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Schuljahr wiederholen

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  1. Schuljahr wiederholen

    Autor: Aison 24.03.20 - 13:54

    Das ist ja alles schön und gut, nur haben nicht alle Schüler die gleiche Disziplin oder gar Möglichkeiten so zu lernen. Viele haben auch keine Eltern, die unterstützen können. In der Schweiz wird bereits diskutiert, ob man das Schuljahr für alle wiederholen soll, sollte die Schulschliessung bis zu dem Sommerferien dauern.

  2. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: TheUnichi 24.03.20 - 14:31

    Aison schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist ja alles schön und gut, nur haben nicht alle Schüler die gleiche
    > Disziplin oder gar Möglichkeiten so zu lernen. Viele haben auch keine
    > Eltern, die unterstützen können. In der Schweiz wird bereits diskutiert, ob
    > man das Schuljahr für alle wiederholen soll, sollte die Schulschliessung
    > bis zu dem Sommerferien dauern.

    Und man beraubt die Kinder um ein Lebensjahr? Hakts noch?

  3. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: gadthrawn 24.03.20 - 14:40

    Aison schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist ja alles schön und gut, nur haben nicht alle Schüler die gleiche
    > Disziplin oder gar Möglichkeiten so zu lernen. Viele haben auch keine
    > Eltern, die unterstützen können. In der Schweiz wird bereits diskutiert, ob
    > man das Schuljahr für alle wiederholen soll, sollte die Schulschliessung
    > bis zu dem Sommerferien dauern.


    Es gibt kein Recht auf Ferien. Die können auch ausfallen.

  4. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: theFiend 24.03.20 - 14:50

    TheUnichi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Und man beraubt die Kinder um ein Lebensjahr? Hakts noch?

    Ist dann doch verschmerzbar irgendwie... es sei denn es geht nur darum Kinder möglichst schnell "produktiv" werden zu lassen...

  5. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Oktavian 24.03.20 - 15:40

    > Ist dann doch verschmerzbar irgendwie...

    Für Dich ja, aber für das Kind? Ein Lebensjahr weniger Möglichkeit Einkommen zu erzielen, fürs Alter vorzusorgen, auf eigenen Beinen zu stehen bedeutet, man klaut dem Kind ein Jahreseinkommen. Und es wird nicht das erste geklaut oder ein mittleres, sondern das letzte Einkommen, dass der dann Erwachsene noch erzielt. Üblicherweise ist es das höchste Einkommen, das er jemals haben wird.

    Vom volkswirtschaftlichen Schaden ganz abgesehen wäre es ein ganz persönlicher Verlust für jeden Einzelnen. Wenn man dem Schüler freistellt, das Jahr zu wiederholen, okay, kann man machen. Aber nicht gezwungenermaßen. Warum soll jemand bestraft werden, er durch Fleiß und Einsatz mithalten kann? Nur damit sich manche nicht als Loser fühlen?

  6. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Oktavian 24.03.20 - 16:02

    > Das ist ja alles schön und gut, nur haben nicht alle Schüler die gleiche
    > Disziplin oder gar Möglichkeiten so zu lernen.

    So weit, so normal. Das gilt auch während der ganz normalen Schulzeit. Wer keine Disziplin hat oder eine ungeeignete Arbeitsumgebung, dessen schulische Leistungen leiden.

    > Viele haben auch keine
    > Eltern, die unterstützen können.

    Auch das ist in der normalen Schulzeit genauso.

    > In der Schweiz wird bereits diskutiert, ob
    > man das Schuljahr für alle wiederholen soll, sollte die Schulschliessung
    > bis zu dem Sommerferien dauern.

    Warum soll jemand, der durch Eigenleistung das Klassenziel erreicht, bestraft werden?

