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Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

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  1. Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: fanreisender 26.04.19 - 12:59

    Die ganze Salzanlage muss man sowieso neu bauen, egal wo. Da gibt es keinen Kostenvorteile bei ausgemusterten Wärmekraftwerken.
    Desertec hatte aber den Vorteil der Planungssicherheit. Alle 24h für durchschnittlich 12h Sonne war zu 99% garantiert. Der Wind hält sich nicht an dieses 24-h-Raster.
    Und trotzdem ist Desertec gescheitert.

  2. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: dabbes 26.04.19 - 13:14

    Desertec ist gescheitert weil niemand 300 Milliarden in ein unsicheres Gebiet investiert und EU-Staaten sich uneins über die Stromtrassen sind.

  3. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: Danijoo 26.04.19 - 13:18

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die ganze Salzanlage muss man sowieso neu bauen, egal wo. Da gibt es keinen
    > Kostenvorteile bei ausgemusterten Wärmekraftwerken.

    Der Kostenvorteil ist das du nur die Anlage zur Speicherung und Heizung des Salzes bauen musst. Der Teil, der aus Hitze über eine Turbine Strom erzeugt ist aber schon vorhanden. Der Vorteil ist also schon erheblich.

    Und das man keine "Zuverlässigkeit" bei erneuerbaren Energien hat ist ja grade der Grund fuer diese speicher..



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.04.19 13:20 durch Danijoo.

  4. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: fanreisender 26.04.19 - 13:29

    Danijoo schrieb:
    Der Teil, der aus Hitze über eine Turbine Strom erzeugt
    > ist aber schon vorhanden. Der Vorteil ist also schon erheblich.

    Der Teil wäre bei Desertec auch vorhanden. Dafür hätte man von vornherein alles optimal aufeinander anpassen können.
    Das mit dem Salz passt nur während der ersten paar Prozent der Abkühlphase zu den üblichen Betriebstemperatur der konventionellen Kraftwerke.

    >
    > Und das man keine "Zuverlässigkeit" bei erneuerbaren Energien hat ist ja
    > grade der Grund fuer diese speicher..

    Ja, ja, bloß wie lange. So eine Windflaute kann 2 Wochen dauern. Die "Sonnenflaute" war abgesehen von der in der Wüste doch eher seltenen Bewölkung sehr gut kalkulierbar.
    Der Overhead für die Wind version muss sehr viel größer sein, wenn es denn nicht bloß Augenwischerei sein soll.

  5. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: pumok 26.04.19 - 13:39

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das mit dem Salz passt nur während der ersten paar Prozent der Abkühlphase
    > zu den üblichen Betriebstemperatur der konventionellen Kraftwerke.

    Dann muss das halt angepasst werden. Ist bestimmt immer noch viel günstiger als ein Neubau.
    Ausserdem ist es dem Umspannwerk und dem Generator wohl eher egal, wie hoch die Dampftemperatur ist, daher hat man auch da eine massiven Kostenvorteil.

    Weiter können die bestehenden Stromtrassen verwendet werden. Wenn man schaut wie schnell sowas in Deitschland geplant und gebaut wird, ist wohl das alleine schon genug Grund Speicher auf dem Gelände von ehemaligen Kraftwerken zu bauen - Selbst wenn der Speicher komplett neu gebaut werden müsste.

    > Ja, ja, bloß wie lange. So eine Windflaute kann 2 Wochen dauern. Die
    > "Sonnenflaute" war abgesehen von der in der Wüste doch eher seltenen
    > Bewölkung sehr gut kalkulierbar.
    > Der Overhead für die Wind version muss sehr viel größer sein, wenn es denn
    > nicht bloß Augenwischerei sein soll.

    Das mag sein, trotzdem finde ich es sinnvoll, ist dann halt kein Langzeitspeicher.
    Was wäre denn Dein Vorschlag um den Strom zu speichern?

  6. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: emdotjay 26.04.19 - 14:11

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > fanreisender schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Das mit dem Salz passt nur während der ersten paar Prozent der
    > Abkühlphase
    > > zu den üblichen Betriebstemperatur der konventionellen Kraftwerke.
    >
    > Dann muss das halt angepasst werden. Ist bestimmt immer noch viel günstiger
    > als ein Neubau.
    > Ausserdem ist es dem Umspannwerk und dem Generator wohl eher egal, wie hoch
    > die Dampftemperatur ist, daher hat man auch da eine massiven Kostenvorteil.
    >
    > Weiter können die bestehenden Stromtrassen verwendet werden. Wenn man
    > schaut wie schnell sowas in Deitschland geplant und gebaut wird, ist wohl
    > das alleine schon genug Grund Speicher auf dem Gelände von ehemaligen
    > Kraftwerken zu bauen - Selbst wenn der Speicher komplett neu gebaut werden
    > müsste.
    >
    > > Ja, ja, bloß wie lange. So eine Windflaute kann 2 Wochen dauern. Die
    > > "Sonnenflaute" war abgesehen von der in der Wüste doch eher seltenen
    > > Bewölkung sehr gut kalkulierbar.
    > > Der Overhead für die Wind version muss sehr viel größer sein, wenn es
    > denn
    > > nicht bloß Augenwischerei sein soll.
    >
    > Das mag sein, trotzdem finde ich es sinnvoll, ist dann halt kein
    > Langzeitspeicher.
    > Was wäre denn Dein Vorschlag um den Strom zu speichern?

