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Ein Land in dem nichts produziert wird

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  1. Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: Rizzo_Spacerat 13.09.22 - 15:55

    ist langfristig halt am A******.

    Schaut euch das UK an. Eine Dienstleistungsgesellschaft die nichts von ihrer Strahkraft der Zeit davor noch hat.

    Der einzige der da Geld macht ist die City of London mit ihren Finanzdienstleistungen und Finanz"produkten". Der Rest des Landes wird immer ärmer.

    In den USA ist es doch ähnlich. Armut wird immer schlimmer, ein paar Reiche. Warum? Weil die ganze Produktion jetzt wo anders ist.

    Deutschland hat immer noch eine halbwegs anständige Geldverteilung (ja jetzt kommen 100Leute und sagen das Gegenteil, seis drum, das Verhältnis ist besser) weil wir wirklich viel selber prodizieren.

    Deshalb ist ein Umstieg auf alternative Energiequellen so wichtig, weil viele dieser energie intensiven Industrien gut bezahlte Arbeitsplätze erzeugen. Mit billigem russischen Gas war das locker machbar, jetzt siehts anders aus, einer Entwicklung hin zu einer Diesntleistungsgesellschaft muss aber klar eine Absage erteilt werden. In der Produktion geschieht die Wertschöpfung.

  2. Re: Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: minnime 13.09.22 - 17:44

    Eine Dienstleistungsgesellschaft kann funktionieren wenn sie geschlossen ist, das Problem ist dass eine Dienstleistungswirtschaft nicht einfach nur keine Exportwirtschaft mehr ist sondern sich in eine Importwirtschaft verwandelt und da liegt das Problem. Bei einer Exportgesellschaft fließt von außen Geld zu, die Volkswirtschaft wird reicher, bei einer Importwirtschaft fließt Geld ab, der Wohlstand verringert sich.
    Als Gedankenmodell für Volkswirtschaft finde ich immer das Urzeitdorf im Urwald ganz gut. So lange die hundert Leute unter sich bleiben funktioniert das prima aber wenn sie Handel mit anderen Dörfern treiben wollen, müssen sie denen irgendwas anbieten, Bodenschätze, veredelte Bodenschätze (Produkte) oder sie müssen Dienstleistungen erbringen aka. sie müssen mehr arbeiten als zur Eigenversorgung eigentlich nötig, heißt sie schuften sich tot bzw. büßen Lebensqualität ein, so wie die Chinesen bisher oder die Leute in Bangladesch.

  3. Re: Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: User_x 13.09.22 - 20:00

    Für China sind das 10 bis 20 Jahre Rückschritt, aber auch eine Entwicklungsmöglichkeit selbst Kenntnisse zu erlangen.

    Der Entwicklungsfortschritt in den USA wird damit aber auch zunichte gemacht, wenn nicht die Einnahmen generiert werden, die notwendig wären um die weitere Entwicklung voranzutreiben. Ergo wird das zu teuer produziert werden und wesentlich weniger Abnehmer finden, das hämmt auf dauer genauso.

    via Smartphone.

  4. Re: Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: BluePhoenix 13.09.22 - 20:51

    Rizzo_Spacerat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ist langfristig halt am A******.
    >
    > Schaut euch das UK an. Eine Dienstleistungsgesellschaft die nichts von
    > ihrer Strahkraft der Zeit davor noch hat.
    >
    > Der einzige der da Geld macht ist die City of London mit ihren
    > Finanzdienstleistungen und Finanz"produkten". Der Rest des Landes wird
    > immer ärmer.

    Ich bin vor allem sehr gespannt auf die Entwicklung der Vereinigten Staaten. Den Petrodollar macht China denen ja schon streitig, die Alternative wird sicher von einigen Ländern wärmstens angenommen.
    Damit verlieren die USA aber einen der wichtigsten Mechanismen, der ihre Wirtschaft stabil hält. Seit den 1970ern haben die USA fast ausschließlich mehr importiert als exportiert. Sprich: Sie nehmen viel von der Welt und geben weniger zurück. Wenn das nicht über den Mechanismus des Kolonialismus passiert, dann wertet die Währung normalerweise ab (die Verbindlichkeiten des importierenden Landes steigen im Ausland - der Wert der Währung sinkt). Das wird passieren, wenn die Nachfrage nach dem Dollar nicht mehr künstlich oben gehalten wird.

    Ob dann die Investoren noch weiterhin ihr Geld in den USA anlegen, oder nicht doch lieber ihr Geld in China investieren und die Amerikaner letzten Endes an ihrem eigenen System zugrunde gehen sieht man dann wenn es soweit ist. Aktuell liegt der Anteil an US-Firmen im MSCI World ja noch etwa bei 68%. Und die Welt investiert fleißig dort rein - auch unsere Versicherungen und Renten vermehren sich in amerikanischen Firmen.

