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Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: SvenMeyer 09.08.17 - 17:31

    Als ich zur Schule ging gab es eine "Projektgruppe" Computer und wir haben eine Menge selber unter Anleitung eines Lehrers gemacht.

    Zum "ernsthaften" Arbeiten braucht man keine neuen, schnellen, teuren Computer. Es gibt aber-tausende von Computer die noch gut zu gebrauchen wären und jährlich auf dem Schrott landen (bzw. in 3. Welt Ländern wo sich die Kindern bei verbrennen vom Schrott vergiften).

    Würde der ganze "Computer-Schrott" an die Schulen gespendet, könnten dort die Schüler erstmal lernen was in so einem Computer drin ist und aus der Hardware was funktionierendes zusammen bauen. Dann noch Linux statt Micro$oft Windoze drauf und vielleicht noch ein paar Euro für eine DSL-Leitung ... fertig.

    Alle lernen viel und kostet fast nix.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.17 17:33 durch SvenMeyer.

  2. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: triplekiller 09.08.17 - 17:46

    genau das denke ich auch.

    aber als ich noch schüler war, hatte ich das gefühl am falschen ort zu sein. eine andere bezeichnung möchte ich vorerst nicht öffentlich nicht publizieren.

    ich hatte das pech lehrkräfte kennengelernt zu haben, die NICHTS konnten.

    auf der uni ist die digitalisierung besser.

    die lehrer haben die hauptverantwortung dabei, nicht die politiker.

    welcher lehrer hat heute noch lust, ein guter lehrer zu sein, sich fortzubilden, sich und die klasse zu entwickeln.

  3. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: ldlx 09.08.17 - 18:06

    Kurz: du hast keine Ahnung. Oder bist auf dem Level Schüler stehen geblieben. Und beides nicht als Beleidigung.

    Generell: ja, so könnte das funktionieren, wenn jemand mit entsprechend Zeit (und Bezahlung) und Budget für Hardware dafür hingesetzt wird. Wird aber nix, da weder Schule (Land) oder Schulträger (Kommune/Kreis) das Geld für solchen "Spielekram" bereitstellt. (Keine Frage, die Idee, Schüler dafür zu begeistern und in ihrer Freizeit zu beschäftigen, ist klasse)

    Nur müssen die Büchsen dann auch für wechselnde (IT-unerfahrene Lehrkräfte) "perfekt" funktionierend zur Verfügung stehen. Bei kleinsten Problemen heißt es dann "hier funktioniert ja gar nix" und (unbegründet) Gemecker und Gemoser ohne Ende (und dann kommst du da hin und mit zwei Schaltern und drei Klicks läuft alles, abgesehen von Vandalismus-Fällen, die "niemand vorhersehen konnte" und niemand die Verantwortung tragen will). Da fehlt dann Zeit für jegliches "Projekt-Geschäft" (sagen wir mal die Einführung von MDM-Lösungen, Rollout von neuen Druckern/Kopierern, oder etwa neuen Servern samt Software).

    Gebrauchte Hardware hält auch nur, bis sie kaputt geht. Wenns dann klemmt und nicht zeitnah für Ersatz gesorgt wird, weinen die Landesbeamten schon wieder. Und all das sind Einzelstücke für die du verschiedenste Komponenten vorhalten oder zeitnah nachkaufen müsstest (hast du Zeit, 3-10h in einen defekten PC aufgrund wechselnder Probleme zu investieren, multipliziert mit 100 für eine einzelne Schule?). Mit neuer Hardware von der Stange hast du a) die nächsten Jahre keine Probleme b) Ersatzteilversorgung gesichert. Aber sowohl die Erstanschaffung als auch der (geplante) Ersatz alle paar Jahre kostet Geld.

    Wie willst du abseits von Windows ein zentrales Management für Logins (AD), Benutzerprofile, Software & Co. mit wenig Aufwand abseits von Windows oder entsprechenden Serverlösungen bereitstellen? Mit Update-Skripts auf dem USB-Stick wirst auch du nicht lange rumlaufen wollen (spätestens, wenn du das 1-2 mal gemacht hast und irgendwelche undefinierten Fehler dank fehlerhafter Installation auftreten).