    Ich empfehle 30min eures Lebens sich in das Video zu vertiefen
    Paar interessante Konzepte sind dabei wie Hohe Energiemengen effizient gespeichert werden können
    https://www.br.de/mediathek/video/energiespeicher-der-zukunft-groessenwahnsinnig-oder-genial-av:585dc81f3e2f290012a90aa4

  7. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: DeathMD 26.04.19 - 14:30

    Werde es zwar erst am WE mal ansehen, aber trotzdem schon einmal ein Dankeschön von mir.

    BRAWNDO: The Thirst Mutilator

    It's got Electrolytes

  8. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: korona 26.04.19 - 14:45

    Wir haben in de eine Infrastruktur könnten also überschüssigen Strom aus vielen Teilen Deutschlands dort speichern. Und dass der Strom nur von Windkraft können muss ist ja nicht gesagt. Und in ganz Deutschland wird es wohl keine ständige Flaute geben. Auch Solarenergie wird meistens dann produziert wenn wir sie nicht brauchen.

  9. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: pumok 26.04.19 - 14:57

    emdotjay schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich empfehle 30min eures Lebens sich in das Video zu vertiefen
    > Paar interessante Konzepte sind dabei wie Hohe Energiemengen effizient
    > gespeichert werden können
    > www.br.de

    Danke, schau ich mir an wenn ich Zeit habe. Hast Du mir in der Zwischenzeit 1-2 Stichworte zum Inhalt? :-)

    Edit: Die Stichworte stehen ja in der Beschreibung des Videos, hat sich also erledigt :-)
    Edit2: Pumpspeicherkraftwerke auf Berggipfel



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.04.19 15:00 durch pumok.

  10. Re: Stichworte

    Autor: Missingno. 26.04.19 - 15:01

    Pumpspeicher!

    Kanalstufen als (Micro-)Pumpspeicher
    Schleusen als (Mini-)Pumpspeicher
    Bergwerke als Pumpspeicher
    Mittels Wasser einen "Berg" anheben als Pumpspeicher
    Ein künstlicher Berg/See als Pumpspeicher bauen

    --
    Dare to be stupid!

  11. Re: Stichworte

    Autor: pumok 26.04.19 - 15:47

    Da fällt mir noch die Idee aus einer Doku ein:

    Auf dem Gelände von ehemaligen AKW ein riesen Loch graben und die unmengen Beton vom Abbruch zu einem Klotz giessen und mit der kinetischen Energie die Netze Puffern :-)

    Wie sinnvoll diese Idee oder auch der Salzspeicher ist kann ich nicht beurteilen, wichtig finde ich, dass man solche Dinge durchrechnet und prüft.

  12. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: Sharra 26.04.19 - 20:13

    Die Salzanlage ist gar nicht mal so teuer. Und natürlich macht es Sinn das in stillgelegte Kohlekraftwerke zu integrieren, da der Rest bereits vor Ort vorhanden ist. Wasserdampfkreislauf, Turbinen, Trafostatationen. Alles schon da. Nur der Verbrennungsraum, in dem heute die Kohle verheizt wird, wird quasi durch die Salzanlage ersetzt.

    Dagegen wäre es derzeit absoluter Schwachsinn, in ein Gebiet, das ständig von Kriegen bedroht wird, eine Großstromanlage zu bauen, die dann nächste Woche munter in Flammen stehen könnte.

    Zum Vergleich: China beschützt seinen Riesenstaudamm mit der Armee, weil man Angst vor Terroranschlägen hat. So eine Anlage ist eben ein wunderbares Ziel. Wenig Aufwand, gigantische Wirkung. Welche Armee sollte denn eine Solarfarm in der Sahara schützen? Die von dem verrückten Quasidiktator in Ägypten? Oder doch lieber irgend ein dahergelaufener Warlord?

  13. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: Komischer_Phreak 27.04.19 - 09:35

    korona schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir haben in de eine Infrastruktur könnten also überschüssigen Strom aus
    > vielen Teilen Deutschlands dort speichern. Und dass der Strom nur von
    > Windkraft können muss ist ja nicht gesagt. Und in ganz Deutschland wird es
    > wohl keine ständige Flaute geben. Auch Solarenergie wird meistens dann
    > produziert wenn wir sie nicht brauchen.

    Moment, wieso das? Die meiste Energie aus Solaranlagen kriegt man logischerweise Mittags - und genau da ist auch der Verbrauch immer am höchsten. Im Jahresmittel liegt der Höchstverbrauch zwischen 10 und 18 Uhr. Tatsächlich ist Solarenergie grundsätzlich gut geeignet, solche Spitzen abzufangen.

  14. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: korona 27.04.19 - 15:05

    Ach dann tut es mir leid, ich dachte im Sommer braucht man am meisten Strom Abends.

  15. Re: Das ist doch die gescheiterte Desertec-Version

    Autor: B.I.G 30.04.19 - 03:29

    Die Ironie an der Sache ist ja dass durch den günstigen Solarstrom zur Mittagszeit der Strom zu dieser Zeit so günstig geworden ist das viele Speicherkraftwerke geschlossen wurden da sie ihren Strom nicht mehr zu rentablen Preisen an der Strombörse verkaufen konnten.
    Die Politik hätte da viel früher eingreifen müssen, das Fördermodell anpassen oder gleich alle Förderungen komplett streichen. Aber dann wäre Kohlestrom plötzlich auch gar nicht mehr so günstig.

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