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die Maschinerie läuft weiter
Autor: mz4 14.09.23 - 09:05
Klar wenn man Öl und Gas verbieten will muss man her gehen und die Wärmepumen mit "Studien" schön rechnen damit auch ja viele den Zug mit machen.
bei ner WP bei -30° von Effizienz zu sprechen betrifft vielleicht Häuser die keine Energie mehr brauchen. Aber da kann ich auch Studie machen mit einem Super+110Oktan+Passivhaus wo es ausreicht in jedem Zimmer ein Teelicht stehen zu haben..
Das kombiniert mit dem Stirlingmotor ist dann ein Perpetum Mobile..
Die Studien wieder immer besser oder sind es nur die Berichte darüber die nur Oberflächlich das wiedergeben was "hetzerisch" gut klingt? -
Re: die Maschinerie läuft weiter
Autor: Beteigeuze 14.09.23 - 09:34
Man muss da nichts schönreden oder schönrechnen. Wärmepumpen werden immer effektiver sein als klassische Öl- oder Gasheizungen.
Auch wirtschaftlich gesehen, werden Wärmepumpen langfristig gesehen besser sein, als Heizungen die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Allein die Tatsache, dass letztes Jahr durch den Wegfall eines Hauptgaslieferanten die Gaspreise explodiert sind, sollte zu Denken geben.
Natürlich kann man weiterhin den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass die Gaspreise zukünftig günstig bleiben. Das wäre dann aber reichlich naiv. Denn ganz unabhängig davon, was man vom Umweltschutz hält, sollte man sich persönlich langsam Gedanken machen, wie man sein Haus zukünftig warm halten möchte. Die Zeiten, in denen man sinnlos Gas und Öl verheizen kann, sind so langsam vorbei.
Und nein, ich werde jetzt meine Ölheizung nicht gegen eine Wärmepumpe austauschen. Dafür wären vorab zu viele Anpassungen am Haus nötig. Wir setzen, wie viele andere auch, die ebenfalls ein älteres, schlecht gedämmtes Haus haben, auf eine hybride Lösungen. Dh. die Ölheizung läuft nur an richtig kalten Tagen, ansonsten wird mit den im Artikel genannten Splitklimaanlagen im Haus geheizt, wovon wir mittlerweile schon zwei haben.
Demnächst wird die Warmwasseraufbereitung der Ölheizung durch eine Brauchwasser-Wärmepumpe ersetzt, die als Bonus den Keller kühl und trocken hält. Daneben wird nach und nach das Haus energetisch saniert. Teilweise auch mit Arbeiten, die man problemlos selbst durchführen kann. Auch hierfür gibt es genügend Beispiele im Netz.
Also bitte nicht immer gleich einen hochroten Kopf bekommen, wenn man was über Wärmepumpen liest, sondern mal ganz objektiv die Sache betrachten und anfangen langfristig zu planen. -
Re: die Maschinerie läuft weiter
Autor: mz4 14.09.23 - 09:58
ja natürlich sind Wärmepumpen effektiver in eben den passenden Häusern.
aber in den modernen Häusern ohne Luftbewegung ist das Raumklima jetzt auch nicht toll..
Da fühlt man sich teils wie in eine Frisch ausgezogenem Turnschuh.
Ich sage ja nichts per se gegen Wärmepumen denn wie du schön geschrieben hast sind Split Klimaanlagen ein recht attraktive und günstige Möglichkeit für Wohnklima wenn auch eine Heizung mit Klimaanlagen durch die entstehenden Geräusche oft nicht so toll ist wenn man es leise haben will wie auch durch die reine Lufterwärmung bei Ausfall derer in 10min gleich wieder richtig frisch wird. (außer man heizt ununterbrochen dass irgendwann das Mauerwerk auch wärmer wird was im schlecht gedämmten aber wieder der Kältebrücke zum Opfer wird)
Dazu wäre alles super wenn die AKWs wieder laufen würden und Strom günstig wäre.