  7. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: jaylia.zasha 24.03.20 - 16:08

    In der Industrie bekommt man auch im 1. Lehrjahr schon 4 stellige Beträge an Lohn.
    mit Urlaub und Weihnachtsgeld klaut man dem Kind dann mal so 12-14000¤.
    Fraktion Bafög bis ich ich 30+ bin kann ja gerne ein Jahr schieben, da fällt das denn eh nicht ins Gewicht. Warum jemanden pauschal bestrafen. wenn jemand seine Abschlussarbeiten passen gehts weiter auf der Treppe. Wenn nicht gibts das klassische Sitzenbleiben.
    Soll man erst mal die Ferien komplett streichen, dann wird man auch immer noch auf seine "pflichtstunden" kommen. DAS wäre Unsinn wenn man die nach der langen Zeit noch durchziehen würde. Scheiter bestimmt aber an den ach so armen Lehrern mit ihren X-Monaten "Sonderulaub" die sie sich nicht nehmen lassen werden. Die haben doch keine Schimmer wie es ist mit nur 20 Tagen Urlaub übers Jahr bei einer 5 Tage oder 24 Tage bei einer 6 Tage Woche aus zu kommen.

  8. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Aison 24.03.20 - 18:24

    Oktavian schrieb:
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    > Warum soll jemand, der durch Eigenleistung das Klassenziel erreicht,
    > bestraft werden?

    Wie willst du das prüfen? Eintrittsprüfung für das nächste Schuljahr? Es gibt jetzt auch bis zur Aufnahme des Schulbetriebes keine Prüfungen mehr. Eine Benotung ist quasi unmöglich.

  9. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Aison 24.03.20 - 18:29

    TheUnichi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und man beraubt die Kinder um ein Lebensjahr? Hakts noch?

    Den Kindern ist das wahrscheinlich völlig egal. Man hat in den letzten Jahren sowieso die Schulzeit fast überall gekürzt. Bei mir ging z.B. das Abitur noch 7 Jahre. Heute sind es noch 6 Jahre (und nein, das ist noch nicht all zu lange her).

    In der Schweiz machen sehr viele ein Zwischenjahr zum Reisen, das ist auch eine reine Luxusveranstaltung und eigentlich unnötig.

    Oder die jungen Männer müssen Militärdienst leisten. Das bewirkt auch, dass alles ein Jahr länger dauert. Studium fängt ein Jahr später an etc... Das wird auch nicht als unfair angeschaut, zumindest nicht von der Mehrheit.

    Willst du tatsächlich eine Generation "Corona" wo es heisst, dass die ja sowieso weniger können, da sie ein halbes Jahr (oder noch länger) verpasst haben und man ihnen das aus goodwill erlassen hat? Die Anforderungen im Arbeitsmarkt bleiben immer gleich, egal ob Corona oder nicht.

  10. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Oktavian 24.03.20 - 18:29

    > Wie willst du das prüfen? Eintrittsprüfung für das nächste Schuljahr? Es
    > gibt jetzt auch bis zur Aufnahme des Schulbetriebes keine Prüfungen mehr.
    > Eine Benotung ist quasi unmöglich.

    Erst einmal Selbsteinschätzung, Gespräch mit Kindern, Lehrern und Eltern, finden einer einvernehmlichen Lösung. Natürlich ist der Default dann Versetzung.

    Schlimmstenfalls muss in der nächsten Klasse dann etwas mehr Stoff bearbeitet werden, Klassenfahrten fallen aus, Ferien werden verkürzt, optionale Themen entfallen. Wir reden hier über einen Zeitverlust (wenn es wirklich bis zu den Sommerferien geht) von 3 Monaten. Das ist durchaus in den nächsten ein bis zwei Jahren aufholbar.

  11. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Oktavian 24.03.20 - 18:40

    > Den Kindern ist das wahrscheinlich völlig egal.

    Das halte ich für ein Gerücht. Ich habe meine Tochter gerade mal gefragt und ganz repräsentativ die Zunge rausgestreckt bekommen. Die Aussicht, ein Jahr länger die Schulbank drücken zu müssen, hätte mir als Schüler auch wenig behagt.

    > Man hat in den letzten
    > Jahren sowieso die Schulzeit fast überall gekürzt.

    Im Gegenteil, sie wurde verlängert. Für meine Tochter gilt noch G8, sie macht also nach 12 Schuljahren Abitur. Mein Sohn macht wieder G9, also nach 13 Schuljahren. Die Zahl der Gymnasien mit 8 Jahren kann man an einer Hand abzählen, IIRC sind es in Deutschland 3.

    > In der Schweiz machen sehr viele ein Zwischenjahr zum Reisen, das ist auch
    > eine reine Luxusveranstaltung und eigentlich unnötig.

