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Lieferdrohnen wird es sowieso nicht geben

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  1. Lieferdrohnen wird es sowieso nicht geben

    Autor: lemgold 15.06.15 - 16:29

    a) Die Lärmbelästigung ist zu hoch. Bereits bei e-Antrieb, bei Verbrenner noch deutlich mehr

    b) Die Reichweite zu gering, insb. bei E-Antrieb.

    c) Es gibt überhaupt keine Landeplätze für Drohnen, wer will schon einen ganzen Parkplatz dafür opfern? Privatkunden sowieso nicht, für Firmenkunden allein wird es sich nicht lohnen.

    d) die Ladekapazität ist viel zu gering: Jeder Motorroller kann weitaus mehr Last tragen, als eine Lieferdrohne. (DHL und Amazon hatten Nutzlasten von 2,5-3kg bei ihren Drohnen). Da die Drohne also nicht mehrere Ziele in einem Flug bedienen kann, sondern aufgrund der geringen Nutzlast immer wieder zur Basis zurückkehren muß, schwindet ihr Zeitvorteil.

    e) Da die Drohne nicht autonom fliegt, sondern weiterhin einen Piloten braucht, ergibt sich auch keine Personalersparnis ggü. Liefer-LKWfahrer, Kurierfahrer, Pizzabote. Ganz im Gegenteil: Drohnenzustellung ist nur möglich, wenn der Empfänger zu Hause UND verfügbar ist. Die Drohne kann schließlich keine Sendung in den Briefkasten werfen oder in den dritten Stock tragen: Sehr wohl aber kann das der menschliche Fahrer in LKW/PKW/Roller.

    f) Würde man Drohnen mit größeren Nutzlasten bauen (z.B. Schiebel S-100, etwa 50 kg NL) werden die Geräte groß und extrem laut.

    g) Da Fliegen (und zwar insb. der Hubschrauberflug) DEUTLICH mehr Sprit als Landtransport benötigt, lohnt es sich auch aus diesem Grunde nicht.

    h) Drohnen sind schlicht- und ergreifend SEHR viel teurer als Landfahrzeuge.

    i) Die Drohne ist schlicht nicht allwettertauglich, ganz im Unterschied zum Auto. Bei Dunkelheit kann sie nicht fliegen, bei starkem Wind oder Regen genausowenig: Jeder Motorroller (und der ist auch nicht allwetterfest) ist sehr viel billiger und kann mehr.
    Ach ja: Wer eine Nacht- und wetterfeste Drohne will, der wird SEHR viel Geld dafür auf de Tisch legen.

    Das sind alles TECHNISCH/BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Argumente gegen die Drohne.

    Von POLITISCHEN Einschränkungen (sog. "Gesetze") habe ich da noch gar nicht angefangen. So werden Drohnen natürlich meistens nicht direkt Luftlinie fliegen dürfen, Flugzeuge und Hubschrauber dürfen das schließlich auch nicht. Sondern sie werden vorgeschriebene Korridore benutzen müssen. Das sind Umwege und damit schwindet der Drohnenvorteil ZEIT weiter zusammen. Ein Drohnen-TÜV wird sehr viel teuer sein, als einer für Autos. In der Luftfahrt sind die Vorschriften sehr viel strenger als am Boden. Hinzu kommt die extrem hohe Besteuerung auf Kraftstoffe wie Strom/Avgas 100LL/91LL sowie Kerosin.

    lemgold

  2. Re: Lieferdrohnen wird es sowieso nicht geben

    Autor: Clown 15.06.15 - 17:26

    lemgold schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > a) Die Lärmbelästigung ist zu hoch. Bereits bei e-Antrieb, bei Verbrenner
    > noch deutlich mehr

    Je kleiner die Drohne, desto hochfrequenzer die Lärmbelästigung. Deshalb werden wohl kaum Drohnen mit nur <=1kg NL nutzt. Ich denke, dass man evtl so Richtung 10kg NL gehen muss. Dann sind die Propeller groß genug, dass das verursachte Rauschen in >=20m Höhe nicht lauter ist als ein vorbeifahrendes Auto.

    > b) Die Reichweite zu gering, insb. bei E-Antrieb.

