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Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: Lalalalala 05.03.15 - 12:11
Ich kenne mich nicht gut mit Physik aus aber:
Wenn durch bewegliche Teile am Reifen/ auf der Straße Energie gewonnen werden soll muss ich dann nicht mehr Gas geben? Auch wenn es nur minimal ist wird es den Effekt wieder auffressen. Oder warum nicht? -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: Himmerlarschundzwirn 05.03.15 - 12:13
Der Reifen verformt sich sowieso, du nutzt die Energie nur.
Die Sonne muss sich ja auch nicht mehr anstrengen, wenn wir Solarenergie nutzen, mal doof gesagt. -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: Nibbels 05.03.15 - 12:24
Dachte ich mir auch.
Da die Reifen nicht ganz hart sind, wird vielleicht ein wenig der Energie, die sonst durch Reibung oder `Knautschung` verloren wäre zurückgewonnen.
Stichwort: Reifendruck-Kontrolle. Man müsste jetzt wissen, wieviel Energie der Rollwiderstand beim Auto prozentual auffrisst, um den maximalmöglichen Rückgewinn nach oben abzuschätzen.
Edit: Hier steht was von 20% angeblich.
http://www.goodyear.eu/gd_de/innovation/eu-reifenkennzeichnung/interview_robinet/
3 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.15 12:29 durch Nibbels. -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: MikeMan 05.03.15 - 12:36
Himmerlarschundzwirn schrieb:
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> Der Reifen verformt sich sowieso, du nutzt die Energie nur.
>
> Die Sonne muss sich ja auch nicht mehr anstrengen, wenn wir Solarenergie
> nutzen, mal doof gesagt.
Du hast prinzipiell Recht und ich verstehe, was Du meinst. Aber so, wie Du es ausdrückst, könnte man mit derselben Argumentation auch Windräder auf dem Auto anbringen, denn "der Fahrtwind weht ja sowieso"... ;) -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: naja123 05.03.15 - 12:45
Naja, das Windrad würde eher am Straßenrand stehen und durch den Fahrtwind der Autos angetrieben.
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Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: Trollversteher 05.03.15 - 12:46
>Du hast prinzipiell Recht und ich verstehe, was Du meinst. Aber so, wie Du es ausdrückst, könnte man mit derselben Argumentation auch Windräder auf dem Auto anbringen, denn "der Fahrtwind weht ja sowieso"... ;)
Nein, das wäre ein schlechtes Beispiel, weil Windräder den Strömungswiderstand des Fahrzeuges erheblich verschlechtern würden, und somit erstmal zusätzliche Energie nötig wäre, um diesen Verlust auszugleichen. Natürlich wäre die Ideale Lösung, den Verlust durch Reibung und Verformung aufzuheben oder auf ein Minimum zu reduzieren - das geht aber eben nicht so einfach ohne das bekannte Konzept "Auto" komplett auf den Kopf zu stellen. -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: gadthrawn 05.03.15 - 12:57
MikeMan schrieb:
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> Du hast prinzipiell Recht und ich verstehe, was Du meinst. Aber so, wie Du
> es ausdrückst, könnte man mit derselben Argumentation auch Windräder auf
> dem Auto anbringen, denn "der Fahrtwind weht ja sowieso"... ;)
Warum sollte man keine Windräder am Auto anbringen?