  4. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: Anonymer Nutzer 09.08.17 - 18:50

    Ich weiss wirklich nicht wo ihr alle zur Schule gegangen seid - oder wann das war. Ich bin auch kein Teenager mehr, aber jede Schule auf der ich war hatte DSL (die Telekom sponsert das übrigens schon lange gratis für jede interessierte Schule), ein Wifi-Netzwerk und Beamer in den Klassenzimmern und moderne EDV Räume und auch einiges an zusätzlichem Equipment, z. B. gab es für alle Schulen in meiner Stadt einen gemeinsamen Technik-Pool, aus dem man sich z. B. für Schulprojekte teure, semiprofessionelle Videokameras ausleihen konnte, die dort vorgehalten wurden und vieles mehr an teurem Gerät.

    Aber all das lag ziemlich brach und wurde auch nicht sinnvoll genutzt. Wenn ich mir z. B. in der Nachmittagsbetreuung einen Mathelehrer zur Seite genommen habe, damit der mir beim Integrieren ein bischen nachhilft, dann hab ich dazu kein Stück Elektronik gebraucht oder gewollt, sondern ein Stück Papier und ein Stift und nur so lernt man auch. Haptisch. Das jetzt zB auf einem Tablet zu machen, nur damit es kein pöses, altmodisches Papier ist, hätte mich eher vollkommen entnervt, Analysis ist so schon schwer genug.

    Das geht bis dahin, dass ich mir an der Uni meine Exzerpte per Hand in eine Semestermappe zusammen schreibe und schon beim Schreibprozess (das Niederschreiben an sich, das nochmal gliedern und neu zusammenfassen) merke ich, dass verdammt viel davon nochmal eingehend inhaltlich wiederholt wird und hängen bleibt. Ganz unweigerlich. Einfach nur das Skript vom Prof als PDF am Bildschirm zu lesen oder auszudrucken hat nicht annähernd den selben Lerneffekt.

    Und wenn ich eine Arbeit anzufertigen und einzureichen habe, dann drucke ich mir die Entwürfe jeweils aus, weil ich am Bildschirm noch so oft drübergehen kann, die dämlichsten Tipp- oder Syntaxfehler entdecke ich erst, wenn ich den Text auf einem Stück Papier vor mir habe und mit Augen und Fingern wortwörtlich drüberstreichen kann. Davon, dass es auf Dauer ermüdender ist, ständig in Bildschirme oder auf beleuchtete Beamter-Leinwände zu glotzen, als auf angenehm ausgeleuchtete Wandtafeln oder ein Stück Papier, auf einem gut beleuchteten Schreibtisch, noch gar nicht zu reden (das ist auch nicht subjektives Empfinden, sondern Stand der Ergonomieforschung, auch eInk kommt noch lange nicht an die Ergonomie echten Papiers heran).

    Ähnliche Effekte habe ich verschiedentlich festgestellt. Daher bin ich kein Verfechter davon, aus Prinzip alles nur noch mit Geräten machen zu müssen. Sondern da gezielt wo es sinnvoll ist gerne, aber nicht einfach, nach dem Motto, da ist jetzt ein großes Bundesprogramm, komm Rektor, wir kaufen jetzt mal groß ein. Damit es dann da ist. Denn Geld was zur Verfügung steht muss ja auch ausgegeben werden, wer weiss, wann wieder was kommt. So läuft das ja beim Staat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.17 18:55 durch Muskelkater.

  5. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: Mailmanek 09.08.17 - 19:00

