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Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

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  1. Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: bl 10.06.16 - 12:38

    Ja, es gab schon früher Unterwasserhabitate, aber in vergleichbar seichten Gewässern. Seit Jahren werden schwere Maschinen in tausende Meter Tiefe geschickt oder Strukturen errichtet, z.B. in der Öl/Gas/Tiefseekabelindustrie und das in einem Ausmaß, von welchem 99,x% der Menschheit noch nicht mal etwas ahnen. Wenn es möglich ist die dort eingesetzte Technik vor den dort herrschenden - gelinde gesagt feindlichen - Umweltbedingungen zu schützen, wieso nicht auch Menschen? Technisch ist das alles schon seit langem machbar.

    Als einziger Grunde fällt mir Angst konservativer Köpfe vor katastrophalen Unfällen ein. Würde man es allein der Wissenschaft überlassen, wären wir schon lange viel weiter. Ich glaube ich wäre selber überrascht, wie viele Forscher HIER HIER HIER schreien würden, gäbe man ihnen die Chance zu einer solchen Mission.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.06.16 12:38 durch bl.

  2. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: Muhaha 10.06.16 - 13:06

    bl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Als einziger Grunde fällt mir Angst konservativer Köpfe vor katastrophalen
    > Unfällen ein.

    Nope. Der Grund liegt wie immer bei diesen bunten Papierscheinen, mit denen wir z.B. Brot kaufen.

    Solche Projekte kosten viel Geld und im Gegensatz zu Astronomie und Weltraumfahrt hat die Ozeanographie keine wirkliche Lobby, um hier auf Steuergelderjagd zu gehen. Derzeit ist es leichter ein Weltraumteleskop für die Erforschung der vorletzten Rätsel des Universums zu finanzieren als ein groß angelegtes Projekt zur Erforschung unseres eigenen, leicht nassen Hinterhofs.

    Auch gibt es an Land noch ausreichend abbaubare Rohstoffe und bepflanzbare Flächen für Nahrungsmittel, so dass auch nur wenig wirtschaftliches Interesse besteht. Du kannst aber davon ausgehen, dass je nach klimatischen Veränderungen und kommendem Rohstoffbedarf wir in 100-200 Jahren ganz normal Städte und Farmen auf dem Meeresgrund haben werden. Denn die Erde bietet derart viel Platz, Rohstoffe und essbares Biomaterial, dass wir lockerst 30-40 Mrd. Menschenköpfe zählen könnten. Heutige Hungersnöte und Rohstoffprobleme sind nämlich nicht die Folge von "zu wenig", sondern in der Regel die Folge von lokalen Machtinteressen gekoppelt mit wirtschaftlichen Partikularinteressen. Der Niger könnte ganz Afrika ernähren, doch da seine Anrainerstaaten lieber Waffen im Ausland kaufen als zusammenarbeiten, passiert da halt auch nix.

  3. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: RicoBrassers 10.06.16 - 14:50

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > bl schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Als einziger Grunde fällt mir Angst konservativer Köpfe vor
    > katastrophalen
    > > Unfällen ein.
    >
    > Nope. Der Grund liegt wie immer bei diesen bunten Papierscheinen, mit denen
    > wir z.B. Brot kaufen.
    >
    > Solche Projekte kosten viel Geld und im Gegensatz zu Astronomie und
    > Weltraumfahrt hat die Ozeanographie keine wirkliche Lobby, um hier auf
    > Steuergelderjagd zu gehen. Derzeit ist es leichter ein Weltraumteleskop für
    > die Erforschung der vorletzten Rätsel des Universums zu finanzieren als ein
    > groß angelegtes Projekt zur Erforschung unseres eigenen, leicht nassen
    > Hinterhofs.

    Der Weltraum ist aber einfacher zu erkunden.
    Eben weil da praktisch "nichts" ist. Im Gegensatz zu bis 11km Wassersäule über einem. Der Druck ist gigantisch, pro 10 Meter Wasser nimmt etwa der Druck etwa um den Druck der Erdatmosphäre (1 bar) zusätzlich zu.

    Im Weltall herrscht praktisch gar kein Druck (weniger als 10^(-18) mbar). Der Druckunterschied zwischen Weltall und der Erde beträgt also nur etwa 1 bar, im Gegensatz zu über 300 bar in 3km Wassertiefe.

    Das einzigen "realen" Hindernisse im Weltall sind die gigantischen Distanzen zwischen den Punkten von Interesse.

