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Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

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  1. Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

    Autor: eMvO 25.07.17 - 12:31

    Immerhin fliegt sie schon da oben, warum dann irgendwann abstürzen lassen und was neues hochschießen?

    Oder ist die irgendwann nicht mehr wartbar/reparierbar?

  2. Re: Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

    Autor: dcon1301 25.07.17 - 14:27

    Die einzelnen Module müssten ja abgebaut, umgebaut und mit einem Triebwerk versehen werden um sie aus dem LEO in 400km Höhe in die Position nahe des Mondes zu bringen. Das alles stelle ich mir im Weltraum deutlich komplizierter vor als auf der Erde.

  3. Re: Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

    Autor: JTR 25.07.17 - 14:35

    Da hat einer am Wochenende "Valerian: Die Stadt der tausend Planeten" gesehen und glaubt wohl es sei so einfach ;)

  4. Re: Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

    Autor: Bujin 25.07.17 - 16:31

    Die Raumstation ist nur für Flüge innerhalb der Magnetosphäre gedacht wo sie noch vom Erdmagnetfeld beschützt wird. Hinterm Van-Allen-Gürtel kommt schon der große dunkle Weltraum indem man von Sonnenstürmen Gummiknochen bekommt oder zur menschlichen Fackel mutiert. Das ist alles nicht so leicht und deshalb braucht eine Station die in der Nähe des Mondes kreist andere Systeme um die Astronauten vor eventuellen gefahren zu schützen. Darüber hinaus wird die ISS durch ein Deep-Space-Gateway auch nicht obsolet. Etwas bis zum Gateway zu schicken wird um ein vielfaches teurer. Es reicht ja nicht dass man etwas auf einer elliptischen bahn auf die selbe Höhe bringt. Man muss dort angekommen noch ordentlich Energie aufwenden um die Umlaufbahn in eine Kreisförmige umzuwandeln. Dazu sind Raumschiffe wie Soyuz oder Dragon 2 gar nicht erst in der Lage. Man müsste also immer mindestens zwei Raketen starten. Eine mit Astronauten und die zweite mit Treibstofftanks wenn das überhaupt reicht. Oder man verwendet Oberstufen wie Centaur oder zukünftig ACES die Ladung auch direkt dort hinbringen könnten. Ich vermute ganz stark dass Lockheed einfach irgendetwas bauen will das SpaceX nicht so leicht erreichen kann.

  5. Re: Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

    Autor: Ach 25.07.17 - 23:37

    dcon1301 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die einzelnen Module müssten ja abgebaut, umgebaut und mit einem Triebwerk
    > versehen werden um sie aus dem LEO in 400km Höhe in die Position nahe des
    > Mondes zu bringen. Das alles stelle ich mir im Weltraum deutlich
    > komplizierter vor als auf der Erde.


    Um die ISS zu beschleunigen muss man sie nicht zerlegen. Das beweisen alleine die Pushes verschiedener Versorgungsmodule, welche mit zusätzlichem Treibstoff bestückt sind, mit dem sie in regelmäßigen Abständen den Orbit der ISS korrigieren. Dazu muss man wissen, dass die ISS so nahe über die Erdoberfläche fliegt, dass sie ständig von Atmosphäreresten abgebremst wird.

    Ohne jene Pushes wäre die ISS schon vor langer Zeit in die Atmosphäre gestürzt und verglüht. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber, dass es durchaus möglich wäre, die ISS mit verhältnismäßig geringem Aufwand auf einen anderen Orbit zu schieben. Sinnvoller Weise mit einem elektrischen Antrieb, einem Ionenantrieb. Mehr als ausreichend elektrische Energie zum Betrieb des Ionentriebwerks könnte die Station mit ihrer großzügigen Photovoltaikfeldern liefern.

  6. Z.B. mit Magnetoplasmadynamischem Antrieb

    Autor: eMvO 26.07.17 - 07:25

    https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetoplasmadynamischer_Antrieb#ISS-Einsatz

    Wurde aber ja leider gestoppt. Hätte wohl die lukrativen Versorgungsflüge der amerikanischen Weltraumindustrie gefährdet.

