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Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

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  1. Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: eMvO 22.05.20 - 18:18

    Die Windparks sind schließlich alle über Kabel mit dem Land verbunden. Warum das nicht an der Küste bauen? Da ist das viel leichter und billiger zugänglich und die Meerwasserentsalzung kann man sich auch sparen.

  2. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 18:58

    Weiter draußen ist einfach mehr Platz. In Küstennähe balgen sich Schiffsverkehr, Fischerei, Umweltschutz und einige landschaftsbildvernarrte Touris, bzw. Urlaubsanbieter um die vorhandenen Flächen. Weiter draußen hat man das alles nicht oder kaum, und erst letztes Jahr wurde der erste schwimmende Windpark eingeweiht. Schwimmend, weil der soweit draußen liegt, dass das Meer schon viel zu tief ist um dort Windtürme auf Fundamente zu stellen. Von diesen schwimmenden Parks wird es in Zukunft allerdings immer mehr geben, und für die alle ist die Wasserstoffoption interessant, allein um sich auf diese Weise das Seekabel zu sparen. Das Seekabel ist halt einfach so dermaßen teuer, dass daran schon unzählige Ideen und einige Projekte gescheitert sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.05.20 19:01 durch Ach.

  3. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Netzweltler 22.05.20 - 19:30

    eMvO schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Windparks sind schließlich alle über Kabel mit dem Land verbunden.
    > Warum das nicht an der Küste bauen? Da ist das viel leichter und billiger
    > zugänglich und die Meerwasserentsalzung kann man sich auch sparen.
    Landoberfläche bremst Wind merklich aus. Auf hoher See weht Wind wesentlich gleichmäßiger.
    Und da draußen motzt niemand über verspargelte Landschaften.

  4. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 22.05.20 - 20:26

    Netzweltler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > eMvO schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Landoberfläche bremst Wind merklich aus. Auf hoher See weht Wind wesentlich
    > gleichmäßiger.
    > Und da draußen motzt niemand über verspargelte Landschaften.

    Die Frage war, warum die Elektrolyse offshore stattfinden sollte. Und dafür habe ich ehrlich gesagt auch keine plausible Erklärung gefunden. Auch das Argument, dass in Küstennähe kein Platz wäre erschließt sich mir nicht. Dann baut man die Anlage eben etwas im Hinterland. Auf denen eine Kilometer mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an.

    Die Vorteile an Land wären hingegen vielfältig. Mit einer zentralen Anlage könnte man mehrere Parks gleichzeitig bedienen, dadurch erhöht sich die Auslastung und die Effizienz. Den Entfall der Entsalzung hattest Du ja bereits angesprochen. Hinzu kommt viel einfacherer Bau, Betrieb und Wartung.

  5. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 21:34

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Die Frage war, warum die Elektrolyse offshore stattfinden sollte. Und dafür
    > habe ich ehrlich gesagt auch keine plausible Erklärung gefunden. Auch das
    > Argument, dass in Küstennähe kein Platz wäre erschließt sich mir nicht.
    > Dann baut man die Anlage eben etwas im Hinterland. Auf denen eine Kilometer
    > mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an.
    >
    > Die Vorteile an Land wären hingegen vielfältig. Mit einer zentralen Anlage
    > könnte man mehrere Parks gleichzeitig bedienen, dadurch erhöht sich die
    > Auslastung und die Effizienz. Den Entfall der Entsalzung hattest Du ja
    > bereits angesprochen. Hinzu kommt viel einfacherer Bau, Betrieb und
    > Wartung.