    Das ist mit Sicherheit ein Problem, ja. Wobei sich dann die Frage stellt, wer denn alles zum Kundenkreis gehören soll. So wie ich das bisher verstanden habe, soll es bei einem gewissen Radius um die Verteilzentren bleiben. Nicht bundesweit. Und dann stellt sich wieder die Frage, wie man die Orte außerhalb dieses Radius damit beliefern kann. Möglich ist z.B. auch, dass DHL die Pakete erst zum nächsten DHL-Verteilzentrum bringt (bei Großanbietern wie Amazon können mehrmals täglich Pakete hingebracht werden) und dann vom Verteiler aus mit den Drohnen ausgeliefert werden. Damit wäre der Kundenkreis schon recht groß. Zumindest in den Ballungsgebieten.

    > c) Es gibt überhaupt keine Landeplätze für Drohnen, wer will schon einen
    > ganzen Parkplatz dafür opfern? Privatkunden sowieso nicht, für Firmenkunden
    > allein wird es sich nicht lohnen.

    Naja, also als Landeplatz eignet sich so ziemlich jede freie, ebene Fläche mit festem Untergrund und ein paar m² Platz drum herum. Sollte die Zustellung on-time erfolgen, kann auf die Landung evtl. gewartet werden, bis der Kunde da steht und wartet. Dann tuts auch ein flaches, begehbares Dach oder im Zweifelsfall die wenig befahrene Nebenstraße. Ansonsten lässt sich sowas gut mit Paketstationen und -shops lösen.

    > d) die Ladekapazität ist viel zu gering: Jeder Motorroller kann weitaus
    > mehr Last tragen, als eine Lieferdrohne. (DHL und Amazon hatten Nutzlasten
    > von 2,5-3kg bei ihren Drohnen). Da die Drohne also nicht mehrere Ziele in
    > einem Flug bedienen kann, sondern aufgrund der geringen Nutzlast immer
    > wieder zur Basis zurückkehren muß, schwindet ihr Zeitvorteil.

    So eine Drohne ist aber deutlich billiger als ein Zustellfahrzeug. Es ist also kein Problem gleich mehrere davon anzuschaffen, die parallel ausliefern. Zudem haben wir ja oben schon geklärt, dass die Zielgruppe aufgrund der Drohnenreichweite nur eine Teilmenge der Bevölkerung sein kann :)

    > e) Da die Drohne nicht autonom fliegt, sondern weiterhin einen Piloten
    > braucht, ergibt sich auch keine Personalersparnis ggü. Liefer-LKWfahrer,
    > Kurierfahrer, Pizzabote.

    Vlt. ist es Ziel, dass der Großteil der Strecke tatsächlich autonom zurückgelegt und nur die Landung und die eigentliche Zustellung von einem Drohnenpiloten aus der Entfernung erledigt wird. Dann wäre das Ganze mit wenigen Drohnenpiloten-Centern machbar (vgl. Call-Center).

    > Ganz im Gegenteil: Drohnenzustellung ist nur
    > möglich, wenn der Empfänger zu Hause UND verfügbar ist. Die Drohne kann
    > schließlich keine Sendung in den Briefkasten werfen oder in den dritten
    > Stock tragen: Sehr wohl aber kann das der menschliche Fahrer in
    > LKW/PKW/Roller.

    Wie gesagt: Im Zweifelsfall Packstation und/oder -shops. Ansonsten ist die persönliche Zustellung on-time natürlich DER Vorteil :)
    Ich bin grad nicht zu Hause, sondern im 3 Straßen weiter shoppen? Kein Problem: Die Route wird kurzerhand geändert und ich kann mein Paket selbst entgegen nehmen.

    > f) Würde man Drohnen mit größeren Nutzlasten bauen (z.B. Schiebel S-100,
    > etwa 50 kg NL) werden die Geräte groß und extrem laut.

    Das, glaub ich, wird auch erst mal nicht das Thema sein. Man muss die Masse erreichen. Und der Masse reichen Lasten von bis zu 10kg mehr als aus.

    > g) Da Fliegen (und zwar insb. der Hubschrauberflug) DEUTLICH mehr Sprit
    > als Landtransport benötigt, lohnt es sich auch aus diesem Grunde nicht.

    Die Kosten würden doch eh an den Kunden weitergegeben.