  7. Re: Warum nicht auch die ISS ganz oder teilweise wiederverwerten?

    Autor: Ach 26.07.17 - 07:56

    Also ich find die Idee gut.

    Die Kritik des fehlenden Strahlungsschutzes lässt sich ja umso bestimmter auf das nun von Lockheed verwendete Versorgungsmodul anwenden. Trotzdem funktioniert das Modul offensichtlich als konstruktive Basis. Da kann die ISS nur als eine noch viel besserer Ausgangspunkt dienen. Nicht nur hat man mit der ISS ein weit verzweigtes Netz an Druckkabinen, sondern zusätzlich eine Stromversorgung, sowie Unmengen an Einrichtungsgegenständen, Apparaturen und Material.

    Es hat 170 Milliarden Dollar gekostet die Bauteile der ISS in den Orbit zu schaffen und dort zusammenzusetzen. IMHO wäre es ein ärgerliches Trauerspiel diesen Schatz einfach so in der Atmosphäre zu verbrennen. Die ISS lieber auf einen sehr hohen Orbit schicken und sie den jungen, oder im schlimmsten Fall den kommenden Generationen als Bauteil- und Baumaterialquelle zu überlassen.

  8. Re: Z.B. mit Magnetoplasmadynamischem Antrieb

    Autor: Ach 26.07.17 - 08:19

    eMvO schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > de.wikipedia.org#ISS-Einsatz
    >
    > Wurde aber ja leider gestoppt. Hätte wohl die lukrativen Versorgungsflüge
    > der amerikanischen Weltraumindustrie gefährdet.


    Gerade in der Weltraumtechnik muss man den Dingen etwas Zeit zur Entwicklung einräumen. Ionenantriebe existieren zwar schon für kleine Sonden, aber nicht für so große und empfindliche Dinge wie eine bemannte Weltraumstation. Da macht eine verlängerte Entwicklungsphase durchaus Sinn, wie man ja auch an den im von dir verlinkten Wikieintrag dargestellten Fortschritten ablesen kann. Als weitere Hürde stellt sich leider das unter Trump nochmals eingeschränkte NASA Budget dar. Die Behörde muss da sehr fein abwägen, in welche der vielen Vorhaben die Gelder fließen. Wenn du mich fragst, wäre die Entwicklung und Herstellung eines Ionentriebwerks für die ISS eine ganz faszinierende Aufgabe für die ESA oder für das DLR.

  9. Re: Z.B. mit Magnetoplasmadynamischem Antrieb

    Autor: chefin 26.07.17 - 11:48

    Die ISS ist ungeeignet in Mondnähe zu fliegen. Wie schon erwähnt, Kosmische Strahlung ausserhalb des Magnetfeldes der Erde.

    Aber auch wenn man das löst, die Module sind verschlissen. Anpassungen und größere Reparaturen im All sind nicht drin. Man will ja nicht alles wieder auf Stand 90er Jahre zurück fahren um sich an ISS anzupassen.

    Stell es dir einfach vor, als wenn dein Golf1 mit Kolbenfresser am Strassenrand steht und du einen neuen Ford besorgst um ihn als Ersatzteillager zu benutzen. Und dann versuchst daraus wieder ein Fahrzeug zu basteln. Beide haben 4 Räder, einen 1,6l Motor, Frontantrieb etc. Größtenteils also gleich. Aber du wirst es nicht hinbekommen, selbst wenn du wochenlang in der Werkstatt schweisst. Und wenn der Motor wirklich in den Golf reinpasst nach viel Aufwand, reist er dir die Achsen ab. Weil ein heutiger 1600er mit 300Nm in einen Golf der 100Nm erwartet übersteigt die Festigkeit der Karosserie.