    Sieht so aus, als ob da leicht verminuaturisierte Größenvorstellungen vorliegen. Erneuerbare sind Flächenenergien. Mit ein Grund, warum die sich an Land so toll als Bürgerenergien prädestinieren, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Was das für die Fläche bedeutet, mal ein Atomkraftwerk als Ausgangspunkt. Das leistet vielleicht 1,5 GW. Dagegen eine moderne WK Offshore Anlage vielleicht 7,5 MW. Braucht mal also 200 WK Anlagen um das eine Atomkraftwerk zu ersetzen. Diese WK Türme haben Rotordurchmesser von vielleicht 150m, und müssen, um sich dabei Energiemäßig nicht ins Gehege zu kommen, also um sich nicht gegenseitig den Wind zu stehlen, vielleicht 300m bis 600m auseinander stehen? Irgendwas dazwischen ich weis es nicht genau, sagen wir mal 500m, und zu viele hintereinander stellen geht auch mit 500m nicht weil die hinteren dann nur noch den von den Vorderen bereits ausgebremsten Wind abbekommen, ergo müssen die WKs auf mehrere Windparks aufgeteilt werden. Sind dann vielleicht 8 Windparks a jeweils 25 WKs, und jeder dieser Parks erstreckt sich dann über ca 1500m x 4000m, zuzüglich der Transformatoren Gebäude und der Sicherheitsabstände rund um jeden Windpark von jeweils über einem Kilometer, der von Schiffen nicht befahren werden darf. Da sehen dann die WK Parks auf der Landkarte schon Teppichen nicht unähnlich.

    Und das ist ja nur der Anfang. WK muss für viel mehr herhalten als den kompletten aktuellen Strombedarf. Wie schon mehrfach erwähnt, brauchen wir WK zur zusätzlichen Decken unserer Wärmebedarfe über Wärmepumpen und/oder KWK Anlagen, zum elektrischen Versorgen/Aufladen unserer Gebäude und Fahrzeuge, zum Vorhalten von Wasserstoff für den Winter, als Treibstoff für Schiffe und Flugzeuge sowie als Grundlage für unsere Petrochemie der Zukunft, wenn wir früher oder später auf Öl und Kohle als Grundlage verzichten. Zur Herstellung des ganzen Plastiks genauso wie z.B. für den Wechsel des Koks basierten Stahlherstellungsprozess im Hochofen auf den H2 basierten Hochofenprozess.

    Am Ende des Tages brauchen wir deshalb alles. Die von dir beschriebene landgestützte Windkraft, die aber bei weiten nicht ausreicht und deswegen von einer schwimmenden und bis weit aufs Meer hinausreichenden WK ergänzt wird. Motto : nicht klekern sondern klotzen, mit allem und mit allen, sprich : mit EVUs auf dem Meer sowie Bürgern, Genossenschaften, Kommunen, Ländern und Städten an Land mit Wind und Fotovoltaik, und alle bekommen was zu tun und was zum verdienen.

