Daten aus dem Cache/Speicher/Ram woauchimmer ueberhaupt an die Recheneinheit zur Verfuegung zu stellen.

    Die Rechneneinheit selber ist auch gut, denn vorallem beim parallelrechnen habe ich einen gigantischen Vorteil, dass sich Qubits verschranken lassen. D.h. wenn ich ermittele anhand Wahrscheinlichkeiten das ich eine 1 bekomme und keine 0, wissen dies automatisch alle verschraenkte Qubits.

    D.h. ich muss nicht 100 oder 1000 mal diesselbe Rechenoperation durchfuehren, stattdessen nur einmal und gut ist. Abhaengig vom Prozess natuerlich, aber alles was sich parallelisieren laesst habe ich damit schon so viel schneller gemacht als die Zahl der Objekten wofuer ich das ermitteln will, gerade wo viele gleiche Daten bzw. Daten mit gleicher Operation durchgefuehrt werden sehr hilfreich.

    Ausserdem habe ich den Vorteil der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Bei einem klassischen Prozess muss ich unbedingt einen absoluten Wert bekommen. D.h. ich muss so oft Transistoren schalten das auch wirklich entweder 1 oder 0 rauskommt.

    Bei qubits ist das schoene wenn ich schon 60 vs 40 habe kann ich anhand der Annahme schon schalten lassen. So spare ich mir die Restberechnung um auf 100% 0 vs 1 zu kommen und zwar ist es manchmal vielleicht nicht richtig und muss dennoch durchrechnen bis ich auf 70 oder 80% komme, aber in der Summe erspare ich mir damit unmengen an unnoetigen Operationen.


    Was aber damit nun genau die Moeglichkeiten sind? Tja, ich vermute das wird uns erst klar wenn wir in der Praxis reale Quantencomputer bekommen die auch reale Praxisdatenmengen verarbeiten koennen.

    WIe gesagt, die Formeln damals habe ich gelernt anzuwenden, ob ich das heute noch keonnte? Eher nicht, muesste ich mich erneut reinhaengen. Aber was nun ganz konkret die Vorteile in der Praxis waeren wonach Sie ja fragen, ich bezweifele ob jemand heute dazu sinnvolle Antworten geben kann solange wir dies nicht ernsthaft in der Praxis auch auf groesseren Umfang umsetzen und anwenden.

    Labor ist gut, aber damit ist man ja noch weit entfernt zu verstehen was man wirklich damit anstellen kann.

    Fakt ist exakte Aufgaben werden weiterhin mit normalen Chips deutlich schneller ablaufen. Fakt ist auch die Qubits koennen verschraenkt werden und damit wunderbar fuer Aufgaben und Parallel saemtliches zu erledigen gemacht. Auch alle Aufgaben wo es um Wahrscheinlichkeiten, bzw. Moeglichkeiten geht sind die Quantencomputer wunderbar.

    Vorallem z.B. wenn es um richtig guten AI in Spiele geht natuerlich :) So ein Quantencomputer kann einfach gleichzeitig alle Moeglichkeiten rausspuecken fuer den AI und die Moeglichkeiten auf Erfolg bzw. VErsagen jeder Aktion gleichzeitig ermittlen und somit kaempfst du mit einem AI der immer alle Moeglichkeiten kennt und dazu noch alle Wahrscheinlichkeiten des Erfolgs jeder einzelne Moeglichkeit kennt.

    Was auch natuerlich bei Analysen von WIrtschaft und Verkehr, usw. toll ist. Man kann alle Moeglichkeiten sprunghaft berechnen mit Wahrscheinlichkeiten, usw und koennte theoretisch falls richtig implementiert vorhersagen innerhalb von Sekunden wann/wo Staus entstehen, Wetterentwicklungen und Tendenzen koennte man theoretisch ueber die 14 Tage hinaus berechnen, was heute die theoretische Grenze ist.

    Zumindest so stelle ich mir die Vorteile davon vor.

    Am Ende zaehlt natuerlich aber immer der Anwender.

    So lassen sich Quantencomputer natuerlich sehr gut misbrauchen durch Regierungen um das Volk zu analysieren und so die Politik und die Propaganda derart abzustimmen, dass man mit hoechster Wahrscheinlich die meisten Menschen der Luege glaubhaft macht.

    Das ganze Land, Verhalten von Menschen, usw. lassen sich nun analysieren. Ich stelle Simulationen auf um zu schauen welche Wahrscheinlichkeit bei welchen Eingaben gibt mir die hoechste Chance die Wahl zu gewinnen? Dann fuehre ich wenn das Modell einmal komplett ist alle moegliche Parameter der politischen Beschlusse/Entscheidungen ein und schon habe ich die Diktatur auf Ewigkeit gesichert und abgesegnet durch "Wahlveranstaltungen" die ich von vorneherein manipuliert habe anhand der Wahrscheinlichkeitsberechnung aller Millionen Szenarien aller politischen Entscheidungen ueber 4 Jahren.

    So bekomme ich keine freie Menschen mehr, keine freie Regierung, sondern anhand Wahrscheinlichkeiten eines Quantencomputers habe ich die Menschheit abhaengig gemacht von der eigenen Falle.

    Ich vermute so wirds kommen, denn an dem Tag, dass die Regierungen dieser Planeten keinen Misbrauch der ihnen zur verfuegung stehenden Mitteln mehr macht gibt es wahrscheinlich gar keine Menschen mehr die eine Regierung bilden koennen.

    Schwarzmalerei oder Skepsis. Sie entscheiden das fuer sich selbst.

    Jedenfalls ich denke es ist eine Technologie die nie in die Haende von "Stimmungsmache" kommen darf und NIE benutzt werden darf um Menschen und deren Verhalten zu analysieren.

    Ich halte sie fuer nicht weniger gefaehrlich als genetische Eingriffe in das Embryo.

    Die Nuklearbombe glaube ich, ist noch ein kleineres Uebel im VErgleich zu den Moeglickeiten die Quantencomputer der regierenden Klasse vergeben koennten.

    Aber gut, bin zu viel abgewichen von der Frage :) Schluss

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