    Und was irgendwelche Hochgeschwindigkeistantriebe ausgeht (also Antriebe die Material extrem hoch beschleunigen um Antriebsenergie zu erzeugen): sie benötigen zuviel Zeit. Jede Stunde verbraucht Ressourcen in der Lebenserhaltung. Dadurch heben sich Spareffekte schnell auf. Wenn Menschen an Bord sind, muss schnell beschleunigt werden. Oder eigentlich muss ja gebremst werden. Den die Erde bwegt sich mit 29,8km/s um die Sonne, der Mars nur mit 24,2 km/s um die Sonne. Und um ihn zu erreichen muss man Bremsen.

    Himmelsmechanik ist kompliziert.

  10. Re: Z.B. mit Magnetoplasmadynamischem Antrieb

    Autor: Ach 26.07.17 - 21:02

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die ISS ist ungeeignet in Mondnähe zu fliegen. Wie schon erwähnt, Kosmische
    > Strahlung ausserhalb des Magnetfeldes der Erde.

    Das trifft doch umso mehr auf das wiederverwendete Versorgungsmodul zu, das Lockheed verwenden will. Die Strahlenfestigkeit ist da offensichtlich zweitrangig, wichtiger scheinen die konstruktiven Möglichkeiten.


    > Aber auch wenn man das löst, die Module sind verschlissen.

    Was verstehst du unter "verschlissen"? Da ist kein Zylindermotor im All, der die Station über die Jahre kaputt rüttelt. Alles ist in bester Prototypenqualität ausgeführt mit zigfachen Sicherheiten.

    > Anpassungen und
    > größere Reparaturen im All sind nicht drin.

    Warum das? Immerhin hat man die ISS im Orbit zusammengebaut. Alles eine Frage der Vorbereitung, was genauso für Skylab gilt, wie für Lockheeds aktuellen Plan.

    > Man will ja nicht alles wieder
    > auf Stand 90er Jahre zurück fahren um sich an ISS anzupassen.

    Das nun verwendete Versorgungsmodul ist mindestens genauso alt. Und es gibt auch keine mit CPUs vergleichbaren Entwicklungssprünge. Das "alte" System funktioniert seit Jahrzehnten zuverlässig und da wird einfach so angebaut, dass es passt. Es wird sowieso alles exklusiv neu entworfen und gebaut, egal für welchen Standard.

    > Stell es dir einfach vor, als wenn dein Golf1 mit Kolbenfresser am
    > Strassenrand steht und du einen neuen Ford besorgst um ihn als
    > Ersatzteillager zu benutzen. Und dann versuchst daraus wieder ein Fahrzeug
    > zu basteln. Beide haben 4 Räder, einen 1,6l Motor, Frontantrieb etc.
    > Größtenteils also gleich. Aber du wirst es nicht hinbekommen, selbst wenn
    > du wochenlang in der Werkstatt schweisst. Und wenn der Motor wirklich in
    > den Golf reinpasst nach viel Aufwand, reist er dir die Achsen ab. Weil ein
    > heutiger 1600er mit 300Nm in einen Golf der 100Nm erwartet übersteigt die
    > Festigkeit der Karosserie.

    Autovergleich in Raketentechnik? Hat nichts miteinander zu tun.

    > Und was irgendwelche Hochgeschwindigkeistantriebe ausgeht (also Antriebe
    > die Material extrem hoch beschleunigen um Antriebsenergie zu erzeugen): sie
    > benötigen zuviel Zeit. Jede Stunde verbraucht Ressourcen in der
    > Lebenserhaltung. Dadurch heben sich Spareffekte schnell auf. Wenn Menschen
    > an Bord sind, muss schnell beschleunigt werden. Oder eigentlich muss ja
    > gebremst werden. Den die Erde bwegt sich mit 29,8km/s um die Sonne, der
    > Mars nur mit 24,2 km/s um die Sonne. Und um ihn zu erreichen muss man
    > Bremsen.

    Warum sollte man die Antriebsenergie von der Lebenserhaltung abziehen? Ich denke, du solltest dir die Funktionsweise von Plasmaantrieben, deren Dimensionen, Auslegung usw. vielleicht nochmal zu Herzen nehmen...

    > Himmelsmechanik ist kompliziert.

    ...eben deswegen

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