  6. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 22.05.20 - 21:40

    Ach schrieb:
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    > smonkey schrieb:
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    > -----
    > >
    > > Die Frage war, warum die Elektrolyse offshore stattfinden sollte. Und
    > dafür
    > > habe ich ehrlich gesagt auch keine plausible Erklärung gefunden. Auch
    > das
    > > Argument, dass in Küstennähe kein Platz wäre erschließt sich mir nicht.
    > > Dann baut man die Anlage eben etwas im Hinterland. Auf denen eine
    > Kilometer
    > > mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an.
    > >
    > > Die Vorteile an Land wären hingegen vielfältig. Mit einer zentralen
    > Anlage
    > > könnte man mehrere Parks gleichzeitig bedienen, dadurch erhöht sich die
    > > Auslastung und die Effizienz. Den Entfall der Entsalzung hattest Du ja
    > > bereits angesprochen. Hinzu kommt viel einfacherer Bau, Betrieb und
    > > Wartung.
    >
    > Sieht so aus, als ob da leicht verminuaturisierte Größenvorstellungen
    > vorliegen. Erneuerbare sind Flächenenergien. Mit ein Grund, warum die sich
    > an Land so toll als Bürgerenergien prädestinieren, aber das ist wieder eine
    > andere Geschichte. Was das für die Fläche bedeutet, mal ein Atomkraftwerk
    > als Ausgangspunkt. Das leistet vielleicht 1,5 GW. Dagegen eine moderne WK
    > Offshore Anlage vielleicht 7,5 MW. Braucht mal also 200 WK Anlagen um das
    > eine Atomkraftwerk zu ersetzen. Diese WK Türme haben Rotordurchmesser von
    > vielleicht 150m, und müssen, um sich dabei Energiemäßig nicht ins Gehege zu
    > kommen, also um sich nicht gegenseitig den Wind zu stehlen, vielleicht 300m
    > bis 600m auseinander stehen? Irgendwas dazwischen ich weis es nicht genau,
    > sagen wir mal 500m, und zu viele hintereinander stellen geht auch mit 500m
    > nicht weil die hinteren dann nur noch den von den Vorderen bereits
    > ausgebremsten Wind abbekommen, ergo müssen die WKs auf mehrere Windparks
    > aufgeteilt werden. Sind dann vielleicht 8 Windparks a jeweils 25 WKs, und
    > jeder dieser Parks erstreckt sich dann über ca 1500m x 4000m, zuzüglich der
    > Transformatoren Gebäude und der Sicherheitsabstände rund um jeden Windpark
    > von jeweils über einem Kilometer, der von Schiffen nicht befahren werden
    > darf. Da sehen dann die WK Parks auf der Landkarte schon Teppichen nicht
    > unähnlich.
    >
    > Und das ist ja nur der Anfang. WK muss für viel mehr herhalten als den
    > kompletten aktuellen Strombedarf. Wie schon mehrfach erwähnt, brauchen wir
    > WK zur zusätzlichen Decken unserer Wärmebedarfe über Wärmepumpen und/oder
    > KWK Anlagen, zum elektrischen Versorgen/Aufladen unserer Gebäude und
    > Fahrzeuge, zum Vorhalten von Wasserstoff für den Winter, als Treibstoff für
    > Schiffe und Flugzeuge sowie als Grundlage für unsere Petrochemie der
    > Zukunft, wenn wir früher oder später auf Öl und Kohle als Grundlage
    > verzichten. Zur Herstellung des ganzen Plastiks genauso wie z.B. für den
    > Wechsel des Koks basierten Stahlherstellungsprozess im Hochofen auf den H2
    > basierten Hochofenprozess.
    >
    > Am Ende des Tages brauchen wir deshalb alles. Die von dir beschriebene
    > landgestützte Windkraft, die aber bei weiten nicht ausreicht und deswegen
    > von einer schwimmenden und bis weit aufs Meer hinausreichenden WK ergänzt
    > wird. Motto : nicht klekern sondern klotzen, mit allem und mit allen,
    > sprich : mit EVUs auf dem Meer sowie Bürgern, Genossenschaften, Kommunen,
    > Ländern und Städten an Land mit Wind und Fotovoltaik, und alle bekommen was
    > zu tun und was zum verdienen.

    Alles schön und gut. Hat aber leider überhaupt nichts damit zu tun, warum die Elektrolyse on- statt off-shore stattfinden sollte.

  7. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 21:51

    > Alles schön und gut. Hat aber leider überhaupt nichts damit zu tun, warum die Elektrolyse on- statt off-shore stattfinden sollte.

    Das Argument dafür ist doch auch schon gefallen. Weil entgegen des einen oder anderen Kommentars hier die Stromstrecke bis an Land in vielen Fällen unbezahlbar ist. Und das Problem verschärft sich, je größer die Entfernungen zur Küste werden.