Wenn der Strompreis in ein paar Jahren bei 60-80cent ist und die Inflation weiter um sich greift geht heizen nur noch wenn man den Strom selbst erzeugen und auch speichern kann.
Sobald man Netzgebunden ist schaut es dann wieder anders aus.
Wir haben auch noch Öl und Gasvorkommen sogar noch Kohle ohne Ende die man mit sauberer Luftaufbereitung auch verwenden könnte.
Man muss nicht alles schlecht reden.
Wir sollen im Jahr das an CO2 einsparen was China am Tag raus bläst..
Zu lasten unserer Geldbeutel.
Öl und Gas sind hier nur so teuer weil sie künstlich mit Steuern so teuer gemacht wurden.
Wenn Benzin und Diesel nur noch 1¤ kosten würde (nicht allzuweit weg kostete es das)
und Heizöl (gibt es da nicht mal weil man mit Gas heizt/kocht) zudem da ist ja Diesel billiger als hier Heizöl... aber egal.. sogar private 3 Phasige Stromgeneratoren lohnen sich da weil billiger mit Diesel als mit Batterien usw...
Es ist wie immer was der Politik im Kopf rum spinnt wird auf dem rücken der Bevölkerung ausgetragen.
Eine Brauchwasserwärmepumpe ist ein gar nicht mal schlechtes Gerät..
Blöd nur das sie im Haus steht und dem Haus die Wärme entzieht welche man dann wieder mit Heizen nachschiebt. (auch eine Kellerdecke strahlt in alle Richtungen ab)
ein Permafrost haben wir ja nicht im Keller ;)
(ja auch das Erdreich wärmt die Aussenwände)
Die Abschließende Frage ist dann noch.
Darf man in Zukunft noch für irgendetwas selbst Hand anlegen?
Darf man Klimaanalgen überhaupt selbst installieren? (Ja R290 kann man selbst)
Kann man überhaupt etwas selbst machen und dafür eine Förderung bekommen?
die Spirale ist im vollen Gange und man versucht immer noch das positive zu sehen.
Wenn ich den Tag über mir Gedanken machen muss wie ich das Puzzle der Idiotie für die Zukunft legen muss damit ich überhaupt irgendwann noch etwas machen kann ist das einfach nur noch verrückt.
Aber sehen wir wie in 1-2 Jahren der Immobilienmarkt ist, wo die Wirtschaft steht und was es sonst noch an Neuerungen gibt... -
Re: die Maschinerie läuft weiter
Autor: theFiend 14.09.23 - 10:08
mz4 schrieb:
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> Aber sehen wir wie in 1-2 Jahren der Immobilienmarkt ist, wo die Wirtschaft
> steht und was es sonst noch an Neuerungen gibt...
All das was da passiert, übrigens auch das was im Bereich "Heizen" passiert, wurde schon vor vielen, vielen Jahren entschieden. Aktuell geht es meist nur darum wie das entschiedene umzusetzen ist. Auch den Markt mit billigem Geld zu fluten, im Bewusstsein das man das irgendwann beenden müsste, und dann eine große rezession kommen würde, hat man vor über 10 Jahren so beschlossen. Wer glaubt das hätte irgendwas mit der aktuellen Regierung, oder Entscheidungen der letzten 2 Jahren zu tun, glaubt wirklich auch noch an den Weihnachtsmann...
Das aus der Ölheizung wurde von der CDU/CSU im GEG 2018 für 2028 festgelegt. Damals hat man es sich halt einfach gemacht, wie so oft, und ein enddatum nach "irgendwann" geschoben, ohne sich je Gedanken darum zu machen wie das zu realisieren ist. Jetzt wo es realisiert weden muss, mit konkreten Maßnahmen, schreit man dann, als wäre das was ganz neues, und ganz viele Bürger lassen sich von der Methode auch noch verarschen.
