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WOPR

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  1. WOPR

    Autor: Lace666 17.01.17 - 11:38

    "Statt zu versuchen, mit brachialer Rechengewalt zu ermitteln, was der beste nächste Zug ist, analysierte die Maschine 100.000 Spiele von Amateuren und spielte millionenfach gegen sich selbst."

    „A strange game. The only winning move is not to play.“ WOPR - WarGames

  2. How about a nice game of chess?

    Autor: Missingno. 17.01.17 - 13:10

    Wie analysiert die Maschine eigentlich 100.000 Spiele und spielt millionenfach gegen sich selbst, wenn nicht mit brachialer Rechengewalt?

    --
    Dare to be stupid!

  3. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Trollversteher 17.01.17 - 13:14

    >Wie analysiert die Maschine eigentlich 100.000 Spiele und spielt millionenfach gegen sich selbst, wenn nicht mit brachialer Rechengewalt?

    Ganz einfach, der Unterschied besteht darin, dass in diesem Fall die "brachiale Rechengewalt" einmalig im Vorfeld während der Lernphase eingesetzt wurde, und das System so befähigte während des Spiels diese "brachiale Rechengewalt" nicht mehr bei jedem Zug zum Durchrechnen sämtlicher möglicher Folgezüge einsetzen zu müssen.

  4. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Emulex 17.01.17 - 13:29

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Wie analysiert die Maschine eigentlich 100.000 Spiele und spielt
    > millionenfach gegen sich selbst, wenn nicht mit brachialer Rechengewalt?
    >
    > Ganz einfach, der Unterschied besteht darin, dass in diesem Fall die
    > "brachiale Rechengewalt" einmalig im Vorfeld während der Lernphase
    > eingesetzt wurde, und das System so befähigte während des Spiels diese
    > "brachiale Rechengewalt" nicht mehr bei jedem Zug zum Durchrechnen
    > sämtlicher möglicher Folgezüge einsetzen zu müssen.

    Man legt sich also einfach ne Datenbank vom großen Einmaleins an und kann dann sagen "hey...ich kann das große Einmaleins berechnen ohne rechnen zu müssen!" ;)

    Ich bin sicher nicht in der Lage zu verstehen was die KI-Jungs da machen, dafür müsste ich mich erstmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen (und selbst dann vermutlich nicht), aber so recht erschließt sich mir die Idee dahinter noch nicht.
    Am Ende hab ich immer das Gefühl, dass massive Rechengewalt oder Unmengen an Daten nur das Nichtvorhandensein einer wirklichen KI kaschieren.

  5. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: teenriot* 17.01.17 - 13:35

    Eben nicht. Es ist nicht wie bei Deep Blue und Schach, dass der Erfolg über eine Datenbank errechnet wird.

    Der Kern des Über-Algorithmus ist im Prinzip einen Algorithmus für ein Problem zu erlernen, besser selbst zu erschaffen. Es trainiert so wie ein Kind lernt aus Legosteinen ein Haus zu bauen oder Fußball zu spielen, im Prinzip über Try and Error.

    In Go wurde nicht via großen Datenmengen gewonnen, was gar nicht möglich ist aufgrund der Komplexität des Spiels, in Go wurde gewonnen weil der Rechner tatsächlich gespielt hat (zum Teil). Eine Datengrundlage gab es natürlich trotzdem, aber die hat auch z.B. jeder Schachspieler im Kopf. Die ersten Züge sind auswendig gelernt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.17 13:37 durch teenriot*.

  6. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: chewbacca0815 17.01.17 - 13:36

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Am Ende hab ich immer das Gefühl, dass massive Rechengewalt oder Unmengen an Daten nur das Nichtvorhandensein einer wirklichen KI kaschieren.

    Macht denn der Mensch etwa aanderes? Allein das Sprichwort "Aus Erfahrung wird man klug" besagt doch schon alles. Gut, manche lernen nichts aus der Vergangenheit, aber das ist ein anderes Thema.