  5. Re: Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: Rizzo_Spacerat 14.09.22 - 10:55

    BluePhoenix schrieb:

    > Damit verlieren die USA aber einen der wichtigsten Mechanismen, der ihre
    > Wirtschaft stabil hält. Seit den 1970ern haben die USA fast ausschließlich
    > mehr importiert als exportiert.

    Da hab ich mal einen Artikel gelesen das das anscheinend son Statistik Ding ist was es mal zu hinterfragen gilt.

    In den Nachrichten wird immer von Handelsbilanz gesprochen. Eine Handelsbilanz sind nur Waren. Weil diese Kennziffer im 17Jhr. mit dem aufkommen den Merkantilismus aufgekommen ist, Da gabs Dienstleistungen quasi nicht zum exportieren.

    Dazu kommt die Dienstlesitungsbilanz. Die Dienstleistungen abbildet. Drunter fallen z.B. auch Sachen wie das Netflix Abo oder Amazon Prime. Auch alle Softwarelizenzen sind Zolltechnisch keine Ware sondern eine Dienstleistung.

    Die Kombination aus Handelsbilanz und Dienstleistungsbilanz plus alle Vermögenseinkommen und laufende Übertragungen sind die Leistungsbilanz.

    Jetzt stellt sich die Frage wie im Journalismus der Stand ist, wird Handelsbilanz = Leistungsbilanz gesetzt würde es die Realität abbilden.

    Was ich aber gelesen habe ist das wirklich nur die Handelsbilanz gemeint ist und damit die USA nur ein defizit bei physischen Waren haben. In Wirklichkeit aber eine positive Leistungsbilanz, weil die gesamte Softwareindustry mit ihren Lizenzen, Amazon und Netflix und Disney+ und Konsorten mit ihren Abos Dienstleistungen sind.

    Ich habe so das Gefühl die USA sind wir mein Steuerberater. Ansich stinkreich aber offiziell so arm gerechnet das alle 4 Kinder vollen BAFÖG satz bekommen.

    Jetzt haben die USA zwar für 2021 ene Leistungsbilanz von -886mrd $ ausgewiseen. Wenn man jetzt aber alleine weiß, dass all das Geld was US-Konzerne in Europa verdienen, mit Leistungen die in den USA erbracht werden, nach Irland verschoben werden und dannach aber nicht in die USA geschoben werden weil da der Steuersatz viel höher ist als in Irland (selbst nach Trump ) kommt das alles nicht hin.

  6. Re: Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: minnime 15.09.22 - 11:24

    Rizzo_Spacerat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe so das Gefühl die USA sind wir mein Steuerberater. Ansich
    > stinkreich aber offiziell so arm gerechnet das alle 4 Kinder vollen BAFÖG
    > satz bekommen.

    Eher andersrum, nach außen sehen sie stinkreich aus aber innen sieht es doch recht marode aus.

  7. Re: Ein Land in dem nichts produziert wird

    Autor: BluePhoenix 15.09.22 - 14:14

    @Rizzo
    Vielen Dank für die Erläuterungen. Ich werde das auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Dollar in Irland sind zwar Dollar in Irland (und stehen den Vereinigten Staaten nicht zur Verfügung) - das hatte glaube ich auch mal Trump erkannt und die Unternehmenssteuer gesenkt oder? Woraufhin u.a. Apple und Konsorten tatsächlich einen Teil ihres Vermögens in die Heimat geholt haben.

    Und natürlich hast Du vollkommen recht damit, dass Pepsi & Co die Gewinne abschöpfen, die sie mit Flaschenwasser in Indien verdienen (als Beispiel)

    minnime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rizzo_Spacerat schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich habe so das Gefühl die USA sind wir mein Steuerberater. Ansich
    > > stinkreich aber offiziell so arm gerechnet das alle 4 Kinder vollen
    > BAFÖG
    > > satz bekommen.
    >
    > Eher andersrum, nach außen sehen sie stinkreich aus aber innen sieht es
    > doch recht marode aus.

    Gerade was Infrastruktur angeht sicherlich.
    Ich hatte neulich eine interessante Kennzahl gefunden:
    https://www.worlddata.info/cost-of-living.php
    Dort wird ein "Purchasing Power Index" ermittelt. Dieser setzt die Höhe des durchschnittlichen Einkommens ins Verhältnis mit den Lebenshaltungskosten für die "üblichen" Konsumgüter. Dort waren die USA interessanterweise auf Platz 5, nach Singapur, Katar, den Bermudas und Luxemburg.
    Über Sinn und Unsinn dieser Zahl kann man sicher streiten, ich fand es allerdings ganz interessant.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.09.22 14:15 durch BluePhoenix.

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