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Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

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  1. Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: eyemiru 11.02.16 - 22:57

    Ich glaube der Erkenntnis, aber kann man das denn 100% ausschließen? ^^
    Würde mich mal interessieren. Danke.

  2. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: bry4nfury 11.02.16 - 23:05

    die messstationen sind von externen einflüssen abgeschrimt. ein erdbeben hätte man auch außerhalb der messstationen gemerkt. kein erdbeben umspannt den gesamten kontinent.

  3. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: eyemiru 11.02.16 - 23:11

    Wenn ich es richtig verstanden habe, war die Abweichung doch nur sehr wenige Atomdurchmesser?
    Da wäre doch eine „nicht messbare" Erdverschiebung oder sogar andere Abweichungen auch möglich?

    Wie soll man das abschirmen können, wenn sich die ganze Stadt mit dem Laser doch kurz verschiebt?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.02.16 23:12 durch eyemiru.

  4. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: onkel_joerg 11.02.16 - 23:23

    zitat : "Aus den Ankunftszeiten des Signals - der Detektor in Livingston registrierte das Signal sieben Millisekunden vor dem Detektor in Hanford "

    Erdbebenwellen sind da doch etwas langsamer ;-)

    LG O.J.

    ----------------------------------------------------------
    Gold geht unverdaut durch derbste Mägen
    ----------------------------------------------------------

  5. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: pdfkungfoo 12.02.16 - 00:25

    eyemiru schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich es richtig verstanden habe, war die Abweichung doch nur sehr
    > wenige Atomdurchmesser?

    FAST richtig verstanden. Es ist sogar noch "schlimmer": es war nur ein Bruchteil eines AtomKERN-Durchmessers (genauer: ein Bruchteil eines Protonen-Durchmessers).

    > Da wäre doch eine „nicht messbare" Erdverschiebung oder sogar andere
    > Abweichungen auch möglich?

    Ja. Da gibt es dutzende oder hunderte von anderen, "echten" Erschütterungen und Mini- und Nano-Erschütterungen und Zitterbewegungen, die auf die Röhrenstrecken wirken. Sogar die Baumfäll-Arbeiten in der Gegend.

    Und das ist ja die "Kunst" dieser Experimentatoren: sie sind in der Lage, all diese Einflüsse auf den Meß-Apparat entweder zu unterbinden/abzuschirmen, oder sie zu entdecken, zu quantifizieren und herauszurechnen. (Nicht, dass ich das alles im Einzelnen wüßte oder verstünde: aber das ist es, was sie sagen. Und was man als Nicht-Beteiligter oder Nicht-Physiker so jetzt erstmal "glauben" muss. Zum Beispiel habe die Experimentatoren gewisse immer vorhandene Mini-Erschütterungen neutralisiert, indem sie die Spiegel aufgehängt und ihnen damit eine Stoßdämpfung verschafft haben....)

    > Wie soll man das abschirmen können, wenn sich die ganze Stadt mit dem Laser
    > doch kurz verschiebt?

    Wie schirmt Dich Dein Auto-Stoßdämpfer von den meisten Arten von Unebenheiten auf der Straße ab? Ziemlich gut -- aber nicht perfekt. Wenn es ein wirkliches Schlagloch war (Erdbeben), dann merkst Du es schon. Mit oder ohne Stoßdämpfer... ;-)

  6. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: Anonymer Nutzer 12.02.16 - 00:30

    Weil der Interferometer keine Erdbeben messen kann/soll, der Interferometer misst verbogene Raumzeit, ein Erdbeben hat darauf keine (messbaren) Auswirkungen..

  7. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: anonym 12.02.16 - 09:32

    wer ein wenig englisch kann, hier sind die aufhängungen vorgestellt:
    http://www.physics.gla.ac.uk/igr/index.php?L1=research&L2=suspensions

  8. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: NeoTiger 12.02.16 - 09:43

    eyemiru schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube der Erkenntnis, aber kann man das denn 100% ausschließen? ^^
    > Würde mich mal interessieren. Danke.

    Ohne mich jetzt einzulesen würde ich sagen: man hat aufgrund von Vorbeobachtungen eine Vorhersage machen können zu welchem Zeitpunkt ein Gravitationswellenimpuls erfolgen muss und das Ereignis ist präzise eingetreten. Die Chance, dass exakt zeitgleich ein Erdbeben das vorhergesehene Ereignis ebenfalls verursacht wäre Okham's Razer on Drugs.

  9. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: pdfkungfoo 12.02.16 - 12:41

    NeoTiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > eyemiru schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich glaube der Erkenntnis, aber kann man das denn 100% ausschließen? ^^
    > > Würde mich mal interessieren. Danke.
    >
    > Ohne mich jetzt einzulesen würde ich sagen:

    Lies Dich lieber ein, bevor Du was sagst :-)

    > man hat aufgrund von
    > Vorbeobachtungen eine Vorhersage machen können zu welchem Zeitpunkt ein
    > Gravitationswellenimpuls erfolgen muss

    Nein, ganz so war's nicht...

    > und das Ereignis ist präzise
    > eingetreten.