  7. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Trollversteher 17.01.17 - 13:50

    >Man legt sich also einfach ne Datenbank vom großen Einmaleins an und kann dann sagen "hey...ich kann das große Einmaleins berechnen ohne rechnen zu müssen!" ;)

    Falsch, das ist kompletter Unsinn - ein neuronales Netz einzulernen bedeutet nicht, eine gigantische look-up-Tabelle sämtlicher möglicher Lösungen anzulegen. Ein GO Spieler wird auch nicht als GO Spieler geboren, sondern muss ebenfalls durch ständiges Trainieren und Üben einen gewissen Erfahrungsschatz antrainieren.

    >Ich bin sicher nicht in der Lage zu verstehen was die KI-Jungs da machen, dafür müsste ich mich erstmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen (und selbst dann vermutlich nicht), aber so recht erschließt sich mir die Idee dahinter noch nicht. Am Ende hab ich immer das Gefühl, dass massive Rechengewalt oder Unmengen an Daten nur das Nichtvorhandensein einer wirklichen KI kaschieren.

    Vergleich es doch einfach mit unserem Hirn. Dessen Fähigkeiten basieren ebenfalls auf einer gigantischen Rechenkapazität kombiniert mit der Möglichkeit sich durch Lernprozesse selbst zu optimieren. Trotzdem würde ja niemand behaupten, unsere Intelligenz sei nicht vorhanden, weil dabei nur massive Rechengewalt und unmengen an Daten eine echte Intelligenz vortäuschen, oder?

  8. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: mnementh 17.01.17 - 14:05

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Trollversteher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > >Wie analysiert die Maschine eigentlich 100.000 Spiele und spielt
    > > millionenfach gegen sich selbst, wenn nicht mit brachialer Rechengewalt?
    > >
    > > Ganz einfach, der Unterschied besteht darin, dass in diesem Fall die
    > > "brachiale Rechengewalt" einmalig im Vorfeld während der Lernphase
    > > eingesetzt wurde, und das System so befähigte während des Spiels diese
    > > "brachiale Rechengewalt" nicht mehr bei jedem Zug zum Durchrechnen
    > > sämtlicher möglicher Folgezüge einsetzen zu müssen.
    >
    > Man legt sich also einfach ne Datenbank vom großen Einmaleins an und kann
    > dann sagen "hey...ich kann das große Einmaleins berechnen ohne rechnen zu
    > müssen!" ;)
    >
    So funktionieren neuronale Netze nicht. Und es ist unmöglich mit derzeitiger und absehbarer Technik eine Datenbank für Go anzulegen, es gibt 2,08x10^170 Positionen. Das ist schon mehr als es Teilchen im Universum gibt, das sind nämlich bloß 10^80. Also wird es wahrscheinlich auch schwierig eine Datenbank dafür anzulegen. Alpha Go hat in Situationen interessante Züge gespielt, die es nie zuvor zu Gesicht bekommen hat. Kommentatoren (selbst die weltbesten Go-Spieler) erkannten Züge die nach ihrer Meinung kein Mensch so gespielt hätte (also war es auch nicht im Lerndatensatz, das waren nämlich menschliche Partien von einem Go-Server). Dennoch waren diese Züge gut und die Go-Community analysiert das gerade und entwickelt neue Strategien. In Zukunft wird es bessere menschliche Go-Spieler geben, weil Alpha Go neue Wege gegangen ist.

    > Ich bin sicher nicht in der Lage zu verstehen was die KI-Jungs da machen,
    > dafür müsste ich mich erstmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen (und
    > selbst dann vermutlich nicht), aber so recht erschließt sich mir die Idee
    > dahinter noch nicht.
    > Am Ende hab ich immer das Gefühl, dass massive Rechengewalt oder Unmengen
    > an Daten nur das Nichtvorhandensein einer wirklichen KI kaschieren.
    Hört sich das was ich oben beschrieb danach an als ob eine nichtvorhandene KI kaschiert wird?

  9. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Emulex 17.01.17 - 14:14

    Die GO-Maschine ist programmiert, dieser Code dürfte unveränderlich sein - zumindest verändert sie ihn nicht selbst während des Lernprozesses.
    Die Art zu spielen ist also immer dieselbe, sie entwickelt sich nicht weiter und ändert sich nicht wirklich.
    Ausser durch die Daten die sie sammelt und letztlich durch statistische Erhebungen verarbeitet und ins Spiel einbringt.
    So weit so vergleichbar.