    Ja, aber eine freiwillige Entscheidung, die mit Spaß, Bildung und Reife verbunden ist. Ein Jahr länger Schule nur wegen 3 verpasster Monate ist albern. Das kann man locker aufholen. Etwas optionalen Stoff weglassen, etwas die Ferien kürzen, etwas mehr am Tempo ziehen.

    Zudem, es wurden 3 Monate verpasst, 7 Monate (es sind ja auch Ferien) wurden korrekt unterrichtet. Werden die dann auch wiederholt?

    > Oder die jungen Männer müssen Militärdienst leisten. Das bewirkt auch, dass
    > alles ein Jahr länger dauert.

    In der Schweiz ja, in D nicht. Der Militärdienst soll aber ja nicht entfallen, der kommt trotzdem oben drauf. Und einen Unsinn mit einem anderen Unsinn zu rechtfertigen ist auch eine merkwürdige Taktik.

    > Studium fängt ein Jahr später an etc... Das
    > wird auch nicht als unfair angeschaut, zumindest nicht von der Mehrheit.

    Wie gesagt, eine merkwürdige Sicht der Schweizer. Mir hat es damals ziemlich gestunken, dass ich dieses Jahr verloren habe.

    > Willst du tatsächlich eine Generation "Corona" wo es heisst, dass die ja
    > sowieso weniger können, da sie ein halbes Jahr (oder noch länger) verpasst
    > haben

    Wenn es bis zu den SOmmerferien geht, reden wir von 3 Monaten, dem halben März, dem halben April (Osterferien), den Mai und Juni. Und wie gesagt, das kann man locker rausarbeiten. In drei Jahren kräht da kein Hahn mehr nach.

    > und man ihnen das aus goodwill erlassen hat? Die Anforderungen im
    > Arbeitsmarkt bleiben immer gleich, egal ob Corona oder nicht.

    Ja, und die Anforderungen im Arbeitsmarkt haben nur eine sehr vage Überschneidung mit dem Stoff der Schule. Und das ist gut so, Schule soll bilden. Ausbilden dürfen die Unternehmen dann noch selbst.

  12. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: theFiend 24.03.20 - 19:45

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Für Dich ja, aber für das Kind? Ein Lebensjahr weniger Möglichkeit
    > Einkommen zu erzielen, fürs Alter vorzusorgen, auf eigenen Beinen zu stehen
    > bedeutet, man klaut dem Kind ein Jahreseinkommen.

    Stimmt, es ist absolut schrecklich dem Kind ein Jahr Hamsterrad im System zu klauen, und es ein Jahr mehr Phantasie entwickeln lassen! Hüte sich jemand davor, es könnte mehr geistreiche Menschen hervorbringen, und wer braucht die schon? :D

    Find es faszinierend wie mancher den Funktionsgedanken auf Kinder überträgt, gerade in einer Zeit in der das Renteneintrittsalter immer weiter steigt... was jemand am Ende seines Lebens wohl denken wird... "hätt ich doch damals ein Jahr früher die 14.000 ¤ verdient" oder "hätt ich doch damals lieber ein Jahr mehr gelesen, gespielt, mir was ausgedacht..." ? hmm

  13. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Oktavian 24.03.20 - 20:01

    > Stimmt, es ist absolut schrecklich dem Kind ein Jahr Hamsterrad im System
    > zu klauen, und es ein Jahr mehr Phantasie entwickeln lassen! Hüte sich
    > jemand davor, es könnte mehr geistreiche Menschen hervorbringen, und wer
    > braucht die schon? :D

    Die Zahl der Kinder, die gerne zur Schule gehen, dürfte sehr überschaubar sein, zumindest dann, wenn man das Kind fragt. Wenn man den 50-Jährigen fragt, ob er denn damals gerne zur Schule gegangen ist, bekommt man eher ein Ja. Zeit verklärt halt doch eine Menge.

    Zudem werden ja nicht neue Lehrpläne geschrieben, nur wegen dieses Vorfalls. Der Effekt ist, 8 Monate Stoff hatte man schon mal, der wird also intensiver Wiederholt. Bedeutet am Ende 8 Monate Langeweile, nur um 3 Monate nicht herausarbeiten zu müssen.