  4. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: FreiGeistler 10.06.16 - 16:21

    > Der Weltraum ist aber einfacher zu erkunden.
    Nein.
    Hinkommen und Gerät dorthin bringen ist viel schwieriger als ein Boot beladen und ab damit.
    Fehlendes wirtschaftliches Interesse scheint mir wahrscheinlicher, die Wissenschaftler erforschen die Meere seit Jahrzehnten mit Drohnen. Drohnen haben auch weniger Probleme mit dem Druck.
    Auch dürfte ein Intelsat im Orbit finanziell interessanter sein, als ein Bohrturm 11 km unter Wasser.
    Und der Weltraum ist irgendwie auch eindrücklicher.

  5. [gelöscht]

    Autor: [gelöscht] 11.06.16 - 00:18

    [gelöscht]

  6. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: plutoniumsulfat 11.06.16 - 01:59

    burzum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > FreiGeistler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Hinkommen und Gerät dorthin bringen ist viel schwieriger als ein Boot
    > > beladen und ab damit.
    >
    > Ah, ab damit. Wohin? in 3km Tiefe wird das mit dem "ab damit" schon
    > schwierig. Vor allem wenn man Menschen langfristig bei mehr Raum als ein
    > Toilettenhäuschen bietet unterbringen will.

    Weil die ISS ja auch so geräumig ist?

    > Und selbst wenn ich nur
    > Material nach unten liefern will: Ohne Druckkammer kommt das alles sehr
    > "kompakt" unten an...

    Es ist ja nicht so, dass wir seit den 60ern wissen, wie man sowas baut.

    > Die Wirtschaftlichkeit ist ein Problem, die Technik die nötig ist in der
    > Tiefsee zu überlegen, gar zu siedeln, ist sicher nicht leichter als auf dem
    > Mars zu siedeln, wo quasi fast nur der Transport das Problem ist.

    Nur ist gut. Immerhin kann man schon bis zum Meeresboden tauchen, das ist technisch bereits lange machbar. Hin- und Rückflug zum Mars hingegen könnte schwierig werden.

  7. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: Sebbi 11.06.16 - 15:04

    In Tiefen von 3km ist es nicht mit einer Konstruktion a la ISS getan. Zylinder werden problematisch, man benötigt Kugelformen ... und wie kommt man von einer Kugel in die nächste? In großen Tiefen ist es einfacher den Innendruck solcher Behälter einfach anzuheben und mit anderen Atmosphären zu arbeiten (weniger Stickstoff). Allerdings sind die Menschen dann nicht nur durch die Tiefe vom Rest des Planeten getrennt, sondern auch durch die Dekompressionsphase ... mit der absurden Folge, dass es einfacher ist jemandem aus der ISS in einer Notsituation zu helfen als jemandem in so einer Tiefseestation.

    Tiefsee ist nicht einfach, nur weil sie vermeintlich so nah und erreichbar erscheint.

  8. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: plutoniumsulfat 11.06.16 - 16:16

    Ich würde mal sagen, in einer Notsituation sind beide gleich aufgeschmissen. Der eine, weil er nicht so schnell nach oben darf aber muss, der andere, weil er in kurzer Zeit mal eben im Orbit abgeholt werden muss.

    Die Probleme in der Tiefsee sind aber technisch bereits lösbar, werden ja schon länger optimiert, während man im All bei mehr Entfernung als zum Mond noch heute an der technischen Machbarkeit bastelt.

  9. [gelöscht]

    Autor: [gelöscht] 11.06.16 - 16:32

    [gelöscht]

  10. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: plutoniumsulfat 11.06.16 - 16:47

    In Relation gesehen gibt es bestimmt schon welche. Immerhin schwebt die ISS nicht irgendwo im All rum, sondern kosmisch gesehen einen Steinwurf von uns entfernt.

  11. Re: Wundere mich, dass sowas nicht schon früher angekündigt wurde

    Autor: FreiGeistler 11.06.16 - 17:23

    burzum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > FreiGeistler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Hinkommen und Gerät dorthin bringen ist viel schwieriger als ein Boot
    > > beladen und ab damit.
    >
    > Ah, ab damit. Wohin? in 3km Tiefe wird das mit dem "ab damit" schon schwierig.
    Dass die Schwerkraft das Material nach unten zieht und du nur zuschauen musst, ist nicht schwierig.
    > Vor allem wenn man Menschen langfristig bei mehr Raum als ein
    > Toilettenhäuschen bietet unterbringen will.
    Mit Menschen, die Hohlräume gefüllt mit komprimierbarer Luft benötigen, sicher. Maschinen benötigen das nicht.
    Weil:
    RiccoBrassers hat geschrieben:
    > Der Weltraum ist aber einfacher zu erkunden.
    Ich habe dargelegt warum das nicht so ist.
    Und dann kommst du mir mit Habitaten.
    Zum erkunden sind keine Habitate nötig.

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