    Jap, genau. Eine Computer-AG für Schüler ist eine gute Idee, ABER ohne die wichtigste Investition in Schulen geht fast gar nichts. Und das ist, wie schon genannt, eine Vollzeitstelle für einen Systemadministrator. Selbst schlecht ausgestattete Schulen haben mittlerweile ein recht großes Netzwerk, jede Menge Computer und Nutzer. Ohne einen Sysadmin versagt da sehr oft die Technik. Den Lehrern kann man maximal zumuten, funktionierende Technik zu bedienen, aber Fehlersuche (selbst bei kleineren Sachen) ist erstens zu viel verlangt und zweitens ist Zeit ein riesen Faktor bei Unterrichtsplanung. Jede Sekunde die an nicht funktionierende Technik verschwendet wird ist da wirklich ein Problem. Deswegen mögen viele Lehrer nicht allzu viel Technik im Unterricht, da jedes Problem den Zeitplan über den Haufen wirft.
    Und das ist ja der Witz an einem möglichen Modernisierungsplan. Dann wird jede Menge neue Technik angeschafft und die bringt genau so viel wie die alte Technik, wenn sie nicht perfekt gewartet wird. Aber mehr Lehrer- bzw. Sysadminstellen sind das allerletzte wofür unsere lieben Politiker Geld ausgeben wollen. Menschen sind nämlich DEUTLICH teurer als Computer. Eine Sysadminstelle mit sagen wir mal 40000¤ Bruttogehalt im Jahr und das jedes Jahr.
    Ich hab mal eben gegoogled und es gibt ca. 33 000 Schulen in Deutschland. 33 000 mal 40 000¤ = 1 320 000 000¤.
    Und die Kohle investiert Mr. neoliberal Schäuble wohl lieber in Bankrettung, Rüstung und versäumte Steuern für Konzerne und Reiche.

  6. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: Anonymer Nutzer 09.08.17 - 19:06

    @Mailmanek
    1. das Hohelied auf die Bedeutung des Sysadmin hat aber natürlich nichts damit zu tun, dass wir hier bei Golem sind und du vermutlich aus der IT Branche? So von wegen die Bedeutung der eigenen Berufsgruppe, das erscheint mir doch etwas subjektiv.

    2. das Geld würde ich lieber für mehr Lehrer ausgeben, als nen ollen Sysadmin. Weder ein Sysadmin noch ein Klumpen Technik bringen irgendwas bei oder formen Persönlichkeiten heran. Das sind alles nur Werkzeuge, bestenfalls, die Lehrern helfen können. Aber ein prall gefüllter Werkzeugkasten ohne Handwerker ist ziemlich sinnlos, ähnlich ist es an Schulen. Dort gibt es ganz anderen Personalmangel - zuletzt mangelt es an einem Sysadmin. Wenn die Mathestunde aus Lehrermangel schlicht ausfällt ist die Frage der IT schlicht zweitrangig.

    3. Bildung ist Länderaufgabe und die Länder geben sehr unterschiedlich Geld für ihre Schulen aus. Herr Schäuble hat damit aber so oder so nichts zu tun, sollte man aber eigentlich wissen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.17 19:09 durch Muskelkater.

  7. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: ldlx 09.08.17 - 19:23

    Muskelkater schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich weiss wirklich nicht wo ihr alle zur Schule gegangen seid - oder wann
    > das war.
    Abi 04. Btw. in 12 Jahren, das stand in meinem Bundesland dazumal nicht mal zur Diskussion.

    > aber jede Schule auf der ich war hatte DSL
    Zu meiner Zeit leider Wunschdenken. Eine kleine Computerecke mit separatem Anschluss kam spät - dank selbstentwickelter Software, die unerwünschte Nutzung unterband (Download und Ausführung von Ballerspielen) konnte der Raum erhalten werden, hätte sonst die Schulleitung mangels Kontrollmöglichkeit dichtgemacht (sei mal selbst Schüler und verhindere die Nutzung von CS & Co für Mitschüler... dafür würdest du gelyncht ;-))

    > (die Telekom sponsert das übrigens schon lange gratis für jede interessierte Schule)
    heißt Telekom@School, gratis bis 16 MBit/s, 14,95¤ für VDSL25, 29,95¤ für VDSL50

    > Aber all das lag ziemlich brach und wurde auch nicht sinnvoll genutzt.
    Wenn es da keine sinnvolle Nutzung gibt, wozu Geld reinbuttern? Schade für den Einzelnen, keine Frage.

