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  5. › IT-Forensikerin: Beweise sichern…

Interessanter Beruf...

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  1. Interessanter Beruf...

    Autor: Gtifighter 04.06.19 - 12:45

    leider fehlt mir hier der Kontrast zum Forensiker im privatwirtschaftlichen Bereich.

    Was so in etwa die Bezahlung, das Umfeld und die Tätigkeiten bei der Bundeswehr (BW) sind, wissen wir ja nun.
    Wie sieht das in der Wirtschaft aus? sind Vorgaben und Tätigkeiten ähnlich? wie hoch ist dort die Bezahlung? Ich meine in etwa eine Vorstellung von den Spitzenlöhnen habe ich bereits aus vorherigen Golem und Heiseartikeln und auch mit google schnell finden können aber nach sowas mag ich mich eher nicht richten.

    Was ist mit den Arbeitszeiten? hier wird gesagt dass sie bloß ihre "stunden abarbeiten muss" sprich: Gleitzeit. Wie viele sind das denn konkret?

    Ich frage weil ich mich sehr das Berufsfeld für Forensik/IT-Sec. interessiere und nach meiner Ausbildung zum Fachinformatiker evtl. ein Studium auf dem Gebiet anstrebe.

    Vielleicht gibt es ja einige unter euch die selber auf dem Gebiet tätig sind und vielleicht mal ihre Erfahrung (soweit natürlich erlaubt bzw. möglich) teilen möchten.

  2. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: einglaskakao 04.06.19 - 13:06

    43k¤ ist ein Witz für die notwendige Qualifikation.

    In der freien Wirtschaft dürfte mehr als das doppelte locker drin sein, zumindest im Westen.

  3. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Oktavian 04.06.19 - 13:16

    > 43k¤ ist ein Witz für die notwendige Qualifikation.

    Na man muss aber die Perspektive gegenrechnen. Es winkt zeitnah die Verbeamtung. Dann ändert sich einiges, da Arbeitslosen- und Rentenversicherung wegfallen und die Beiträge zur Krankenversicherung kleiner werden.

    Zudem hat die Verbeamtung eine hohe Sicherheit, was für viele attraktiv zu sein scheint. Gerade wenn man irgendwann man Familie plant mit einer gewissen Ausfallzeit, kann das reizvoll sein.

  4. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: DerKleine 04.06.19 - 13:27

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > 43k¤ ist ein Witz für die notwendige Qualifikation.
    >
    > Na man muss aber die Perspektive gegenrechnen. Es winkt zeitnah die
    > Verbeamtung. Dann ändert sich einiges, da Arbeitslosen- und
    > Rentenversicherung wegfallen und die Beiträge zur Krankenversicherung
    > kleiner werden.
    >
    > Zudem hat die Verbeamtung eine hohe Sicherheit, was für viele attraktiv zu
    > sein scheint. Gerade wenn man irgendwann man Familie plant mit einer
    > gewissen Ausfallzeit, kann das reizvoll sein.

    Alles richtig. Allerdings bedenke dabei folgendes:

    Ähnliche Qualifikation in der freien Wirtschaft bist du bei mindestens 65k ¤ jährlich. Sind 12k mehr im Jahr, was selbst nach Abzügen immer noch mindestens 500 ¤ mehr im Monat sein dürfte.

    Verbeamtung bringt natürlich die Sicherheit mit. Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob jemand der täglich 4 - 5 Headhunter Anfragen hat diese "Sicherheit" wirklich braucht.

    Deine Punkte finde ich absolut valide. Allerdings nicht für die Zielgruppe die angesprochen werden soll. -> Junge, "hungrige" IT-Experten



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.06.19 13:28 durch DerKleine.

  5. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: halfzware 04.06.19 - 13:37

    Der Job ist nur was für dich wenn du schon immer Hacker bist, ohne das private interesse, also durch ein Studium, bekommst du nich das Spitzenwissen um dir nach ein paar Jahren dein Job und Gehalt aussuchen zu dürfen.

    In dem Fall ist Wirtschaftsinformatik sinnvoller da kannst du auch schnell in alle Richtungen wechseln und Gehalt ist gut bis hervorragend (wenn du das Spiel gut spielst).

    Wenn du Hacker bist und gut darin fängst du auch ohne Studium bei 40 an (was ja nicht schlecht ist) und naja das doppelte gibts schnell und wenn du nach ein paar Jahren auf eigene Rechnung arbeitest machst du in guten Monaten 5-stellige Einkommen.

