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Marktpreise

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  1. Marktpreise

    Autor: fabiwanne 17.12.21 - 11:00

    Im Jahr 2020 lag der durchschnittliche Strompreis übers ganze Jahr an der Börse bei 3,0cent/kWh. Dazu kamen ~6,x Cent fürs Netz. Blieben bei den 28 Cent von EnBW 18Cent/kWh für Steuern, Abgaben und Säulenbetrieb.

    Im November 2021 lag der durchschnittliche Strompreis über den Monat an der Börse, wegen der nichtinbetriebnahme von Nordstream 2 und dem daraus resultierenden Gasmangel bei 17,6 cent/kWh. (Nur zum Vergleich November 2020 3,9 Cent/kWh.) Datu kamen 7 Cent/kWh fürs Netz. In den ersten 16 Tagen des Dezember schon bei 22,5 Cent/kWh. 18+22+7=47...

    Gas macht machte im November 2020 gerade mal 13,5% der Stromproduktion aus. Übers ganze Jahr 11%. Das passiert, wenn man ein reduziertes Angebot auf eine absolut feste Nachfrage trifft.
    Die Verträge laufen lang und kaum jemand reduziert seinen Verbrauch wegen höheren Strompreisen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.12.21 11:03 durch fabiwanne.

  2. Re: Marktpreise

    Autor: Bonarewitz 17.12.21 - 14:47

    fabiwanne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Jahr 2020 lag der durchschnittliche Strompreis übers ganze Jahr an der
    > Börse bei 3,0cent/kWh. Dazu kamen ~6,x Cent fürs Netz. Blieben bei den 28
    > Cent von EnBW 18Cent/kWh für Steuern, Abgaben und Säulenbetrieb.
    Dazu sollten noch 2 Dinge bekannt sein:
    - der Großteil der verkauften Energie läuft über langfristige Verträge, nicht über die Strombörse. Der Einfluss ist daher geringer, als es auf den ersten Blick scheint.
    - bei Ladeanbietern kommt noch die EEG-Umlage dazu, da je Zähler gerechnet wird. Somit kann (z.B. EnBW) nicht alle seine Ladeparks zusammenfassen. Das verteuert die Ladenpreise ebenfalls.

    > Im November 2021 lag der durchschnittliche Strompreis über den Monat an der
    > Börse, wegen der nichtinbetriebnahme von Nordstream 2 und dem daraus
    > resultierenden Gasmangel bei 17,6 cent/kWh. (Nur zum Vergleich November
    > 2020 3,9 Cent/kWh.)
    Solange die bestehenden Gaspipelines nicht ausgelastet werden, ist es absolut irrelevant, ob Nordstream 2 in Betrieb genommen wird.
    Dass Russland mutmaßlich die Versorgung knapp hält, um NS2 zu erzwingen, darf gerne diskutiert werden, aber die Nichtnutzung von NS2 ist nicht unmittelbar der Grund für die Gaspreise.
    Zudem war es Wunsch der EU von Festpreisen und festen Mengen bei Gas zu dynamischen Preisen und Mengen zu wechseln.
    Das ist wohl schief gelaufen.

    > Datu kamen 7 Cent/kWh fürs Netz. In den ersten 16 Tagen
    > des Dezember schon bei 22,5 Cent/kWh. 18+22+7=47...
    >
    > Gas macht machte im November 2020 gerade mal 13,5% der Stromproduktion aus.
    > Übers ganze Jahr 11%. Das passiert, wenn man ein reduziertes Angebot auf
    > eine absolut feste Nachfrage trifft.
    Die Nachfrage ist nicht fest.
    Ein weiterer Grund für den stark gestiegenen Börsenstrompreis ist Frankreich.
    Dank der Abschaltung eines Dutzend AKW (wegen weil marode) ist die Nachfrage nach deutschem Strom stark gestiegen.

    > Die Verträge laufen lang und kaum jemand reduziert seinen Verbrauch wegen
    > höheren Strompreisen.

  3. Re: Marktpreise

    Autor: chefin 20.12.21 - 07:35

    Regelenergie kostet je nach dem bis zu 2 Euro/kwh oder man muss Zahlen damit Überproduktion abgenommen wird. Also man muss dann 2ct geben pro verbrauchter KWh an den Verbraucher.

    Das sind Wochenweise ausgehandelte Verträge, den Regelenergie wird jede Woche neu versteigert.

    Diese Kosten umgelegt auf den Tag sind natürlich minimal, wir reden von 15sec-2 Minuten Regelzeit. Aber sie machen ungefähr 1-2ct am Stromeinkauf täglich aus. Desweiteren kann man Strom nicht aus einem Tagespreis an der Börse ableiten. Man muss alles immer übers Jahr betrachten. zB sind noch Anlagen aus der Anfangszeit der Solardächer in Betrieb die 20ct/kwh bekommen. Andere gehen runter bis 8ct. Auch Windenergie ist nicht für 3ct zu bekommen.

    die 3ct sind Dumping Atomstrom, weil AKWs sich extrem schwer regeln lassen. Thermisch reagieren die erst nach 15 Minuten auf Regelungen. Auch beim Hochfahren. Fährt man sie praktisch auf Null, geben sie noch 10-12 Minuten Wärme ab, tendenz sinkend, brauchen dann aber wieder 10 Minuten um auf Last hochzufahren. Jedes Runterfahren reduziert aber den Druck im Leitungssystem und das wiederum verschleisst Material. Daher würden viele Regelvorgänge viel öfters zu Revisionen führen. Bei Kohle ist das zwar ähnlich aber dort sind die Anforderungen kleiner. Den es wird keine Radioaktivität frei im Fehlerfall. Da darf dann auch ein Rohrflansch mal Undicht werden. Dann schaltet man auf das Ersatzrohr um, repariert das andere und lässt das dann als Ersatzrohr liegen.

    Wie gesagt, dort ist es nur heisser Dampf, keine Radioaktivität.

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