  8. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: bl 22.05.20 - 22:07

    smonkey schrieb:
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    > Ach schrieb:
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    > > smonkey schrieb:
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    > > > Die Frage war, warum die Elektrolyse offshore stattfinden sollte. Und
    > > dafür
    > > > habe ich ehrlich gesagt auch keine plausible Erklärung gefunden. Auch
    > > das
    > > > Argument, dass in Küstennähe kein Platz wäre erschließt sich mir
    > nicht.
    > > > Dann baut man die Anlage eben etwas im Hinterland. Auf denen eine
    > > Kilometer
    > > > mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an.
    > > >
    > > > Die Vorteile an Land wären hingegen vielfältig. Mit einer zentralen
    > > Anlage
    > > > könnte man mehrere Parks gleichzeitig bedienen, dadurch erhöht sich
    > die
    > > > Auslastung und die Effizienz. Den Entfall der Entsalzung hattest Du ja
    > > > bereits angesprochen. Hinzu kommt viel einfacherer Bau, Betrieb und
    > > > Wartung.
    > >
    > > Sieht so aus, als ob da leicht verminuaturisierte Größenvorstellungen
    > > vorliegen. Erneuerbare sind Flächenenergien. Mit ein Grund, warum die
    > sich
    > > an Land so toll als Bürgerenergien prädestinieren, aber das ist wieder
    > eine
    > > andere Geschichte. Was das für die Fläche bedeutet, mal ein
    > Atomkraftwerk
    > > als Ausgangspunkt. Das leistet vielleicht 1,5 GW. Dagegen eine moderne
    > WK
    > > Offshore Anlage vielleicht 7,5 MW. Braucht mal also 200 WK Anlagen um
    > das
    > > eine Atomkraftwerk zu ersetzen. Diese WK Türme haben Rotordurchmesser
    > von
    > > vielleicht 150m, und müssen, um sich dabei Energiemäßig nicht ins Gehege
    > zu
    > > kommen, also um sich nicht gegenseitig den Wind zu stehlen, vielleicht
    > 300m
    > > bis 600m auseinander stehen? Irgendwas dazwischen ich weis es nicht
    > genau,
    > > sagen wir mal 500m, und zu viele hintereinander stellen geht auch mit
    > 500m
    > > nicht weil die hinteren dann nur noch den von den Vorderen bereits
    > > ausgebremsten Wind abbekommen, ergo müssen die WKs auf mehrere Windparks
    > > aufgeteilt werden. Sind dann vielleicht 8 Windparks a jeweils 25 WKs,
    > und
    > > jeder dieser Parks erstreckt sich dann über ca 1500m x 4000m, zuzüglich
    > der
    > > Transformatoren Gebäude und der Sicherheitsabstände rund um jeden
    > Windpark
    > > von jeweils über einem Kilometer, der von Schiffen nicht befahren werden
    > > darf. Da sehen dann die WK Parks auf der Landkarte schon Teppichen nicht
    > > unähnlich.
    > >
    > > Und das ist ja nur der Anfang. WK muss für viel mehr herhalten als den
    > > kompletten aktuellen Strombedarf. Wie schon mehrfach erwähnt, brauchen
    > wir
    > > WK zur zusätzlichen Decken unserer Wärmebedarfe über Wärmepumpen
    > und/oder
    > > KWK Anlagen, zum elektrischen Versorgen/Aufladen unserer Gebäude und
    > > Fahrzeuge, zum Vorhalten von Wasserstoff für den Winter, als Treibstoff
    > für
    > > Schiffe und Flugzeuge sowie als Grundlage für unsere Petrochemie der
    > > Zukunft, wenn wir früher oder später auf Öl und Kohle als Grundlage
    > > verzichten. Zur Herstellung des ganzen Plastiks genauso wie z.B. für den
    > > Wechsel des Koks basierten Stahlherstellungsprozess im Hochofen auf den
    > H2
    > > basierten Hochofenprozess.
    > >
    > > Am Ende des Tages brauchen wir deshalb alles. Die von dir beschriebene
    > > landgestützte Windkraft, die aber bei weiten nicht ausreicht und
    > deswegen
    > > von einer schwimmenden und bis weit aufs Meer hinausreichenden WK
    > ergänzt
    > > wird. Motto : nicht klekern sondern klotzen, mit allem und mit allen,
    > > sprich : mit EVUs auf dem Meer sowie Bürgern, Genossenschaften,
    > Kommunen,
    > > Ländern und Städten an Land mit Wind und Fotovoltaik, und alle bekommen
    > was
    > > zu tun und was zum verdienen.
    >
    > Alles schön und gut. Hat aber leider überhaupt nichts damit zu tun, warum
    > die Elektrolyse on- statt off-shore stattfinden sollte.