    Mehr Geld geregelt ist Wirtschaftsinformatik und die dicken Gehälter gibts wenn du in Mathe mehr kannst als der Rest was ich dir auch empfehlen kann. Wenn Studium dann nutze es für Mathe, das lernst du nie im Job und stellt dich auf eine andere Stufe.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.06.19 13:39 durch halfzware.

  6. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Oktavian 04.06.19 - 13:43

    > Verbeamtung bringt natürlich die Sicherheit mit. Für mich stellt sich
    > allerdings die Frage, ob jemand der täglich 4 - 5 Headhunter Anfragen hat
    > diese "Sicherheit" wirklich braucht.

    Das muss jeder für sich wissen, manche denken da halt langfristig. Wenn man zwei bis drei Kinder hatte, vielleicht wegen Erziehungszeit 5 Jahre raus ist aus dem Job, dann kann der Wiedereinstieg schon schwer werden. Headhunter rufen dann keine mehr an, den alten AG gibt es evtl nicht mehr (die Branche ist schnelllebig) und einfach so jemanden einstellen mit 5 Jahre altem Wissen, der auch noch durch Kinder unflexibler geworden ist, kann schwierig sein.

    Für mich wäre der Staatsdienst auch nichts, ich hatte das mal, bin wieder raus. Aber ich kann schon nachvollziehen, was jemanden da reizt.

  7. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: der_wahre_hannes 04.06.19 - 13:50

    DerKleine schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Verbeamtung bringt natürlich die Sicherheit mit. Für mich stellt sich
    > allerdings die Frage, ob jemand der täglich 4 - 5 Headhunter Anfragen hat
    > diese "Sicherheit" wirklich braucht.

    Auf sowas würde ich mir ja nicht viel einbilden. Die meisten Anfragen kann man getrost in die Tonne kloppen, weil es Massenanfragen sind, wo schon klar ist, dass die nichtmal das Profil angeschaut haben.

  8. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: gaym0r 04.06.19 - 14:40

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > 43k¤ ist ein Witz für die notwendige Qualifikation.
    >
    > Na man muss aber die Perspektive gegenrechnen. Es winkt zeitnah die
    > Verbeamtung.

    Soldaten sind keine Beamten. Du bist hier schon mehrmals mit Unwissen zum Thema Bundeswehr aufgefallen...

  9. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Oktavian 04.06.19 - 15:13

    > > Na man muss aber die Perspektive gegenrechnen. Es winkt zeitnah die
    > > Verbeamtung.
    >
    > Soldaten sind keine Beamten. Du bist hier schon mehrmals mit Unwissen zum
    > Thema Bundeswehr aufgefallen...

    Die Dame ist aber keine Soldatin sondern Zivilangestellte. Und sie sagt explizit, dass die Aussicht auf Verbeamtung wesentlich für sie ist. Dies ist der Grund, warum sie freiwillig auch potentiellen Auslandsentsendungen zugestimmt hat.

    Du hast den Artikel aber schon gelesen, oder?

  10. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Thiesi 04.06.19 - 15:55

    Gtifighter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Was ist mit den Arbeitszeiten? hier wird gesagt dass sie bloß ihre "stunden
    > abarbeiten muss" sprich: Gleitzeit. Wie viele sind das denn konkret?

    Im Artikel steht doch, dass sie Tarifbeschäftigte ist. Also ergibt sich die Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche wohl aus dem TVÖD-Bund für sie (~39).

    Und genau das ist damit wohl auch gemeint: Im ÖD arbeitest du deine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit, und danach gehst du nach Hause. Es gibt eben kein "Crunchen" wie in der freien Wirtschaft, nur weil beispielsweise die Deadline eines Projektes naht.

    Ich habe beide Seiten kennengelernt und früher, als ich Mitte 20 war, da hat mir das nix ausgemacht, quasi das ganze Wochenende zu arbeiten und dann Montagmorgen wieder auf der Matte zu stehen. Jetzt, ein paar Jährchen später, ist mir meine Freizeit, die Zeit *für mich* ist, Gold wert.

    Ich bekomme im Schnitt rund einmal pro Woche Anfragen über LinkedIn und/oder Xing (bin kein Forensiker oder so, nur gewöhnlicher Wald- & Wiesenadmin, aber mit Spezialisierung auf MS-Enterprise-Produkte), und die meisten davon sind tatsächlich individuell und nicht einfach nur Serienbriefe.