    Die Vorhersagen waren:

    1. Alle bewegten/beschleunigten Massen verursachen Gravitationswellen.
    2. Diese Gravitationswellen sind allerdings so klein, dass sie eigentlich nicht messbar sind.
    3. Kosmische "Katastrophen", wie der Zusammenstoß von Schwarzen Löchern, die Entstehung von Neutronensternen oder auch der "Urknall" müssten eigentlich ein wenig größere Gravitationswellen erzeugen.
    4. Je nach kosmischem Ereignis wären die Gravitationswellen von unterschiedlicher Stärke und Frequenz.
    5. Wenn wir ein entsprechend ausgefuchstes System bauen, könnten wir vielleicht manche dieser größeren Gravitationswellen messen.
    6. LIGO ist ein erstes derartiges System. Es kann solche Wellen entdecken, die sich im "Frequenz"-Fenster von 0,1 bis 100 Millisekunden abspielen.
    7. Ok, bauen wir mal ein solches System, und warten wir mal ab, ob es irgendwann mal was anzeigt...

    Das LIGO ist im Sommer letzten Jahres durch interne Verbesserungen zum "advanced LIGO" (aLIGO) aufgerüstet worden mit einer ca. 10mal höheren Empfindlichkeit als zuvor. 14 Tage nach Inbetriebnahme haben sie erstmals etwas gemessen und jetzt, 5 Monate später sind die Auswertungen fertig. Es war ein Ereignis von wohl etwas weniger als 1 Millisekunde Dauer. Der Zusammenstoß zweier Schwarzer Löcher in 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung hat hier die Raumzeit kurz zum Zittern gebracht.

    aLIGO ist genau dafür ausgelegt. Es kann die Zusammenstöße solcher Schwarzer Löcher messen, die in der Größenordnung von ca. 10 bis unter 100 Sonnenmassen liegen. Das veröffentlichte Ereignis betraf zwei Schwarze Löcher, die irgendwo zwischen 20 und 40 Sonnenmassen lagen.

    Gravitationswellen mit längeren Perioden -- Sekunden, Minuten bis Stunden -- kann aLIGO nicht messen. Diese müssten entstehen, falls Schwarze Löcher mit Millionen von Sonnenmassen miteinander verschmelzen. Dafür müsste man ein Meß-System aufbauen, das Laserstrahlen zwischen weit auseinanderliegenden, Millionen von Kilometern voneinander entfernten Satelliten hin- und herschickt.

    Es würde mich nicht wundern, wenn aLIGO bereits andere Messungen aufgezeichnet hätte, deren Auswertung halt noch nicht erfolgt ist, und deren Veröffentlichung in den nächsten Monaten noch nachgeschoben wird.

  10. oder

    Autor: Kaiser Ming 12.02.16 - 13:46

    onkel_joerg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > zitat : "Aus den Ankunftszeiten des Signals - der Detektor in Livingston
    > registrierte das Signal sieben Millisekunden vor dem Detektor in Hanford "
    >
    > Erdbebenwellen sind da doch etwas langsamer ;-)

    wenn die Wellen zB aus dem Erdmittelpunkt kommen, können die 7 ms einfach nur die Differenz sein wenn es nicht genau mittig unter beiden Detektoren entsteht

  11. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: Schiwi 14.02.16 - 11:51

    Auf dem Gelände stehen auch Seismographen rum, wenn das gefundene Signal also zeitlich mit einer Spitze im Seismograph zusammenfällt, wird keine Pressekonferenz einberufen

  12. Re: Frage: Woher weiß man, dass es kein Erdbeben war?

    Autor: Kein Kostverächter 15.02.16 - 14:27

    1. Es gibt zwei Messapparaturen, die eine in Livingston/Louisiana und die andere in Hanford/Washington. Damit liegen diese weit genug auseinander, so dass ein Erdbeben nur eine von beiden beeinflusst hätte.

    2. Es sind zahlreiche Messapparaturen (u.a auch Seismographen) an den Obeservatorien installiert, über die man prüfen kann, ob andere Einflüsse ein Signal erzeugt haben.

    3. Die gemessene Kurve entspricht genau dem, was die Relativitätstheorie für die Kollision schwarzer Löcher vorhersagt. Dass es genau zwei Ereignisse gegben hätte, die zufällig in mit exakt 7ms zetilchem Abstand in Lousiana und Washington exakt dieses Muster erzeugen, ist ungleich unwahrscheinlicher als dass man einfach die Kollision schwarzer Löcher detektiert hat.

    4. Die Wissenschaftler haben 4 Monate lang Überstunden geschoben, um alle möglichen anderen Ursachen fïr das Signal auszuschliessen. Es sind sogar Überwachungskameras installiert, um sicher zu gehen, dass niemand zum Zeitpunkte der Messungen an der Anlage war.

    Natürlich bleibt immer noch die Möglichkeit des Irrtums, aber bei dem Aufwand ist die Wahrscheinlichkeit dafür so gering, dass sie durchaus an Sicherheit grenzt (Stichwort: Sigma 5,1). Hier kann man durchaus sagen, dass die Physiker ihre Lektion aus der Geschichte mit den überlichtschnellen Neutrinos gelernt haben: Erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn man nach menschlichem Ermessen jeden Fehler ausschliessen kann,

    Bis die Tage,

    KK

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    (Epikur, griech. Phil., 341-270 v.Chr.)
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