    1. Pipeline für Gas billiger als Kabel für Strom.
    2. Pipeline für Gas oft schon vorhanden.

  9. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 22.05.20 - 22:14

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Alles schön und gut. Hat aber leider überhaupt nichts damit zu tun, warum
    > die Elektrolyse on- statt off-shore stattfinden sollte.
    >
    > Das Argument dafür ist doch auch schon gefallen. Weil entgegen des einen
    > oder anderen Kommentars hier die Stromstrecke bis an Land in vielen Fällen
    > unbezahlbar ist. Und das Problem verschärft sich, je größer die
    > Entfernungen zur Küste werden.

    Das ist doch völlig unerheblich. Die Parks hängen ohnehin schon am Netz.

  10. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 22:17

    > 1. Pipeline für Gas billiger als Kabel für Strom.
    > 2. Pipeline für Gas oft schon vorhanden.

    Genau so, Und nicht zu vergessen, kann man Gas als weitere Rückfalloption auch von Schiffen abholen lassen, dann braucht man gar keine Leitung mehr.

  11. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 22:33

    > Das ist doch völlig unerheblich. Die Parks hängen ohnehin schon am Netz.

    Protagonist ist ja nicht die Deutschen Offshore-WK-Branche sondern laut Bericht "ein niederländisches Forschungs- und Industriekonsortium". Ergo könnte ich mir vorstellen, dass man weniger an das Hier und Jetzt und viel eher nach vorne denkt. Egal wieviel Strom heute offshore produziert wird, repräsentiert der ja nur einen Bruchteil der zukünftigen Offshore Energien. Zudem ist die Plattform, auf der sie ihre Versuche durchführen, zwar an das Stromnetz angebunden, aber das bedeutet nicht, dass die produzierenden WK Anlagen ihre ungleich größeren Strommengen in umgekehrter Richtung über die selbe Leitung zurück an Land schicken könnten.

  12. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 22.05.20 - 23:11

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > 1. Pipeline für Gas billiger als Kabel für Strom.
    > > 2. Pipeline für Gas oft schon vorhanden.
    >
    > Genau so, Und nicht zu vergessen, kann man Gas als weitere Rückfalloption
    > auch von Schiffen abholen lassen, dann braucht man gar keine Leitung mehr.

    Mal abgesehen davon, dass ich das rein von der Plausibilität nicht für möglich halte, dass ein relativ einfach zu verlegendes Seekabel teurer sein sollte als ein technisch aufwendig zu verlegendes massives druckdichtes Gasrohr, stellen sich mir zwei Fragen:

    1. Wo soll das H2 (zwischen)gelagert werden, gigantische Drucktanks auf offener See?

    2. Schon mal eine H2-Tankstelle aus der Nähe gesehen? Wie soll dass auf offenem Meer mit gigantischen Volumen und bei Wellengang funktionieren?

  13. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 22.05.20 - 23:13

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das ist doch völlig unerheblich. Die Parks hängen ohnehin schon am Netz.
    >
    > Protagonist ist ja nicht die Deutschen Offshore-WK-Branche sondern laut
    > Bericht "ein niederländisches Forschungs- und Industriekonsortium". Ergo
    > könnte ich mir vorstellen, dass man weniger an das Hier und Jetzt und viel
    > eher nach vorne denkt. Egal wieviel Strom heute offshore produziert wird,
    > repräsentiert der ja nur einen Bruchteil der zukünftigen Offshore Energien.
    > Zudem ist die Plattform, auf der sie ihre Versuche durchführen, zwar an das
    > Stromnetz angebunden, aber das bedeutet nicht, dass die produzierenden WK
    > Anlagen ihre ungleich größeren Strommengen in umgekehrter Richtung über die
    > selbe Leitung zurück an Land schicken könnten.