    Ein Headhunter wollte mich für eine interessante Stelle bei einem großen Systemhaus vorschlagen, bei der mein Einstiegsgehalt meinem Maximalgehalt im ÖD entsprochen hätte. Perspektivisch wären 100k drin gewesen. Das wäre eine ordentliche Gehaltssteigerung gewesen, aber: Die Arbeitszeiten würden nach Absprache mit dem Kunden festgelegt. Und wenn's beim Kunden "brennt", dann muss man eben erst einmal ran.

    Das kann einem natürlich auch im ÖD passieren, dass ein wichtiges System am Wochenende oder nachts steht. Aber dafür haben wir verschiedene Eskalationsstufen und Rufbereitschaften sowie Serviceverträge mit garantierten Reaktionszeiten. Und wer nicht im Rufbereitschaftsteam ist, muss sich eben nicht nach Feierabend um dienstliche Belange kümmern, auch wenn diese noch so dringlich scheinen oder gar sein mögen. Und da wird auch kein Vorgesetzter hier Stress machen deswegen.

    Wie gesagt - mit Anfang und Mitte 20 war mir das egal, aber jetzt empfinde ich persönlich das als den größten Vorteil im ÖD. Ein krisensicherer Job, gute Bezahlung, sehr gute Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten runden das Gesamtpaket ab. Für mich ist daher ganz klar: Außer mehr Geld hat mir kein Arbeitgeber in der freien Wirtschaft mehr zu bieten. Und so fällt die Abwägung zwischen mehr Geld auf der einen und mehr Freizeit auf der anderen Seite für mich ganz klar in Richtung mehr Freizeit aus.

  11. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: schipplock 04.06.19 - 16:01

    ab einem gewissen Alter melden sich keine Headhunter mehr.

    Quelle: isso :).

  12. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Oktavian 04.06.19 - 16:13

    > ab einem gewissen Alter melden sich keine Headhunter mehr.

    Ach keiner will ich nicht sagen. Die Anfragen werden seltener aber spezifischer.

    Die Unternehmen wissen auch, dass sie einen Glatzenträger nicht für kleines Geld bekommen, sondern dass man da schon richtig was bieten muss. Und sie wissen auch, dass er auch sonst andere Ansprüche stellt und bei weiten nicht mehr so flexibel (Überstunden, Sonderschichten, Wochenende, Reisen) sei will wie ein Jungspund.

    Dafür hat der Glatzenträger deutlich mehr Erfahrung, sowohl fachlich als auch im Leben.

    Der Suchende muss halt wissen, was er will. Wenn ich die Massenangebote mal rausfiltere, die völlig bedeutungslos sind, dann kommen natürlich Anfragen seltener als vor 10 Jahren. Dafür waren die Anfragen, die kamen, auch deutlich interessanter und passender.

  13. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: ww 04.06.19 - 16:29

    Also unter einem interessanten Beruf stelle ich mir was anderes vor.

    Datenträger klonen und danach 100.000 Photos von Hand nach Hakenkreuzen durchsuchen?
    Klingt eher stupide.

    Das machen die im Facebook-Zensurzentrum schneller und billiger.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.06.19 16:30 durch ww.

  14. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Oktavian 04.06.19 - 16:33

    > Datenträger klonen und danach 100.000 Photos von Hand nach Hakenkreuzen
    > durchsuchen?
    > Klingt eher stupide.

    Ich vermute mal, das ist nur ein Teilaspekt des Tagesgeschehens. Dafür bräuchte die Dame tatsächlich keine Ü3 es sei denn, auf dem Gerät sind noch weitere Daten ab VS-Geheim. Es ist eben der Teil der Arbeit, den man in einem Presseartikel schnell darstellen kann, und den auch jeder sofort versteht, auch ohne technischen Hintergrund.

  15. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: ww 04.06.19 - 16:36

    > Ich vermute mal, das ist nur ein Teilaspekt des Tagesgeschehens.

    Ich hoffe es. Ansonsten fände ich es mal wieder extrem Schade, dass ich das Ganze mitfinanzieren muss.