    > Find es faszinierend wie mancher den Funktionsgedanken auf Kinder
    > überträgt, gerade in einer Zeit in der das Renteneintrittsalter immer
    > weiter steigt... was jemand am Ende seines Lebens wohl denken wird... "hätt
    > ich doch damals ein Jahr früher die 14.000 ¤ verdient"

    Es ist nicht das erste Jahresgehalt, das verloren geht, es ist das letzte. Der Gedanke sollte also eher lauten: "Ist mir rückblickend das Jahr Langeweile und Schulfrust 100.000 EUR wert?".

    Meine Tochter meinte, sie freut sich schon, wenn die Schule vorbei ist. Ein Jahr länger ist keine Option.

  14. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: theFiend 24.03.20 - 21:44

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Zahl der Kinder, die gerne zur Schule gehen, dürfte sehr überschaubar
    > sein, zumindest dann, wenn man das Kind fragt. Wenn man den 50-Jährigen
    > fragt, ob er denn damals gerne zur Schule gegangen ist, bekommt man eher
    > ein Ja. Zeit verklärt halt doch eine Menge.

    Ich bin nie besonders gerne zur Schule gegangen, und trotz allem halte ich das Hamsterrad Schule (max. 13 Jahre direkt) nicht verlgeichbar mit dem Hamsterrad Arbeit (40+ Jahre). Es sei denn man hat natürlich Eltern die den Kindern dann auch noch die Freizeit verplanen...

    > Es ist nicht das erste Jahresgehalt, das verloren geht, es ist das letzte.
    > Der Gedanke sollte also eher lauten: "Ist mir rückblickend das Jahr
    > Langeweile und Schulfrust 100.000 EUR wert?".

    Ein Kind das heute zur Schule geht bei bestehenden Systemen mit 70+ eher mit 75 in Rente. Egal wo du das jahr hinhängst, es wird lang genug arbeiten...

    Und jetzt gehen wir nochmal ganz auf Start: wer also glaubt das die Maßnahmen der Bundesregierung bisher richtig sind, der muss auch wissen das es eher unwarscheinlich ist das die Kinder in diesem Schuljahr nach Oster einfach wieder in die Schule gehen wie vorher.
    Das ganze Geld jetzt wird nicht für eine 4 Wochen Maßnahme locker gemacht, denn die bringt genau nichts, solange es keinen Impstoff hat, und nicht ein großteil der Bevölkerung immunisiert ist.... Aber das ist ne Diskussion für woanders. Ich möchte lediglich darauf hinweisen das es wohl eher nicht damit getan ist "nur" diese 5 Wochen jetzt als Unterrichtsverlust zu betrachten...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.03.20 21:47 durch theFiend.

  15. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Niaxa 24.03.20 - 22:44

    Ach und heult man da auch bei denen rum, die statt mit 6 dann eben mit 7 in die Schule kommen? Mein Sohn ist 6 und wenn die Pandemie erst im September stattgefunden hätte, würde ich es zumindest verstehen, wenn man die Einschulung ein Jahr nach hinten verschiebt. Wenn Berufszweige untergehen und die Leute umgeschult werden müssen (siehe Automatisierung), kräht kein Hahn danach, ob die Leute dadurch Lebenszeit verlieren.

  16. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: Lantianer 25.03.20 - 00:56

    jaylia.zasha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In der Industrie bekommt man auch im 1. Lehrjahr schon 4 stellige Beträge
    > an Lohn.
    > mit Urlaub und Weihnachtsgeld klaut man dem Kind dann mal so 12-14000¤.
    > Fraktion Bafög bis ich ich 30+ bin kann ja gerne ein Jahr schieben, da
    > fällt das denn eh nicht ins Gewicht. Warum jemanden pauschal bestrafen.
    > wenn jemand seine Abschlussarbeiten passen gehts weiter auf der Treppe.
    > Wenn nicht gibts das klassische Sitzenbleiben.
    > Soll man erst mal die Ferien komplett streichen, dann wird man auch immer
    > noch auf seine "pflichtstunden" kommen. DAS wäre Unsinn wenn man die nach
    > der langen Zeit noch durchziehen würde. Scheiter bestimmt aber an den ach
    > so armen Lehrern mit ihren X-Monaten "Sonderulaub" die sie sich nicht
    > nehmen lassen werden. Die haben doch keine Schimmer wie es ist mit nur 20
    > Tagen Urlaub übers Jahr bei einer 5 Tage oder 24 Tage bei einer 6 Tage
    > Woche aus zu kommen.

