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Das Problem sind nicht die Regeln, das Problem sind die Menschen.

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  1. Das Problem sind nicht die Regeln, das Problem sind die Menschen.

    Autor: southy 09.04.21 - 09:38

    Also wenn ich so an Gespräche mit Mitarbeitern in den Ministerien zurückdenke, zu verschiedenen Themen rund um Genehmigungen und Prozesse / Abläufe in deren Häusern, dann gibt es EINE Konstante, die mir jedes Mal wieder aufs neue im Gedächtnis bleibt:
    wie unfassbar festgelegt auf die existierenden Prozesse die sind.
    Prozesse, Vorgänge und Vorschriften sind bei einem durchschnittlichen Menschen in einem Ministerium im Kopf derart in Stein gemeißelt, dass sie oft schon alleine reinen Gedankenspielen darüber, ob man etwas verbessern *könnte* gedanklich gar nicht folgen können.

    Beispiel: da gibt es eine Genehmigungskette über Hierarchien bis zum Minister, mit festgelegten Reihenfolgen und Unterschriftswegen.
    Meine Frage: "Für die Entscheidung X ist doch das Referat Y gar nicht relevant. Wäre es nicht sinnvoller den Genehmigungsprozess so und so umzugestalten, dann würde [Vorteil 1, 2 &3]?" -> "Nein, geht nicht, der Prozess ist doch ABC." Ich: "Ja gut, aber wäre das nicht sinnvoll? Man könnte 1, 2, 3 sparen / verbessern / beschleunigen?" Antwort. "Nein, das geht doch nicht, weil der Prozess ist ja ABC".
    Ich: "Ja aber, mal ganz theoretisch, klar, weder ich noch Sie können das jetzt ändern, aber wäre das nicht einfach eine gute Idee, mal rein als Gedankenexperiment?" Antwort: "Nein, das würde nie funktionieren, weil die Regeln ja anders sind"

    Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich ein Gespräch in dieser Art mitbekommen oder geführt habe - Prozesse, Regeln, Normen... werden in den Köpfen von vielen Menschen die dort arbeiten nicht wahrgenommen als Werkzeug zur Erreichung eines Ziels. Sondern als das Ziel selbst.

    Und deswegen sind das Problem nicht die Verfahren wie sie heute sind.
    Jedes Verfahren hat irgend einen Grund warum es so ist wie es ist.
    Das Problem ist, dass die Menschen die in diesen Behörden arbeiten, so wirklich gar kein, und ich widerhole: GAR KEIN Verständnis davon haben dass Regeln, Prozesse und auch Gesetze, Vorschriften, Abläufe, Bewertungskriterien,... nur Mittel zum Zweck sind, ein Werkzeug das man, wenn es nicht mehr passt, ändern kann und muss.
    Dass der eigentliche Sinn eines Prozesses nicht darin besteht dass er so ist wie er ist und immer so bleiben muss, sondern dass er zur Erreichung eines Ziels dient und dass wenn das Ziel oder die Welt drumherum sich ändern, dann der Prozess IMMER folgen muss.

    Das sieht man im großen (zB die irrwitzigen Folgen unseres Föderalismus im Bildungsbereich oder das ganze Corona-geeiere) wie im kleinen.

    Und da trifft die Kritik von Tesla ins schwarze:
    Wenn der Klimawandel wirklich diese unfassbar große Bedrohung für die Zukunft ist, dann ist es Aufgabe der Politik seine Vermeidung oder Abschwächung als ZIEL aller nachgeordneten Behörden festzulegen. Und wenn das das Ziel ist, dann müssen entsprechend Prozesse, Normen und Regeln sich dem unterordnen, und nicht andersherum.

    Beispiel: Dann hat Tesla recht mit der Frage wieso Genehmigungen eigentlich nicht nach Klima-Impact bewertet werden.
    Wieso ist es möglich dass "kleinteilige Ökologie" (= da wird ein bisschen zu viel Wasser entnommen) berechtigt sein soll, großräumige Ökologie (Beitrag zum CO2-sparen) aus zu stechen?

    Eigentlich müsste es dann ein Verfahren geben, mit dem diese Dinge quantifiziert und gegeneinander abgewogen werden: = wie viel trägt diese Fabrik denn nun wirklich bei zur Reduktion des Kllimawandels? 0,01°C? 0,0001°C? Und ist das nun wichtig genug um den höheren Wasserverbrauch und das Fällen von den Bäumen zu rechtfertigen oder nicht?


    Wie gesagt: Ich glaube nicht mal, dass da die Politik an sich das Problem ist (obwohl die - siehe Corona - auch nicht immer die schlausten sind). Aber Politiker gibt es in unserer Verwaltung nur begrenzt viele. Beamte gibt es VIEL mehr, und die sind meiner Erfahrung nach im Schnitt (!) geistig so geeignet für einen solchen Paradigmenwechsel wie ein Turnschuh zum Feuer anzünden.

  2. Re: Das Problem sind nicht die Regeln, das Problem sind die Menschen.

    Autor: masel99 09.04.21 - 12:34

    southy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Beispiel: Dann hat Tesla recht mit der Frage wieso Genehmigungen eigentlich
    > nicht nach Klima-Impact bewertet werden.
    > Wieso ist es möglich dass "kleinteilige Ökologie" (= da wird ein bisschen
    > zu viel Wasser entnommen) berechtigt sein soll, großräumige Ökologie
    > (Beitrag zum CO2-sparen) aus zu stechen?

    Weil Tesla die Fab auch woanders hinstellen könne wo es mehr Wasser gibt (, bzw das Wasser von woanders kommen könnte oder Tesla den Wasserverbrauch reduzieren könnte oder...)
    Der (angeblich) CO2 einsparende Effekt global aber praktisch der gleiche wäre. Deswegen muss eben immer abgewogen werden ob eine andere Belastung am Ort XYZ eben sein muss.

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