Man hätte den Übergang für ALLE viel leichter und sanfter handhaben können, wenn man schon damals ganz konkrete Maßnahmen beschlossen hätte, die eine 10 jährige Übergangsfrist eben ermöglichen. -
Wärmepumpen können NICHT EFFIZIENT SEIN!!!!!11elf
Autor: Cerdo 14.09.23 - 10:27
Was genau soll denn in der Studi schöngerechnet sein? Das ist eine Feldstudie, also präsentieren sie nur ihre Messwerte. Da darfst Du gerne nachrechnen (was die Reviewer auch gemacht haben).
Aus 1 kWh Strom mehr als 1 kWh Wärme zu machen ist effizient. Wenn man jetzt Kohlestrom rein steckt, muss die Effizienz höher sein, als wenn man die Kohle direkt verbrennt.
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Wir rechnen das mal durch:
"In Deutschland lagen die mittleren Wirkungsgrade im Jahr 2019 bei Braunkohlekraftwerken bei 39,5 %" [1]. Braunkohle hat einen Heizwert von 2,2 kWh pro Kilogramm [2], also kommen da 0,869 kWh Strom raus. Bei -30 °C bekommt man also mit dem im Artikel erwähnten COP von 1,5 noch 1,3 kWh Wärme raus. Das ist also weniger effizient, als direkt Braunkohle zuhause zu verfeuern.
Jetzt könnte man natürlich sagen "Ha! Ich hab's doch gesagt!", aber wie oft (und wenn, wie lange) haben wir -30 °C in Deutschland?
Laut der Studie [3] liegt der mittlere COP in Deutschland bei Temperaturen zwischen -10°C und 5°C bei 3.7 [4, Tabelle 1]. Also werden aus 0,869 kWh Strom 3.2 kWh Wärme. Das sind 45 % mehr, als wenn man die Braunkohle direkt verfeuern würde.
Das andere Extrem ist Flüssiggas mit einem Heizwert von 12,87 kWh/kg. Nehmen wir mal an, wir verfeuern das in einem super effizienten Kombikraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 60 %. Dann kommen 7,722 kWh Strom raus. Das stecken wir im Winter bei -30 °C in die Wärmepumpe (COP: 1,5) und bekommen 11,583 kWh Wärme, also 10 % weniger, als wenn wir das Gas direkt verfeuern. Bei den üblichen Temperaturen (COP: 3.7) bekommen wir 28,57 kWh Wärme. Also 122 % mehr Wärme als wenn wir das Gas zuhause verbrennen.
Korrigiert mich, wenn ich mich verrechnet habe, ich sehe da aber ein klares Ergebnis.
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Jetzt muss sich eine Volkswirtschaft natürlich überlegen, ob sie sehr viel fossilen Brennstoff an alle Haushalte verteilen möchte - oder ob sie nur einen Teil davon kauft, zu Strom macht und dann diesen verteilt.
Genauso muss sich eine Menschheit überlegen, ob sie weiterhin fossil gebundenes CO2 freisetzen und sich damit selbst den Lebensraum kaputt machen will - oder ob sie jetzt eine zumutbare Hürde nimmt, damit zukünftige Generationen es auch noch gut haben.
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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk#Wirkungsgrad
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Braunkohle
[3] https://www.cell.com/joule/fulltext/S2542-4351(23)00351-3
[4] https://www.cell.com/cms/10.1016/j.joule.2023.08.005/attachment/e8686077-925b-4415-a031-37cbeb0b5fb7/mmc1.pdf -
Re: Wärmepumpen können NICHT EFFIZIENT SEIN!!!!!11elf
Autor: captain_spaulding 15.09.23 - 23:38
Cerdo schrieb:
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> Aus 1 kWh Strom mehr als 1 kWh Wärme zu machen ist effizient. Wenn man
> jetzt Kohlestrom rein steckt, muss die Effizienz höher sein, als wenn man
> die Kohle direkt verbrennt.
Kommt eben auf den Standpunkt an. Als Wissenschaftler, der solche Studien anfertigt, ist ein COP>1 natürlich super. Für denjenigen, der sein Haus heizen will, ist ein COP>4 super und alles darunter eher mies. Weil er eben nicht die Energie betrachtet sondern das Geld.