    Aber jetzt ändern wir mal einige Regeln des Spiels... ist die GO-Maschine in der Lage a) überhaupt noch spielen und b) die Erfahrungen zu abstrahieren für die neue Situation ?

    Da liegt für mich der Knackpunkt, wieso es eben keine Intelligenz ist, sondern nur eine Datenverarbeitungsmaschine.

  10. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Trollversteher 17.01.17 - 14:22

    >Die GO-Maschine ist programmiert, dieser Code dürfte unveränderlich sein - zumindest verändert sie ihn nicht selbst während des Lernprozesses.

    Doch, genau das tut sie.

    >Die Art zu spielen ist also immer dieselbe, sie entwickelt sich nicht weiter und ändert sich nicht wirklich.

    Stimmt doch gar nicht, Dein Stand ist irgendwo bei den SF-Autoren der 50er oder 60er stehen geblieben. Beschäftige Dich mal näher mit neuronalen Netzen, bzw. "deep learning" Systeme mit mehreren hierarchichen Schichten von neuronalen Netzen. Ein solches Netz ist erst deterministisch, wenn es ausgelernt ist, während der Lernphase aber ist weder sein zukünftiges Verhalten noch das fertige "Endprodukt" voraussehbar.

    >Ausser durch die Daten die sie sammelt und letztlich durch statistische Erhebungen verarbeitet und ins Spiel einbringt. So weit so vergleichbar.

    >Aber jetzt ändern wir mal einige Regeln des Spiels... ist die GO-Maschine in der Lage a) überhaupt noch spielen und b) die Erfahrungen zu abstrahieren für die neue Situation ?

    Solange sie sich in der Lernphase befindet, ist sie dazu auf jeden Fall in der Lage. Da die Regelen eben erlernt wurden, und nicht "einprogrammiert" also durch imperative Programmierung vorgegeben.

    >Da liegt für mich der Knackpunkt, wieso es eben keine Intelligenz ist, sondern nur eine Datenverarbeitungsmaschine.

    Na, dann dürfte das Thema ja erledigt sein, weil Deine Annahmen nicht richtig waren ;-)

  11. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Emulex 17.01.17 - 14:26

    Ich hab doch garnicht behauptet, dass Alpha Go so arbeitet - mich hätte nur interessiert wie es im Hintergrund wirklich funktioniert und wieviel von der Spielintelligenz durch statistische Erhebungen kommt und wieviel wirkliche Intelligenz vorhanden ist.

    Kann die Maschine eine leichte Abwandlung von Go auch spielen und das gelernte abstrahieren ?
    Wenn nicht ist es in meinen Augen keine Intelligenz.

  12. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Emulex 17.01.17 - 14:32

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Die GO-Maschine ist programmiert, dieser Code dürfte unveränderlich sein -
    > zumindest verändert sie ihn nicht selbst während des Lernprozesses.
    >
    > Doch, genau das tut sie.

    Aus SW-Entwickler-Sicht: Wie ?

    >
    > Solange sie sich in der Lernphase befindet, ist sie dazu auf jeden Fall in
    > der Lage. Da die Regelen eben erlernt wurden, und nicht "einprogrammiert"
    > also durch imperative Programmierung vorgegeben.

    Wenn dem so wäre, könnte das System ja jedes x-beliebige Spiel erlernen - kann es das ?
    Dann bin ich leise ;)

  13. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: SirFartALot 17.01.17 - 14:32

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So funktionieren neuronale Netze nicht. Und es ist unmöglich mit
    > derzeitiger und absehbarer Technik eine Datenbank für Go anzulegen, es gibt
    > 2,08x10^170 Positionen. Das ist schon mehr als es Teilchen im Universum
    > gibt, das sind nämlich bloß 10^80.



    "It's time to throw political correctness in the garbage where it belongs" (Brigitte Gabriel)
    Der Stuhlgang während der Arbeitszeit ist die Rache des Proletariats an der Bourgeoisie.

