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Straßenbahn im Jahre 2018

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  1. Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: superdachs 21.09.18 - 22:35

    Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft warum man heute noch an diesem Unsinnigen Konzept festhält. Schließlich gibt es genügend Alternativen. Insbesondere Kreuzungsbereiche sind für Radfahrer besonders gefährlich wenn dort Straßenbahnen fahren. Nicht nur die Gleise sind ein Problem. Oft werden da unterschiedlichste Straßenbeläge kombiniert. Gern auch mit ein paar Resten von Kopfsteinpflaster. Das geht im Juni und Juli noch, im Rest des Jahres sind das vor allem fiese Fallen. Ganz besonders im Winter.
    Wieso nicht einfach Oberleitungsbusse einsetzen. Die sind deutlich flexibler, man kann einen modernen, unterbrechungsfreien, Straßenbelag nehmen und alle sind halbwegs sicher unterwegs.

    Selbst als Autofahrer hab ich mit Straßenbahnschienen schon sehr unschöne Erfahrungen gemacht. Mein erster Fiesta hatte exakt die selbe Spurweite. Versuch da mal zu bremsen.

  2. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Ph4te 21.09.18 - 23:32

    Eine Straßenbahn ist um die 50m lang. Du kannst also mit einem Fahrer wesentlich mehr Fahrgäste mitnehmen, als mit einem Bus. Und damit du so ein langes Fahrzeug schnell bewegen kannst, brauchst du Schienen. Mal davon abgesehen, dass es ein wesentlich komfortableres Reisen ist, als in einem Bus.

  3. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Tiberius Kirk 22.09.18 - 02:56

    Straßenbahn und komfortabel? Du musst in einem anderen Universum leben: das ruckelt und quietscht, dass es kaum auszuhalten ist. Und dann passen da mitnichten soo viel Leute rein. In einen normalen Doppeldecker-Bus passen rd. 100 Leute sitzend und noch einige stehend.

    In den 70er Jahren wurde die Straßenbahn in Berlin (West) abgebaut und stillgelegt, hauptsächlich der großen Gefährdung und der starken Lärmbelastung wegen. Heute wird sie gegen den Widerstand der Bewohner wieder aufgebaut, getrieben von zugereisten Ideologen, weil sie so schön billig ist. Letzteres ist aber auch das einzige Argument, was wirklich für die Straßenbahn spricht -alles andere lässt sich mit anderen Verkehrsmitteln besser erreichen.

    Gruß
    Tiberius

  4. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Ph4te 22.09.18 - 05:46

    Dann vermute ich mal, dass du Autofahrer bist. Ich kann jetzt nur aus Erfahrung die Fahrzeuge im VVO (Gebiet Dresden) beurteilen. Aber da ist es auf jeden Fall, abgesehen von richtigen Zügen der Deutschen Bahn, in den Trams am ruhigsten. Da kann man auch ohne hin zu fallen während der Fahrt drin stehen. In einem Bus schmeißt es einen hin und her, auch wenn man sich fest hält.

    Davon abgesehen ist es die offizielle Haltung der Verkehrsbetriebe hier, ab 10.000 Fahrgästen pro Tag auf einer Linie, Busse durch Trams zu ersetzen. (die Zahl habe ich jetzt nur aus dem Gedächtnis, es kann auch mehr sein.)
    Und wer, wenn nicht ein Verkehrsbetrieb, kann beurteilen, wie viele Personen befördert werden können? Der Bedarf daran, Trams einzusetzen resultiert ja daraus, dass man die Fahrgäste nur mit Bussen nicht mehr transportiert bekommt.

    Die Studentenlinie in Dresden besteht aus einer Busverbindung (nur mal als Beispiel.) Die Linie ist so überlaufen, dass morgens und nachmittags zu Spitzenzeiten die Busse alle 2 Minuten fahren, bei normalen Taktzeiten von 10 bis 15 Minuten. Und dann sind die Busse trotzdem überfüllt. Die Planungen sind schon seit einigen Jahren überfallig, dass dort eine Tramlinie hin soll. Eine Stadt ohne U-Bahn braucht die Tram als Alternative, stattdessen Busse zu nehmen ist eine absolut dämliche Idee.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.09.18 05:58 durch Ph4te.

  5. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: superdachs 22.09.18 - 09:52

    Verrückt, ich komm auch aus Dresden. Die Dresdner Straßenbahn ist der größte Unfug den ich je erlebt habe. Schwachsinnige Linienführung, unsinnige Taktzeiten, etc

    Nicht schaukeln tut's in der Bahn gefühlt auch nur zwischen Hbf und Pirnaischem Platz. In der restlichen Stadt sind die Straßen so beschissen dass auch die Straßenbahn einer Rummelattraktion gleicht.