    Habe mir erst überlegt, ob ich wirklich darauf antworte und gerungen.

    Ich befinde mich derzeit noch im Vorbereitungsdienst und stehe vor der Problematik, dass auch meine Staatsprüfung wegen der Corona-Sache in der Schwebe steht. Ein Nachteil entsteht rein dadurch, dass fünf Wochen nun ins Land streichen ohne weitere Übung. Wenn die Prüfung wie geplant Ende April / Anfang Mai stattfinden sollte, sind also vorher geübte Rituale und das Hereinkommen in die Schule eine zusätzliche Hürde, die sich auch in meiner Benotung des Prüfungsunterrichts potenziell zeigt. Zumal die bereits angegebene Abschlussklassen, in der ich die Prüfung ablegen wollte, dann vermutlich weg oder aber mit ihrer Prüfung beschäftigt ist. Ist aber nur meine persönliche Anwärtersicht in dem Fall und für die Schüler im weiteren Verlauf auch nicht relevant.

    Urlaub habe ich im Übrigen, wie meine Kollegen, derzeit nicht. Zumindestens nicht vom SOLL! Das Ministerium hat klar vorgegeben, dass auch wir zum Beibehalten des Gehalts mit außerunterrichtlichen Aufgaben zu betrauen sind neben der Gewährleistung der Notbetreuung. Für uns bedeutet das an meiner Ausbildungsschule konkret die Überarbeitung sämtlicher Konzepte und schulinternen Arbeitspläne mit Einarbeitung der neuen Medien (konkrete Aufgaben wurden an jeder Kraft explizit verteilt). Darunter letzte Woche ein sehr umfangreiches Methodenkonzept für sechs Jahrgänge.

    Wenn man sich denn Mühe gibt und auch einiges selbst erstellt, kann das die Präsenzzeit auch übersteigen. Meine 12 Anwärterstunden überstieg das auf jeden Fall und dann gibt es noch die Online-Phasen der Seminare. Will mich nicht beschweren und finde es anderen Arbeitnehmern gegenüber völlig gerecht, aber Urlaub habe ich gerade wirklich nicht. Ich persönlich empfinde das neben der Ungewissheit bzgl. der Prüfung noch deutlich belastender.

    Außerdem kann ich meine Schüler freiwillig auch noch über Online-Unterricht fördern oder ihnen Aufgaben raussuchen, was für vor allem für Abschlussschüler in Hauptfächern und für bereitwillige Schüler sinnvoll ist. Problem ist dort aber auch, dass ich von den Online-Stoff laut Beschluss nicht in der Schule voraussetzen darf. Die Schüler können die Aufgaben also freiwillig machen und nach den Ferien darf ich darüber keine benoteten Lernzielkontrollen schreiben und muss für alle sicherstellen, dass sie auf einem Stand sind. Sprich: Dann kann ich mir den Aufwand mit Ausnahme oben genannter Personengruppen auch sparen. Verständlich ist dieser Beschluss für mich vor dem Hintergrund der teilweise woanders angesprochenen Chancengleichheit und teilweise fehlender Möglichkeiten schon.

    Zu guter Letzt haben wir eine Notbetreuung nun auch in den Ferienzeiten anzubieten (sinnvoll + gerecht) und die Kollegen, die nicht an der Notbetreuung beteiligt sind, können bzw. sollten wieder weitere Aufgaben für das Home Office erhalten. Sprich: Auch offiziell keine Urlaubszeit.