  16. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Gtifighter 04.06.19 - 21:03

    Thiesi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gtifighter schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Was ist mit den Arbeitszeiten? hier wird gesagt dass sie bloß ihre
    > "stunden
    > > abarbeiten muss" sprich: Gleitzeit. Wie viele sind das denn konkret?
    >
    > Im Artikel steht doch, dass sie Tarifbeschäftigte ist. Also ergibt sich die
    > Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche wohl aus dem TVÖD-Bund für sie (~39).
    >
    > Und genau das ist damit wohl auch gemeint: Im ÖD arbeitest du deine
    > vertraglich vereinbarte Arbeitszeit, und danach gehst du nach Hause. Es
    > gibt eben kein "Crunchen" wie in der freien Wirtschaft, nur weil
    > beispielsweise die Deadline eines Projektes naht.
    >
    > Ich habe beide Seiten kennengelernt und früher, als ich Mitte 20 war, da
    > hat mir das nix ausgemacht, quasi das ganze Wochenende zu arbeiten und dann
    > Montagmorgen wieder auf der Matte zu stehen. Jetzt, ein paar Jährchen
    > später, ist mir meine Freizeit, die Zeit *für mich* ist, Gold wert.
    >
    > Ich bekomme im Schnitt rund einmal pro Woche Anfragen über LinkedIn
    > und/oder Xing (bin kein Forensiker oder so, nur gewöhnlicher Wald- &
    > Wiesenadmin, aber mit Spezialisierung auf MS-Enterprise-Produkte), und die
    > meisten davon sind tatsächlich individuell und nicht einfach nur
    > Serienbriefe.
    >
    > Ein Headhunter wollte mich für eine interessante Stelle bei einem großen
    > Systemhaus vorschlagen, bei der mein Einstiegsgehalt meinem Maximalgehalt
    > im ÖD entsprochen hätte. Perspektivisch wären 100k drin gewesen. Das wäre
    > eine ordentliche Gehaltssteigerung gewesen, aber: Die Arbeitszeiten würden
    > nach Absprache mit dem Kunden festgelegt. Und wenn's beim Kunden "brennt",
    > dann muss man eben erst einmal ran.
    >
    > Das kann einem natürlich auch im ÖD passieren, dass ein wichtiges System am
    > Wochenende oder nachts steht. Aber dafür haben wir verschiedene
    > Eskalationsstufen und Rufbereitschaften sowie Serviceverträge mit
    > garantierten Reaktionszeiten. Und wer nicht im Rufbereitschaftsteam ist,
    > muss sich eben nicht nach Feierabend um dienstliche Belange kümmern, auch
    > wenn diese noch so dringlich scheinen oder gar sein mögen. Und da wird auch
    > kein Vorgesetzter hier Stress machen deswegen.
    >
    > Wie gesagt - mit Anfang und Mitte 20 war mir das egal, aber jetzt empfinde
    > ich persönlich das als den größten Vorteil im ÖD. Ein krisensicherer Job,
    > gute Bezahlung, sehr gute Arbeitsbedingungen und
    > Weiterbildungsmöglichkeiten runden das Gesamtpaket ab. Für mich ist daher
    > ganz klar: Außer mehr Geld hat mir kein Arbeitgeber in der freien
    > Wirtschaft mehr zu bieten. Und so fällt die Abwägung zwischen mehr Geld auf
    > der einen und mehr Freizeit auf der anderen Seite für mich ganz klar in
    > Richtung mehr Freizeit aus.

    Whoa danke erstmal für diese ausführliche Antwort, das hilft mir auf jeden Fall schonmal eine ganze Menge weiter.
    Vorallem auch dein Fazit: Freizeit vs. Geld fand ich sehr aufschlussreich. Vorallem in den Bereichen rund um IT-Security ist es ja meistens so, dass der Stressfaktor exponenziell steigt, je mehr die Kacke irgendwo mal wieder am Dampfen ist (was ja letzten Endes auch zu der hohen Burnout-Quote führt und somit indirekt einer der Faktoren für die akute Knappheit an Nachwuchs auf dem Gebiet ist), was ja bekannterweise in dieser Branche üblich mit einem Berufsaustritt endet:

    -entweder der Sicherheitsexperte ist an allem Schuld weil frau DAU auf das süße_katzen.pdf.exe aus ihrer privaten Emailadresse auf dem Firmenrechner geklickt hat (überspitzt dargestellt)

    -oder weil der Sicherheitsexperte medial und öffentlich bloßgestellt und ruiniert wird, was dann oft zur Kündigung führt.