    Noch ein kleines Beispiel für die Unsinnigkeit: ich brauche von Striesen (pk ost) bis auf Arbeit in löbtau (wernerstr) mit der Straßenbahn zwischen 45 und 90min inkl laufen und vor allem warten. Mit dem Fahrrad ca 25 bis 30min und mit dem Auto 15 bis 20min. Wozu also diese beknackte Bahn? Ständig muss man über schienenverseuchte Kreuzungen Eiern. Grad bei schlechter Witterung ein Glücksspiel.

    Zur 61 (Das ist die "studentenlinie"): glaubst du eine Straßenbahn würde da oben irgendwas ändern? Dann ist die eben überfüllt. Ein Bus im kurzen Takt ist da deutlich sinnvoller. Zumal die Bahn nur an ein paar Tagen im Semester voll ist, wenn die Studenten noch Bock haben oder Prüfungen sind. Die meiste Zeit gurkt die dann leer durch die Gegend.

  6. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Tiberius Kirk 22.09.18 - 11:26

    Ph4te schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann vermute ich mal, dass du Autofahrer bist.

    Das ist nur zum Teil richtig: ich nutze nahezu alles, was zwei bis sechzehn Räder hat, und ganz gern auch mal nur meine Beine. Mit dem Auto fahre ich nur in die Stadt, wenn es anders nicht machbar ist, sprich: ich etwas zu transportieren habe oder das Wetter es erfordert.

    > Aber da ist es
    > auf jeden Fall, abgesehen von richtigen Zügen der Deutschen Bahn, in den
    > Trams am ruhigsten. Da kann man auch ohne hin zu fallen während der Fahrt
    > drin stehen.

    Hierzustadt tut man gut daran, zu stehen, da man auf den schlecht oder gar nicht gepolsterten Sitzen seine Wirbelsäule arg malträtiert. Darüberhinaus ist die Straßenbahn (so heißt das hier bei den Einheimischen, zumindest bis die Schwaben hier einfielen) schmerzhaft laut -kein anderes Verkehrsmittel bekäme dafür eine Zulassung.

    > In einem Bus schmeißt es einen hin und her, auch wenn man sich
    > fest hält.

    Solche Straßen gibt es hier nur noch wenige.

    > Eine Stadt ohne U-Bahn braucht die Tram als Alternative

    Nein: sie braucht eine U-Bahn. Klar: das ist deutlich teurer, aber die Tram ist bei Licht betrachtet ein No-Go. Busse haben den entscheidenden Nachteil, dass sie auch im Stau stecken und daher mitunter schwer bis nicht kalkulierbare Fahrzeiten haben. Gelegentlich trifft das übrigens auch Straßenbahnen...

    Gruß
    Tiberius

  7. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Oktavian 22.09.18 - 11:38

    > Noch ein kleines Beispiel für die Unsinnigkeit: ich brauche von Striesen
    > (pk ost) bis auf Arbeit in löbtau (wernerstr) mit der Straßenbahn zwischen
    > 45 und 90min inkl laufen und vor allem warten. Mit dem Fahrrad ca 25 bis
    > 30min und mit dem Auto 15 bis 20min. Wozu also diese beknackte Bahn?
    > Ständig muss man über schienenverseuchte Kreuzungen Eiern. Grad bei
    > schlechter Witterung ein Glücksspiel.

    Das hat man hier in Dortmund etwas intelligenter gelöst. Die Straßenbahnen fahren in den Außenbezirken in der Regel auf eigenen Trassen, kreuzen Straßen meist rechtwinklig. Es gibt natürlich Kreuzungen mit Schienen, aber eher selten. In der Innenstadt hat man die Straßenbahn inzwischen vollständig unter die Erde verbannt und führt sie als U-Bahn.

    Die Taktung der Hauptlinien tagsüber liegt meist bei 10 Minuten, manche aus kürzer. Ich fahre zwar nicht so oft damit, arbeite weiter weg, aber wenn ich damit unterwegs bin, bin ich sehr zufrieden.

  8. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Ph4te 22.09.18 - 14:57

    Ich nehme manchmal die Linie 1 von Dobritz Richtung Straßburger Platz und von dort weiter mit der Linie 4 in Richtung Pieschen. Wenn die S-Bahn halt mal wieder ausfällt.