    > Das geht bis dahin, dass ich mir an der Uni meine Exzerpte per Hand in eine
    > Semestermappe zusammen schreibe und schon beim Schreibprozess (das
    > Niederschreiben an sich, das nochmal gliedern und neu zusammenfassen) merke
    > ich, dass verdammt viel davon nochmal eingehend inhaltlich wiederholt wird
    > und hängen bleibt. Ganz unweigerlich. Einfach nur das Skript vom Prof als
    > PDF am Bildschirm zu lesen oder auszudrucken hat nicht annähernd den selben
    > Lerneffekt.
    Diese Erkenntnis ist in den Schulen leider noch nicht angekommen. Da hilft für die DAUs auch der Einsatz der besten Technik nichts. Das meiste ist halt (wie du schon schreibst) Inhalt, nicht das Vorhandensein von Technik. Und natürlich, die Technik auch ansatzweise bedienen zu können (wie hoch setzt du den technischen Anspruch an das Bedienen einer Office-Software und das Abspeichern von Dokumenten im Dateisystem? Wieviele Silvester muss man dafür studieren oder darf man das als Grundwissen eines modernen Menschen in der sozialen Marktwirtschaft annehmen?).

    > Sondern da gezielt wo es sinnvoll ist gerne, aber nicht einfach, nach dem
    > Motto, da ist jetzt ein großes Bundesprogramm, komm Rektor, wir kaufen
    > jetzt mal groß ein.
    Da hat ja zum Glück der Träger noch etwas mitzureden, so er denn will - da kommt ja das Geld her ;-)

  8. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: ldlx 09.08.17 - 19:52

    Muskelkater schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 2. das Geld würde ich lieber für mehr Lehrer ausgeben, als nen ollen
    > Sysadmin. Weder ein Sysadmin noch ein Klumpen Technik bringen irgendwas bei
    > oder formen Persönlichkeiten heran. Das sind alles nur Werkzeuge,
    > bestenfalls, die Lehrern helfen können.
    Dann ist die Frage, welche Erwartungshaltung an Lehrkräfte gestellt werden - welche Qualifikation sollen diese mitbringen? Nur Pädagogik und der jeweilige Fachbereich oder auch das Bedienen (für den Durchschnitts-ITler, womöglich auch den Durschnitts-Menschen) gängier Hardware/Software? (Kassettenrecorder, Videowagen ist doch auch Technik, oder?) Oder endet die Qualifikation einer (studierten) Lehrkraft beim Bedienen einer Kreide-Tafel? Wie stehst du zu Quereinsteigern? Auch nur Kreidetafel oder da höhere Ansprüche?

    > Aber ein prall gefüllter Werkzeugkasten ohne Handwerker ist ziemlich sinnlos, ähnlich ist es an Schulen.
    Wer bedient die "Werkzeuge"? Der Hausmeister? Zählt der Polylux/Overhead-Projektor oder der Videowagen auch schon zu Werkzeug? Wird jetzt jeder Lehrkraft noch ein Technik-Bediener zugeordnet? Wäre sicher sinnvoll, damit sich die (hoffentlich ausgebildeten) Lehrkräfte auf den pädagogischen Teil konzentrieren können. Will auch keiner bezahlen!
    -> hab schon anno 2000 meine Präsentationen elektronisch abgehalten, meist mit dem eigenen Laptop mit 486SX33 und "NeoBook" an einem VGA-Beamer der Schule. Gelegentlich ist auch mein K6-400 im Rucksack ohne Gehäuse in Einzelteilen in die Schule gewandert, falls ich mal für einen Vortrag ein Video zeigen wollte.

  9. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: amagol 09.08.17 - 23:08

    Mailmanek schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Selbst schlecht ausgestattete Schulen haben mittlerweile ein recht großes
    > Netzwerk, jede Menge Computer und Nutzer.

    Das Netzwerk muss ja auch schon fuer die Schulverwaltung selbst existieren. Ich glaube kaum dass heutzutage noch Noten auf Papier vergeben werden, oder? Hier jedenfalls nicht.

    > Ohne einen Sysadmin versagt da sehr oft die Technik.

    Wenn dann Netzwerkadmin, und fuer geschaetzt ein Modem, einen Switch und ein paar Accesspoints wird man das einem Lehrer als Zusatzaufgabe auferlegen.

    > Und das ist ja der Witz an einem möglichen Modernisierungsplan. Dann wird
    > jede Menge neue Technik angeschafft und die bringt genau so viel wie die
    > alte Technik, wenn sie nicht perfekt gewartet wird.

