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Na wann wohl der erste Atomlobbyist hier aufkreuzt?

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  1. Re: Atomlobbyist?

    Autor: urkel 04.03.15 - 20:44

    plutoniumsulfat schrieb:

    > Wer überprüft denn die Leute, die dort illegal wohnen?

    Dort tummeln sich diverse Forschergruppen, die Unmengen an Daten erheben - zum Thema, wie die Strahlung Flora und Fauna beeinflusst hat gab es z. B. eine sehr interessante Doku bei Arte. Die in die gesperrten Gebiete zurückgekehrten Menschen werden von freiwilligen Ärzten untersucht. Solche "außergewöhnlichen" Umgebungen sind natürlich für Forscher sehr reizvoll, aus dem gleichen Grunde wurde z. B. die Säuglingssterblichkeit in Hiroshima und Nagasaki viel exakter dokumentiert als in anderen Regionen (und auch hier, sehr entgegen der allgemein vorherrschenden Meinung: Es gab direkt nach den Bombenabwürfen eine erhöhte Anzahl von Fehlgeburten, danach aber keine höhere Krebs-, Mißbildungs- oder Sterberate als an anderen Orten).

    > Wo machen Stauseen wirklich dauerhaft große Landstriche kaputt?

    Och naja, 1,3 Millionen umgesiedelte Menschen? Ist schon eine Hausnummer. http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Schluchten-Talsperre . Und was die Dauerhaftigkeit angeht, so bewegen wir uns im Rahmen dessen, was auch bei "Verstrahlung" gilt. Vermutlich sind radioaktiv belastete Gebiete sogar deutlich schneller wieder besiedelbar als es bei ehem. Stauseen der Fall ist - das Strahlungsproblem löst sich innerhalb einiger Jahrzehnte nämlich komplett von alleine (wie gesagt, wir reden hier über die "großen Landstriche" - der Reaktorblock in Tschernobyl ist ein anderes Thema).

    > Die werden ja meist nicht auf dem platten Land errichtet, sondern an Bergen oder in
    > Schluchten.

    Nee, es muss sich ja auch irgendwo stauen können. Also ZWISCHEN Bergen. Und da wohnen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. Ich selbst war mal an der ehem. größten Sperre der Welt in Itaipú vor Ort. Dort ist so viel Natur "ersäuft" worden, das schafft kein KKW.

    > Außerdem können nach einem Unglück wieder Leute in der Gegend des Stausees
    > wohnen.

    Ja und? Gilt für ein Reaktorunglück doch genauso. Oder KÖNNTE gelten, wenn nicht irrationale Panikmache die Menschen glauben machen würde, dass ihren Kindern in so einer Region sofort drei Arme wachsen. Was machen da nur die Leute in Ramsar falsch... Weigern sich einfach, mehr Krebs zu kriegen - und das, obwohl in ihrem Ort deutlich mehr Radioaktivität vorherrscht als in den Evakuierungsgebieten von Fukushima (bis zu 260mGy (!)). http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/unter-den-mutanten-1.13300416

    Oh, und auch was die unmittelbaren Folgen eines Staudamm-Unglücks angeht bekleckert sich die "Öko-Energie" nicht unbedingt mit Ruhm. Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Banqiao-Staudamm

    > Und trotzdem wird das Flugzeug von der Bahn geschlagen ;)

    Der Punkt geht an dich - es gibt natürlich immer noch eine Technik, die sicherer ist. Und Zahlen zu Toten durch Gezeitenkraftwerke liegen mir leider nicht vor, von daher könnte das ursprüngliche Thema des Artikels ja wirklich einen Blick wert sein (wenn auch hier wie überall gilt: There is no such thing as a free lunch).

  2. Re: Na wann wohl der erste Atomlobbyist hier aufkreuzt?

    Autor: der_wahre_hannes 04.03.15 - 22:44

    Zazu42 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ohne Atomstrom geht nix!!!!!!!1111einseineself

    Herr Otto Mohl fühlt sich unwohl am Pol ohne Atomstrom!

  3. Re: Atomlobbyist?

    Autor: plutoniumsulfat 04.03.15 - 22:49

    Gut, Drei-Schluchten-Damm ist jetzt auch ein gigantisches Projekt.

    Keine Frage, Stauseen nehmen viel Platz ein - sorgen aber auch an anderer Stelle auch für Schaffung von neuen attraktiven Orten.

    Die Radioaktivität dauert einige Zeit, bis sie verschwunden ist, bei Stauseen geht das deutlich schneller.

    Dass Radioaktivität die Krebsrate erhöht, sollte aber klar sein.

  4. Re: Atomlobbyist?

    Autor: JanZmus 05.03.15 - 09:56

    urkel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > www.eurekalert.org
    > www.aapm.org
    > bmjopen.bmj.com

    Danke, werd ich lesen.

    > > Atomkraft hat zwei größere Landstriche für vorerst immer unbewohnbar
    > > gemacht
    >
    > Nein.

    Doch. Pripyat z.B. ist eine Geisterstadt. 50.000 Menschen mussten von einer Minute auf die andere weg. Kannst du dir vorstellen, wie das ist, wenn du JETZT dein Haus verlassen musst, nichts mitnehmen darfst und weißt, dass du nie wieder zurück kannst. Versuch dir das mal vorzustellen, jetzt in diesem Moment.

    > Im Verhältnis zu den produzierten KWh? Mitnichten. Kernkraft ist bezogen
    > auf die Mortalität eine der ungefährlichsten Energiequellen und liegt noch
    > vor Solar- und Windenergie.

    Egal, welche Studie oder welchen Bericht du darüber gelesen oder gesehen hast... sowas kann man unmöglich seriös beziffern! Wie will man bitte "Tote pro Kilowattstunde" für Kernenergie berechnen? What the fuck? Man kann unmöglich sagen, welche Menschen aufgrund der Kernenergie gestorben sind (oder noch sterben werden), wie auch?

    > Aber über die mehreren zehntausend Menschen, die in Europa
    > durch Kohlekraft sterben ( www.env-health.org ) wird deutlich weniger
    > emotional berichtet.

    Das finde ich genauso schlimm.

    > > und viele persönliche Schicksale verursacht, was heißt hier bitte
    > "Esoterik"?
    >
    > Esoterik heißt, dass man einem obskuren Erklärmodell den Vorzug vor
    > einfacher Faktenbewertung gibt - und zwar aus ideologischen Gründen. Genau
    > das ist vor allem rund um Fukushima passiert: Weil nicht sein kann was
    > nicht sein darf ist dort alles ganz, ganz schlimm, und jeder der etwas
    > anderes behauptet kann nur ein Lügner sein.

    Aber es hieß ja, speziell in Deutschland würde esoterisch darüber geredet. Scheinbar sehen das die Japaner aber genauso und die Ukrainer, denn die haben diese Evakuierungen ja nunmal durchgeführt und beide gelten ja nicht gerade als zart besaitet. Scheint mir also doch nicht auf Deutschland begrenzt zu sein.

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