    Unter der Annahme, dass kein System zu 100% sicher sein kann (selbst Cisco und die NSA wurden in der Vergangenheit schon mehrmals gehackt), ist auch meine Schlussfolgerung, dass ein eher gesicherter Arbeitsplatz zumindest in dieser Branche nicht vollkommen verkehrt ist.

  17. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Auspuffanlage 06.06.19 - 13:43

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Verbeamtung bringt natürlich die Sicherheit mit. Für mich stellt sich
    > > allerdings die Frage, ob jemand der täglich 4 - 5 Headhunter Anfragen
    > hat
    > > diese "Sicherheit" wirklich braucht.
    >
    > Das muss jeder für sich wissen, manche denken da halt langfristig. Wenn man
    > zwei bis drei Kinder hatte, vielleicht wegen Erziehungszeit 5 Jahre raus
    > ist aus dem Job, dann kann der Wiedereinstieg schon schwer werden.
    > Headhunter rufen dann keine mehr an, den alten AG gibt es evtl nicht mehr
    > (die Branche ist schnelllebig) und einfach so jemanden einstellen mit 5
    > Jahre altem Wissen, der auch noch durch Kinder unflexibler geworden ist,
    > kann schwierig sein.

    Was heißt altes Wissen? Alles was du irgendwan lernst wird alt. Die Frage ist, ist das noch von Bedeutung? Java (1996) oder C (70er) gibt es auch schon über 10 Jahre. Das Wissen ist doch nicht verbrannt. ist doch egal ob die zukünftige Firma mit Vue.js oder einem anderen neuen Framework arbeitet. Du hast vielleicht Angular oder irgendein anderes Framework gelernt, naund? Konzepte wie Vererbung oder Objektorientiert haben sich doch nicht verändert. Du musst dich halt einlesen und das gehört halt dazu.

    Mich würde aber interessieren, gibt es Programmierer und Software Architekten die obere und untere Schranken für die Laufzeit benutzen? Nutzt ihr irgendwas aus der Theoretischen Informatik zur Verbesserung der Software?
    >
    > Für mich wäre der Staatsdienst auch nichts, ich hatte das mal, bin wieder
    > raus. Aber ich kann schon nachvollziehen, was jemanden da reizt.