    Hier haben die Schulen Chromebooks, iPads oder Surface Tablets. Da ist nichts zu konfigurieren oder zu warten (mal von Vandalismus abgesehen, aber da macht auch ein Admin nichts mehr dran). Die Software ist zentral in der Cloud.

    > Aber mehr Lehrer- bzw. Sysadminstellen sind das allerletzte wofür unsere lieben
    > Politiker Geld ausgeben wollen.

    Aus gutem Grund. Fuer deine eine Sysadminstelle (40k) kann man ohne weiteres 3-4 Klassenraeume mit neuen Geraeten ausstatten.

  10. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: mackes 09.08.17 - 23:53

    Um mich mal einzuklinken: Welches Unternehmen mit knapp 100 leitenden Angestellten (und mehreren hundert Nutzern) würde seine IT von einem Mitarbeiter, der etwas vollkommen anderes als Fachgebiet hat, nebenher lassen und diesem dafür vielleicht 1-2 Stunden pro Woche anrechnen? Eben. Ich habe das große Glück, an einer Schule mit professionell betreuter IT zu arbeiten. Hier funktioniert die Technik zwar auch nicht perfekt, aber man kann sich meistens darauf verlassen. Dementsprechend gibt es auch nur sehr wenige Kollegen, die sich komplett verweigern.

  11. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: superdash 10.08.17 - 08:33

    mackes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Um mich mal einzuklinken: Welches Unternehmen mit knapp 100 leitenden
    > Angestellten (und mehreren hundert Nutzern) würde seine IT von einem
    > Mitarbeiter, der etwas vollkommen anderes als Fachgebiet hat, nebenher
    > lassen und diesem dafür vielleicht 1-2 Stunden pro Woche anrechnen? Eben.
    > Ich habe das große Glück, an einer Schule mit professionell betreuter IT zu
    > arbeiten. Hier funktioniert die Technik zwar auch nicht perfekt, aber man
    > kann sich meistens darauf verlassen. Dementsprechend gibt es auch nur sehr
    > wenige Kollegen, die sich komplett verweigern.

    An der Schule ist das doch leider der Standard. Ein Lehrer bekommt 1-4 Anrechnungsstunden und soll dann 50-100 Rechner und ein Netzwerk betreuen. Sowas ist einfach nur dumm.

    Zwei Dinge werden hier oft vermischt:
    (A) Aufbau, Betreuung und Erhalt eines Netzwerks und der Rechner: das kann heute kein Lehrer mehr nebenher leisten. Er wurde dazu ganz sicher nicht ausgebildet und hat es auch nicht studiert. Wobei es dazu nicht unbedingt eines Studiums bedarf.
    (B) Umgang mit Technik und Verwendung derselben: vor 10 Jahren gab es noch viele Lehrer, die mit Technik nicht umgehen konnten. Das sind jetzt meist Lehrer mit 50+. Davon gibt es sicher viele, aber das ist eine Generation, die bald von den Schulen verschwinden wird. Natürlich gibt es auch weiterhin Lehrer, die nicht mal einen Beamer bedienen können.

    (Anmerkung: Ich frage mich allerdings immer noch, woran es liegt, dass insbesondere Geisteswissenschaftler so oft mit Technik überhaupt nicht klar kommen. Wenn da mal ein Kabel vertauscht ist oder ein Schalter mit Aufschrift auf Englisch gedrückt werden muss ist es schon zu schwierig und die Technik viel zu kompliziert. Kann ich einfach nicht nachvollziehen.)

  12. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: der_wahre_hannes 10.08.17 - 08:35

    Muskelkater schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich weiss wirklich nicht wo ihr alle zur Schule gegangen seid - oder wann
    > das war.

    Abi 2001.

    > Ich bin auch kein Teenager mehr, aber jede Schule auf der ich war
    > hatte DSL

    DSL gab's "damals" noch nicht so Flächendeckend wie heute.

    > ein Wifi-Netzwerk und Beamer in den Klassenzimmern

    LOL. Wir hatten ca. 20 Computer für die gesamte Schule und eine Informatik AG, an der ich aber nicht teilnehmen durfte, weil ich im Halbjahr vorher schon ne andere AG hatte, die im Computerraum (oder "Jnformatikraum" wie auf dem Türschild stand...) stattgefunden hat. "Andere Schüler sollen auch mal die Möglichkeit haben, die Computer zu nutzen". Na bumm. Tauschen wollte komischerweise auch keiner.