Bei Schiffen klappt das ja auch -> e-ship 1 , Cousteau fuhr eine Zeit mit was ähnlichem. Flettner Rotoren sind auch schon in Tragflächenversuchsaufbauten genutzt worden. Modellflugzeuge können damit fliegen und Strom erzeugen, haben sogar mehr Auftrieb (= langsamere Fluggeschwindigkeit möglich)
Flettner Rotoren sollten da auch beim Auto Energie gewinnen können, die man ansonsten für etwas anderes nutzt (stell dir das z.B. horizontal als Spoiler für den Andruck auf die Strasse vor. Ob man einfach nur Energie verschwendet um den Wagen unten zu halten oder damit einen Teil dieser Energie rückgewinnt sollte doch einen Unterschied machen. Wenn das Ding dann auch noch wegen Wind dreht wenn der Wagen steht umso besser...). -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: DLichti 05.03.15 - 14:52
> Bei Schiffen klappt das ja auch -> e-ship 1 , Cousteau fuhr eine Zeit mit
> was ähnlichem. Flettner Rotoren sind auch schon in
> Tragflächenversuchsaufbauten genutzt worden. Modellflugzeuge können damit
> fliegen und Strom erzeugen, haben sogar mehr Auftrieb
Ich glaube, du bringst da etwas durcheinander. Beim E-Ship 1 werden die Flettner-Rotoren zum Vortrieb genutzt, parallel zur Schiffsschraube, nicht zur Energiegewinnung. Die Energie kommt ganz konventionell von einigen Schiffsdieseln und Abgasturbinen. Der Teil mit dem größeren Auftrieb bei Flugzeugen stimmt zwar, aber auch hier werden die Flettner-Rotoren von einem Motor angetrieben und nicht umgekehrt. -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: gadthrawn 05.03.15 - 17:22
DLichti schrieb:
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> Ich glaube, du bringst da etwas durcheinander. Beim E-Ship 1 werden die
> Flettner-Rotoren zum Vortrieb genutzt, parallel zur Schiffsschraube, nicht
> zur Energiegewinnung. Die Energie kommt ganz konventionell von einigen
> Schiffsdieseln und Abgasturbinen. Der Teil mit dem größeren Auftrieb bei
> Flugzeugen stimmt zwar, aber auch hier werden die Flettner-Rotoren von
> einem Motor angetrieben und nicht umgekehrt.
Und du meinst nicht, dass man das umdrehen kann?
Luftkanäle, um den Unterdruck des Kanals für die Stabilität der Fahrt zu nutzen und darin den Rotor platzieren um den Leistungsverlust durch den Andruck an die Fahrbahn zumindest etwas zu verringern ( und die Kanäle machen Windrichtungswechsel egal, da Wind immer aus einer Richtung kommt).
Flettner Rotoren zur Energiegewinnung: http://www.fh-flensburg.de/ima/ret-projekte/2011/Flettner-Rotor.pdf -> die haben das Hauptproblem des Windrichtungswechsels. -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: dabbes 06.03.15 - 08:54
In dem Fall wird das Auto aber mehr Gewicht haben (schwerere Reifen, nötige Verkabelung, usw.).
Und da ist wieder Fraglich, ob das ganze Sinnvoll ist. -
Re: Muss man dann nicht mehr Gas geben?
Autor: gadthrawn 06.03.15 - 13:01
@dabbes
Ein Turbolader ist z.B. auch mehr Gewicht als kein Turbolader.
Oder in dem Fall passender: Ein System zur Verwertung der Bremsenergie hat die meisten der hierfür benötigten Leitungen schon liegen. Das System wirkt wohl noch um einiges mehr - und doch lohnt sich der Aufwand und das Gewicht um wieder Strom rückzugewinnen sobald der Motor im Schubbetrieb ist. (Gyrobusse machten das schon in den 50ern - ich glaube, würde so etwas heutzutage neu entwickelt, würden erstmal viele Nasen sagen: das bringt doch nichts - die Energie die reingesteckt wird um das Mitzuführen holt man doch nie wieder raus.).
Hier verurteilen viele die wahrscheinlich nie in Forschung gearbeitet haben. Es geht doch darum zu testen, ob sich Rückgewinnungen lohnen. Verformen tut sich der Reifen eh. Heiß werden auch. Gerade bei Nanopartikeln kann Wärme mit recht wenig "Gewichtseinsatz" zu Elektrizität umgewandelt werden.