  18. Re: Interessanter Beruf...

    Autor: Auspuffanlage 07.06.19 - 15:00

    Gtifighter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Thiesi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Gtifighter schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > >
    > > > Was ist mit den Arbeitszeiten? hier wird gesagt dass sie bloß ihre
    > > "stunden
    > > > abarbeiten muss" sprich: Gleitzeit. Wie viele sind das denn konkret?
    > >
    > > Im Artikel steht doch, dass sie Tarifbeschäftigte ist. Also ergibt sich
    > die
    > > Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche wohl aus dem TVÖD-Bund für sie
    > (~39).
    > >
    > > Und genau das ist damit wohl auch gemeint: Im ÖD arbeitest du deine
    > > vertraglich vereinbarte Arbeitszeit, und danach gehst du nach Hause. Es
    > > gibt eben kein "Crunchen" wie in der freien Wirtschaft, nur weil
    > > beispielsweise die Deadline eines Projektes naht.
    > >
    > > Ich habe beide Seiten kennengelernt und früher, als ich Mitte 20 war, da
    > > hat mir das nix ausgemacht, quasi das ganze Wochenende zu arbeiten und
    > dann
    > > Montagmorgen wieder auf der Matte zu stehen. Jetzt, ein paar Jährchen
    > > später, ist mir meine Freizeit, die Zeit *für mich* ist, Gold wert.
    > >
    > > Ich bekomme im Schnitt rund einmal pro Woche Anfragen über LinkedIn
    > > und/oder Xing (bin kein Forensiker oder so, nur gewöhnlicher Wald- &
    > > Wiesenadmin, aber mit Spezialisierung auf MS-Enterprise-Produkte), und
    > die
    > > meisten davon sind tatsächlich individuell und nicht einfach nur
    > > Serienbriefe.
    > >
    > > Ein Headhunter wollte mich für eine interessante Stelle bei einem großen
    > > Systemhaus vorschlagen, bei der mein Einstiegsgehalt meinem
    > Maximalgehalt
    > > im ÖD entsprochen hätte. Perspektivisch wären 100k drin gewesen. Das
    > wäre
    > > eine ordentliche Gehaltssteigerung gewesen, aber: Die Arbeitszeiten
    > würden
    > > nach Absprache mit dem Kunden festgelegt. Und wenn's beim Kunden
    > "brennt",
    > > dann muss man eben erst einmal ran.
    > >
    > > Das kann einem natürlich auch im ÖD passieren, dass ein wichtiges System
    > am
    > > Wochenende oder nachts steht. Aber dafür haben wir verschiedene
    > > Eskalationsstufen und Rufbereitschaften sowie Serviceverträge mit
    > > garantierten Reaktionszeiten. Und wer nicht im Rufbereitschaftsteam ist,
    > > muss sich eben nicht nach Feierabend um dienstliche Belange kümmern,
    > auch
    > > wenn diese noch so dringlich scheinen oder gar sein mögen. Und da wird
    > auch
    > > kein Vorgesetzter hier Stress machen deswegen.
    > >
    > > Wie gesagt - mit Anfang und Mitte 20 war mir das egal, aber jetzt
    > empfinde
    > > ich persönlich das als den größten Vorteil im ÖD. Ein krisensicherer
    > Job,
    > > gute Bezahlung, sehr gute Arbeitsbedingungen und
    > > Weiterbildungsmöglichkeiten runden das Gesamtpaket ab. Für mich ist
    > daher
    > > ganz klar: Außer mehr Geld hat mir kein Arbeitgeber in der freien
    > > Wirtschaft mehr zu bieten. Und so fällt die Abwägung zwischen mehr Geld
    > auf
    > > der einen und mehr Freizeit auf der anderen Seite für mich ganz klar in
    > > Richtung mehr Freizeit aus.
    >
    > Whoa danke erstmal für diese ausführliche Antwort, das hilft mir auf jeden
    > Fall schonmal eine ganze Menge weiter.
    > Vorallem auch dein Fazit: Freizeit vs. Geld fand ich sehr aufschlussreich.
    > Vorallem in den Bereichen rund um IT-Security ist es ja meistens so, dass
    > der Stressfaktor exponenziell steigt, je mehr die Kacke irgendwo mal wieder
    > am Dampfen ist (was ja letzten Endes auch zu der hohen Burnout-Quote führt
    > und somit indirekt einer der Faktoren für die akute Knappheit an Nachwuchs
    > auf dem Gebiet ist), was ja bekannterweise in dieser Branche üblich mit
    > einem Berufsaustritt endet:
    >
    > -entweder der Sicherheitsexperte ist an allem Schuld weil frau DAU auf das
    > süße_katzen.pdf.exe aus ihrer privaten Emailadresse auf dem Firmenrechner
    > geklickt hat (überspitzt dargestellt)
    Klar das wäre aber für einen Sicherheitsexperten echt peinlich^^ Ich meine sowas sollte man als Admin abfangen. (Aber ich bin auch der Meinung das man eine Maschine nur bedienen darf, wenn man geschult wurde und wer bitteschön schult seine Arbeitskollegen/Mitarbeiter im PC Bereich)?

    So Sicherheitslücken wie 0 day, Stagefright oder Heartbleed sind da schon deutlich schwieriger abzufangen und das kann man einem Sicherheitsbeauftragten aber auch kaum zum Vorwurf machen. (Man sollte sich auch als Sicherheitsbeauftragter entsprechend absichern).


    > -oder weil der Sicherheitsexperte medial und öffentlich bloßgestellt und
    > ruiniert wird, was dann oft zur Kündigung führt.
    >
    > Unter der Annahme, dass kein System zu 100% sicher sein kann (selbst Cisco
    > und die NSA wurden in der Vergangenheit schon mehrmals gehackt), ist auch
    > meine Schlussfolgerung, dass ein eher gesicherter Arbeitsplatz zumindest in
    > dieser Branche nicht vollkommen verkehrt ist.
    Nagut unter der Annahme hättest du recht, aber es gibt schon Systeme (je nachdem was man als System versteht bzw definiert) 100%ige Sicherheit. Unter bestimmten Bedingungen ist das One-Time-Pad sicher. Der Liedtke Mikrokernel wurde Formal verifziert (Wieviele Entwicker machen sowas mit der Software? Da kann man froh sein wenn sie die Software überhaupt testen).

    Danke für deinen Einblick in dein Arbeitsleben @Thiesi und danke für die ausführliche Antwort @gtifighter

    Ich kann die Ansicht von Thiesi verstehen. Ich würde es auch so machen. In jungen Jahren schnell viel Geld und dann später viel Freizeit (macht das jemand von euch anders)?

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