    Du hast schon Recht, die Linienführung ist länger. Mit der S-Bahn dauert das 20 Minuten und mit der Tram 40. Aber ganz ehrlich, ich kann es nicht nachvollziehen, dass du das alles so scheiße findest. Ich bin jemand, dem bei Geschaukel im Auto oder im Bus beim Lesen schlecht wird. Die Straßenbahn fährt aber schon mal so ruhig, dass ich ohne Übelkeit lesen kann.

    Und ja die Straßenbahnfahrt dauert relativ lang, aber das liegt nun wirklich nur daran, dass die ein großes Gebiet abdecken müssen und teilweise die Straße mit den Autos teilen müssen.
    So eine Trasse wie du sie in Richtung Pennrich hast, oder bei der Linie 8 in der Südvorstadt, wo die Bahn komplett alleine fährt, kannst du nun mal in der Innenstadt schwer bauen.

    Ich habe schon den Nahverkehr in Bayreuth, Nürnberg, Berlin und einigen anderen Städten erleben dürfen. Und da ist Dresden von der Qualität des Öpnv meiner Meinung nach sehr gut dabei.

    Bezüglich deiner Frage zur Linie 61. Die soll ja durch eine neue Tram Linie 14 ersetzt werden, die dann von Löbtau nach Strehlen fahren soll. Auch mit teilweise eigenständiger Spur. Und ja, ich denke, dass die Situation damit besser wird. Die kleinen Bahnen sind 30m lang und können so viel Fahrgäste wie 2 Busse aufnehmen. Die 45m Bahnen ein bisschen mehr. Vor allem werden die aber schneller unterwegs sein.

    Du kannst dir die Planung ja mal hier anschauen:
    https://www.dvb.de/de-de/die-dvb/zukunftsprojekte/stadtbahn-2020/projekt-1-loebtau-suedvorstadt-strehlen/

  9. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: plutoniumsulfat 22.09.18 - 17:15

    superdachs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noch ein kleines Beispiel für die Unsinnigkeit: ich brauche von Striesen
    > (pk ost) bis auf Arbeit in löbtau (wernerstr) mit der Straßenbahn zwischen
    > 45 und 90min inkl laufen und vor allem warten. Mit dem Fahrrad ca 25 bis
    > 30min und mit dem Auto 15 bis 20min. Wozu also diese beknackte Bahn?

    Soll ich dir mal vorrechnen, wie lange du mit dem Auto brauchen würdest, wenn du die Tram abreißt und alle Gäste mit 1-2 Personen pro Auto fahren lässt?

  10. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Eheran 22.09.18 - 18:11

    >weil sie so schön billig ist.
    Selbst wenn das das einzige Argument wäre: Wo ist das Problem...? Sollen wir lieber die teuerste Lösung nutzen? Jeder bekommt eigene Taxis?

  11. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Tiberius Kirk 22.09.18 - 18:36

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >weil sie so schön billig ist.
    > Selbst wenn das das einzige Argument wäre: Wo ist das Problem...?

    Dass es der einzige Vorteil bei sonst ausschließlichen und teilweise herben Nachteilen ist.

    > Sollen wir lieber die teuerste Lösung nutzen?

    Es kommt nicht darauf an, ob es die teuerste Lösung ist, aber es darf durchaus eine gute Lösung sein. Ist ja nicht so, dass eines der reichsten Länder der Erde sich nicht etwas besseres als das schlechteste leisten könnte.

    > Jeder bekommt eigene Taxis?

    Rabulistik führt bestimmt nicht zu einer guten Lösung.

    Gruß
    Tiberius

  12. Re: Straßenbahn im Jahre 2018

    Autor: Eheran 22.09.18 - 19:36

    >Dass es der einzige Vorteil bei sonst ausschließlichen und teilweise herben Nachteilen ist.
    Das kannst du sicherlich auch irgendwie belegen bzw. argumentativ untermauern?
    Ich sehe da noch ein paar weitere Vorteile und nicht so viele Nachteile.
    Beispielsweise Diesel vs. Strom, das ist schon ein Unterschied für die Anwohner und auch für CO2/Klima angeht, mit Rekuperation kann man neben dem ohnehin höheren Wirkungsgrad auch noch die ganzen Start-Stopp Vorgänge puffer.

    Fahrräder kann man im Bus doch auch nicht mitnehmen, oder? Als ich das machen wollte, wurde ich immer angekackt. Ist aber auch schon eine Weile her, dass ich das versucht habe (warum wohl?). In der Straßenbahn muss man für das Rad zwar zahlen, aber es ist kein Problem. Rad + ÖPNV ist eine gute Combo, da bei jedem Wetter und auch bei größeren Fußwegen anwendbar.

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