    > h) Drohnen sind schlicht- und ergreifend SEHR viel teurer als
    > Landfahrzeuge.

    Sicher? Ich kenne mich in der Materie zugegebenermaßen nur peripher aus, aber Lieferfahrzeuge, Depots, Wartung, Fahrer, Versicherungen etc pp können wohl kaum deutlich billiger sein.

    > i) Die Drohne ist schlicht nicht allwettertauglich, ganz im Unterschied zum
    > Auto. Bei Dunkelheit kann sie nicht fliegen, bei starkem Wind oder Regen
    > genausowenig: Jeder Motorroller (und der ist auch nicht allwetterfest) ist
    > sehr viel billiger und kann mehr.

    Warum kann sie bei Dunkelheit nicht fliegen?
    Ansonsten: Ja, dann geht Zustellung bei Sturm nicht. Nicht jeden Tag ist Sturm :)

    > Ach ja: Wer eine Nacht- und wetterfeste Drohne will, der wird SEHR viel
    > Geld dafür auf de Tisch legen.

    Nun, der Preis wird immer über die Masse gemacht. Wenn DHL/Amazon/werauchimmer 1000 Drohnen bestellt, dann zahlen die andere Preise als der Privatmann ;)

    > Das sind alles TECHNISCH/BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Argumente gegen die
    > Drohne.
    >
    > Von POLITISCHEN Einschränkungen (sog. "Gesetze") habe ich da noch gar nicht
    > angefangen.

    Genau wie mit autonomen Fahrzeugen. Wird aber ebenfalls kommen. Mit Sicherheit.

    > So werden Drohnen natürlich meistens nicht direkt Luftlinie
    > fliegen dürfen, Flugzeuge und Hubschrauber dürfen das schließlich auch
    > nicht.

    Dürfen sie nicht? Warum? NoFly-Zones mal ausgenommen.

    > Sondern sie werden vorgeschriebene Korridore benutzen müssen. Das
    > sind Umwege und damit schwindet der Drohnenvorteil ZEIT weiter zusammen.

    Selbst wenn sie Korridore nutzen müssen, dann verzögert sich die Zustellung um was, vlt 20 Minuten? Es geht doch darum, dass ich jetzt bestelle und innerhalb der nächsten Stunde mein Paket in den Händen halten kann. Im Gegensatz zu heute, wo ich bestelle und _mindestens_ bis zum nächsten Tag warten muss. Und dann der Zusteller auch noch nicht in der Lage ist das Paket beim Nachbarn abzugeben, so dass ich noch einen Tag später früher Feierabend machen darf, damit ich den Öffnungszeiten der Postfiliale entsprechen kann ;)
    Zugegebenermaßen: Das lässt sich auch jetzt schon mit Fahrrad-/Motorrad-/wasauchimmer-Kurieren erledigen. Warum sich das in D nur in den sehr großen Großstädten etabliert aber leider nicht mal richtig durchgesetzt hat, ist mir tatsächlich schleierhaft.

    > Ein Drohnen-TÜV wird sehr viel teuer sein, als einer für Autos. In der
    > Luftfahrt sind die Vorschriften sehr viel strenger als am Boden. Hinzu
    > kommt die extrem hohe Besteuerung auf Kraftstoffe wie Strom/Avgas
    > 100LL/91LL sowie Kerosin.

    Wie gesagt: Über die Masse ist das dann kein Problem mehr. Insbesondere, falls es Drohnen mit E-Antrieb werden sollten. Da ist die Wartung vergleichsweise lächerlich einfach und günstig. Besteuerung? Wäre nicht das erste Mal, dass Ausnahmen für gesamte Wirtschaftszweige geschaffen werden ;)

    Fazit: Abwarten und Tee trinken :P Die Firmen, die Lieferungen per Drohne jetzt vorantreiben, haben das gesamte Konzept sicherlich schon mehrfach auf Profitabilität durchgerechnet. Aus Spaß machen die sowas nämlich nicht ;)

    If they have to advertise it, you either don't need it or it's crap.

  3. Allein das Drohnen-Gewicht bei Unfällen und Kosten für eine Haftpflichtversicherung …

    Autor: MarioWario 15.06.15 - 18:14

    … sollten die ganze Diskussion für die nächsten zehn Jahre killen.

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