    Zur Thematik Sinnhaftigkeit der Abschlussprüfungen und Verlängerung:
    Ich persönlich halte es auch für nicht richtig, über die Köpfe hinweg darüber zu entscheiden alle jetzigen Abschlussschüler ein Halbjahr oder sogar ein ganzes Jahr länger in der Schule zu lassen. Die Anmeldungen bei den weiterführenden Schulen liegen bereits vor und viele Schüler haben Zusagen zu Ausbildungsplätzen. Das zieht mit einer Verschiebung einen sehr gewaltigen Rattenschwanz nach sich und man sollte auch mal überlegen, wie viel Stoff nun eig. im Vergleich der insgesamten Schulzeit verpasst wurde. Zumal das jeweils letzte Schulhalbjahr in der Praxis auch meistens eher die Prüfungsvorbereitung und Wiederholung vorsieht. Klar entsteht ein Nachteil für die Corona-Generation, aber ist der Nachteil oder die Wissenslücke groß genug, um ein kollektives Nachsitzen zu rechtfertigen?

    Weiterhin sollte man auch immer nochmal betrachten, wie aussagekräftig eine punktuelle Leistungsüberprüfung/-messung, wie es die schriftlichen Abschlussprüfungen nun mal darstellen, überhaupt sind. Die Schüler wurden bis einschließlich des 1. Halbjahres regelmäßig überprüft und in ihrer Leistung beurteilt. Natürlich schaffen die zentralen Abschlussprüfungen nochmal ein objektives Instrument mit einer gewissen Vergleichbarkeit über die Bewertung der einzelnen Lehrkräfte hinaus, aber sind eben halt auch nur punktuell.

    Ich kann die Forderungen der Petition zur Heranziehung einer Durchschnittsnote verstehen und würde sie für meine Situation tatsächlich ähnlich übertragen wollen. Dazu der Transfer: Die Ausbildungsnoten der angehenden Lehrkräfte wurden im März 2020 für den entsprechenden Jahrgang in den Fächern, in Pädagogik und mit einer schriftlichen Arbeit festlegt. Die Staatsprüfung besteht im GHR-Bereich aus Prüfungsunterricht I und II (Fach I + II) sowie einer mündlichen Prüfung. Für meine Ausbildungsnote hatte ich schon mindestens 12 Unterrichtsbesuche, in denen ich kontinuierlich bewertet wurde. Wenn sich mein Vorbereitungsdienst wegen der ausstehenden Staatsprüfung nun verlängert, dann wartet meine Schule, für die ich mich bereits als dann fertig ausgebildete Lehrkraft beworben habe, auf meine Staatsprüfung. Die Stunden fehlen und es herrscht jetzt schon Mangel. Eine ausschließliche mdl. Prüfung wäre auch in Ordnung.

    Anderseits kann ich auch Gegenargumente ala "Drückeberger" und "Vergleichbarkeit" in unserer Leistungsgesellschaft verstehen ;)

  17. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: ghostinthemachine 25.03.20 - 07:33

    TheUnichi schrieb:
    -----------------------------------------------------------------------
    > Und man beraubt die Kinder um ein Lebensjahr? Hakts noch?

    Meine Tochter macht nicht den Eindruck als würde ihr gerade was geraubt. Mal locker.
    Und richtig. Nicht alle Kids kommen mit dem Selbststudium klar. Es fehlt das Erarbeiten der Lösungen mit dem Lehrer. Nicht alles gann man googeln.

  18. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: minnime 25.03.20 - 11:47

    Berauben? Eine Frage der Sichtweise, man könnte es auch als Geschenk auffassen. Ein Jahr länger das Leben genießen statt im Arbeitstrott zu versumpfen.

  19. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: TheUnichi 27.03.20 - 13:13

    minnime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Berauben? Eine Frage der Sichtweise, man könnte es auch als Geschenk
    > auffassen. Ein Jahr länger das Leben genießen statt im Arbeitstrott zu
    > versumpfen.

    Ja, wir sollten alle von Luft und Liebe leben und nicht mehr arbeiten gehen. Geh Steine schmeißen und halt dich raus, wenn große Jungs reden, okay?

  20. Re: Schuljahr wiederholen

    Autor: TheUnichi 27.03.20 - 13:17

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > TheUnichi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Und man beraubt die Kinder um ein Lebensjahr? Hakts noch?
    >
    > Ist dann doch verschmerzbar irgendwie... es sei denn es geht nur darum
    > Kinder möglichst schnell "produktiv" werden zu lassen...

    Damit die Kinder so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen und selbstständig sind, natürlich. Warum sollte das was schlechtes sein? Magst du Abhängigkeit? Machst du Hilfslosigkeit? Warum wünscht du dir das für unsere Kinder?

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