  14. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Trollversteher 17.01.17 - 15:14

    >Aus SW-Entwickler-Sicht: Wie ?

    OK, ich bin auch kein KI-Experte und habe mich nur ein wenig in das Thema hineingelesen, aber ich will es mal mit einer groben Erklärung versuchen (evtl. kann ja jemand mit tiefer greifendem Verständnis/Wissen einspringen, und mich an den Stellen korrigieren, an denen ich mich irre).

    Ich glaube, Dein Verständnisproblem basiert darauf, dass Du die imperative bzw. deterministische Denkweise der "traditionellen" Softwareentwicklung auf das Gebiet der KI anwendest. In der traditionellen Softwareentwicklung bilden Algorithmen Lösungsstrategien ab, um von einem definierten Raum von Ausgangszuständen zu einem gewünschten Endzustand zu gelangen. Der Entwickler gibt dem Programm mehr oder weniger vor, wie es auf einen bestimmten Input zu reagieren hat, seine inneren Zustände zu verändern hat, und wie es aus diesem Zustand zu einem bestimmten Ergebnis gelangt. Bei einem neuronalen Netz im Lernprozess dienen die Algorithmen nicht dazu, dem System einen Weg vorzugeben, wie es von einem Ausgangszustand zu deinem gewünschten Endzustand gelangt, sie definieren lediglich das System, in dem diese Prozesse stattfinden; dienen also der Simulation der Prozesse im Gehirn. Das Netz ist im Grunde ein adaptives System, dass sich in wiederholten Lernprozessen (je nach Verfahren durch Gewichtung der Neuronen oder zusätzlich durch das Schaffen neuer Verknüpfungen) selbst solange modifiziert, bis es zuverlässig zu einem gegebenen Eingangszustand den gewünschten Output erzeugt - wobei es, im Gegensatz zu einem traditionell erstellten Algorithmus auch zur Abstraktion bzw. Unschärfe in der Lage ist - also keine 1:1 Abbildung eines Inputs zu einem Output, sondern die Bildung von Bedeutungskategorien, was das Erfassen von abstrakten, unscharfen Begriffen wie "Hund" oder "Mensch" ermöglicht.
    Bei "deep learning" Systemen werden dabei mehrere hierarchische Schichten von Netzen miteinander verknüpft, wobei der Ausgang des einen Netzes mit dem Eingang eines weiteren Netzes verbunden wird. Jede Schicht bearbeitet die Informationen dabei auf einem höheren Abstraktionslevel als die Vorherige.

    Hier eine kleine Übersicht über den Themenkomplex, die ich ganz verständlich fand:

    http://www.weblearn.hs-bremen.de/risse/RST/SS98/NEURAL_N/NEURONET.HTM#_Toc422573779

    > Solange sie sich in der Lernphase befindet, ist sie dazu auf jeden Fall in
    > der Lage. Da die Regelen eben erlernt wurden, und nicht "einprogrammiert"
    > also durch imperative Programmierung vorgegeben.

    >Wenn dem so wäre, könnte das System ja jedes x-beliebige Spiel erlernen - kann es das ? Dann bin ich leise ;)

    Naja, noch ist die KI-Forschung noch nicht so weit - dazu wären Abstraktionsebenen nötig, die man mit heutigen Systemen noch nicht erreicht. Aber lies mal den ersten Abschnitt auf Seite zwei des Golem-Artikels - seine andere Entwicklung, die KI, die lernt Computerspiel-Klassiker zu spielen ist ja schon deutlich universeller, die ist nicht mehr auf ein bestimmtes Spiel spezialisiert, sondern ist dazu in der Lage jedes beliebige Geschicklichkeitsspiel zu erlernen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.17 15:18 durch Trollversteher.

  15. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: mnementh 17.01.17 - 15:53

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich hab doch garnicht behauptet, dass Alpha Go so arbeitet - mich hätte nur
    > interessiert wie es im Hintergrund wirklich funktioniert und wieviel von
    > der Spielintelligenz durch statistische Erhebungen kommt und wieviel
    > wirkliche Intelligenz vorhanden ist.
    >
    Da ist auch nichts statistisches, es wird ein neuronales Netz gelernt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Künstliches_neuronales_Netz

    Das sind Dinge wo ein Code gebaut wird der nach bestimmten Regeln lernt. Dabei werden die Verknüpfungen gestärkt, die besonders erfolgreich sind.