    Ich rede nicht von der Plattform, ich rede von den Parks!

  14. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 23:32

    > Ich rede nicht von der Plattform, ich rede von den Parks!

    Soll ich vielleicht extra vorbei kommen und dir die entsprechenden Stellen persönlich von der Webseite ablesen, oder schaffst du es dir den Bericht vor solcher Art von Posts noch einmal selber durchzulesen? Groß und breit ist da die Rede von drei Elektrolyse Anlagen an Land, sowie von dieser besonderen Plattform, die wie gesagt von einem Niederländischen Forschungskonsortium betrieben wir. Finde ich eigentlich unglaublich.

  15. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 22.05.20 - 23:53

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal abgesehen davon, dass ich das rein von der Plausibilität nicht für möglich halte,
    > dass ein relativ einfach zu verlegendes Seekabel teurer sein sollte als ein technisch
    > aufwendig zu verlegendes massives druckdichtes Gasrohr,

    Das ist, weil sich die Kosten nicht nur im Kabel binden, sondern in den Transformatoren auf See. Ich erinnere mich auch daran, dass es da ein hin und her zwischen dem Durchreichen des Drehstroms aus den WK-Türmen und den Umwandeln in Gleichstrom vor dem Beschiecken des Kabels gab, weil Wechselstrom unter Wasser für hohe Verluste sorgen würde und derlei technischer Geschichten, und dass wirklich weltweit und überall die hohen Kosten Starkstrom führender Seekabel angeprangert wurden. Ich weis das von den weltweiten Bemühungen um die Wellenenergie und deren Sorgen. An mehr kann ich mich auch nicht erinnern weil die Diskussionen um die Seekabel gerade zu lange her sind.

    > ...stellen sich mir zwei Fragen:

    > 1. Wo soll das H2 (zwischen)gelagert werden, gigantische Drucktanks auf offener See?

    Wieso "gigantisch"? Gib mir doch mal etwas greifbares. Mit was für Mengen rechnest du denn?

    > 2. Schon mal eine H2-Tankstelle aus der Nähe gesehen? Wie soll dass auf offenem Meer
    > mit gigantischen Volumen und bei Wellengang funktionieren?

    Tja, so ist das halt, wenn etwas noch nicht existiert weil es erst noch entwickelt werden muss. Dann ist es einfach noch nicht da! Für genau diese Zwecke bilden sich dann solche Konsortien wie die im Bericht besprochenen, um derlei hochinteressante Fragen und Ideen des Ob und Wie zu entwickeln und zu überprüfen. Wobei eine (Schlauch-)Leitung beweglich ist, und insofern eine bewegliche Vertauung eines Schiffes an die Anlage besteht, ich mich gerade frage, was überhaupt gegen die Anbindung einer Gasleitung an diese bestehende Anbindung des Schiffes sprechen sollte?



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 23.05.20 00:08 durch Ach.

  16. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: richtchri 23.05.20 - 09:13

    Gas Pipelines sind für Wasserstoff als Transportleitung aufgrund der starken Korrosionen nicht geeignet.

  17. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 23.05.20 - 09:19

    Hey, mir sind dann doch noch ein paar Details zu der komplexen Stromübertragung durchs Wasser eingefallen. Das Problem hat damit zu tun, dass Hochspannungsleitungen ja fröhlich und weit über die eigentliche Kabelummantelung hinaus elektrisch schwingen, was man spätestens bemerkt, wenn man sich nachts mit einer Leuchtstoffröhre in der Hand unter eine Starkstromleitung stellt.

    Aus energetischer Sicht ist das aber gar kein Problem, da lässt man die Leitung einfach fröhlich aber eben nahezu verlustfrei vor sich her schwingen. Anders unter Wasser. Den im Gegensatz zur Luft bremst das Medium Wasser die Schwingungen einer Wechselstromübertragung sehr viel entschiedener. Statt Energie ins Leuchten der Leuchtstoffröhre abzugeben, verliert die Unterwasserleitung dann Energie in der Erwärmung der allumgebenden Flüssigkeit, und dieser Verlust summiert sich so weit auf, dass sich nach einer gewissen zweistellingen Kilometer Entfernung die Übertragung nicht mehr lohnt weil nichts mehr ankommt.