    > und moderne EDV Räume und auch einiges an zusätzlichem Equipment, z. B. gab
    > es für alle Schulen in meiner Stadt einen gemeinsamen Technik-Pool,

    Nochmal: LOL.

    > Aber all das lag ziemlich brach und wurde auch nicht sinnvoll genutzt. Wenn
    > ich mir z. B. in der Nachmittagsbetreuung einen Mathelehrer zur Seite
    > genommen habe, damit der mir beim Integrieren ein bischen nachhilft, dann
    > hab ich dazu kein Stück Elektronik gebraucht oder gewollt, sondern ein
    > Stück Papier und ein Stift und nur so lernt man auch. Haptisch. Das jetzt
    > zB auf einem Tablet zu machen, nur damit es kein pöses, altmodisches Papier
    > ist, hätte mich eher vollkommen entnervt, Analysis ist so schon schwer
    > genug.

    Wo du mitschreibst ist doch latte, ob nun auf Papier oder auf nem Tablet.

    > Einfach nur das Skript vom Prof als
    > PDF am Bildschirm zu lesen oder auszudrucken hat nicht annähernd den selben
    > Lerneffekt.

    Es gibt unterschiedliche Lerntypen. Die einen lernen sehr gut durch Schaubilder. Andere lernen durch's selber schreiben. Andere lernen durch's lesen und wieder anderen kannst du ne Formel hinknallen und die denken sich "ist doch komplett logisch".

    > Davon, dass es auf Dauer ermüdender ist, ständig in Bildschirme oder auf
    > beleuchtete Beamter-Leinwände zu glotzen, als auf angenehm ausgeleuchtete
    > Wandtafeln oder ein Stück Papier, auf einem gut beleuchteten Schreibtisch, noch gar
    > nicht zu reden

    Du sagst es doch selbst: Gut ausgeleuchtet...

  13. Re: Geht auch fast ohne Geld , wenn man will

    Autor: mackes 12.08.17 - 16:19

    superdash schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > An der Schule ist das doch leider der Standard. Ein Lehrer bekommt 1-4
    > Anrechnungsstunden und soll dann 50-100 Rechner und ein Netzwerk betreuen.
    > Sowas ist einfach nur dumm.

    Richtig. Absolut unprofessionell, dementsprechend sind dann auch die Ergebnisse.

    > Umgang mit Technik und Verwendung derselben: vor 10 Jahren gab es noch
    > viele Lehrer, die mit Technik nicht umgehen konnten. Das sind jetzt meist
    > Lehrer mit 50+. Davon gibt es sicher viele, aber das ist eine Generation,
    > die bald von den Schulen verschwinden wird. Natürlich gibt es auch
    > weiterhin Lehrer, die nicht mal einen Beamer bedienen können.

    Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Wie sollen die denn das Studium und Referendariat schaffen? 50+ würde ich nicht sagen, eher 60+. In dem Alter kurz vor der Pensionierung ist verständlicherweise die Neigung, sich noch neue Dinge zu erschließen, eher gering ausgeprägt.

    > (Anmerkung: Ich frage mich allerdings immer noch, woran es liegt, dass
    > insbesondere Geisteswissenschaftler so oft mit Technik überhaupt nicht klar
    > kommen. Wenn da mal ein Kabel vertauscht ist oder ein Schalter mit
    > Aufschrift auf Englisch gedrückt werden muss ist es schon zu schwierig und
    > die Technik viel zu kompliziert. Kann ich einfach nicht nachvollziehen.)

    Das kann ich so nicht bestätigen. Ich mache eher die Erfahrung, dass es eher die weiblichen Kollegen sind, die sich aus erlernter Unsicherheit nicht trauen, selbst irgendwelche Kabel anzustecken oder zu tauschen. Im Gegensatz zu den von ihren technischen Fähigkeiten oft vollkommen überzeugten Männern machen sie aber dadurch auch seltener tatsächlich etwas kaputt ;)

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