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Sinn?
Autor: aguentsch 21.03.22 - 07:34
Ich rätsle etwas über den Sinn des Ganzen...
Kohlefaser hat schon BMW versucht und sind an einer kosteffizienten Produktion leider gescheitert. Zumal sich die Karrosseriemasse gar nicht als kritischer Faktor herausstellt.
Vor allem aber: Warum ein so großer Akku? 48 kWh für einen Hybriden bedeuten in den allermeisten Fällen, dass das Wasserstoffsystem fast nie gebraucht wird. Eine batterieelektrische Reichweite von 200km gepaart (also vlt. 25 kWh) mit dem H-Range Extender klänge für mich wesentlich schlüssiger...
Es sei denn, man setzt auf einen sehr hohen Wasserstoffpreis, also einen Wasserstoffbetrieb nur in Ausnahmefällen.
Interessant aber leider nicht beantwortet ist die Frage, warum. -
Re: Sinn?
Autor: Kupferfanatiker 21.03.22 - 07:49
Das Auto ist, so wie es ist, Sinnlos. Das Wasserstoffsystem würde ich mit meinem Fahrprofil (>>25.000km im Jahr) maximal 10 mal im Jahr benötigen. Aber ich würde das tote Gewicht an
mindestens 200 Tagen im Jahr nutzlos durch die Gegend fahren.
Keine Ahnung was das bringen soll -
Re: Sinn?
Autor: chefin 21.03.22 - 07:56
DLR ist kein Fertigungsbetrieb. Es ist nichtmal ein Unternehmen im herkömlichen Sinn. Es ist ein Verein. DLR entwickelt KnowHow. Primär war es mal Raketenforschung. Da sie sich aber dadurch mit vielen Bereichen gut auskennen, werden öfters mal Anfragen gestellt, für die sie dann KnowHow entwickeln. Der Verein lebt dann von den Lizensgebühren der Entwicklungen.
Die Anfrage bzgl Wasserstoff wurde bereits vor 6-7 Jahren an DLR herangetragen. Seitdem wird erforscht wie ein Zukunftsmodell aussehen sollte. Ohne wirtschaftlichen Druck können sie rein nach Ökonomischen Gesichtspunkten entwickeln.
Ich persönlich denke mir das so: wird dieses Fahrzeug im Kurzstreckenbetrieb benutzt in der Stadt bleibt der Wasserstofftank erstmal leer. Gefahren wird per Akku, mit Steckdosennachladung. Soweit so gut. Aber wird nun eine Langstrecke geplant nerven die Tankstops. Normalerweise steht dafür dann ein Langstreckenfahrzeug bereit. Und da können die Politiker beten und jammern wie sie wollen, die Menschen werden sich nicht mit dem Elektroauto durch Europa quälen. Den was nutzt die "brauchbare" Ladesäulenabdeckung in Deutschland, wenn man nach Spanien will.
Hier kommt dann Wasserstoff ins Spiel. 1000km ist ein Wort, das bedeutet das man bis Venedig ohne Tanken kommt. Irgendwo unterwegs also einmal Nachtanken und man hat Sprit bis Rom und steht nur 5 Minuten. Und das mit dem selben Fahrzeug, das im Jahr komplett elektrisch fährt ohne Wasserstoff.
Soweit das Konzept. Als nächstes geht das Konzept zur Überarbeitung an die Autohersteller. Die nehmen sich dann, was sie für gut halten. Und wo bitte liest du Kohlefaser? Verbundwerkstoffe sind nicht nur Kohlefaser. Sogar Rigips ist ein Verbundwerkstoff. HPL ist ein Verbundwerkstoff. Selbst Kömacel ist ein Verbundwerkstoff. GFK ist ebenfalls Verbundwerkstoff. DLR hat ein völlig anderes Portfolio an Werkstoffen auf das sie zugreifen können. Was meinst du was im Raketenbau alles benötigt wird.
Konzept steht, nun wird es zum Serienprodukt weiter entwickelt. Das macht aber nicht mehr DLR. -
Re: Sinn?
Autor: Oktavian 21.03.22 - 08:09
> Das Auto ist, so wie es ist, Sinnlos. Das Wasserstoffsystem würde ich mit
> meinem Fahrprofil (>>25.000km im Jahr) maximal 10 mal im Jahr benötigen.
Und das Auto ist sinnlos, weil Du es nicht brauchen kannst? Merkwürdige Sichtweise. Meinst Du nicht, dass Du hier sehr von Dir auf andere schließt?
Würdest Du sagen "Das Auto ist für mich, so wie es ist, für meinen derzeitigen Anwendungsfall sinnlos", wäre ich ja mitgegangen.
> Keine Ahnung was das bringen soll
Es ist primär mal ein Forschungsprojekt. Und sekundär ist es, wie der Name schon sagt, für den "interurban" Verkehr gedacht, also für den Verkehr zwischen Städten, sprich für Mittel- und Langstrecke. Wenn Du diesen Fall nicht oder nur selten hast, ist dieses Auto nicht Dein Konzept. -
Re: Sinn?
Autor: P4ge 21.03.22 - 08:18
aguentsch schrieb:
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> Ich rätsle etwas über den Sinn des Ganzen...
