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Immerhin ein Anfang - aber eigentlich auch ein bisschen Greenwashing
Autor: Moka.s-Onkel 17.11.21 - 12:01
Ich gieße nur ungern Wasser in den Wein, doch mit dem von den Solarpaneelen auf den Schiffsdach erzeugten Strom kann dieses Schiff durchschnittlich ca. 1 Stunde pro Tag betrieben werden - vielleicht 1 ½ Stunden.
Die PV-Anlage auf dem Bootshaus muss schon richtig groß sein, um so viel Strom zu erzeugen, dass das Schiff 8 Stunden pro Tag unterwegs sein kann - und dann noch überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen.
So ein kleines Arbeitsschiff benötigt einen Motor mit ca. gut 50kW Leistung (wahrscheinlich eher mehr). Die Leistung wird natürlich nicht immer voll abgerufen, aber 30% davon braucht es schon bei langsamer Fahrt sicherlich. Bei 8h Betrieb sind das also etwa 120 kWh Strom, die pro Tag verbraucht werden - macht bei 250 Einsatztagen etwa 30 MWh p.a.
Die 15 Solarzellen auf dem Schiff, die man zählen konnte, entsprechen etwa 5 kWp und produzieren pro Jahr ganz grob 5 MWh. D.h., dass auf dem Bootshaus mindestens nochmal 75 Panels = ca. 130m2 montiert sein müssen, um überhaupt den - von mir eher viel zu niedrig angesetzten - Verbrauch des Schiffes zu erzeugen, bevor überhaupt etwas in das Netz eingespeist werden kann. (Saisonale Schwankungen habe ich dabei völlig außen vor gelassen.
So etwas liest sich ja in einer Pressemitteilung ganz gut, doch ist das auch ein bisschen Augenwischerei. Aber immerhin ein Anfang. -
Re: Immerhin ein Anfang - aber eigentlich auch ein bisschen Greenwashing
Autor: Dwalinn 17.11.21 - 12:50
Das hätte auch ein 08/15 Diesel-Schiff sein können und der Strom wird ganz allgemein ins Netz eingespeist. Es wurde halt ein Akku-Schiff besorgt und Solaranlagen aufs Bootshaus gesetzt, zwei Dinge die unabhängig voneinander dafür sorgen das Fossile Brenstoffe verdrängt werden. Praktischerweise haben beide Dinge sogar Synergieeffekte
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Re: Immerhin ein Anfang - aber eigentlich auch ein bisschen Greenwashing
Autor: Valknutr 17.11.21 - 13:30
Mit dem Wort Augenwischerei sollte Berlin allgemeinhin assoziiert werden.
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Re: Immerhin ein Anfang - aber eigentlich auch ein bisschen Greenwashing
Autor: chefin 17.11.21 - 16:09
Im Schiff könnte man problemlos auch Bleiakkus oder Nickel verbauen. Uboote haben das sehr lange so gemacht. Den Gewicht ist bei einem Schiff eher nebensächlich und oftmals sogar nötig mit Ballasttanks zu trimmen.
Allerdings mehr wie Binnenschiffahrt ist nicht drin. Dort sollte es allerdings funktionieren.
Was die ungeschickte Formulierung angeht am Bootshaus. Damit ist gemeint, das sie dort soviel Zellen haben das sie rechnerisch den Energiebedarf decken können. Aber das Schiff fährt Tagsüber und will nachts laden. Nachts schein keine Sonne. Also nehmen sie das Netz als Puffer. Das ist gemeint wenn man von überschüssigen Strom einspeisen redet.