    > Kann die Maschine eine leichte Abwandlung von Go auch spielen und das
    > gelernte abstrahieren ?
    Spielen wahrscheinlich, wird aber das gelernte von Go anwenden und daher wahrscheinlich schlecht sein. Bei Machine Learning tut da niemand die Regeln rein, das neuronale Netz analysiert auch nicht irgendwelche Regeln, was es tut ist beim Spielen zu schauen was besonders erfolgreich ist. Daher wird ein neuronales Netz das auf Go gelernt ist bei Nicht-Go nicht so erfolgreich sein, bis man es mit Nicht-Go lernen lässt.

    > Wenn nicht ist es in meinen Augen keine Intelligenz.
    Intelligenz ist ein unklarer Begriff. Es gibt verschiedene Definitionen und manche davon sind schwammig (Gesamtheit kognitiver Fähigkeiten). Ich bezweifel dass man als binäre Entscheidung festlegen kann: A ist intelligent und B nicht. Insofern ist Dein Satz für mich bedeutungslos.

    Was passiert ist, ist dass Alpha Go Menschen mit Go-Erfahrung mit seinen Zügen überrascht hat. Alpha Go hat Züge gespielt die kein Mensch hineinprogrammiert hat und die auch nicht im Lehrmaterial vorkamen, die aber dennoch gut waren. Zukünftige menschliche Go-Spieler werden die Analyse von Alpha Go in ihrem Spiel verarbeiten und damit die bisherige Spielpraxis überflügeln. Da ist IMHO eine immense Leistung die extrem bemerkenswert ist.

  16. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: mnementh 17.01.17 - 16:00

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die GO-Maschine ist programmiert, dieser Code dürfte unveränderlich sein -
    > zumindest verändert sie ihn nicht selbst während des Lernprozesses.
    Das neuronale Netz, keine Go-Maschine. Wenn Du das Netz nicht mit Go-Partien lernst sondern mit Schach, dann lernt es eben Schach statt Go. Der Code bleibt der gleiche, die Gewichtungen im neuronalen Netz fallen anders aus.

    > Die Art zu spielen ist also immer dieselbe, sie entwickelt sich nicht
    > weiter und ändert sich nicht wirklich.
    Alpha Go ist wie viele neuronale Netze die Ergebnisse des aktuellen Handelns als Lerndaten einzuspeisen, lernt also beständig weiter. Das kann man aber handhaben wie man will, man kann neuronale Netze nach der Lernphase auch unverändert lassen. Das kann sinnvoll sein wenn man nachvollziehbare Ergebnisse braucht.

    > Ausser durch die Daten die sie sammelt und letztlich durch statistische
    > Erhebungen verarbeitet und ins Spiel einbringt.
    Neuronale Netze sind keine Statistik, es ist Lernen.

    > Aber jetzt ändern wir mal einige Regeln des Spiels... ist die GO-Maschine
    > in der Lage a) überhaupt noch spielen und b) die Erfahrungen zu
    > abstrahieren für die neue Situation ?
    >
    Wenn Du statt Go Schach spielst wird das neuronale Netz nicht funktionieren. Aber Du kannst das Netz auf Schach umlernen. Es könnte andere Lernergebnisse haben als ein zufällig vorinitialisiertes Netz (was üblicherweise der Ausgangspunkt ist).

    > Da liegt für mich der Knackpunkt, wieso es eben keine Intelligenz ist,
    > sondern nur eine Datenverarbeitungsmaschine.
    Wir sind auch Datenverarbeitungsmaschinen. Das ist nicht exklusiv.