    Einziger Ausweg : eine schwingungsfreie Stromübertragung, also Gleichstrom. Damit der Gleichstrom aber verlustarm durch die Leitung fließt, muss auch der bei hoher Spannung übertragen werden, und dieses Erhöhen der Spannung des Gleichstromes ist das, was so aufwendig ist und die Transformatorkosten so nach oben treibt. Denn was man da praktisch auf dem Meer errichtet, ist eine dieser HGÜ Leitungen von denen jeder redet, aber eben nicht an Land, sondern für das kurze Stück vom Windpark zur Küste. Konkret kommt dann aus den drehenden Windrotoren netzkompatibler Drehstrom, der im Transformatorgebäude des Windparks gebündelt und in verlustarmen Hochspannungsgleichstrom gewandelt, in das Unter-Wasser-HGÜ-Kabel geschickt, am Ausgang wieder zurück in Drehstrom gewandelt und ins Stromnetz eingespeist wird. Damit etwas klarer, wie es zu den hohen Stromübertragungskosten durchs Meer kommt?

  18. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 23.05.20 - 09:33

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich rede nicht von der Plattform, ich rede von den Parks!
    >
    > Soll ich vielleicht extra vorbei kommen und dir die entsprechenden Stellen
    > persönlich von der Webseite ablesen, oder schaffst du es dir den Bericht
    > vor solcher Art von Posts noch einmal selber durchzulesen? Groß und breit
    > ist da die Rede von drei Elektrolyse Anlagen an Land, sowie von dieser
    > besonderen Plattform, die wie gesagt von einem Niederländischen
    > Forschungskonsortium betrieben wir. Finde ich eigentlich unglaublich.

    Also bitte, jetzt nicht unverschämt werden!

    Die Frage war doch ganz unmissverständlich allgemein gehalten. Ich wiederhole sie gerne noch mal:

    > Die Frage war, warum die Elektrolyse offshore stattfinden sollte

    Oder weiter:

    > Das ist doch völlig unerheblich. Die Parks hängen ohnehin schon am Netz.

    Was ist an (Wind)Parks nicht zu verstehen?


    Wenn wir jetzt spezifisch bei dem Forschungsprojekt bleiben wollten, ergibt es ja noch weniger Sinn. Denn da wird Strom vom Land genommen, und das H2 wieder zurück an Land transportiert.

  19. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: smonkey 23.05.20 - 10:18

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso "gigantisch"? Gib mir doch mal etwas greifbares. Mit was für Mengen
    > rechnest du denn?

    Große Windparks haben mehrere Hundert Megawatt Spitzenleistung. Neure im Bau befindliche sogar 900 MW. Ausgehend von modernen Anlagen mit 80% Wirkungsgrad komme ich auf rund 21,6 Tonnen die Stunde.
    Da die Anlage ja genau dann genutzt werden sollen wenn Überkapazitäten bestehen, ist eine hohe Auslastung auch überhaupt nicht unwahrscheinlich.
    Ein 40-Tonner kann heute ja nach Speicherform eine (Druck) bis vier (Flüssig) Tonnen H2 transportieren. Wir reden also von 5-40 LKW Aufliegern pro Stunde. Von dem zusätzlichen Aufwand zur Kompression oder Kühlung ganz zu schweigen.

  20. Re: Ich verstehe den Sinn von Offshore-Wasserstofferzeugung nicht

    Autor: Ach 23.05.20 - 11:22

    Und beide Fragen werden dir ganz konkret und unmissverständlich im Bericht beantwortet, bzw. wird schon gleich zu Beginn deine Annahme widerlegt, dass allein von einer offshore Produktion von H2 die Rede sei, weshalb ich davon ausgehe, dass du dir den Bericht überhaupt nicht durchgelesen hast.

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