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So funktioniert die App:

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  1. So funktioniert die App:

    Autor: MichaelaG. 23.02.17 - 18:28

    Was die App macht ist Folgendes:
    Sie nimmt drei Bilder auf:
    Rote Beleuchtung an – RGB-1 aufnehmen
    Grüne Beleuchtung an – RGB-2 aufnahmen
    Blaue Beleuchtung an – RGB-3 aufnehmen
    RGB-1 -2 und -3 zusammen ergeben dann ein Neun-Kanal-Bild.

    Damit werden Bilder von bekannten Objekten aufgenommen und stumpf einen Deep Learning Algorithmus geworfen. So was gibt es Open Source:
    Wie Tensor Flow von Google (https://en.wikipedia.org/wiki/TensorFlow) oder Caffe aus Berkeley (http://caffe.berkeleyvision.org/) usw.

    Dann wird dem Deep Learning Algorithmus etwas vorgehalten, dass er nicht kennt und er muss es in eine vorher angelernte Klasse einordnen:
    Und wenn die Exkremente vom Kaninchen am besten zu Arabica passen, sagt er „Das ist Arabica“.

    Was diese App nicht tut:
    Es ist keine Hyperspektralbildverarbeitung: Es sind rein rechnerisch höchsten 9 Kanäle – das ist kein Hyperspektralbild sondern ein Multispektralbild.

    Diese neun Kanäle enthalten extrem wenig unabhängige / neue Informationen, alles ist stark überlagert. Die Primärvalenzen von der Kamera und dem Display sind sich so ähnlich, dass effektiv kaum mehr als ein Farbbild herauskommen kann. Also ist es noch nicht mal Multispektralbildverarbeitung.

    Streng genommen macht die App Deep Learning auf Farbbildern. In welcher Qualität ist äußert fraglich: „Konfidenzwert von 0,74“

    Wenn mit einem Telefon ein Datensatz eingelernt wurde, ist dieser Datensatz nicht auf ein anderes Telefon übertragbar. Diese ganze Idee der großen Datenmengen funktioniert nicht, wenn die Streuung der Parameter von Kamera und Beleuchtung so groß sind, wie sie sind.

    Das ist Consumerelectronic, kein Messsystem.

    (Noch) kein Telefon hat ein Spektrometer eingebaut und solange ein ernsthafter Sensor fehlt, ist diese Art von Pressmitteilung schädlich für das Vorankommen dieser Technologie. Prof. Seiffert behauptet ja es ginge ohne.

    Mein Eindruck ist, dass das IFF nur Aufmerksamkeit will, um noch mehr öffentliche Gelder für ihre zweitklassige Forschung zu verprassen. Dann heißt es plötzlich: „Um diese tolle App bis zum Ende des Jahres fertigzustellen, brauchen wir nur ein kleines Forschungsprojekt für 2 Mio. Euro.“

    Ich würde dafür plädieren es in Hoaxspex umzubenennen, oder das Datum auf den 01.04. zu ändern.

  2. Re: So funktioniert die App:

    Autor: Pjörn 24.02.17 - 00:47

    »Sie analysiert, wie ein Objekt verschiedenfarbiges Licht reflektiert und schließt aus dem "spektralen Fingerabdruck" auf die chemische Zusammensetzung des Objekts«

    Das klingt für mich auch nicht nach Spektrometer, sondern eher nach einem Spektralphotometer für Kaffee.

    Ich verstehe hier allerdings nicht warum die Aufnahmen der besagten Kaffeebohnen, unbedingt, ohne Weißabgleich (Rohformat) über den Sensor zum Speicher gejagt werden müssen?

    Ave Arvato!

  3. Re: So funktioniert die App:

    Autor: Komischer_Phreak 24.02.17 - 03:55

    MichaelaG. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (Noch) kein Telefon hat ein Spektrometer eingebaut und solange ein
    > ernsthafter Sensor fehlt, ist diese Art von Pressmitteilung schädlich für
    > das Vorankommen dieser Technologie. Prof. Seiffert behauptet ja es ginge
    > ohne.

    Hm, doch, eigentlich schon. Das hier:

    http://www.zdnet.de/88285948/changhong-praesentiert-mit-dem-h2-erstes-smartphone-mit-integriertem-molekularscanner/

    Ist wirklich ein Spektroskop, aber ein sehr, sehr schlechtes. Meines Wissens ist die Messgenauigkeit wegen der Hardwaregrundlage so schlecht, das die Daten unbrauchbar sind. Was natürlich kein gutes Licht auf das Projekt wirft, was hier gezeigt wird. Denn so schlecht das Teil im H2 ist, ist es doch immerhin noch ein Spektroskop.

  4. Re: So funktioniert die App:

    Autor: MichaelaG. 24.02.17 - 10:11

    Das Changhong ist bisher nur vorangekündigt. Noch gibt es das nicht. Es wird dann ein SCiO drin stecken. Was die TU Delft bisher zu Tests mit dem SCiO sagt, klingt auch nicht sonderlich viel versprechend. Besonders die gruselige Reproduzierbarkeit dürfte in der Praxis ein großes Problem werden.

    Dass Spektralsensoren in Smartphones ein riesiges Potential haben, darüber sind sich wohl alle einig. Bisher gibt es IMHO aber keine ausreichend gute technische Lösung. Und Leute die einfach nur versuchen auf dieser Welle mitzuschwimmen, machen es den Projekten die ernsthaft daran arbeiten, viel schwerer.

    Solange die Hardware nicht zuverlässige Daten liefert (Reproduzierbarkeit und welche Information können überhaupt erfasst werden), solange ist Werbung für machine learning und big data auf diesem speziellen Gebiet eher schädlich.

    Den Eindruck zu erwecken es ginge, obwohl es nicht geht, ist selten eine gute Idee.
    … Siehe Telspec

  5. Re: So funktioniert die App:

    Autor: FreiGeistler 24.02.17 - 14:28

    MichaelaG. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (Noch) kein Telefon hat ein Spektrometer eingebaut und solange ein ernsthafter Sensor fehlt, ist diese Art von Pressmitteilung schädlich für das Vorankommen dieser Technologie.

    Ich habe vor 2-3 Jahren was von einem Spektrometer on Chip gelesen...

    Ah, doch noch gefunden!
    Miniaturisiertes Spektrometer mit breitem Spektrum.pdf
    Warum gibts das noch nicht für Phones?

    edit: Dachte auch mal was von einer Meta-Linse gelesen zu haben, die das Licht dank Nanostrukturierter Metallpartikel aufbricht...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.02.17 14:33 durch FreiGeistler.

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