  17. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: mnementh 17.01.17 - 16:04

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Trollversteher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > >Die GO-Maschine ist programmiert, dieser Code dürfte unveränderlich sein
    > -
    > > zumindest verändert sie ihn nicht selbst während des Lernprozesses.
    > >
    > > Doch, genau das tut sie.
    >
    > Aus SW-Entwickler-Sicht: Wie ?
    >
    Indem die Zahlen die die Gewichtungen der Verbindungen zwischen den Neuronen darstellen geändert werden basierend auf einer Funktion die Verbindungen die erfolgreiche Ergebnisse hatten stärkt (die Zahl erhöht) und andere Verbindungen schwächt (die Zahl verkleinert). Die Spielweise für Go liegt damit nicht in der Programmierung sondern in den Daten des Netzes. Und diese Daten legt kein Fachmann fest, sondern die Software durch Lernen. Alpha Go hat Tausende Spiele analysiert die auf einem Go-Server lagen und damit gelernt. Zudem hat Alpha Go gegen sich selbst gespielt um weiter zu lernen.

    > >
    > > Solange sie sich in der Lernphase befindet, ist sie dazu auf jeden Fall
    > in
    > > der Lage. Da die Regelen eben erlernt wurden, und nicht
    > "einprogrammiert"
    > > also durch imperative Programmierung vorgegeben.
    >
    > Wenn dem so wäre, könnte das System ja jedes x-beliebige Spiel erlernen -
    > kann es das ?
    Jepp. Allerdings dürfte der Lernprozess für Go Monate gedauert haben. Immerhin besser als bei Menschen, die dafür Jahre brauchen.

  18. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Missingno. 17.01.17 - 18:09

    Ändert doch nichts daran, dass die "Intelligenz" immer noch nur brachiale Rechengewalt ist. Natürlich ist es intelligenter sich bspw. ein Passwort zu merken, welches man per Brute Force ermittelt hat, als jedes Mal aufs Neue anzusetzen, aber das ist keine KI (und auch kein neuronales Netz).

    ---
    > Es ist nicht wie bei Deep Blue und Schach, dass der Erfolg über eine Datenbank errechnet wird.
    Beim Schach (oder Deep Blue) wird der Erfolg auch nicht über eine Datenbank errechnet. Ja, es gibt (und gab auch damals) Bibliotheken für die Eröffnung und gewisse Endspielsituationen, aber im Mittelspiel eher nicht.

    > Eine Datengrundlage gab es natürlich trotzdem, aber die hat auch z.B. jeder Schachspieler im Kopf. Die ersten Züge sind auswendig gelernt.
    Ich würde behaupten, die wenigsten Schachspieler kennen mehr als eine Handvoll Eröffnungszüge. Selbst wenn man die bekanntesten (und am meisten analysierten) Eröffnungen (Schätzungsweise 10/20 möglichen Züge von Weiß und genauso von Schwarz, d.h. 100 verschiedene 1. Züge) nimmt, hat jede von denen schon wieder zig Varianten, die sich kaum jemand merken will (oder kann).

    --
    Dare to be stupid!

  19. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Trollversteher 18.01.17 - 09:06

    >Ändert doch nichts daran, dass die "Intelligenz" immer noch nur brachiale Rechengewalt ist. Natürlich ist es intelligenter sich bspw. ein Passwort zu merken, welches man per Brute Force ermittelt hat, als jedes Mal aufs Neue anzusetzen, aber das ist keine KI (und auch kein neuronales Netz).

    Nein, ist sie eben nicht - die "brachiale Rechengewalt" wird ja hier für die Simulation eines abstrahierten biologischen Gehirns eingesetzt, nicht zum stumpfen "durchrechen aller Möglichkeiten".

  20. Re: How about a nice game of chess?

    Autor: Emulex 18.01.17 - 09:28

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ich glaube, Dein Verständnisproblem basiert darauf, dass Du die imperative
    > bzw. deterministische Denkweise der "traditionellen" Softwareentwicklung
    > auf das Gebiet der KI anwendest.

    Ja, ich kenn es halt nicht anders.
    Aber deine Erklärung hat mir auf jeden Fall schonmal geholfen es mir besser vorstellen zu können - vielen Dank !
    Muss mich in das Thema auf jeden Fall mal einlesen, weil das ist schon ein interessanter Ansatz.

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