>
> Kohlefaser hat schon BMW versucht und sind an einer kosteffizienten
> Produktion leider gescheitert. Zumal sich die Karrosseriemasse gar nicht
> als kritischer Faktor herausstellt.
>
Ja deswegen ist der i3 fast in seiner Urform schon 10 Jahre am Markt, Komplette Fehlkonstruktion. Man kennt die täglichen Berichte von kaputten i3.
> Vor allem aber: Warum ein so großer Akku? 48 kWh für einen Hybriden
> bedeuten in den allermeisten Fällen, dass das Wasserstoffsystem fast nie
> gebraucht wird. Eine batterieelektrische Reichweite von 200km gepaart (also
> vlt. 25 kWh) mit dem H-Range Extender klänge für mich wesentlich
> schlüssiger...
>
48kwh sollen aufeinmal ausreichend sein? 42kwh bei einem i3 werden als Lachhaft wenig beschrieben, daraus resultierende ca. 220-300km als komplett unnütztig Idee.
Jetzt kommst du mit dem Argument das man damit locker nie den Wasserstoff braucht. Es ist schon erstaunlich wie sich die Argumente zurecht gelegt werden.
> Es sei denn, man setzt auf einen sehr hohen Wasserstoffpreis, also einen
> Wasserstoffbetrieb nur in Ausnahmefällen.
>
> Interessant aber leider nicht beantwortet ist die Frage, warum.
Ich stell mir an dieser Stelle eher die Frage, warum ähneld das Fahrzeug so extrem einem i3?
Da scheint mmn BMW vieles richtig gemacht zu haben.
Da der DLR nichts am Design liegt, scheint mir dies eher eine Idealform zu sein, sollte mal einige E-Auto Hersteller überlegen, ob man wirklich weiterhin bekannte Golf Designs verfolgen will, nur um die Marke zu schützen. -
Witziger Satz
Autor: M.P. 21.03.22 - 09:02
> Ohne wirtschaftlichen Druck können sie rein nach Ökonomischen Gesichtspunkten entwickeln.
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Re: Witziger Satz
Autor: LH 21.03.22 - 09:36
M.P. schrieb:
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> > Ohne wirtschaftlichen Druck können sie rein nach Ökonomischen
> Gesichtspunkten entwickeln.
Bei diesem Satz musste ich ebenfalls schmunzeln. -
Re: Sinn?
Autor: LH 21.03.22 - 09:38
P4ge schrieb:
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> Ja deswegen ist der i3 fast in seiner Urform schon 10 Jahre am Markt,
> Komplette Fehlkonstruktion. Man kennt die täglichen Berichte von kaputten
> i3.
BMW stellt die Produktion des i3 in Kürze ein. Zudem war die Frage nicht, ob die Autos kaputt gehen, sondern ob die teure Karosserie in dieser Form sinnvoll ist.
> Ich stell mir an dieser Stelle eher die Frage, warum ähneld das Fahrzeug so
> extrem einem i3?
Weil man offensichtlich nicht auf dem aktuellen Stand ist. BMW jedenfalls baut in Zukunft keine i3 mehr, und auch keine Fahrzeuge, die diesem ähneln. -
Re: Sinn?
Autor: P4ge 21.03.22 - 10:35
LH schrieb:
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>
> BMW stellt die Produktion des i3 in Kürze ein. Zudem war die Frage nicht,
> ob die Autos kaputt gehen, sondern ob die teure Karosserie in dieser Form
> sinnvoll ist.
>
Das Produktionsende ist bereits beschlossen. Und meine Antwort ging auch klar in die Richtung, dass sich die Kontruktion mit CFK und Co, wie jetzt das DLR zeigt durch aus lohnt.
Es spart Gewicht, es schafft Raum den der Akku/Tank braucht.
BMW hatte den i3 als Machbarkeitsstudie, als Forschung und als Perspektive entwickelt. Das die Abzatzzahlen so sich entwickeln haben sie selbst nicht geahnt.
Andererseits ist der Markt nicht bereit solch ein "Experiment" anzunehmen. Der Wunsch geht ja eher zum SUV oder Limusine. Urban-Crossover mit gewagter Optik geht halt nicht.
> > Ich stell mir an dieser Stelle eher die Frage, warum ähneld das Fahrzeug
> so
> > extrem einem i3?
>
> Weil man offensichtlich nicht auf dem aktuellen Stand ist. BMW jedenfalls
> baut in Zukunft keine i3 mehr, und auch keine Fahrzeuge, die diesem ähneln.
Du scheinst dich wohl eher nicht mit dem Thema Stirnfläche bei E-Autos beschäftigt zu haben.
Für diese Größe von Auto ist es sehr gut. Die neuen BMW´s haben schlechtere Werte und folgen eher dem typischen BMW Design. Dem Kunden ist es schließlich wichtiger in einem coolen BMW zu sitzen als in einem effektiven Design. (siehe VW XL 1) -
Re: Sinn? - Luftfahrzeugforschung
Autor: mxcd 21.03.22 - 18:25
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt forscht in erster Linie zu LFZ Technik - und genau dafür werden sie das Fahrzeug nutzen: um was zu lernen über Technolöogien, die sich eventuell zukünftig in Flugzeugen einsetzen lassen.



