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Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

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  1. Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: TigerPixel.DE 17.09.19 - 13:19

    Sollte es bei der Nutzung der Geothermie ein exponentielles Wachstum geben, sehe ich erhebliche Risiken für unseren Planeten.

    1. Gab es in der Vergangenheit ein Gleichgewicht zwischen Wärmeeinstrahlung und -abstrahlung, das seit der exzessiven Nutzung fossiler Energieträger bereits gestört ist, so lernt Homo sapiens nun auch die vor Jahrmillionen gespeicherte Wärmeenergie an die Oberfläche zu holen. Wir fahren den Planeten endgültig gegen die Wand, wenn wir die Erdatmosphäre zusätzlich mit Wärmeenergie anreichern, die eigentlich im Erdinnern gekapselt ist und die im Übrigen auch dafür sorgt, dass die Erde ein Magnetfeld hat (=> Konvektionsströme). Bei Letzterem sprechen wir natürlich von Jahrtausenden, aber dieses Risiko ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber bis dahin ist die SF-Serie "Expanse" bereits Wirklichkeit geworden.

    2. Ich möchte nicht wissen, wie sich die Beschaffenheit des Untergrundes verändert, wenn man ihm großflächig Wärme entzieht. Das Erdbehen bei St. Gallen kann einen Vorgeschmack darauf geben.

  2. Re: Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: Füchslein 17.09.19 - 13:59

    1) Untergrundwärme ist deiner Meinung nach also schlimmer als Dinge zu verbrennen?
    2) Erdbeben können vorkommen, wenn an den falschen Stellen Wasser in den Boden gepresst wird. Wie im Text mehrfach erwähnt werden im Moment viele neue Techniken entwickeln, um besser zu bohren und auch bessere Sensoren zu haben (um ebensolche Szenarien wie du sie im Kopf hast noch früher erkennen zu können).

  3. Re: Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: TrollNo1 17.09.19 - 14:01

    Also die Erdkruste ist bis zu 35km dick. Bis zum Erdkern sinds 6000 km. Die Bohren da wie tief? 4000 Meter? Also 2km. Das ist doch kaum der Erwähnung wert, was die da an Wärme hochholen. Selbst der komplette Strom- und Wärmebedarf wäre da noch ein Klacks.

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  4. Re: Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: Wirfman 17.09.19 - 14:23

    > 4000 Meter? Also 2km.

    Was ist das für eine Folgerung?

  5. Re: Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: TrollNo1 17.09.19 - 15:03

    Amerikanische Meter... ne quatsch, hab mich vertippt :D

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  6. Re: Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: senf.dazu 17.09.19 - 15:22

    Um den Wärmehaushalt mach ich mir nicht die Sorgen - dazu verbrauchen wir Menschlein wohl zu wenig im Vergleich zur globalen Einstrahlung. (Vielleicht ein knappes % für Deutschlands gesamten Endendergieverbrauch ?)

    Aber nach meinem Verständnis zapft man da aufgewärmte tief gelegene Wasserreservoirs an - die dann in relativ kurzer Zeit (ein paar Generationen) runtergekühlt und durch die technische Behandlung (Umpumpen, cracken für ordentlichen Durchfluß?) vermultich auch verdreckt/vergiftet werden. Die dann durch das geringe Wärmeleitvermögen von Gestein Ewigkeiten brauchen wieder auf Temperatur zu kommen. Sprich alle paar Generationen müssen die Städte weiterwandern.

    Mal abgesehen von Erdbeben und Gipsschichten mit denen man schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und mal abgesehen davon das ein Hausbesitzer der selbst so eine Bohrung machen läßt dies auf eigenes Risiko tut - Erfolg und Dauerhaftigkeit ungewiß.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.09.19 15:28 durch senf.dazu.

  7. Re: Wärmehaushalt des Planeten, der Erde genannt wird

    Autor: Frittenjay 17.09.19 - 16:17

    Dazu gibt es ein Video von Prof. Lesch bei youtube:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZXiTreQmfrs

    Kurz und knapp. Es passiert gar nichts. Der Wärmestrom vom Kern über den Mantel zur Oberfläche ist ziemlich gering. Der Mantel isoliert ziemlich gut und durch den Mantel/zum Kern kommen wir nicht. Zum kompletten Wärmehaushalt trägt die Erdwärme zu gerade mal 0,03% bei. Also 99,97% kommt durch die Sonnenenergie.

  8. Fehleinschätzung der Größenordnung

    Autor: FaLLoC 17.09.19 - 19:30

    TigerPixel.DE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sollte es bei der Nutzung der Geothermie ein exponentielles Wachstum geben,
    > sehe ich erhebliche Risiken für unseren Planeten.

    Mal so ein Rumgerechne:

    Gehen wir von einem Primärenergiebedarf von 600 EJ/a für die gesamte Menscheit aus.

    Die Erde hat eine Masse von ca. 6*10^24 kg. Die Erdkruste liegt bei etwa 300°K, der Erdkern bei etwa 6'500°K. Der Einfacheit halber unterstelle ich eine Durchschnittstemperatur von 2'500°K. Bei einer abgeschätzten spezifischen Wärmekapazität von 0,4 J/(kg*K) reden wir von gespeicherter Wärmeenergie von 6*10^27 J. Wir können - sollten wir unseren Primärenergiebedarf ausschließlich aus Erdwärme beziehen - die Durchschnittstemperatur innerhalb von 3'000 Jahren von 2'500°K auf 2'499°K senken, wobei ich irgendwie das Gefühl habe, mich um eine Zehnerpotenz verrechnet zu haben.

    Bei einem Energieeingrag durch die Sonne in die Atmosphäre von 1367W/m^2 sind das bei einem Erdradius von ca 6375 km (einer Stirnfläche von 1,27*10^14 km^2) ca 1,53*10^21W

    --
    FaLLoC

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